slutwalk berlin

nur ein kurzer kommentar dazu um vielleicht eine diskussion anzuregen. ich fand den slutwalk eigentlich ganz ok, nach so vielen kontroversen diskussionen im vorfeld überraschend viele teilnehmer_innen, teilweise gute transparente und anscheinend haben die medien die message ja auch einigermaßen verstanden. was mich aber unglaublich gestört hat, war die menge an ekligen typen die, wie ich ich finde, zu erwarten war, fotos und videos vermutlich für ihre private sammlung machten. man fühlte sich teilweise wie auf dem roten teppich so viele fotografen waren da (nicht positiv gemeint ;) ). ich war deshalb sehr froh, mich nicht dem motto entsprechend angezogen zu haben, was ja eigentlich traurig ist, denn genau gegen die notwendigkeit solcher gedankengänge sollte ja protestiert werden. ich hätte mir gewünscht, die veranstalterinnen hätten sich ein konzept gegen dieses gaffertum einfallen lassen. was genau das sein kann weiß ich auch nicht, vielleicht größere gruppen von leuten die mit dem rausdrängen und anpöbeln von solchen leuten beauftragt sind. oder verteilung von faulen tomaten als wurfgeschosse? ich weiß es auch nicht. was meint ihr?


49 Antworten auf “slutwalk berlin”


  1. 1 Petra 15. August 2011 um 12:15 Uhr

    Ich denke, es war abzusehen, dass krass gegafft, photographiert, gefilmt, rumgepöbelt, … werden würde. Die Veranstalterinnen allein hätten das bestimmt nicht verhindern können. Aber im Vorfeld darauf deutlich hinzuweisen und konkrete Vorschläge zu sammeln und zu machen, das wäre gut gewesen, so dass die Demoteilnehmer_innen nicht überrascht, sondern darauf eingestellt gewesen wären, selbst zu handeln und sich nichts gefallen zu lassen. Oh, und dass die Polizei diesbezüglich keine Hilfe sein würde und sich keine_r auf diese verlassen sollte, dass ist jetzt hoffentlich auch allen klar und wird beim nächsten Mal mitberücksichtigt …

  2. 2 olivia 15. August 2011 um 12:48 Uhr

    ich war eine der ordnerinnen und ich muss sagen, dass wir immer wieder eben solche merkwürdigen privatfotograf_innen (?) angesprochen haben. auf meine verweise die zur ablichtung gewünschten personen vorher zu fragen stoß auf widerstand und mir wurde vorgeworfen ich würde für diese personen entscheiden wollen. die presse hat sich teilweise unter aller sau verhalten und sogar das recht eingefordert zum beispiel meinen körper fotografieren zu können. ich hätte das zu dulden. ich bin fast geplatzt vor wut. (vor allem als mein widerwille mit dem statement „typical german“ eines fotografen der internationalen presse aggresiv beurteilt wurde.)
    definitiv muss eine vorgehensweise entwickelt werden damit statements, aktionen etc. durchgeführt werden können. nächstes mal muss es eine strategie geben. am samstag war die situation aus meiner perspektive überfordernd. es war völlig undurchsichtig wer journalistisch tätig ist und wer nur komischen bock auf nen paar bilder der demonstrant_innen hatte.

  3. 3 Jan 15. August 2011 um 13:17 Uhr

    Sehr gut ist es, einfach zurückzufotografieren. Sich einfach vor sie zu stellen und sie abzulichten. Das wirkt bisweilen Wunder.

  4. 4 w 15. August 2011 um 13:33 Uhr

    sehe ich auch so wie schokolade.
    in ffm gabs scheinbar wasserbomben auf macker und nazis:
    http://de.indymedia.org/2011/08/313997.shtml

  5. 5 Olalola 15. August 2011 um 13:43 Uhr

    Hi zusammen,

    ich finde die Hinweise in Richtung der Verantstalter deplaziert. Die haben auf ihrer Website deutlich darauf hingewiesen, was Demonstrant_innen machen sollen, wenn sie nicht fotographiert werden wollen. Ich bin bis zum Potsdamer Platz mitgelaufen und hatte keins von den angesprochenen Problemen. Wahrscheinlich hab ich auch einfach nicht genug darauf geachtet, da ich insgesamt keinen Passanten gesehen hatte, den ich gruselig fand. Dass die Presse Sinn und Zweck verstanden hat, kann ich jetzt nicht 100% sagen. Aber ich hatte nur den Nord-Berliner gelesen.
    Eine Frage noch zum Schluss: Ist der Slutwalk nicht dafür da, zu zeigen, dass es ebenso wenig Kleidung gibt die zur Vergewaltigug „einlädt“ wie solche, die Vergewaltigung verhindert? Warum lese ich dann überall, z.B. so was:
    „ich war deshalb sehr froh, mich nicht dem motto entsprechend angezogen zu haben, was ja eigentlich traurig ist, denn genau gegen die notwendigkeit solcher gedankengänge sollte ja protestiert werden.“

  6. 6 Marcie 15. August 2011 um 16:34 Uhr

    „ich hätte mir gewünscht, die veranstalterinnen hätten sich ein konzept gegen dieses gaffertum einfallen lassen.“

    Burkas vielleicht?

    Aber mal in Ernst, war es nicht Sinn der Walks, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen?
    Daß ein nettes Outfit keine Einladung zur Vergewaltigung ist, ist sonnenklar, aber daß nicht mal geschaut und/oder fotographiert werden darf, ist schon etwas schizophren und wirft die Frage auf, ob die ganze Sache wirklich durchdacht war..

