Archiv für März 2011

Zunähen statt schützen

Eine Frau flieht vor Mißhandlung und Angst vor Zwangsheirat von London nach Deutschland. Das Verwaltungsgericht will sie wieder zurückschicken, mit dem Hinweis, sie könne sich ja das Jungfernhäutchen wieder zunähen lassen,

„dass es zur Täuschung für die Hochzeitsnacht genügt“

.
Bislang konnte sie einem Rückflug durch Kirchenasyl in Hamburg entgehen.

Bitch up my desktop!

Ich war letztens auf der Such nach einem neuen Wallpaper für meinen Schreibtischhintergrund, was ganz neues, am besten irgendwas feministisches, Riot Grrrl-mäßiges, sowas in der Art. Fündig geworden bin ich nicht so ganz… geben tut es diese Art Wallpaper schon, aber in punkto Kreativität geht das meiste nicht weit über das Weiblichkeitszeichen oder die klassische „We can do it“-Dame raus. Das kann so nicht weitergehen. Wir brauchen mehr.

Deshalb ruft das Mädchenblog zum „Bitch up my desktop“-Wettbewerb auf!

Also an alle kreativen Köpfe: öffnet Photoshop, scannt Selbstgemaltes ein, was auch immer! Solange dabei ein supergeniales, queerfeministisches Desktop-Hintergrundbild dabei rauskomt!

Zu gewinnen gibt’s auch was: der_die Sieger_in bekommt ein superkuschliges, schwarz-lila Kissen mit „einverstanden sind irgendwie immer nur die anderen“-Aufnäher, eine Ausgabe von Wolverette Zine #4, einen „male/female/fuck you“-Aufkleber und eine „Fisherwoman’s Girlfriend“-Postkarte. Mit dem Erwerb einiger dieser Gewinne wurde das Autonome Frauenhaus Tübingen unterstützt.

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Verhütung? Immer noch nur für Leute mit Geld

Das Mädchenblog hat schon früher darüber berichtet: als Sozialhilfeempfängerin wird einem zwar eine Abtreibung, aber keine Verhütungsmittel gezahlt. Schon damals haben einzelne Städte und Kommunen sich der Sache angenommen, was allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein war.
Daß das auch auf Dauer nicht funktioniert, zeigt ein aktueller Artikel in der taz.

Viel Zahlenmaterial gibt es bisher nicht über das Phänomen. Aber viele Erzählungen und wenigstens eine kleine Studie: Bereits 2006 befragte eine Mitarbeiterin von pro familia in Köln 69 Frauen, die zum Teil seit mehreren Jahren arbeitslos waren. Das Ergebnis war alarmierend: Seit der Einführung von Hartz IV 2005 sank die Quote derjenigen, die immer verhüten, von zwei Drittel auf ein Drittel. Die Anzahl derjenigen, die nie verhüten, stieg hingegen von 6 auf 16 Prozent. Und das, obwohl keine der befragten Frauen einen Kinderwunsch hatte.

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Zum Hundertsten!

Equal Pay Day am 25.03.2011

Die „Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau“ hat ein Video zum Equal Pay Day 2011 gedreht und uns gebeten, es zu verbreiten

19. März 2010 – Demonstration für Frauenrechte

Liebe Menschen!

Viele wissen vielleicht, dass der 8. März (int. Frauentag) seinen 100. Geburtstag feiert. Vor 100 Jahren hat Klara Zetkin ihn bei der Frauenkonferenz in Kopenhagen begründet. Damals, am 19. März 1911 gingen 20.000 Frauen und Männer auf die Straße um für mehr Frauenrechte zu demonstrieren.

Anlässlich dieses Jubiläums findet am 19. März 2011 eine Demonstration für Frauenrechte in Wien am Schwarzenbergplatz um 14h statt. Viele Frauenorganisationen und motivierte Frauen planen an dieser Aktion schon seit Monaten (unter anderem ich ;))
Unser Ziel ist es 20.000 Menschen (Frauen und Männer) auf die Straße zu bringen.

Also bitte lieber Leser_innen: Schnappt euch euren Kalender und schaut nach ob ihr Zeit und Lust habt dieses wirklich coole Ereignis zu unterstützen.
Ich weiß, dass viele hier aus Deutschland kommen, aber vielleicht ist es für manche nicht zu weit (von der ÖBB (Österreichische Bundesbahn) gibt es auch ein extra Ticket für diese Demo)

sonnenkind.

