Schwul, schwuler, am schwulsten??

Die Band „Frittenbude“ nennt ihre 2011-Tour „Wir sind schwuler als Kings of Leon“.


21 Antworten auf “Schwul, schwuler, am schwulsten??”


  1. 1 hubert 14. Februar 2011 um 7:22 Uhr
  2. 2 MeA 14. Februar 2011 um 15:46 Uhr

    Woher stammt dieses Zitat?

  3. 3 gtz 14. Februar 2011 um 16:27 Uhr

    point being?

  4. 4 dodo 14. Februar 2011 um 17:30 Uhr

    @MeA: aus dem Spiegel, vorher war da ein Link, der jetzt irgendwie verschwunden ist.
    @gtz: ich find die verwendung des wortes „schwul“ hier einfach daneben.

  5. 5 crashintoahouse 14. Februar 2011 um 18:17 Uhr

    ernsthaft?

  6. 6 gtz 14. Februar 2011 um 19:56 Uhr

    inwiefern? das is doch offensichtlich, dass das als vermeintliche selbstbezichtigung diverse von irgendwelchen spinnern negativ konnotierte zuschreibungen verballhornen soll.

    wenn ich da irgendwas übersehe, dann formulier deine kritik mal bitte n bischen aus.

  7. 7 dodo 16. Februar 2011 um 0:06 Uhr

    Hier wird die Bedeutung „schwul“=“weichlich“/“weichspülerartig“/… reproduziert. und die einfache Selbstbezeichnung als einziges an „Kritik“ daran, falls das überhaupt so gemeint ist, ist mir zu wenig.
    Es ist ja nichts neues, daß man negative selbstzuschreibung als provozierenden imageaufbau nutzt – aber hier bleibt dann „schwul“ immer noch negativ konnotiert, da ist keine kritik daran, die deutlich macht, daß „schwul“ als negativwort kacke ist.
    da ist keine ofensichtliche überspitzung wie beispielsweise fettes brots „schwule mädchen“, das dieses wort als beleidigung an sich ad absurdum führt.
    die, meinestwegen gerne auch ironische, aussage „wir sind softer/weichspülerartiger/… als KoL“ wird mit dem Wort „schwul“ ersetzt. schwul= weich, ohne biß, etc.
    Nur indem sie mit dem Wort sich selbst bezeichnen, kritisieren sie es noch lange nicht. Sie benutzen es.
    Falls das aber doch kritisch sein sollte, halte ich das im besten Fall für einen recht mißglückten Versuch.

  8. 8 gtz 16. Februar 2011 um 17:06 Uhr

    es sei dir gegönnt, dass dir das zuwenig is, der gesammte kontext gibt aber deine vernmutung, dass „schwul“ irgendwie in der verwendung durch FB negativ konnotiert wäre, nich her.

    aber bitte.

  9. 9 dodo 17. Februar 2011 um 4:04 Uhr

    na gut, aber in welcher verwendung siehst DU dann das wort hier?

  10. 10 Franzi 17. Februar 2011 um 12:13 Uhr

    ich traue der frittenbude da durchaus eine reflektierte haltung zu. sie haben auch schon mal ein konzert abgebrochen, weil eine zuschauerin, die ein lied auf der bühne mitsingen sollte/wollte vom rest des publikums zum ausziehen aufgefordert wurde.
    mal schauen, anscheinend gab es noch keine äußerung von ihnen oder dem label.

  11. 11 gtz 17. Februar 2011 um 16:56 Uhr

    ich sehe schlicht, dass da jemand den begriff verwendet, um den gestalten, die ihn negativ konnotieren, den wind aus den segeln zu nehmen und ebendiese gestalten gleichzeitig noch vor den kopf zu stoßen.