  7. 7 barbara 15. August 2011 um 16:51 Uhr

    Ich – selber Fotografin – sehe das zwiespältig. Einerseits muss man damit rechnen, auf so einer öffentlichen Demonstration auch fotografiert zu werden. Andererseits kann man sich als Fotograf/in, in dem Kontext besonders als männlicher, aber auch respektvoll verhalten und darauf achten, wie die Leute reagieren. Hilfreich ist z.B. einfach die Hand hochhalten: „Bitte kein Foto!“ und das sollte ein klares Signal sein, das auch zu lassen.

    Die meisten der Fotograf/innen, die ich gesehen habe, die nicht klar zum Zug gehörten, waren übrigens (zumeist männliche) Profifotografen, die sich genauso verhalten haben wie auf jedem anderen Job, den sie machen (möglichst gute Bilder kriegen, ohne Rücksicht auf Verluste) und Touris am Straßenrand, die das eher lustig-befremdlich fanden, wie den CSD oder so – schön bunt.

    Einen Typ fand ich auch auffällig ekelig – der hat offensichtlich hobbymäßig gefilmt und sah aus, als ob er sich da zuhause daran aufgeilen will. Den habe ich einfach fotografiert, was ihn verunsichert hat. Leider habe ich dann nicht gefragt, wofür er das denn macht…

  8. 8 schokolade 15. August 2011 um 17:13 Uhr

    also auf der webseite steht was von „medien“ und nicht von ekligen mackern die sich wichsvorlagen besorgen. es ist auch nicht so nett wenn die presse fotos macht ohne zu fragen, aber ich finde das nochmal was anderes! etwas mediale aufmerksamkeit soll so eine demo ja auch haben, sonst bringt sie wenig. und wer sagt, er hätte diese leute nicht gesehen kann nicht so richtig die augen aufgemacht haben? also wie man das übersehen haben kann, weiß ich nicht.
    natürlich kann die demo-orga wohl nicht massenhaft wasserbomben oder baseball-schläger aushändigen ;) aber vl hätte auf der webseite und in blogs vorher mehr über abwehrstrategien diskutiert werden sollen wie jemand das schon gesagt hat. oder jetzt eben fürs nächste mal. wie mir berichtet wurde, gab es auch bei einigen überraschung, dass sich es keine hilfe durch die polizei gab. vielleicht ist das auch problem wenn man noch nicht so oft auf demos war udn polizei in action erlebt hat.

  9. 9 John Dean 15. August 2011 um 17:53 Uhr

    Ich – selber Fotografin – sehe das zwiespältig. Einerseits muss man damit rechnen, auf so einer öffentlichen Demonstration auch fotografiert zu werden.

    Das ist der Punkt: Wer in der Öffentlichkeit demonstriert, der darf fotografiert werden. Respektvollen Umgang kann man leider nicht erzwingen. Ich möchte nicht jedem/r Privatfotografen/in schlechte Motive unterstellen, aber: genervt wäre ich als TN auch.

    Was tun?

    1. Zurückfotografieren wurde schon genannt. Dazu vielleicht noch ein Spruch: „Wir fotografieren Sie für unsere Gaffergalerie, Sie erlauben?“

    2. Mehl!

    Für Gaffer gibts Mehl!
    In Zweiterteams laufen „Mehl-Mädels“ (u.ä.) die Demo ab (ggf. könnte man/frau die solidarisch mitlaufenden Männer für sowas einspannen) und spenden allzu aufdringlichen Zuschauern, mit Schwung und freigiebig, aus einem kleinen Säckchen eine Handvoll Mehl. Das sieht nicht nur ganz hübsch aus und macht Spaß, sondern es ist auch harmlos und vertreibt Gaffer.

    Aufdringliche Hobby-Fotografen haben nach Treffern erst einmal eine Minute mit ihren Objektiven zu tun – und respektvoller Abstand entsteht dann von ganz alleine…

    Nachteil: Nicht alle Sympathisanten, die versehentlich bemehlt wurden, finden das klasse. Imho hält sich der Ärger übers Bemehlen aber sehr in Grenzen – und die nächste Slutdemo muss sich dann nicht mehr so schutzlos fühlen.

  10. 10 mysa 15. August 2011 um 20:14 Uhr

    Würde mich jemand mit Mehl bewerfen -> Anzeige!
    Wasser, das ist juristisch wasserdicht.

    Wie dicht jemand ist, der sich auf einer Demo über die Aufmerksamkeit beschwert, sei mal jedem selbst überlassen zu beurteilen.

  11. 11 barbara 15. August 2011 um 22:57 Uhr

    Ich würde auch mal dafür plädieren, die Kirche im Dorf zu lassen. Eine Demo findet gemeinhin im öffentlichen Raum statt, da ist fotografieren für jede/n erlaubt. Zudem kann man nicht öffentliche Aufmerksamkeit verlangen – auch über Pressefotos – und dann zu Übergriffe auf „die Fotograf/innen“ aufrufen. Zudem macht man sich damit auch strafbar.

    Ich bin eine Frau, die beim Slutwalk mitgelaufen ist (leicht bekleidet), und die *auch* Fotos für ihren Blog – der sich gegen jede Form von Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, ethnischer oder sozialer Herkunft etc. wendet – gemacht hat, um den Slut Walk zu dokumentieren – worüber sich auch die Mehrheit der Mitlaufenden und Sympatiesan/innen, die nicht dabei sein konnten, erstmal freuen. Ich hatte gerade die ersten Fotos geschossen, da wurde ich von einem Typen (!), der jetzt bis auf eine bunte Perücke auch nicht besonders normabweichend aussah, aufs Übelste zurechtgewiesen, dass ich ihn nicht zu fotografieren hätte (er lief gerade mit Hunderten anderer um die Ecke). Da war ich erstmal pappesatt, weil ich es selbstverständlich respektiert hätte, wenn er mir das sachlich gesagt hätte. An das Duzend zumeist ältere männliche Fotografen um mich herum hat er sich wohl nicht rangetraut.

