Archiv für Mai 2011

Kachelmann wird freigesprochen

Das Urteil im Kachelmann-Prozess lautet Freispruch.

In dem Urteil hieß es, dass Kachelmann für seine Zeit in Untersuchungshaft entschädigt werden wird. Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse. Kachelmann war im März 2010 am Frankfurter Flughafen festgenommen worden und saß 132 Tage lang in Untersuchungshaft.
(…)
Auch mehrere Gutachter konnten keine klare Einschätzung zum Wahrheitsgehalt der Vorwürfe abgeben, die die 38-jährige Radiomoderatorin erhoben hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte hingegen bis zum Schluss eine Verurteilung Kachelmanns gefordert. Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge hatte in seinem Plädoyer eingeräumt, dass man alle Indizien auch anders werten könne. „Aber das ist das Wesen eines Indizienprozesses, dass es auf die Gesamtschau ankommt.“

Die Staatsanwaltschaft hatte voran angekündigt, sie wolle bei einem Freispruch höchstwahrscheinlich Revision einlegen.

Darüber diskutiert wird heute abend bei Maischberger, u.a. Alice Schwarzer und Ingrid Steeger.

Bund katholischer Ärzte – Therapie von Homosexualität

Der „Bund katholischer Ärzte“ beweist wieder einmal die Weltfremdheit der katholischen Kirche. Auf ihrer Webseite informieren die papsttreuen Mediziner_innen über „Therapiemöglichkeiten von Homosexualität“.

Lieber Arztkollege und Besucher*,

es gibt religiöse, psychotherapeutische und medizinisch-homöopathische Möglichkeiten der Behandlung bei Homosexualität und homosexuellen Neigungen.

Wichtig ist festzustellen:
Homosexualität ist keine Erkrankung!

Genau Homosexualität ist keine Krankheit und braucht keine Therapie, sondern eine Gesellschaft die endlich akzeptiert dass es ein Leben jenseits der Heteronormativität gibt. Menschen aufgrund ihrer sexuellen Neigungen zu pathologisieren ist wirklich das Letzte und sollte längst der Geschichte angehören. Aber Papst sei Dank müssen wir uns diesen Schwachsinn immernoch anhören. Lieber „Bund katholischer Ärzte“ ihr könnt mich mal!

Polen wegen verweigerter Abtreibung verurteilt

Warschau – Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg hat Polen zu einer Schadenersatz-Zahlung von 45.000 Euro an eine Mutter verurteilt, der über Wochen die pränatale Untersuchung ihres Kindes verweigert wurde. Außerdem muss Polen die Gerichtskosten von rund 15.000 Euro tragen. Polen habe gegen den Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention verstoßen, der Folter und unmenschliche Behandlung verbietet, so der Gerichtshof.

Die Urteile des europäischen Gerichtshof für Menschenrecht sind aber eher als Symbolakt zu verstehen, da dessen Beschlüssen nicht zwingend in die nationale Gesetzgebung integriert werden müssen. Polen ist zwar nun verurteilt, die Gesetzgebung muss es aber nicht ändern. Auch der Betrag von 60.000 Euro dürfte für einen Staat wie Polen keine schmerzende Summe sein.
Es ist im Übrigen nicht das erste Mal, dass Polen wegen seiner Abtreibungspolitik vom Gerichtshof für Menschenrechte angeklagt wurde. Schon 2007 wurde der Staat zu Schadensersatzzahlungen verklagt, da er einer Frau einen Abbruch untersagte, obwohl die Ärzt_innen der Frau attestierten, dass ein Austragen der Schwangerschaft mit gesundheitlichen Schäden verbunden ist. Die Frau erblindete.

Zombie- Marie Curie

Übern Genderblog.

Bikini Figur

There Is No Such Thing As A Bikini Body. Jezebel kommentiert das Phänomen „Bikini Figur“.

