Kein Standard

In Österreich ist wieder einmal eine Debatte um den Schwangerschaftsabbruch entflammt . Auslöser war das Anliegen des Gesundheitsministers Stöger, welcher sich für die Möglichkeit aussprach Abtreibungen in öffentlichen Krankenhäusern zu ermöglichen. In Österreich werden Schwangerschaftsabbrüche bisher nicht flächendeckend angeboten. Für die betroffenen Frauen bedeutet dies erhebliche Mehrkosten. Dabei ist zu bedenken, dass ein Schwangerschaftsabbruch in Österreich nicht durch die gesetzliche Krankenkasse abgedeckt ist. Zu den anfallenden Kosten, kommen für Frauen, v.a aus ländlichen Regionen, dementsprechend noch erhebliche Reisekosten hinzu.

Die von Herrn Stöger vorgeschlagene Änderung würde eine erhebliche Erleichterung darstellen. Doch solch ein frauenfreundlicher Vorschlag erhält klarer Weise sofort Gegenwind, so sprachen sich, oh Wunder, die katholische Kirche sowie der Familienminister Mitterlehner gegen den Vorstoß aus. Es sei laut Mitterlehner „ein falsches Signal“. Eltern solle „Mut zum Kind“ gemacht werden. Ob mensch sich für der gegen ein Kind entscheidet hat jedoch wenig mit Mut zu tun, sondern mit Selbstbestimmung. Menschen muss also kein Mut gemacht werden, sondern die Unstände müssen so gestaltet werden, dass die Entscheidung für oder gegen ein Kind möglich ist. Das heißt volle Finazierung von Schwangerschftsabbrüchen und Verhütungsmitteln, aber auch finanzielle Unterstützung von Menschen mit Kind. Es kann nicht sein, dass es für viele Menschen ein Armutsrisiko bedeutet ein Kind in die Welt zu setzen.

Die Debatte verdeutlicht aber auch, dass ein Abbruch, für viele Menschen noch in die Schmuddelecke der Medizin gehört. ÖVP-Klubobmann Kopf dazu: „Es könne nicht sein, dass Abtreibungen zu „Standardaufgaben“ in öffentlichen Spitälern werden.“
Nein, aus weiblicher Selbstbestimmung einen Standard machen, ganz schrecklich! Diese Sicht auf Abtreibung ist leider länderübergreifend common sense.


6 Antworten auf “Kein Standard”


  1. 1 sonstwer 28. August 2011 um 16:40 Uhr

    Nein, aus weiblicher Selbstbestimmung einen Standard machen, ganz schrecklich! Diese Sicht auf Abtreibung ist leider länderübergreifend common sense.

    Du willst also, dass Abtreibungen selbstverständlich werden?

    Dabei wird ein mögliches Leben vernichtet.

    Nach deiner Ansicht müste eine Abtreibung dann auf der selben Stufe stehen wie die Verschreibung eines Aspirin.

  2. 2 tee 29. August 2011 um 0:02 Uhr

    Dabei wird ein mögliches Leben vernichtet.

    und mögliche dummheit.

    sorry, aber den konnte ich mir nicht verkneifen. schließlich (jetzt das argument, um dem mülleimer zu entgehen) ist es doch völlig egal, was möglicherweise mal werden könnte. im vordergrund sollte der willen des lebewesens stehen, der direkt (also physisch und psychisch) von der abtreibung „betroffen“ ist, also der der mutter. und nicht der willen von „sonstwem“. (kleiner scherz am rande)

  3. 3 fung 29. August 2011 um 0:52 Uhr

    wenn sonstwer sich einen rubbelt, wird auch mögliches leben vernichtet. bei ungeschütztem vaginalen heterosex mit männlichem orgasmus übrigens auch – selbst wenn ein spermium durchkommt, sterben millionen andere!!!!!!

  4. 4 Delsee 29. August 2011 um 16:45 Uhr

    in debatten über das thema abtreibung wird allzu gern vergessen, dass die entscheidung für oder gegen ein kind für die frau niemals einfach ist. abgesehn von dem inneren kampf (je nachdem, welche gründe und moralische vorbehalte die frau hat) gibt es auch oft druck von außen: vater, eltern, politiker, ärzte, gesellschaft und im schlimmsten fall auch von den beratern.

    da sollte frau doch zunächst einmal überhaupt die MÖGLICHKEIT zur abtreibung besitzen.

    leider drücken sich viele politiker vor dementsprechenden maßnahmen oder prangern sie sogar zugunsten ihrer wählerschaft an. ein paradebeispiel hierfür ist das deutsche gesetz, dass die abtreibung immer noch verbietet (auch wenn keine strafrechtliche verfolgung droht).

    daher muss zunächst ein allgemeines gesellschaftliches verständnis für abtreibung geschaffen werden.

  5. 5 gtz 30. August 2011 um 15:24 Uhr

    dass die entscheidung für oder gegen ein kind für die frau niemals einfach ist.

    ach ne? is doch unfug.

  1. 1 Dicke Frauen im Weltall, offene Briefe und Mädchenmodels: Die Linksammlung « fuckermothers Pingback am 22. August 2011 um 11:58 Uhr

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


sechs + = vierzehn