    Fotograf/innen, die sich tatsächlich aufdringlich und respektlos verhalten, kann man ansprechen. Die Veranstalter/innen können auch eine positive Kennzeichnung durchführen: Presseschild mit Namen oder so, und vielleicht über Lautsprecher nochmal die ausdrückliche Bitte um respektvolles Fotografieren (was leider nicht für alle selbstverständlich ist offenbar). Ich habe mich durch die allgemeine Stigmatisierung „der Fotograf/innen“ (auch vom Orgateam durch zumindest eine undifferenzierte Durchsage), latent bedroht gefühlt. Ruft man zu Übergriffen auf Fotografen auf, geraten auch die „gewollten“, die zumindest versuchen, sich so repektvoll wie möglich zu verhalten, unter die Räder. Was wäre der Slut Walk Berlin ohne jegliche Dokumentation gewesen? Ging es nicht darum, die Botschaft auch in die Welt zu tragen? Mir – als auch Teilnehmende – schon! Wenn nicht, dann sollte man eine geschlossene Veranstaltung mit Fotografierverbot machen.

  12. 12 saso 15. August 2011 um 23:05 Uhr

    Also mich schockt es trotzdem, dass die Polizei nicht unterstützend eingegriffen hat (Obwohl ich das ja von anderen Demos auch oft nicht anders kenn). Vor allem schockierend finde ich es hier aber, weil die Demos ja auch entstanden sind, weil ein Polizist zu einem Vergewaltigungopfer gesagt hat „Sie solle sich doch nicht so anziehen…“ Wenn die Polizei sie Demonstrant_innen also nicht geschützt hat, bestätigt das meiner Meinung nach leider das viele bei der Polizei genau so denken: Tja Pech wenn du dich so anziehst musst du mit Respektlosig- und Übergriffigkeit rechnen und hast auch nix besseres verdient.

  13. 13 barbara 16. August 2011 um 2:49 Uhr

    Was ist bitte passiert, wo die Polizei eingreifen sollte? Rein rechtlich haben sich die Fotograf/innen meines Wissens nach alle im Rahmen des Erlaubten bewegt.

    Der Polizist hat das übrigens nicht zu einem Vergewaltigungsopfer gesagt, sondern auf einer Veranstaltung für Studierenden zur Prävention von Vergewaltigungen auf dem Campus.

  14. 14 schokolade 16. August 2011 um 8:10 Uhr

    @barbara: ich finde es problematisch portrait-aufnahmen von leuten ohne deren kenntnis/einverständnis ins internet zu stellen. was weißt du denn wie es um die legalität des aufenthaltsstatus der person steht, ob es familien-probleme gibt wenn die person so geoutet wird, ob der_die arbeitgeber_in oder arbeitskolleg_innen mal zufällig auf diese fotos kommen. klar kannst du sagen „selbst schuld wenn sie_er auf eine öffetliche demo geht und sich so anzieht“, aber mit respektvoll hat das für mich nichts mehr zu tun. auf eine demo gehe ich, um in diesem moment der demo „dagegen“ bzw. „dafür“ wahrgenommen zu werden, nicht um für immer im internet auffindbar zu sein.

    bemehlen finde ich gut :) man kann ja 2x vorher darum bitten, mit den fotos aufzuören. ich weiß nur nicht ob die polizei das dann nicht als „versuchten todschlag“ zählt und man dann probleme kriegt..

  15. 15 bigmouth 16. August 2011 um 8:29 Uhr

    @schoko: auch barbare findet das problematisch, aber sie weißt zurecht drauf hin, dass kein legales eingreifsmittel existiert.

    und ja: auf eine veranstaltung zu gehen, die öffentlichkeit herstellen soll, und sich dann darüber beschweren, fotografiert zu werden, ist furchtbar naiv, da es bei demos ja idr um die mediale wirkung geht, und nicht um die paar 100 passanten, die vielleicht am wegesrand stehen. deshalb gibt es so viel pressearbeit und so. vielleicht sollten die veranstaltenden im vorfeld ehrlich auf so was hinweisen

  16. 16 John Dean 16. August 2011 um 10:08 Uhr

    Wie gesagt: Das Bemehlen ist eigentlich ziemlich harmlos, zumal, wenn die Mehlteams dabei etwas aufpassen. Da i.d.R. das Mehl aus mehr als 1 Meter Abstand geworfen wird, kommt beim „Opfer“ maximal nur ein dünner Mehl-Hauch an, der ganz fix wieder abgeschüttelt ist und keine üblen Folgen nach sich zieht. Das Bemehlen ist mehr ein Effekt, der Überraschung und Distanz schafft.

    Falls ein Fotograf ob seiner Objektive panisch wird wegen der Mehlkrümelchen, kann man ihm ja einen Strohhalm (zum frei blasen) und zwei Wattestäbchen reichen. Ein „antipatriarchaler Rescue-pack“ für Fotografen, dazu vielleicht noch ein kleines Flugi.