Schlimmer als Schröder

Wer denkt, dass die deutsche Frauenministerin Kristina Schröder schon das Übelste ist was uns die Politiker_innen zur Schaffung von Gleichberechtigung vorsetzen, soll nun eines Besseren belehrt werden.
Monika Ebeling Gleichstellungsbeauftragte im niedersächsischen Goslar, kommt der Personifizierung des Backlash nämlich entscheidend näher. Sorry Kristina!
In Ihrer Amtszeit wehrte sie sich erfolgreich gegen „einäugige“ feministische Politik und wollte Männerthemen vermehrt in den Vordergrund rücken. Als sie eine Ausstellung eines Netzwerks gegen häusliche Gewalt boykottierte und einer weiteren Anti-Gewalt-Aktion Männerfeindlichkeit attestierte, wurde es einigen Politiker_innen zu bunt und Ebeling musste gehen.

Das stieß der Stadt, die Ebeling als Gleichstellungs- und nicht als Männerbeauftragte eingesetzt und bezahlt hat, schließlich sauer auf. Die Linken wollten ihren Abgang, Unterstützung kam von den Grünen und der Homebase der Renegatin, der SPD: Ebeling wurde letzte Woche mit 25 zu 10 Stimmen des Amtes verwiesen, die Stelle soll künftig nur mehr ehrenamtlich besetzt werden.

Traurig ist darüber außer den zahlreichen Männerrechtlern, nicht wirklich jemand in Goslar. Und die vielen „Bitterfotzen Amazonen“, so nennt Ebeling liebevoll Feministinnen können wieder aufatmen. Kurz zumindest, Ebeling will ihren Kampf gegen den „staatlich verordneten Feminismus“ nämlich auch außerhalb des Gleichstellungsbüros weiterführen. Monika Ebeling – ein Name also, den wir uns unter Umständen merken sollten!

War against women

Das von den Republikanern dominierte US-amerikanische Parlament ergreift auch weiterhin jede Möglichkeit um das Selbstbestimmungsrecht von Frauen zu beschneiden.
So blockierten die konservativen Politiker_innen rund um den Abgeordneten John Boehner ein Gesetz, welches Soldatinnen im Falle einer Vergewaltigung einen Schwangerschaftsabbruch auf Kosten der staatlichen Krankenkasse finanziert.

The House Committee on Rules blocked an amendment from going to vote on Wednesday that would have allowed military rape victims to access abortion care through their government-provided health plans.

Dass die Finanzierung von Schwangerschaftsabbrüchen aus staatlichen Mitteln in den USA vermehrt bekämpft wird ist nichts neues, bisher wurde aber im Fall einer Vergewaltigung oder Inzest fast immer eine Ausnahme gemacht. So bekommen z.B Frauen in staatlichen Gefängnissen einen Abbruch bezahlt wenn die Schwangerschaft aus einer Vergewaltigung resultiert.

NARAL Pro-Choice America said it was outraged by the House leadership’s ongoing campaign to limit women’s access to abortion care.

„Apparently Speaker John Boehner and his allies believe that women who put their lives on the line for their country should face more obstacles than women stateside when it comes to making personal, private decisions,“ said Nancy Keenan, president of NARAL. „It is unconscionable.“

„Geschäftsurlaub“

Frauen wollen nicht in Führungspositionen. Falsch. Sie haben in der Welt der „good old boys“ einfach keinen Platz. Bestes Beispiel, die Boni-Politik der Hamburg-Mannheimer Versicherung. Diese schenkte ihren Mitarbeitern zur Belohnung eine „Lustreise“ nach Budapest. Ausgesehen hat diese Reise dann in etwa so:

Zu diesem Zweck habe die Versicherung die Gellert-Therme angemietet und in ein Bordell verwandelt. Nach einem Bericht im „Handelsblatt“ seien die Frauen mit Bändchen markiert worden, die den geladenen Gästen anzeigten, für welche Hierarchiestufe innerhalb des Konzerns und zu welchen Diensten sie zur Verfügung standen. Um zu vermerken, wie oft eine Frau in Anspruch genommen wurde, sei sie von den Freiern auf den Unterarm gestempelt worden. Eine Sprecherin des Ergo-Konzerns bestätigte, dass „bei einer Abendveranstaltung im Rahmen dieser Reise circa 20 Prostituierte anwesend waren“. Berichten von „Spiegel Online“ zufolge sei danach im Vertretermagazin über die Reise als einem „Mordsspaß“ geschwärmt worden.

