Archiv für August 2011

Wer ist hier die*der Schuldige?

Ich glaube in wenigen Fällen haben Kläger*innen sofort mit so vielen Unterstellungen zu kämpfen, wie es bei Kläger*innen in Fällen von sexualisierter Gewalt der Fall ist. Und gerade hier ist die Beweislage meistens sehr schwierig, steht Aussage gegen Aussage in fast immer ungleichen Machtbeziehungen.

Das sexualisierte Gewalt in erster Linie mit Macht (und nicht mit Sex) zu tun hat, wird zwar hin und wieder berücksichtigt; jedoch wird der Machtmissbrauch in den meisten Fällen den Kläger*innen unterstellt. Rache, Erpressung oder „Die will ihn doch nur ruinieren“ werden in die Anklage hinein gedichtet, die Kläger*innen von vorne bis hinten auseinander genommen in der Hoffnung, irgendwelche Punkte zu entdecken, die ihre*seine Glaubwürdigkeit mindern. (mehr…)

Macho-Watschn

Auf Neon beschreibt Garmonbozia, wie er zur ersten Ohrfeige wegen Macho-Allüren gekommen ist.
Nette Story mit pädagogischem Wert ;)

Gender Grotesque

Die beiden Plantagenarbeiterinnen Nuraini (21) und Rohani alias Rinto (25) aus dem Dorf Sarah Batee lebten laut Medienberichten schon eine Weile als Paar. Weil Rohani männliche Züge und einen männlichen Spitznamen hat, hielten sie Nachbarn für ein unverheiratetes heterosexuelles Paar und drängten sie zur Heirat. Das machten sie vor einem lokalen Imam im März.

Wer hätt’s gedacht: Allzu einfache Rollenmuster werden der Realität einfach nicht gerecht und dann wird’s kompliziert.

Nein, PETA, der Zweck heiligt nicht die Mittel!

Dass PETA alles andere als unterstützenswert ist, dürfte spätestens seit der Holocaust relativierenden Kampagne „Holocaust auf Ihrem Teller“ allgemein bekannt sein. 2004 wurde die Kampagne sogar von PETA-Deutschland übernommen – meiner Meinung nach ein klares Statement, in welche Ecke diese selbsternannte Tierrechtsorganisation gehört. (Wer einen kleinen Einblick in diese menschenverachtende Kampagne bekommen will, kann hier klicken – aber Achtung, nichts für schwache Nerven.)

PETAs Konzept ist es, in der Mitte der Gesellschaft anzusetzen – um dieses Ziel zu erreichen, werden auch gerne mal Rassismen und Sexismen in Kauf genommen.

Die Dauerrenner bei PETA sind aber das Werben mit nackten, normgerechten weiblichen Körpern und die Panikmache vor männlicher Impotenz. Die zentrale Botschaft an das weibliche Publikum: Lebe vegan und du wirst einen schönen (=schlanken) Körper haben, die Botschaft an die Männer da draußen: Wenn du keine Angst um deine Männlichkeit (=Potenz) haben willst, dann greif das nächste mal besser zum Tofu-Würstchen. Klassische Werbeplakate sind zum Beispiel diese hier:

Quelle: Klick

Und:

Quelle: Klick

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Zum Thema Schuldumkehrung…

…ein ganz wunderbarer Artikel in der taz:

Eine junge Frau wird vergewaltigt. Eine Kopftuchträgerin wird angespuckt. Ein junger schwarzer Londoner wird von einem Polizisten erschossen. Der Südländer wird in der Dorfdisko von Neonazis verprügelt. Die Sinti-Familie bekommt die Wohnung nicht, die korpulente Frau nicht den Job im Bekleidungsgeschäft, die Türkin nicht den Ausbildungsplatz. Aber der Täter bekommt Sympathie.

Verhütung? Frauensache!

Seit kurzem steht fest: Hormonelle Verhütung wird bis auf weiteres Frauensache bleiben. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde abgebrochen, die „Pille für den Mann“ wird vorerst nicht auf den Markt kommen. Wenn wir ehrlich sind, kam diese Wendung nicht sehr überraschend.