    Richtig finde ich den Hinweis darauf, dass es wirklich nicht verkehrt ist, Fotografen/innen freundlich anzusprechen. Denn erstens will man/frau ja für ein Anliegen werben, und zweitens, nur die wenigsten davon sind echte Unmenschen – und die Zahl der Sympathisanten unter den Passanten sowie Fotograf/innen ist ziemlich hoch.
    :)>-

  17. 17 barbara 16. August 2011 um 12:45 Uhr

    @schokolade Es ist absolut absurd, auf eine Demo, bei der man mit hoher Medienaufmerksamkeit rechnen muss (und die ja auch erstmal gewollt ist) zu gehen, auf der duzende Kameras von großen und kleinen Fernsehsendern, hundert Profifotograf/innen und noch mehr Privatfotograf/innen und -filmer/innen sind und nicht damit zu rechnen, dass das eigene Bild irgendwie medial auftaucht.

    Da muss man andere Wege finden, als die Fotograf/innen per se anzugreifen. Wie ich oben schon schrieb, einfach die Hand vors Gesicht halten oder sonstwie nonverbal deutlich kommunizieren, dass man nicht fotografiert werden will, oder die Fotograf/innen möglichst nicht aggressiv ansprechen und bitten, das Foto nicht zu veröffentlichen (einmal reicht völlig aus). Eine weitere Möglichkeit ist, ein No Photo-Schild oder sowas zu verteilen, dann weiß man als Fotograf/in auch Bescheid – wenn Leute filmen, kann man das dann allerdings auch nicht einfach so rausschneiden.

    Medienaufmerksamkeit zu wollen und dann zu Gewalt gegen Medienvertreter/innen aufzurufen ist absurd und man macht sich zudem ggf. strafbar.

  18. 18 barbara 16. August 2011 um 12:51 Uhr

    @schokolade Es ist absolut absurd, auf eine Demo, bei der man mit hoher Medienaufmerksamkeit rechnen muss (und die ja auch erstmal gewollt ist) zu gehen, auf der duzende Kameras von großen und kleinen Fernsehsendern, hundert Profifotograf/innen und noch mehr Privatfotograf/innen und -filmer/innen sind und nicht damit zu rechnen, dass das eigene Bild irgendwie medial auftaucht.

    Da muss man andere Wege finden, als die Fotograf/innen per se anzugreifen. Wie ich oben schon schrieb, einfach die Hand vors Gesicht halten oder sonstwie nonverbal deutlich kommunizieren, dass man nicht fotografiert werden will, oder die Fotograf/innen möglichst nicht aggressiv ansprechen und bitten, das Foto nicht zu veröffentlichen (einmal reicht völlig aus). Eine weitere Möglichkeit ist, ein No Photo-Schild oder sowas zu verteilen, dann weiß man als Fotograf/in auch Bescheid – wenn Leute filmen, kann man das dann allerdings auch nicht einfach so rausschneiden.

    Medienaufmerksamkeit zu wollen und dann zu Gewalt gegen Medienvertreter/innen aufzurufen ist absurd und man macht sich zudem ggf. strafbar.

    (Der Kommentar wurde eben als Spam markiert, 2. Versuch)

  19. 19 barbara 16. August 2011 um 13:16 Uhr

    Test: Landen jetzt alle meine Kommentare im Spam-Filter? Warum?

  20. 20 orou 16. August 2011 um 13:26 Uhr

    @schokolade & john dean: mit mehl, eiern, tomaten, torten oder ählichem werfen wird zu einem polizeieinsatz gegen die demo führen, der nicht nur die werferinnen, sondern auch umstehende in ihrer körperlichen unversehrtheit bedroht. danach gibts sehr schlechte presse („gewalttäter attackierten polizei und passanten“) und strafverfahren gegen demonstrierende. warum sollte irgendeine so etwas wollen und mitdemonstreirende und das ganze anliegen damit in gefahr bringen?

    zum fotografieren: das phänomen slutwalks funktioniert nahezu ausschließlich über die medienpräsenz durch die bilder und videos von leichtbekleideten frauen. eigentlich hätte jede, die dort hin ging, das wissen müssen. wenn sich dem nich alle bewusst waren, hätten die veranstalterinnen im vorfeld stärker darauf hinweisen müssen. also klarmachen, dass eine demonstration eine öffentliche sache ist, jeder fotografieren darf, und für jede, die viel haut zeigt, ein großes risiko besteht, in den medien zu landen. und erwähnen, dass genau das ein teil der strategie ist: medienaufmerksamkeit durch „sexyness“ erreichen & halten.

  21. 21 schokolade 16. August 2011 um 13:41 Uhr

    wie schon gesagt geht es mir weniger um medien als um privatfotos.

    mir wäre es auch relativ egal ob in der zeitung dann was von gewalttätern steht, ich finde es schlimmer sich nicht wehren zu können (und dann so wieder zum opfer genau der zustände gegen die man demonstriert zu werden) , als für ein bischen mehlwerfen als „radikale chaotin“ abgestempelt zu werden und diese „gute demo – böse demo“ dichotomie der medien nicht mitzumachen.. es mag allerdings sein, dass das die veranstalterinnen anders sehen.

    es gab au8ch einige demoteilnehmer_inn denen es anzusehen war, dass sie sich gerne fotografieren lassen. ich finde also fotos nicht generell doof. aber es kostet ja höchstens 2 sek mal nachzufragen ob jemand damit einverstanden ist. geht vl die „spontanität“ flöten, aber so viel kann respekt einem auch mal wert sein finde ich.

  22. 22 K.J. 16. August 2011 um 13:50 Uhr

    Vielleicht kann das mal jemand mit juristischem Hintergrund klären. So wie ich das verstehe, muss ich es dulden, wenn ich als Teil der Demo abgelichtet werde. Da greift dann „Person der Zeitgeschichte“ und so Zeugs.
    Photos in „Großaufnahme“, die keinen deutlichen Bezug zur Demo haben, scheinen mir dadurch aber nicht gedeckt.