  12. 12 dodo 17. Februar 2011 um 20:59 Uhr

    naja, und ich sehe schlicht, daß jemand das wort „schwul“ als synonym für etwas eher negatives („softiemusik“) verwendet. da mag zwar ein witz dranhängen, aber daß der darauf abzielt, „um den gestalten, die ihn negativ konnotieren, den wind aus den segeln zu nehmen und ebendiese gestalten gleichzeitig noch vor den kopf zu stoßen.“ sieht man erstmal gar nicht.
    Klar traue ich einer Band wie Frittenbude das zu, das genauso zu beabsichtigen, aber nur, indem sie das Wort selbstironisch verwenden, ist das noch lange noch keine Kritik, auch wenn die „mitgemeint“ ist.
    Wenn wer auf der Straße ein Plakat mit „Wir sind schwuler als Kings of Leon“ sieht, kann genauso in seinem Denkmuster „höhö, ja, Kings of Leon sind echt schwul“ bleiben. Die Kritik mag da mitgemeint sein, aber nur, weil ich das Wort schwul als negativ konnotierte SELBSTbezeichnung wähle statt nur als negativ konnotierte Bezeichunung, macht das noch lange kein kritisches Statement. Wenn sich irgendein weißer, deutschstämmiger Reggaekünstler als Tournamen „Ich mach die bessere Negermusik als Marley“ ausdenkt, ist das auch noch lange keine Kritik an rassistischer Wortverwendung, auch wenn die Intention sein mag, denjenigen, die das Wort „Neger“ als Beleidigung gebrauchen, den Wind aus den Selgeln zu nehmen.
    OKAYOKAY ICH WEIIIIß, der Vergleich hinkt auf allen vier Füßen, aber macht vllt deutlicher, auf was ich rauswill.
    Ich bin einfach der Meinung, daß man in einer so homophoben Gesellschaft wie unserer vorsichtig sein sollte mit sowas und es generell erstmal kritikabel ist, das Wortv „schwul“ synonym für etwas anderes zu gebrauchen als für dessen eigentliche Bedeutung „homosexuell“, denn alles andere sind Zuschreibungen der homophoben Gesellschaft an das Wort und das festigt sich, je öfter man es reproduiziert.
    Soll heißen, WENN man es schon reproduziert, solte man meiner Meinung nach die Kritik an negativ konnotierter Verwendung auch als deutlcihes Statement erkennbar machen und hier finde ich das echt nicht deutlich genug – nur aufgrund der Selbszuschreibung macht es nicht allen klar
    Ich will ja echt nicht gegen die Band hetzen oder so, ich mag die ja auch ganz gern, also man muß die nicht vor mir verteidigen, um Gottes willen.
    Aber als Versuch, das Wort „schwul“ als Negativwort zu kritisieren, find ich den Versuch recht mißlungen.

  13. 13 Artur 18. Februar 2011 um 13:31 Uhr

    Das Tourmotto taucht nur im Netz auf, auf Blog und Facebook.
    Es soll tatsächlich homophobe Idioten vor den Kopf stoßen die sich leider immer mehr auf Konzerten tummeln. Wie du drauf kommst, das es da nicht auch darum geht zu sagen das die Band einfach auch bissi gay ist weiss ich nicht. Dein „Bob Marley Neger Vergleich“ ist wirklich so was von daneben und auch total unpassend. Ich check echt nicht was du willst. Be as gay as possible!

  14. 14 dodo 18. Februar 2011 um 13:40 Uhr

    Wie du drauf kommst, das es da nicht auch darum geht zu sagen das die Band einfach auch bissi gay ist
    Kann ja sein, aber dann frag ich mich wie man „homosexueller“ als wer anders sein kann.
    Was ich will? Ich will eigentlich nur sagen: Das Tourmotto sehe ich kritisch.

  15. 15 Artur 18. Februar 2011 um 13:48 Uhr

    ich weiss nicht – In dem man mehr rumgayed vielleicht? hängt ja auch immer so davon ab worauf man gerade lust hat. ist ja nix festgeschriebenes. Ich weiss gar auch nicht was die kings of leons so machen. es ist ein witz weißt du. du findest ihn nicht lustig – ok. du sieht es kritisch: wir passen auf. es findet so nur auf facebook statt. da kann drüber diskutiert werden.

  16. 16 delilah 18. Februar 2011 um 14:05 Uhr

    bob marley ist schwarz, die kings of leon sind hetero: haut überhaupt nicht hin.
    ich glaube kaum, dass die band aussagen will, sie oder ihre musik sei „weichgespült“ oder sonstwie scheiße; im gegenteil.
    das läuft alles ins leere. es handelt sich hier um ne coole pro-homo-aktion.

