Falscher Lösungsansatz

In den USA ist die Schwangerschaftsabruchrate bei afroamerikanischen Frauen besonders hoch. Dafür gibt es zahlreiche Gründe, viele hängen wohl mit der Tatsache zusammen, dass Menschen mit nicht-“weißer“ Hautfarbe einer Kette von Diskriminierungen ausgesetzt sind, welche zuletzt oft in ökomomischer Benachteiligung münden. Viele Frauen können sich adäqute Verhütung nicht leisten von einem Kind ganz zu schweigen. Diese Probleme bedürfen ganz sicher einer baldigen Lösung.
Dies und das sind aber sicherlich nicht die richtigen Ansätze:

Denn mit diesem Hetzkampagnen der Anti-Choice-Organisation „Life Always“ wird weder auf die vorher beschriebenen Missstände aufmerksam gemacht, noch ein wirklicher Lösungsansatz für die Probleme gefunden. (Oft interessieren sich Anti-Choice Organisationen aufeinmal nicht mehr für das Leben, wenn es sich außerhalb der Gebärmutter befindet.) Vielmehr werden Frauen aufgrund von einer persönlichen Entscheidung diffamiert, die eigentlich niemand anderen etwas angehen sollte.
Lösungen für ökomomische Benachteiligungen finden – Ja. Dabei Frauen das Recht auf einen Abbruch zu nehmen und ungeborenes Leben über das Leben und die Entscheidung einer erwachsenen Frau stellen – Nein!
Jede Frau muss das Recht haben ein Kind auszutragen mit der Gewissheit, dass diese Entscheidung sie nicht zu einem Leben in Armut verdammt, sie muss aber auch das Recht haben ein Kind nicht auszutragen, aus welchen Gründen auch immer!


12 Antworten auf “Falscher Lösungsansatz”


  1. 1 Bazzard 30. März 2011 um 0:55 Uhr

    Falscher Erklärungsansatz von Rassismus:
    African Americans sind in erster Linie nicht arm weil sie diskriminiert werden – sie werden diskriminiert, weil sie arm sind. Ihre ökonomische schlechte Lage wird ihnen per „Die sind halt so“ zur immanenten, angeborenen Eigenschaft, zur Minderwertigkeit gegenüber den „Weißen“ gemacht.

  2. 2 a b 30. März 2011 um 2:06 Uhr

    War ist gibts in dem Satz >>nicht-“weißer“ Hautfarbe

  3. 3 Magda 30. März 2011 um 10:48 Uhr

    @ Bazzard

    Das bezweifele ich. Die überproportionale Verteilung von Afroamerikaner_innen in ökonomisch unterpriviligierten Schichten ist klar auf institutionalisierten Rassismus und rassistischen Stereotypisierungen zurückzuführen. Die Hautfarbe hat auch heute noch Einfluss auf die Lebenschancen von Menschen. Diskriminierung setzt nicht erst ein, wenn Menschen arm sind. Diskriminierung ist einer der Faktoren, warum Menschen weniger verdienen, bestimmte Jobs ausführen, ect.

    Wenn du Interesse hast, hier ein wenig Lesestoff:

    Wise, Tim (2009): Between Barack and a Hard Place – Racism and White Denial in the Age of Obama. Library of Congress Cataloging-in-Publishing Data. San Francisco.

    Betrand, Marianne, and Mullainathan, Sendhil (June 20, 2004): Are Emily and Greg More Employable Than Lakisha and Jamal? A Field Experiment in Labor Market Discrimination. http://www.economics.harvard.edu/faculty/mullainathan/files/emilygreg.pdf

  4. 4 not convinced 30. März 2011 um 10:54 Uhr

    Was ist daran Hetze?
    Wer wird hier diffamiert?
    Wer nimmt hier wem irgendein Recht?
    Darf man überhaupt Gründe dafür geben, nicht abzutreiben?
    Oder darf es nur um Beeinflussung der sozialen Hintergründe gehen?

  5. 5 kapitalismuskritik 30. März 2011 um 12:18 Uhr

    Diskriminierung ist einer der Faktoren, warum Menschen weniger verdienen, bestimmte Jobs ausführen, ect.

    Würde niemand diskriminiert werden, würde niemand schlecht bezahlt werden? Und wer würde dann „bestimmte“ Jobs machen?

  6. 6 ekmek 30. März 2011 um 16:59 Uhr

    „Würde niemand diskriminiert werden, würde niemand schlecht bezahlt werden?“

    Nein, das sagt der Satz auch nicht aus, aber wenn jemand diskriminiert wird, verdient er/sie dadurch weniger, muss bestimmte Jobs ausführen etc.

    Das dies in kapitalistische Verwertungslogik passt ist ja keine Frage. Dass es aber bestimmte Gruppen besonders trifft ist nicht ökonomischen, sondern ideologischen Ursprungs.