    Die Rechtslage dann auf einen Handzettel und an entsprechende Personen ausgeteilt. Das wäre quasi die „freundliche Eskalationsstufe“ vor bemehlen o.ä. In meinem unendlichen Optimismus gehe ich immer noch davon aus, dass Dummheit, nicht Boshaftigkeit, die treibende Kraft der Menschheit ist.

    Zurückphotographieren (mit dem Hinweis auf Gaffergalerie) inkl. der „Kommandos“, wie sie manche der Presseleute beim „Motivzurechtrücken“ austeilten, finde ich auch toll, idealerweise mit Bildergalerie in einer großen Tageszeitung. Das spräche bei denen dann auch die emotionale Seite an, und regt vielleicht zum Nachdenken an.

  23. 23 barbara 16. August 2011 um 13:51 Uhr

    Ich kann da meinen Vorredner/innen nur zustimmen. Mir geht es keineswegs darum, aggressive Fotograf/innen oder Typen, die offensichtlich Fotos machen / filmen, um sich später dran aufzugeilen in Schutz zu nehmen. Auch das Problem mit Illegalen und Leuten, die mit ihren Familien / auf der Arbeit Probleme kriegen können ist mir bewußt. Im letzten Fall ist es leider risikoreich, auf so eine öffentliche Veranstaltung mit starker Medienpräsenz zu gehen. Die Lösung ist nicht, alle Pressevertreter/innen generell anzugreifen.

    Hier noch ein Kommentar, den ich vorhin schon schrieb, der aber im Spam gelandet ist:
    @schokolade Es ist absolut absurd, auf eine Demo, bei der man mit hoher Medienaufmerksamkeit rechnen muss (und die ja auch erstmal gewollt ist) zu gehen, auf der duzende Kameras von großen und kleinen Fernsehsendern, hundert Profifotograf/innen und noch mehr Privatfotograf/innen und -filmer/innen sind und nicht damit zu rechnen, dass das eigene Bild irgendwie medial auftaucht.

    Da muss man andere Wege finden, als die Fotograf/innen per se anzugreifen. Wie ich oben schon schrieb, einfach die Hand vors Gesicht halten oder sonstwie nonverbal deutlich kommunizieren, dass man nicht fotografiert werden will, oder die Fotograf/innen möglichst nicht aggressiv ansprechen und bitten, das Foto nicht zu veröffentlichen (einmal reicht völlig aus). Eine weitere Möglichkeit ist, ein No Photo-Schild oder sowas zu verteilen, dann weiß man als Fotograf/in auch Bescheid – wenn Leute filmen, kann man das dann allerdings auch nicht einfach so rausschneiden.

    Medienaufmerksamkeit zu wollen und dann zu Gewalt gegen Medienvertreter/innen aufzurufen ist absurd und man macht sich zudem ggf. strafbar.

  24. 24 barbara 16. August 2011 um 14:06 Uhr

    Leider landen gerade alle meine Kommentare im Spam, obwohl ich keine bösen Wörter benutze oder Links gepostet und mich auch ansonsten sachlich und konstruktiv geäußert habe. Merkwürdig. Ich hoffe, die tauchen nochmal hier auf.

    Test.

  25. 25 Sina 16. August 2011 um 14:55 Uhr

    Zum Rechtlichen:
    Es gibt ein Urteil des Oberlandesgerichts Zelle OLG Celle vom 25.​09.​1979, Az. S 157/78) in dem ausdrücklich gesagt wird, dass ich mich als Teil der Demo Fotografieren lassen muss, Portraitaufnahmen, Fotos auf denen nur ich zu sehen bin Fallen unter das Recht am eigenen Bild. Das darf zumindest nicht veröffentlicht werden. Als es noch Negative gab, mussten diese ausgehändigt werden. Heute kann mensch auf die Löschung der Fotos bestehen. Dazu gabs wohl auch mal ein Urteil:
    „Wenn je­mand zu Un­recht fo­to­gra­fiert wird, ist er be­rech­tigt, Not­wehr zu leis­ten. Das be­deu­tet, dass er dem un­be­rech­tig­ten Fo­to­gra­fen den Film mit den un­be­rech­tig­ten Fotos weg­neh­men darf, auch wenn es dabei zu einer Sach­be­schä­di­gung der Ka­me­ra und der Bil­der kommt (Be­schluss des OLG Düs­sel­dorf vom 15.​10.​1993, Az. 2 Ss 175/93 II – 2 Ws 214/93).​Außer­dem kann Straf­an­zei­ge er­stat­tet und zi­vil­ge­richt­li­che Un­ter­las­sungs­kla­ge gegen den Fo­to­gra­fen er­ho­ben wer­den.“ (Hab ich auf die schnelle jetzt zuerst da gefunden: http://aargb.blogsport.de/texte/antifaschistische-praxis/das-recht-am-eigenen-bild/). Gibt bestimmt schönere Quellen, aber die haben das gut zusammengefasst…

  26. 26 Sina 16. August 2011 um 15:00 Uhr

    Noch besser ist das Recht am eigenen Bild hier erklärt, diesmal für die Fotographen:
    http://www.medienrecht-urheberrecht.de/fotorecht-bildrecht/167-recht-am-eigenen-bild-personenfoto

  27. 27 K.J. 16. August 2011 um 15:42 Uhr

    Das ist ja sogar noch strenger, als ich dachte. Ich denke, wenn das bekannter wäre, würden sich die Leute auch mehr trauen, gegen dreiste Photographiererei vorzugehen. (Dass es nicht allen bekannt war, schließe ich aus mir als Beispiel).
    Am Besten als Flugblatt mit der Rückseite: „Welchen Teil von Nein hast du nicht verstanden?“ zum Vor-das-Objektiv-halten.

