Archiv für Februar 2011

Basta!

Die italienischen Frauen demonstrieren gegen Berlusconi und den von ihm nicht unerheblich geprägten Sexismus.

Das Soft-Tampon

Sex während der Menstruation? Menstruieren ist an und für sich schon ein Tabuthema, also nicht verwunderlich, dass das Thema Sex während der Menstruation kaum zur Sprache kommt.
Manche Frauen* finden Geschlechtsverkehr während ihrer Periode unangenehm, andere hätten gerne Sex fühlen sich aber durch die Blutflecken, die nach vollendeter Tat überall zu finden sind gestört. Wieder anderen macht das alles gar nicht aus.
Wenn man zu zweiterer Gruppe gehört, gibt es allerdings eine Lösung: das Soft-Tampon.

Funktionieren tut das Soft-Tampon eigentlich wie ein normales Tampon, allerdings fehlt der Rückholfaden. Anstatt des Schnürrchen findet sich aber eine integrierte Grifflasche, in die man mit dem Zeige -oder Mittelfinger fahren kann um das Tampon zu entfernen. Eingeführt werden kann es, indem man es mit dem Daumen und Zeigefinger zusammendrückt, mit der anderen Hand öffnet man die Schamlippen und führt es dann mit dem Zeigefinger bis zum Ende des Vaginalganges ein.
Natürlich stellt das Softtampon keine Verhütungsmethode da und sollte wie auch normale Tampons nicht länger als 6 Stunden getragen werden.
Kaufen kann man die Teile aber soweit ich weiß nur im Internet oder im Erotikfachhandel.
Ich persönlich finde es eine gute Sache auch während meiner Menstruation die Möglichkeit zu blutfreien Sex zu haben. Auch wenn ich natürlich dafür plädiere Menstruationsblut zu entstigmatisieren und es nicht per se als „eklig“ einzustufen, aber oft ist es einfach angenehmer nach dem Sex nicht das ganze Bett frisch beziehen zu müssen.

Also auch weiterhin schönes menstruieren.

Große Frauendemonstration in Wien

Am 19.11.1911 fand in Wien die erste große Frauendemonstration der Geschichte Österreichs statt. Anlässlich dieses Jubiläums hat sich ein Netzwerk aktiver Frauen zusammengefunden und ruft erneut zur Demonstration für Frauenrechte auf.

Vor 100 Jahren, am 19. März 1911, fand in Wien die erste große Demonstration für die Rechte von Frauen statt. An die 20.000 Personen – mehrheitlich Frauen – marschierten damals auf der Ringstraße zum Rathaus. Ihre Anliegen waren: allgemeines Frauenwahlrecht, Arbeitsschutzgesetze, Mutter- und Kinderschutz, 8-Stunden-Tag, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Senkung der Lebensmittelpreise, Einführung einer Sozialversicherung, Straffreiheit des Schwangerschaftsabbruchs und die Verhinderung des sich am Horizont bereits abzeichnenden 1. Weltkrieges.
Heute, 100 Jahre später, sind viele der damals eingeforderten Rechte umgesetzt, manche werden schon wieder in Frage gestellt, andere noch gar nicht eingelöst und viele neue Forderungen und Visionen sind dazugekommen.
Wir wissen, dass wir uns – trotz aller Unterschiede – nicht spalten lassen dürfen, wollen wir als gemeinsame Bewegung Kraft entfachen.

Ziel des Netzwerkes ist es erneut mindestens 20.000 Menschen auf die Straße zu bringen und lautstark gegen Sexismus zu demonstrieren.
Wer Lust hat sich schon einmal vorab einzubringen, das Netzwerk sucht schriftliche und kreativ-künstlerische Beiträge in jeder Form.

Ägyptische Revolution – nicht ohne die Frauen

Nicht nur die Homosexuellen mischen bei der Revolution in Ägypten begeistert mit, auch die Frauen ergreifen ihre Chancen. Zur positiven Überraschung der ägyptischen Männerwelt:

Auf die Frage, wie er sich in den letzten Tagen als Muslimbruder persönlich verändert habe, denkt er länger nach. „Ich habe immer gedacht, Frauen könnten nur bestimmte Berufe ergreifen, als Lehrerinnen oder als Ärztinnen beispielsweise“, beginnt er zu antworten. In den letzten Tagen habe er aber gesehen, wie mutig die Frauen Seite an Seite mit den Männern den Platz gegen die Schläger verteidigt, Steine auf diese geworfen und die Verletzten abtransportiert hätten. „Heute bin ich davon überzeugt“, sagt er, „dass Frauen alles können.“

