„Geschäftsurlaub“

Frauen wollen nicht in Führungspositionen. Falsch. Sie haben in der Welt der „good old boys“ einfach keinen Platz. Bestes Beispiel, die Boni-Politik der Hamburg-Mannheimer Versicherung. Diese schenkte ihren Mitarbeitern zur Belohnung eine „Lustreise“ nach Budapest. Ausgesehen hat diese Reise dann in etwa so:

Zu diesem Zweck habe die Versicherung die Gellert-Therme angemietet und in ein Bordell verwandelt. Nach einem Bericht im „Handelsblatt“ seien die Frauen mit Bändchen markiert worden, die den geladenen Gästen anzeigten, für welche Hierarchiestufe innerhalb des Konzerns und zu welchen Diensten sie zur Verfügung standen. Um zu vermerken, wie oft eine Frau in Anspruch genommen wurde, sei sie von den Freiern auf den Unterarm gestempelt worden. Eine Sprecherin des Ergo-Konzerns bestätigte, dass „bei einer Abendveranstaltung im Rahmen dieser Reise circa 20 Prostituierte anwesend waren“. Berichten von „Spiegel Online“ zufolge sei danach im Vertretermagazin über die Reise als einem „Mordsspaß“ geschwärmt worden.

Bei „Mordsspaß“ bleibt nur die Frage für wen.


11 Antworten auf “„Geschäftsurlaub“”


  1. 1 Liz 26. Mai 2011 um 19:23 Uhr

    sowas verstehe ich einfach nicht! unter den „erfolgreichsten hundert vertretern“ gibt es also keine einzige frau? oder auch keinen mann in einer beziehung? oder wenigstens einen mann mit moralischen wertvorstellungen? und dann „nur“ 20 prostituierte. wie schön, die waren ja gut beschäftigt. was ist das denn für ein wiederlicher drecksverein?! ich verstehe es nicht…

  2. 2 Sebastian 27. Mai 2011 um 14:10 Uhr

    @ Liz

    Angebit und Nacfrage. Zum Glück bin ich nicht bei dieser Versicherung, sonst hätte ich denen schon einen Brief geschrieben.

    Es geht mir auch nicht um die Frauen, die das friewillig machen, sondern draum das hier Geld verschleudert wird, Geld des Kunden.

    Ansonsten soll jeder machen was er/sie willm nur nicht mit meinen Geld? Ich bezahle doch keine Huren wenn ich eine Versicherung habe.

  3. 3 leonie 27. Mai 2011 um 14:37 Uhr

    Freiwillig is so ne Sache im Kapitalismus. Die Frauen machen das nicht zum Spaß sondern weil sie 1.öknomischen Zwängen unterliegen und 2. patriarchale Strukturen eine solche Aubeutung des weiblichen Körpers begünstigen. Aus freiem Willenn resultuert das aber in keinem Fall.

  4. 4 illith 27. Mai 2011 um 16:24 Uhr

    öh – woher willst du das denn wissen? (in dieser generalisierten form)

  5. 5 dodo 27. Mai 2011 um 17:45 Uhr

    Ich denke, es gibt sehr wohl SexarbeiterInnen, die aus freiem Willen handeln.
    Ich will das nicht kleinreden, daß es wohl in vielen Fällen nur „eingebildeter freier Willen“ ist und die Veranstaltung IST auch ne große Sauerei. Aber zu sagen, Prostitution sei in KEINEM Fall aus freiem Willen, stimmt einfach nicht.

  6. 6 leonie 28. Mai 2011 um 10:25 Uhr

    ok, das in keinem fall war darauf bezogen, dass es in keinem fall 100% freiwillig ist wenn Punkt 1 oder 2 eintritt. Eine Verallgemeinerung wie Prostitution = Zwang immer ist natürlich zu simpel!!

  7. 7 bigmouth 28. Mai 2011 um 12:35 Uhr

    punkt 1 und 2 gelten aber für viele berufe – zb auch krankenschwester, kindergärtnerin…

  8. 8 leonie 28. Mai 2011 um 13:18 Uhr

    @bigmouth: ja in jedem fall, aber die Prostitution hat keine gewerkschaft und niemand der für ihre rechte kämpft. die arbeitsbedingungen sind katastrophal. die bordelle sind wirklich die fabriken der jahrhundertwende.
    und leider auch voll von zwangsprostituierten…

  9. 9 Cassandra 29. Mai 2011 um 0:43 Uhr

    @leonie

    Ich weiß‘ das Du’s gut meinst und wahrscheinlich nur überspitzen willst um auf die realen Probleme bei der Prostitution hinzuweisen, aber (mitdreifachausrufrezeichen) geht das vielleicht auch ohne andauernd die Agenda und die Stimmen von Prostituierten unsichtbar zu machen?

    Die können nämlich durchaus für ihre Rechte kämpfen:
    http://www.hydra-berlin.de/
    http://www.nswp.org/

    Es wär dann doch hilfereicher die Betroffenen selbst zu Wort kommen zu lassen, als hier nur über sie zu schreiben. Vielleicht kann einfach mal bei den betreffenden Organisationen nachgefragt werden wir die zur Hamburg-Mannheimer stehen.

    grummelige Grüße ;)

  10. 10 leonie 29. Mai 2011 um 0:58 Uhr

    klar kann man sich organisieren, es hilft aber wenig wenn es kein politisches gehör findet und das ist nunmal leider der fall. und das ist scheiße. und darauf weise ich legendlich hin, unsichtbar mache ich nichts.

  11. 11 Cassandra 29. Mai 2011 um 11:31 Uhr

    @leonie

    sorry, da bin ich jetzt kleinkariert. Du hast vorher immer davon geschrieben, dass sich keiner für die Rechte von Prostituieren einsetzt und das stimmt so einfach nicht.

    Das die Stimme der Prostituierten im politischen Maintream eher nicht wahrgenommen oder publiziert wird ist vollkommen richtig, aber das ist eine andere Problematik und heißt nicht das man so tun sollte als hätten sich Betroffene nicht schon zu Wort gemeldet (ein einzelnes Beispiel ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit):
    http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?p=99028

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