  28. 28 Peter 16. August 2011 um 16:09 Uhr

    Es war ja hier die Frage aufgekommen, warum die Polizei nicht gegen die Fotografierer vorgegangen ist und damit verbunden die Frage, ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt, juristisch gegen die Fotografierer vorzugehen.

    In Deutschland gibt es ein Recht am eigenen Bild, das im Kunsturhebergesetz steht. Dort heißt es in Paragraf 22: „Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden.“ Die Ausnahmen stehen in Paragraf 23, und dort heißt es unter anderem: „Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden: (…) 3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben“.

    Der Slutwalk war als Versammlung im Sinne des Versammlungsgesetzes angemeldet. Er fällt damit unter die Ausnahmeregelung.

    Das bedeutet: Jedermann (nicht nur die Presse!) hatte das Recht, die Demonstration oder einzelne Demonstranten zu fotografieren und zu filmen und die Fotos und Filme nach Belieben zu veröffentlichen.

    Zur Erklärung: Das deutsche Recht geht davon aus, dass Demonstranten auf die Straße gehen, um von der Öffentlichkeit gesehen zu werden. Daher entfällt hier die ansonsten notwendige Erlaubnis des Fotografierten.

    Der Slutwalk und eine Reihe von Kommentaren dazu zeigen aber, dass viele Teilnehmer des Slutwalk nicht fotografiert werden wollten. Dieses Bedürfnis ist auch legitim und es muss ernst genommen werden.

    Ich glaube, es gibt zielführende und weniger zielführende Mittel, was man tun sollte, wenn man nicht fotografiert werden will.

    +++ Die nicht zielführenden Mittel:

    - Man sollte sich nicht vermummen, denn das ist bei Demonstrationen verboten.

    - Man sollte nicht mit Mehl oder Wasser auf Fotografen werden, da bei der empfindlichen Technik eine Anzeige wegen Sachbeschädigung und eine Schadensersatzforderung droht. Zudem könnte das kontraproduktiv sein, weil dadurch die Aufmerksamkeit an diese Stelle gelenkt wird und weitere Fotografen ihre Kameras auf das Geschehen richten könnten. Die könnte auch dazu führen, dass die Medien über die Auseinandersetzung zwischen Demo-Teilnehmern und Fotografen berichten und das eigentliche Anliegen (noch weiter) in den Hintergrund gerät.

    +++ Die zielführenden Mittel:

    - Die Veranstalter sollten die Presse darauf hinweisen, dass Fotografieren nicht von allen Teilnehmern erwünscht ist. Das kann man als Fotograf ja nicht wissen. Bei den allermeisten Demonstrationen ist es erwünscht, dass die Presse anwesend ist und die Teilnehmer fotografiert. Oft wird sogar eingefordert, dass die Presse über die Demonstration berichten solle und sich darüber beschwert, wenn das nicht passiert. Pressefotografen sind es gewohnt, dass die Leute mit Foto in die Presse wollen. Wenn das auf dieser Demo anders ist, sollten sie am besten schon bei der Pressemitteilung zur Einladung darauf hingewiesen werden. Doch letztlich muss es hier bei einer unverbindlichen Bitte bleiben, da ein Fotografierverbot einzelner Demoteilnehmer nicht juristisch durchgesetzt werden kann. Dieses Mittel ist also auch recht unzuverlässig, weil die Pressefotografen sich nicht dran halten müssen – und das Problem der fotografierenden Passanten und Touristen ist damit ja ohnehin nicht gelöst.

    - Zielführend wäre auch, sich für eine Änderung des Kunsturhebergesetzes einzusezten und die Demo-Ausnahme ganz zu streichen.

    - Man könnte die Demonstration aus dem öffentlichen Raum rausverlagern, etwa in eine Halle oder auf ein Veranstaltungsgelände wie z.B. den Innenhof der Berliner Messe oder so. Dort könnte man selbst bestimmen, wer rein kommt, und könnte die Regeln vorgeben.

    - Man könnte den Protest ins Internet verlagern und die dort gewährleistete Anonymität nutzen.

    Von den zielführenden Wegen sind wahrscheinlich nicht alle realistisch oder erwünscht. Das kann aber keine Entschuldigung dafür sein, einen nicht zielführenden Weg einzuschlagen. Letztlich ist es so, dass sich jeder unter den vorhandenen Voraussetzungen selbst entscheiden muss, ob er an der Demonstration teilnimmt oder nicht. Auf jeden Fall sollten die Veranstalter handeln: Sie wissen offenbar, dass viele Teilnehmer nicht fotografiert werden wollen. Die Veranstalter wissen auch, dass ihre Veranstaltung Fotografen anzieht und dass das Fotografieren sich nicht verhindern lässt. Sie sollten unbedingt die Teilnehmer – am besten schon im Vorfeld – auf die Rechtslage hinweisen. Ich halte es für unverantwortlich, die Demo-Teilnehmer ohne Vorwarnung in eine Situation hereingeraten zu lassen, die sich unangenehm finden und durch die sie ihre persönliche Unversehrtheit bedroht sehen. Die Veranstalter müssen unbedingt die Teilnehmer in Zukunft besser darauf hinweisen, dass das Risiko, fotografiert zu werden, sich bei einer Teilnahme an der Demonstration derzeit nicht ausschließen lässt.