„schön“ und „farbig“

Josef Ackermann, Wirtschaftsverbrecher und Deutsche-Bank-Vorstand, wünscht sich irgendwann einmal mehr Frauen in sein Unternehmen, damit dieses „farbiger“ und „schöner“ wird. Volles Zitat:
„Aber ich hoffe, dass das irgendwann dann farbiger sein wird und schöner auch“.
Ilse Aigner (CSU) konterte sehr passend: „Wer es farbiger und schöner mag, soll auf eine Blumenwiese gehen oder ins Museum“.

Männer wie Herr Ackermann sind der beste Beweis dafür, das es eine Frauenquote braucht. Denn solange diese Herren mit den graumelierten Haaren und dem Frauenbild von Vorgestern in den Vorständen sitzen, die Frauen wie Ausstellungsstücke behandeln, wird sich nichts ändern.
Und Herrn Ackermann sollte mal jemand erklären, dass Schönheit und Farbe nichts mit Weiblichkeit* zu tun haben. Aber ich befürchte bei ihm ist schon alles verloren.

Gay revolution

Die Aufstände in Ägypten sind nicht nur heterosexuell:

Egypt’s gay and lesbian community has had enough of years of police brutality and torture and GayEgypt.com calls on all lesbians and gays to join their brothers and sisters on the street to peacefully express their demand for immediate change.

Warum KiTas so gefährlich für Kinder sind

von Petra Kaster auf toonpool.

Das Problem nicht an den Wurzeln packen

Burka-Verbot – ein emotional aufgeladenes Thema, welches angesichts der wenigen Frauen, die in Deutschland oder anderen westlichen Ländern eine Burka tragen eigentlich unrelevant sein sollte, bekommt nun wieder neuen Aufwind. Denn wenn Frauenrechte mit einer Abgrenzung gegen andere Kulturen (oder sagen wir besser Religionen) zusammenhängen springen auch sonst wertkonservative Antifeminist_innen mit ins sonst verhasste Gleichberechtigungsboot.
Was ein Burkaverbot wirklich bringt zeigt der Fall, der gerade in Hessen für Aufsehen sorgt. Eine 4-fache Mutter wollte nach ihrem Mutterschaftsurlaub vollverschleiert in der öffentlichen Stadtverwaltung weiterarbeiten. Zuvor trug die Frau nur ein Kopftuch.
Um dies aber zu verhindern führte Hessen als erstes Bundesland der BRD ein Burkaverbot ein.
Wer nun vollverschleiert rumlaufen will oder muss ist Zwangsarbeitslos.

Den Frauen bringt dies gleich doppelt nichts. Werden sie gezwungen eine Burka zu tragen, werden sie durch solche Gesetze nur noch mehr in die ökonomiche Abhänigleit gedrängt. Das Problem Frauenunterdrückung in reiligiösen Gemeinschaften wird dadurch aber nicht gelöst, sondern verschwindet legendlich von der Straße oder aus den Ämtern. (Die erwähnte Frau hat ihren Job mittlerweile niedergelegt.)
Tragen sie die Burka freiwillig, werden ihre Persönlichkeitsrecht, welche eingentlich zu schützen gedacht sind, erheblich verletzt.

Es braucht ganz sicher Hilfe, Aufklärung und auch Gesetze welche Frauen schützen, aber diese sollten nichts mit Kleiderordnungen zu tun haben. Wer das Problem Frauenunterdrückung lösen will, der muss an die Wurzel des Problems und da unten tummeln sich meist religiöse Werte und Vorstellungen, mögen diese nun christlich, jüdisch oder islamisch sein.

Frauen auf grund von Schleiern zu kriminalisieren und vom Breufsleben auszuschleißen ist wiedermal eine sehr patriarchale Lösungsstrategie!

Quote? Nix da.

Merkel sagt: Nix mit Frauenquote.

Feige Frauen?

Bascha Mika hat ein Buch geschrieben. Titel: „Die Feigheit der Frauen“. Auf 200+ Seiten erklärt sie den Grund für die noch immer nicht erreichte Emanzipation: Weil Frauen

zu doof und zu faul sind, um all ihre super Chancen richtig zu nutzen

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fasst die taz zusammen.