P.S.: Unsere Homepage: http://zwanzigtausendfrauen.at/

Keep Your Boehner Out of My Uterus

Eine gleichnamige amerikanische Website sammelt die besten „Boehner-Pics“. Dabei kann man sich ein Bild des Abgeordneten aussuchen und dieses dann mit einem zynischen Spruch, bezüglich seiner misogynen Grundeinstellung, versehen.

Zur Person: John Boehner, ist US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei und seit 1991 Abgeordneter des Repräsentantenhauses. Von sich reden macht der Anti-Choice Politiker durch seinen Plan „PlannedParenthood“ die staatlichen Gelder zu entziehen.

Wirklich eine super Idee. Die amerikanische Pro-Choice-Bewegung zeigt sich wieder einmal gekonnt kreativ!

Gesucht: Statements & Sounds zum Frauenkampftag

female:pressureDie nächste femalepressure Radiosendung des freien Wiener Radiosenders ORANGE fällt genau auf den 8. März, der ja in diesem Jahr das 100-jährige Jubiläum des Frauentags markiert. Die Macher_innen der Sendung haben sich „kurzfristig dazu entschlossen was spezielles in dieser Sendung zu machen“ und brauchen dazu Hilfe:

Wir suchen nach Statements und Sounds die zu dem Anlass passen. Wenn welche von euch da draußen so spontan sein wollen und für uns ein Audiostatement zu ihren Heldinnen (in der Musik) oder zu Feminismus und Emanzipation im Musikgeschäft aufnehmen, würden wir uns sehr freun. zB Wer ist meine Heldin / mein Idol und warum? Habe ich Gründe den Welt Frauentag zu feiern? Sind da noch Dinge die es zu erkämpfen gibt? Und so weiter.
ODER sendet uns Sound- bzw. Musik-Schnipsel, die ihr besonders pro feministisch, befreiend, kämpferisch und ermächtigend findet.
Die die Statements sollten bitte nicht länger als 1 Minute sein, weil wir möglichst viele unterschiedliche Kommentare unterbringen wollen. Sounds und Musik-Beiträge können auch länger sein.

Wir freuen uns über Beiträge von möglichst vielen Ladyz die bis Montag den 7.3. entweder per Mail direkt an uns oder in unserer dropbox landen http://soundcloud.com/femalepressure-orange940/dropbox/profile

„If I can´t dance it´s not my revolution!“ (Emma Goldman)

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http://o94.at/programs/female-pressure/

http://www.femalepressure.net/

Afghanische Frauenhäuser – Update

So wie es aussieht, werden die afghanischen Frauenhäuser nun doch nicht, wie ursprünglich geplant, unter staatliche Kontrolle gestellt:

Die afghanische Regierung hat jetzt davon Abstand genommen, von unabhängigen Organisationen (NGOs) betriebenen Frauenhäuser unter Regierungskontrolle zu stellen. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll nicht eingebracht werden. Stattdessen einigte sich die Regierung mit NGOs darauf, eine gemeinsame Kommission zu bilden. Die soll Qualitätsstandards existierender Einrichtungen überwachen und neue Häuser etablieren, wo sie bisher nicht existierten. In den Häusern untergebrachte Frauen sollen auch nicht zurück in ihre Familien gebracht werden.

Gut, daß man sich dafür eingesetzt hat!

Diese Kehrtwende zeigt, wie eine „Koalition aus Verteidigern von Frauenrechten und internationalem Druck Erfolg haben kann“, sagte Rachel Reid, Leiterin des Afghanistan-Büros der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, der taz. Doch blieben Fragezeichen, so Reid: Der Kampf sei nur „für den Augenblick“ gewonnen.

Also eine gewonnene Schlacht, aber der Krieg geht weiter.

Frauengehälter

Es ist das alte Lied, das man aber wohl so oft spielen muß, bis es nicht mehr notwendig ist. Also auf ein Weiteres:
Frauen verdienen weniger als Männer. Meistens wird (auch hier) bei der Berichterstattung eine Anzahl an „selber schuld“-Argumenten gleich hinterhergeschoben: Frauen verlangen zu wenig, präsentieren sich nicht gut genug, haben die „falschen“ Berufe, und so weiter und so fort.
Aber auch wenn das sicher keine unwichtigen Faktoren sind – so sollte man doch nie vergessen, daß auch eine Frau, die „alles richtig macht“ (soll heißen: wie ein Mann…), deswegen noch lange nicht auf gleiche Bezahlung hoffen kann:

Aber selbst wenn man wie das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln Männer und Frauen mit gleicher Qualifikation, gleicher Berufserfahrung und gleichem beruflichen Status vergleicht, kommt man noch auf einen Gehaltsunterschied von knapp 13 Prozent.