  17. 17 dodo 18. Februar 2011 um 14:39 Uhr

    @Artur:
    es ist ein witz weißt du.
    Klar, aber es muß ja nicht unbedingt ein produktiver oder „guter“ Witz sein.
    da kann drüber diskutiert werden.
    Mein ich eben auch :)

    @delilah:
    es handelt sich hier um ne coole pro-homo-aktion.
    Das mag ja so gemeint sein. Deswegen ist es aber nicht unbedingt den gewünschten Effekt.
    Draufgestoßen bin ich da drauf eh überhaupt erstmal, weil 2 schwule Kollegen drüber diskutiert haben. Einer tat’s mit einem Achselzucken ab und meinte, es sei halt iner bestimmten Szene inzwischen stylish, sich als „schwul“ zu bezeichnen. Der andere hat sich drüber aufgeregt und meinte, er habe es satt, daß das Wort schwul inzwischen für alles mögliche herhalten müsse und daß manche Idioten (so hat er wiederum das ganze mitbekommen) auf Kritik an ihrer Wortwahl (sie bezeichneten irgendeine Musik als „voll schwul“) mit „ach was, bei Frittenbude heißt sogar die Tour so, und denen kannste ja auch nicht vorwerfen, sie seien homophob“ antworteten.
    Das war für mich Grund genug, zu denken, daß das zumindest unter „kurz&knapp“ im Blog hier Erwähnung finden sollte.

  18. 18 GwenDragon 22. Februar 2011 um 11:44 Uhr

    Wenn jeder das Wort schwul als Werbegag, als Definition einer Stimmung oder sonstwie verwendet, verliert es die ursprüngliche gesellschaftliche Bedeutung. Damit, finde ich, werden Schwule auch sprachlich indirekt unsichtbar gemacht.

    Akzeptanz ist noch lange nicht erreicht, wenn sich eine Mehrheit das Vokabular, die Lebenskultur einer Minderheit aneignet.
    Das ist das Verschwinden im uniformen Einheitsbrei der Pseudo-Toleranz, eine Assimilation in einer angeblich freien Gesellschaft.
    So ist das öfters, „der Schwule“ als Sinnbild der Homosexualität, als Abweichung, ist immer mal für eine Schlagzeile gut.

    Was kommt noch? Wird Frittenbude zu „Wir sind die echten Butches!“ eine CSD-Tour veranstalten?

  19. 19 E. 09. März 2011 um 19:59 Uhr

    „Was kommt noch? Wird Frittenbude zu „Wir sind die echten Butches!“ eine CSD-Tour veranstalten? “

    Ich hoffe doch.

    „Wenn jeder das Wort schwul als Werbegag, als Definition einer Stimmung oder sonstwie verwendet, verliert es die ursprüngliche gesellschaftliche Bedeutung.“

    Is ja gut dass das noch nicht passiert ist….

  20. 20 Luna 10. März 2011 um 19:51 Uhr

    „Wenn jeder das Wort schwul als Werbegag, als Definition einer Stimmung oder sonstwie verwendet, verliert es die ursprüngliche gesellschaftliche Bedeutung.“

    Wenn die Leute wissen würden, was sie genau damit meinen, also definieren, wärs zwar auch nicht gut, aber immer noch ein bisschen besser.
    Außerdem- die homosexuelle Szene (auch Lesben!) haben lange dafür gekämpft, dass sie einen Namen haben.
    Und ich finds einfach besch…., wenn dann so Möchte-gern-coole Bands/Menschen der Szene das Wort sozusagen wegnehmen.

  21. 21 delilah 16. März 2011 um 2:14 Uhr

    „Der Zwang, der auferlegt wird, sich durch Begriffe wie schwul oder lesbisch als Randfiguren einer heterosexuellen Gesellschaft auszuweisen, ist als Moment der gesellschaftlichen Unterdrückung nicht-heterosexueller Lebensformen zu bezeichnen.“

    http://radicalhomos.blogsport.de/2009/06/05/redebeitrag-feministische-demo-in-goettingen-am-04062009/

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