antrag auf rechte intersexueller menschen im bundestag durch die grünen

lucie veith von intersexuelle menschen e.V. schreibt:

„Ein wichtiger Antrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen ist in den Bundestag eingebracht. Ein vorsichtig formulierter Antrag, der gute Aussichten hat auch von Parlamentariern anderer Fraktionen mit getragen zu werden wurde nun veröffentlicht.
Ich danke der Fraktion, ganz besonders Jerzy Szczesny , der so viel Arbeit hineingesteckt hat. Danke an Sarah, Jörg Wöweries, an Claudia, Konstanze Plett und Herta Richter- Appelt.
Dieser Antrag braucht jetzt viel Unterstützung und Erwähnung. Die Genitalverstümmelungen an intersexuellen Kindern muß ein Ende haben, die Opfer der letzten 50 Jahre müssen endlich wieder ihren anerkannten Platz in der Gesellschaft erhalten, den sie durch ihre Geburt erlangt hatten und der ihnen genommen wurde.

Bitte verbreitet den Antrag, bringt ihn ins Gespräch und sorgt dafür, das es gelingt.

Herzliche Grüße
Lucie Veith
1. Vors.
Intersexuelle Menschen e.V.
-Bundesverband- “

antrag grundrechte von intersexuellen menschen wahren
(der link verweist auf den vollständigen text des antrags.)

ein wichtiger vorstoß!

auf dass sich etwas bewegt!


5 Antworten auf “antrag auf rechte intersexueller menschen im bundestag durch die grünen”


  1. 1 grrrly 15. April 2011 um 14:32 Uhr

    ja, auf dass sich etwas bewegt! ich finde den antrag sehr gut und umfassend. danke fürs veröffentlichen.

  2. 2 Jan 16. April 2011 um 0:36 Uhr

    Hey,
    bin in Juradeutsch nicht so bewandert, was würde den konkreten Unterschied zur derzeitigen Rechtslage ausmachen? Das AbgeortInnen Gebrabbel is mir zu heavy…

  3. 3 mysa 16. April 2011 um 11:07 Uhr

    Ich fände es besser, wenn die Rechtslage das Ganze als Körperverletzung betrachten würde ungeachtet der Sexualität.

    Die Genitalien sollten für alle gleichermaßen geschützt sein.
    Ähnlich der Problematik bei Beschneidungen, es bringt nichts, wenn ein schlimmes Feld aufgezwirbelt wird in möglichst viele Nebenkriegsplätze.

  4. 4 ich 16. April 2011 um 14:54 Uhr

    Hm, könnte nicht alternativ versucht werden, geschlechtsspezifische Kategorien ersatzlos zu streichen? So nach dem Muster „Vor dem Gesetz sind alle gleich.“ – Damit wäre auch das Problem der Öffnung der Ehe etc geklärt. Und für Schwangere wäre das doch (afaik) durch den Diskimminierungsschutz gedeckt, oder?

  5. 5 utrumque 17. April 2011 um 12:56 Uhr

    @ jan:

    die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Personenstandsgesetz so zu ändern, dass ein Geschlechtseintrag
    in der Geburtsurkunde auch der Existenz von intersexuellen Menschen Rechnung tragen kann

    bedeutet, dass es bisher gesetzlich so geregelt ist, dass (außer ersten vorstößen in bremen und hamburg) binnen einer woche ein neugeborenes kind gemeldet werden muss. dieser eintrag beinhaltet den geschlechtseintrag, der ausschließlich männlich oder weiblich sein kann und eines von beidem sein muss.
    der antrag spricht sich bedauerlicherweise nicht gegen die eintragspflicht binnen einer woche aus, fordert aber, die ausschließlichen eintragsoptionen männlich/weiblich zu erweitern, ich denke, angedacht ist eine dritte eintragsmöglichkeit, welche, wird nicht konkretisiert.

    des weiteren wird beantragt, transparentere und verbindliche richtlinien für den umgang der medizin mit intersexualität zu verfassen. die (frühkindlichen) interventionen in den intersexuellen körper sind verfassungswidrig (angela kobe hat dazu einen gut verständlichen artikel verfasst in der liminalis)

    rechtlich verankertes verbot von genitaloperationen aus rein vorbeugenden gründen. es gibt z.b. mittlerweile (endlich) studien zum krebsrisiko bei innenliegenden keimdrüsen bei intersexuellen, die der bisherigen argumentation, die drüsen hätten ein erhöhtes entartungsrisiko, widersprechen; also auch wissenschaftlich lässt sich der prophylaktische eingriff nicht mehr rechtfertigen.

    letztlich geht es dann um anerkennenden gesellschaftlichen umgang mit intersexuellen, auch dergestalt, dass verantwortung übernommen wird für bisherige interventionen, die zu psychischen und physischen verletzungen der operierten intersexuellen geführt haben (beratungsangebote etc.)

    wirds so klarer? oder welche gesetze interessieren dich darüber hinaus konkret?

    @mysa: theoretisch ist eine frühkindliche intervention ein unrechtmäßiger eingriff (das hat kolbe in ihrer diss 2010 begründet damit, dass eine OP im genitalbereich juristisch immer ein „schwerwiegender eingriff“ ist, der von der betreffenden person selbt entschieden werden muss, eine OP im kindesalter ist damit eigentlich juristisch bereits ausgeschlossen, weil eltern keine entscheidungsgewalt über solche schwerwiegenden eingriffe haben) rein juristisch-theoretisch betrachtet gibt es bereits möglichkeiten, genital-OPs generell zu verhindern.
    - das problem liegt weiterhin bei der verschleierungstaktik von inbterveneirenden mediziner_innen und den auslegungen heteronormativer richter_innen im falle einer klage.
    ich bin der meinung, die rechtslage bleibt weiterhin fragwürdig, lückenhaft und zum nachteil intersexueller ausgelegt/formuliert. das sollte insgesamt geändert werden – nicht nur im personenstandsgesetzt (s.o.)

    @ich: m.e. geht es bei diesem antrag um einen ersten, realistischen vorstoß. einen antrag auf die auflösung der zwei gültigen geschlechtskategorien sehe ich derzeit realpolitisch nicht als realistisch an – unabhängig von meiner eigenen meinung zu geschlechtsnormierungskacke. wichtig ist, dass sich ersteinmal etwas bewegt. es darf nicht gewartet werden, bis die gesellschaft bereit ist für eine gesellschaft, in der geschlecht als ordnungkategorie irrelevant ist. ich denke, der antrag muss erstmal handlungspraktisch gelesen werden. auch lucie veith spricht ja von einem

    Ein vorsichtig formulierter Antrag, der gute Aussichten hat auch von Parlamentariern anderer Fraktionen mit getragen zu werden wurde nun veröffentlicht.

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


neun × = zweiundsiebzig