Frauengehälter

Es ist das alte Lied, das man aber wohl so oft spielen muß, bis es nicht mehr notwendig ist. Also auf ein Weiteres:
Frauen verdienen weniger als Männer. Meistens wird (auch hier) bei der Berichterstattung eine Anzahl an „selber schuld“-Argumenten gleich hinterhergeschoben: Frauen verlangen zu wenig, präsentieren sich nicht gut genug, haben die „falschen“ Berufe, und so weiter und so fort.
Aber auch wenn das sicher keine unwichtigen Faktoren sind – so sollte man doch nie vergessen, daß auch eine Frau, die „alles richtig macht“ (soll heißen: wie ein Mann…), deswegen noch lange nicht auf gleiche Bezahlung hoffen kann:

Aber selbst wenn man wie das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln Männer und Frauen mit gleicher Qualifikation, gleicher Berufserfahrung und gleichem beruflichen Status vergleicht, kommt man noch auf einen Gehaltsunterschied von knapp 13 Prozent.


5 Antworten auf “Frauengehälter”


  1. 1 Saiya 01. März 2011 um 13:12 Uhr

    Ist das eigentlich auch in von Gewerksschafts geregelten Tarifverträgen so? Ich wär ja davon ausgegangen, dass man zumindest
    jeden als gleich ansieht oO

    Weil ich mein im tv inner nacht gehört zu haben, dass Zeitarbeitsfirmen nachträglich Lohnausgleich zahlen müssen, wäre doch toll wenn das auch für weibchen gilt die gleiche tätigkeit/arbeitszeiten etc. hatten aber weniger kohle verdienten als männliche arbeitnehmer mit der selben anstellung.

  2. 2 Jan 01. März 2011 um 15:38 Uhr

    Ich muss gestehen, ich kann diese Empörung darüber überhaupt nicht nachvollziehen. Ich verstehe sie einfach nicht.
    Sehen wir mal ab von all diesen dumm-dreisten Studien, die nur feststellen, dass Frauen im Durchschnitt 23 % weniger verdienen. Diese Studien, die Äpfel mit Birnen, in diesem Fall also die Stewardess mit dem Piloten vergleichen sagen ja nicht mehr aus, als dass Frauen im Durchschnitt andere, schlechter bezahlte Berufe ausüben. Von dem also abgesehen: wenn eine Frau mit der gleichen Qualifikation, Berufserfahrung, gleichem beruflichen Status 13 % weniger verdient, an wem liegt das dann? An dem bösen Chef, der sie zwingt zu einem Hungerlohn bei ihm zu schuften. Wohl nicht! Die Sklavenhaltergesellschaft ist dann doch ein paar Jahre vorbei. Der Arbeitsmarkt ist in erster Linie ein Markt! Wenn ich einen Job angeboten bekomme, dann bin ich nicht gezwungen, diesen zu dem vorgeschlagenen Gehalt anzunehmen. Ich bin nicht gezwungen in einem Job zu einem bestimmten Gehalt zu bleiben. Ich kann das wählen. Das bedeutet, diese 13 % weniger Gehalt sind frei gewählt. Es ist einem Kapitalisten nicht vorzuwerfen jemanden für 13 % weniger zu beschäftigen, wenn der sich damit zu Frieden gibt. Es sind simpelste Marktgesetze und es ist nicht ein gesellschaftliches Problem, dass manche ihre Arbeitskraft billiger als andere verkaufen.

  3. 3 @Jan 01. März 2011 um 21:31 Uhr

    Lesen will gelernt sein.

    Und: Dass Menschen sich „Marktgesetzen“ unterwerfen müssen, ist ein gesellschaftliches Problem! Deshalb braucht es auch ein „Außen“ von den Arbeitsstellen, die maßgebend (also Grundlage der obigen Prozentrechnungen sind; nicht etwa andere Berufe). Dieses Außen betrifft eben in einer patriarchalen Ordnung -ja!- vor allem Frauen, da Sexismus sich öffentlich vor allem materiell zeigt.

    Menschen sind Menschen, weil sie soziale Wesen und damit transzendenzfähig sind, und fähig sind Markt nicht als „Natur“-Gesetz zu sehen, sondern diese Grundlage zu überwinden.

    Fight Sexism

  4. 4 Luna 03. März 2011 um 18:28 Uhr

    @Jan:
    Wie stellst du dir das denn bitte vor, dass da plötzlich ne Frau das Gleiche verlangt wenn sie von Beginn an niedergedrückt wird. Oder wenn der Chef (ja, meist männlich!) solche tollen Phrasen von sich gibt wie „Andere (Frauen) haben den Job nötiger und sind mit weniger zufrieden.“ ?!

    Außerdem: woher weiß denn ne Frau, wieviel ein männlicher Kollege verdient, wenn die Gehälter nicht offen gelegt werden?

  5. 5 danni 29. April 2011 um 0:15 Uhr

    Die Sache ließe sich m.E. noch von zwei anderen Seiten betrachten:

    1. In der kapitalistisch-patriarchalen Konstitution ist die Abspaltung reproduktiver Tätigkeiten als weibliche angelegt.
    Die werden dann auch schlechter (oder gar nicht) bezahlt und nicht als produktive (symbolisch männlich besetzte) Arbeit verstanden.

    2. Ist die geringere Bezahlung von Frauen nicht gerade eine Folge der Gleichbehandlung? Da bei einer Frau das Risiko besteht, dass sie durch Schwangerschaft ausfällt und in der ersten Phase der Schwangerschaft weiter bezahlt werden muss?
    Dieses Risiko subtrahiert ein Unternehmen dann vom Gehalt.
    Es wäre interessant zu gucken ob sich die Gehaltsdifferenz nach den Wechseljahren zunehmend nivelliert.

    Ein bewusst sexistischer Anteil wäre dann dort auszumachen wo eine nachweisbar unfruchtbare Frau trotzdem weniger verdient.
    Und natürlich besteht dieser Anteil auch in der Annahme der klassischen familiären Rollenteilung. Es kann sich (zum Teil) aber auch einfach um die Folgen einer kapitalistischen Risikokalkulation handeln.

    Einen Pferdefuß hat die Forderung nach Gleichhandlung allemal, zumal wenn es um gleich schlechte Behandlung (Lohnarbeit) geht.
    Da wäre die Forderung nach bedürfnisgerechter Behandlung deutlich sympathischer, zudem zutreffender, vielversprechender und wenigstens nicht so stink-affirmativ.

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