Das Deutschlandradio wagte kurz vor Bekanntwerden des (angeblich) vorläufigen Aus für die „Pille für den Mann“ einen kleinen historischen Abriss:

„Und nun endlich scheint ein akzeptables hormonelles Verhütungsmittel für den Mann gefunden zu sein“, hieß es Ende der 80er-Jahre in einem Fernsehbericht. Aber die Pille kam nicht.

Mitte der 90er war im WDR zu hören: „Die Wissenschaft hat die Gleichberechtigung von Mann und Frau einen großen Schritt voran gebracht. Nach über 20-jähriger internationaler Forschung ist die Pille für den Mann theoretisch fertig.“ Theoretisch – in der Praxis blieb die Pille für den Mann eine Luftnummer.

Im Jahr 2001 wurde dann wieder verkündet: „In fünf Jahren soll die Pille für den Mann auf den Markt kommen.“ Heute, zehn Jahre später, ist es immer noch nicht soweit.

Studienleiter Michael Zitzmann schmunzelt: „Ich selber weiß es auch nicht, ob das jemals auf den Markt kommen wird.“

Er sollte Recht behalten. Doch was sind die Gründe für den Abbruch der Studie? (mehr…)

Hollaback! Pöbel zurück!

Die Planung für den SlutWalk-Aktionstag ist nun vorerst vorüber und somit ist Zeit für neue Projekte frei geworden. Die SlutWalk-Bewegung hat ein überraschend großes und positives Echo erhalten und breite Teile unserer sonst so ignoranten Gesellschaft sind zumindest ein Stück weit wach gerüttelt worden. Wir sollten diesen immensen Erfolg nicht einfach so in der Luft verpuffen lassen und daran anknüpfen, solange die Botschaften noch in den Köpfen der Menschen präsent sind.

Anna von der Mädchenmannschaft hat heute etwas über den „täglichen Slutwalk“ geschrieben – und innerhalb weniger Stunden haben daraufhin zahlreiche Menschen über ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt berichtet. Ich weiß nicht, ob ihr schon von der Hollaback!-Bewegung gehört habt, aber diese hat sich genau das zum Ziel gesetzt; Erfahrungen mit sexualisierten Übergriffen öffentlich zu machen, zurück zu pöbeln (das bedeutet Hollaback! übersetzt) und den alltäglichen Sexismus zur Sprache zu bringen. Die Hollaback!-Bewegung kommt aus New York und hat in Deutschland bisher erst zwei Ablegerinnen; eine in Berlin und eine in Dortmund. (mehr…)

slutwalk berlin

nur ein kurzer kommentar dazu um vielleicht eine diskussion anzuregen. ich fand den slutwalk eigentlich ganz ok, nach so vielen kontroversen diskussionen im vorfeld überraschend viele teilnehmer_innen, teilweise gute transparente und anscheinend haben die medien die message ja auch einigermaßen verstanden. was mich aber unglaublich gestört hat, war die menge an ekligen typen die, wie ich ich finde, zu erwarten war, fotos und videos vermutlich für ihre private sammlung machten. man fühlte sich teilweise wie auf dem roten teppich so viele fotografen waren da (nicht positiv gemeint ;) ). ich war deshalb sehr froh, mich nicht dem motto entsprechend angezogen zu haben, was ja eigentlich traurig ist, denn genau gegen die notwendigkeit solcher gedankengänge sollte ja protestiert werden. ich hätte mir gewünscht, die veranstalterinnen hätten sich ein konzept gegen dieses gaffertum einfallen lassen. was genau das sein kann weiß ich auch nicht, vielleicht größere gruppen von leuten die mit dem rausdrängen und anpöbeln von solchen leuten beauftragt sind. oder verteilung von faulen tomaten als wurfgeschosse? ich weiß es auch nicht. was meint ihr?

„Ehrenmorde sind deshalb grausamer Ausdruck einer reaktionären Geschlechterordnung, vermengt mit dem Hass auf die Freizügigkeit, egal ob diese an einem zu westlichen Kleidungsstil oder der freien Wahl des Sexualpartners festgemacht wird. Die Familie herrscht über die Nachkommen und deren Sexualität, diese werden vor die Wahl gestellt: Unterwerfung oder Tod.“

JungleWorld zu Ehrenmorden.

Hager und Mager