  29. 29 Christina 16. August 2011 um 17:02 Uhr

    Sina: Unter dem Link, den Du gepostet hast, heißt es :“Wer an öffentlichen Veranstaltungen teilnimmt, muss damit rechnen, abgebildet zu werden und muss dies in gewissen Grenzen akzeptieren. Die Vorschrift erfasst Veranstaltungen aller Art, wie öffentliche Demonstrationen, Karneval-Umzüge, Sportveranstaltungen, Konzerte und Kongressen.“

    Verstehe ich das richtig, dass auf Demonstrationen das Recht am eigenen Bild also gerade nicht gilt?

  30. 30 Andi 16. August 2011 um 17:46 Uhr

    @Christina: Das kommt auf das Bild an. Peter hat in seinem Kommentar den einschlägigen Paragraphen (§23 Abs.1 Nr.3 KunstUrhG) bereits zitiert. Demnach ist keine Einwilligung der Fotografierten erforderlich, wenn die Versammlung als solche abgebildet wird, also Aufnahmen, die mehrere* Personen und Transparente zeigen. Das ist dann ein Bild der Versammlung und damit erlaubt. Soweit ist das eindeutig.

    Weniger eindeutig ist die Frage, wie das bei Einzelfotos von Versammlungsteilnehmer_innen aussieht. Wenn die abgebildete Person dazu geeignet ist, einen „repräsentativen Eindruck“ der Versammlung zu vermitteln – was unter Umständen auf eine spärlich bekleidete Person mit weiblichem Körperbau zutreffen könnte, wenn bei der Demo viele ähnlich aussehende Personen mitlaufen –, kann dies möglicherweise ebenfalls als Aufnahme der Versammlung gelten. Das kommt dann wirklich auf das ganz konkrete Foto und auch auf die Verwendungsabsicht an (z.B. ob es erläuternd in der Presse erscheint oder nur in einem, äh, rein privaten Fotoalbum).

    * Es gibt keine gesetzliche Mindestanzahl. Die vorherrschenden Meinungen unter Juristen setzen aber schon bei zwei oder drei Personen an.

  31. 31 Sina 16. August 2011 um 18:28 Uhr

    Christina: Du kannst auf einer Demonstration nicht verbieten, dass Du als Teil dieser Demonstration fotografiert wirst, also so zu sagen im Gruppenbild. Sehr wohl hast Du aber ein Recht darauf, nicht in Portrait, aus der Masse herausgerissen, fotografiert zu werden, wenn Du das nicht möchtest. Ich zitiere hier mal den zweiten Link weiter oben (Der Absatz steht ganz unten bei den Erläuterungen):
    „2) Weiter muss die Versammlung o.ä. als Vorgang im Vordergrund der Aufnahme stehen, und es dürfen nicht nur einzelne oder mehrere Individuen abgebildet sein. Es darf somit nicht ein einzelner Teilnehmer aus der Anonymität der Masse herausgestellt werden. Im Gegensatz dazu stellt der Redner einer öffentlichen Demonstration eine relative Person der Zeitgeschichte und (gem. § 23 I Nr. 1 KUG) und kann als Einzelperson erkennbar abgebildet werden.“
    Also ganz nah kommen/zoomen und nur Dich fotografieren, ohne dass die restliche Demo als solche zu erkennen ist, geht nicht. Ich muss hier aber zugeben, das ich mich länger nicht mit der Materie befasst habe, ich kann also nicht ausschließen, dass die Gerichte das heute oder morgen anders sehen.

  32. 32 admin 16. August 2011 um 18:42 Uhr

    @barbara: das spamfilter-problem sollte jetzt behoben sein, wenn es noch mal vorkommt sag bitte wieder per mail bescheid. sorry für die umstände, wir haben darauf leider keinen direkten einfluss, was aussortiert wird, in der regel klappt es aber recht zuverlässig …

  33. 33 mysa 16. August 2011 um 21:40 Uhr

    Ganz ehrlich, wer den Anliegen des „Slutwalks“ schaden will, der muss nur hierrauf verlinken.

    Mehlbomben gegen Fotografen und das komische Verhältnis zur – einer Demo inhärenten – Öffentlichkeit sind so lächerlich, einen größeren Bärendienst kann man der Sache kaum erweisen.

    Wobei, passt ja irgendwie dann doch wieder, die aufreizende Frau, die nix sexuelles an den falschen signalisieren wollte, ebenso wie der Demonstrant, der nicht von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden will.
    Beides paradox.

  34. 34 benjamin 16. August 2011 um 22:25 Uhr

    Ich wäre vorsichtig beim Zitieren einzelner Gerichtsurteile – die geben im Zweifelsfall nur eine einzelne Richtermeinung wieder. Die juristische Debatte ist da viel breiter. Und das entwickelt sich ja auch ständig weiter. Auf die eben genannte Rechtsfigur „Person der Zeitgeschichte“ wird nach einigen Urteilen des EuGH kaum noch abgestellt, heute geht’s eher um den Moment der Aufnahme und dessen Relevanz. Bei Demonstrationen darf erstmal grundsätzlich fotografiert werden, was ich auch sinnvoll finde (weils praktisch oft unmöglich wäre, alle Abgebildeten zu fragen). Grundsätzlich geht’s beim §23KUG übrigens um das VERÖFFENTLICHEN der Bilder, nicht das ANFERTIGEN. Ich habe das mal für die Frage argumentiert, ob Polizist_innen sich aufs Recht am eigenen Bild berufen können: http://benjaminlaufer.wordpress.com/2010/10/02/haben-polizistinnen-ein-recht-am-eigenen-bild/