Bei „Mordsspaß“ bleibt nur die Frage für wen.

Texas Rape Case Traumata

Eine High School Schülerin aus Texas wurde aus ihrem Cheerleading Team geworfen, weil sie ihren Mitschüler und Vergewaltiger beim Basketballspiel nicht anfeuern wollte. Ihre Familie klagte die Schule an aber verlor den Prozess. Die Kosten von $45.000 liegen bei ihr.

    Earlier this week, the Supreme Court declined to review the case of a recent Texas high school student who was kicked off her school’s cheerleading squad after she refused to chant the name of a basketball player who had allegedly raped her. The Fifth Circuit Court of Appeals, one of the most conservative courts in the country, ruled last November that the victim — who is known only as H.S. — had no right to refuse to applaud her attacker because as a cheerleader in uniform, she was an agent of the school. To add insult to injury, the Fifth Circuit dismissed her case as “frivolous” and sanctioned the girl, forcing her family to pay the school district’s $45,000 legal fees.

    According to court documents, H.S. was 16 when she was raped at a house party by one of her school’s star athletes, Rakheem Bolton. Bolton was arrested, but by pleading guilty to misdemeanor assault, he received a reduced sentence of probation and community service. Bolton was allowed to return to school and resume his place on the basketball team. Four months later, H.S. was cheering with her squad at a game when Bolton lined up to take a free throw. The squad wanted to do a cheer that included his name, but H.S. refused, choosing instead to stand silently with her arms folded.

    “I didn’t want to have to say his name and I didn’t want to cheer for him,” she later told reporters. “I just didn’t want to encourage anything he was doing.”

    Several school officials of the “sports obsessed” small town took issue with H.S.’s silence, and ordered her to cheer for Bolton. When H.S. refused again, she was expelled from the cheerleading squad. Her family decided to sue school officials and the district. Their lawyer argued that H.S.’s right to exercise free expression had been violated and that students shouldn’t be punished for not complying with “insensitive and unreasonable directions.”

Den ganzen Artikel könnt ihr hier lesen.

Sexistische Kackscheiße

Es ist Sommer, naja zumindest fast. Meteorologisch gesehen befinden wir uns zwar noch im Frühling nichtsdestotrotz beginnt aber nun die Zeit in der Eis- und Sonnencremekonsum stetig steigt. Also eigentlich ein Grund zur Freude, wäre da nicht – die Werbung. Denn wer heute durch die Straßen der Städte läuft oder fährt kommt fast nicht an sich räkelnden, gephotoshopten Damen in Bikinimode vorbei. In der unnatürlichsten und unbequemsten Pose blicken uns die Models lasziv ins Gesicht und sagen uns „kauf dieses heiße Teil und Baby du wirst genauso toll aussehen wie ich.“
Vom Konsum-und Werbewahn unserer Gesellschaft mal abgesehen sind solche Darstellungen von „Weiblichkeit“ einfach nur zum Kotzen. Die Frau ist nicht Mensch, sondern Objekt, Kleiderbügel, der einzig und allein zu dem Zwecke in der Stadt rumhängt um Männeraugen zu beglückten und Frauen zum Konsum und Abnehmen zu bewegen.
Und weil Werbung von Männern für Männer Scheiße ist, hier eine kleine Anregung- verschönern wir die Städte!

Und sagen unsere Meinung!