    Bei Einstellungskriterien am Arbeitsmarkt wäre es ökonomisch sinnnvoll die am besten geeignete/sich am meissten ausbeuten lassende Person für den Job zu wählen.
    Dies wird aufgrund von Sexismen und Rassismen jedoch nicht gemacht, sondern es werden Personen oftmals nach Zugehörigkeit zur eigenen Gruppe(i.d.R: weiß, männlich, hetereosexuell) ausgewählt.

    ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

  7. 7 Bazzard 31. März 2011 um 0:31 Uhr

    @Magda:

    Wenn es wirklich so ist, dass das ökonomische Unglück der Afroamerikaner in den USA auf Rassismus zurückzuführen ist, woher kommt er dann, der Rassismus? Den muss man sich schon irgendwie herleiten, denn so falsch und widerlich er ist, vom Himmel fällt sowas nicht. Rassismus ist eben eine falsche Erklärung der materiell tatsächlich vorhandenen Umstände. Weil die schwarze Bevölkerung in den USA eben als recht- und eigentumslose Sklaven nach Amerika kamen, weil sie bettelarm waren und elende Leben führten, entstand ein weißer Rassismus gegen sie. Denn anstatt sich deren Armut materialistisch zu erklären, wurde sie biologisch-rassistisch hergeleitet: „Die sind arm, weil sie halt so sind. Mehr können sie nicht, das ist angeboren.“
    Ein anderes Beispiel: Das Kastensystem in Indien ist nicht die Ursache, sondern die Folge der sozialen Unterschiede. Die ökonomischen Verhältnisse bringen das Bewusstsein der Leute, die sich
    in diesen Verhältnissen bewegen erst hervor.
    Dass es natürlich auch Rückwirkungen der Ideologie auf die Ökonomie gibt, mag ich nicht bestreiten, dass also z.B. schwarze Arbeitnehmer aufgrund rassistischer Arbeitgeber weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, ist durchaus denkbar. Nichtsdestotrotz ist auch das eine indirekte Folge der sozialen Verhältnisse.

    Deine Lesetipps hab ich mir gemerkt, grade fehlt mir die Zeit dazu.

  8. 8 n. 31. März 2011 um 10:52 Uhr

    Weil die schwarze Bevölkerung in den USA eben als recht- und eigentumslose Sklaven nach Amerika kamen, weil sie bettelarm waren und elende Leben führten, entstand ein weißer Rassismus gegen sie.

    Das ist historisch nicht haltbar. Damit man sie aus ihren Herkunftsländern entführen, sie entrechten und in die Sklaverei zwingen konnte, brauchte man den Rassismus… Nicht die Spätfolgen von Sklaverei und Kolonialismus führten zu Rassismus, rassistische Weltbilder/Ideologien/Diskurse (je nach Denkschule…) ermöglichten erst bestimmte Formen von kolonialer Gewalt.

  9. 9 kapitalismuskritik 31. März 2011 um 11:19 Uhr

    Weil die schwarze Bevölkerung in den USA eben als recht- und eigentumslose Sklaven nach Amerika kamen, weil sie bettelarm waren und elende Leben führten, entstand ein weißer Rassismus gegen sie.

    Das ist jetzt auch nicht richtig. Zur Rechtfertigung dessen, dass man sie als Sklaven behandelte, wurde sich natürlich schon eines Rassismus bedient (dass es „Schwarzen“ entspräche, dem „Weißen“ Untertan zu sein; dass sie nicht mündig seien; zu dumm, um für sich selber zu sorgen – daher sei das Sklavenhalten beinahe als Akt „weißer“ Gnade zu betrachten …) – da musste dann nicht erst einer entstehen angesichts des Anblicks elenden Sklavendaseins.
    Davon zu unterscheiden ist aber der Rassismus gegen sie, seitdem sie, wie „Weiße“ auch, „Gleiche und Freie“ sind. DER speist sich aus einem: ‚Die könnten doch, haben doch alle Chancen, aber landen oft in der Gosse – liegt das vielleicht an ihrer Natur?‘

  10. 10 samia 31. März 2011 um 13:01 Uhr

    als hätte irgend ein ghettokind auch nur den hauch einer chance, präsident zu werden.

  11. 11 kapitalismuskritik 31. März 2011 um 20:25 Uhr

    Ghettokind /= „schwarz“. Oder war Obama ein Ghettokind?

    Die Chance gibt es, aber die ist von ihrer Realisierung zu trennen. Natürlich können gut 99,99999% der Menschen die Chance, Präsident oder Milliadär zu werden (oder einfacher: vom Tellerwäscher zum Millionär) nicht realisieren. „Weiße“ auch nicht.

  12. 12 samia 02. April 2011 um 15:23 Uhr

    na, genau das mein ich doch. hautfarben kamen bei mir doch gar nich vor.

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