  35. 35 Männlich 16. August 2011 um 22:37 Uhr

    rausdrängen + abdrängen fänd ich gut. allerdings seh ich das problem das solche leute nicht unbedingt klar erkennbar sind.
    evtl. lösung, die mir spontan einfällt: leute, die verdächtig erscheinen, ansprechen, wozu sie die bilder machen, wenn sie irgendwas antworten was eher nach privater sammlung klingt (unsicher/ausweichend, die werden ja sicherlich keine gute antwort für solche situationen parat haben), sagen, sie sollen abhauen (notfalls „sanfte gewalt“ = wegdrängen)

  36. 36 barbara 17. August 2011 um 3:00 Uhr

    @mysa

    Das ist mE beides eine mangelnde Fähigkeit zur Differenzierung – zwischen Fotograf/innen und Spannern zu unterscheiden, zwischen seinen Job machen und aufdringlich sein, öffentlicher Demonstration und privater Party, und eben zu sehen, dass eine „aufreizende“ Frau nicht mit jedem Sex will (oder vielleicht auch mit gar keinem), und das Vergewaltigung nichts mit aufreizendem Verhalten zu tun hat. Offenbar alles zu kompliziert für viele Hirne.

  37. 37 schokolade 17. August 2011 um 8:31 Uhr

    @mysa: das einzige was schadet sind leute wie du, die anscheinend nichts verstanden haben.

  38. 38 har 20. August 2011 um 3:52 Uhr

    Entschuldigung, aber wer sich auf so einer öffentlichen(!) Demo quasi schon zur Schau stellt (bitte nicht abstreiten, ein großer Bestandteil des Slutwalks war ja, auf sich aufmerksam zu machen), muss auch damit rechnen, fotografiert zu werden. Das Recht auf das eigene Bild gilt natürlich, allerdings nur wenn eine bestimmte Person fotografiert wird, aber nicht die „Öffentlichkeit“. Und das solche Sachen wie Wasserbomben, anpöbeln, das Werfen fauler Tomaten oder Mehlattacken vorgeschlagen werden, wirft auch kein besonders gutes Licht auf euch. Muss mysa voll zustimmen.

  39. 39 Erdbeere 20. August 2011 um 6:31 Uhr

    „Also ganz nah kommen/zoomen und nur Dich fotografieren, ohne dass die restliche Demo als solche zu erkennen ist, geht nicht.“

    Falsch.
    Es geht bei den genannten Paragraphen ausschließlich um das _Veröffentlichen_ aber niemals um das Photographieren selber. Photographieren kann erstmal jeder wann und wo er will.

  40. 40 tee 21. August 2011 um 14:21 Uhr

    ich war deshalb sehr froh, mich nicht dem motto entsprechend angezogen zu haben, was ja eigentlich traurig ist, denn genau gegen die notwendigkeit solcher gedankengänge sollte ja protestiert werden.

    wie ist denn der gedankengang?
    ich dachte, es soll gegen den gedankengang protestiert werden, der einen zugriff auf sexy bekleidete schon mit der bekleidung begründet. fotografieren und gucken/gaffen nun quasi schon als vorstufe zur vergewaltigung zu betrachten finde ich ganz schön arg.
    wenn sich jemand sexy anzieht, sich im gesicht tätowiert oder sonstwie „auffällig“ daherkommt, muss tatsächlich damit rechnen, auch angeschaut, ja angegafft zu werden. und eben auch fotografiert, noch dazu auf eine demonstration.
    beim lesen des beitrags kam in mir jedenfalls gleich wieder diese ominöse angst vor hardcore-feministinnen auf, die fast schon vergewaltigung schreien, nur weil ich ihnen mal in’s dekollete gucke. sorry, wenn das zu hart rüberkommt, aber ganz unbegründet ist es ja nicht. *find*

  41. 41 Wolfgang 21. August 2011 um 23:22 Uhr

    Ich bin beim Slutwalk und beim CSD in Stuttgart mitgelaufen. Was ich nicht verstehe: Die Aufregung um Film- und Videoaufnahmen. Egal, ob von Medienvertretern oder Voyeristen. Wenn ich auf einer Demo mitlaufe muss ich damit rechnen. Wenn ich mich entsprechend kleide doch erst recht, das hat doch dann nichts mit Sexismus zu tun.

  42. 42 Oro 23. August 2011 um 8:03 Uhr

    Hääää ? Ihr wollt in Massen in der Öffentlichkeit demonstrieren um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu bekommen und in den Medien zu gelangen und beschwert euch? Was habt ihr erwartet oder euch gewünscht? das lauter weibliche Journalisten kommen und nur Mädels hinschauen und nur Lesbische/Bisexuelle Frauen euch angaffen?

    Ich versteh das echt net ganz, aufen Zombie walk will man grade angegafft werden *lach* Nee ich versteh das echt nicht.

    Ganz nach dem Motto, es ist im Sinne der Menschenrechte der Frau wenn sie sich sexy ankleidet und ihre Brustwarzen durch das Oberteil erkenntlich macht und den Rock so kurz trägt, dass er nichts verhüllt ABER bähh widerliche sexuelle Belästigung wenn ein Kerl eine enge Hose trägt wo man sein Gemächt durch sehn kann. Diese Einstellung kam mir auch schon oft genug unter die Augen.

    Also will ich nur nochmal fragen, was habt ihr erwartet, ernsthaft?

  43. 43 Oro 23. August 2011 um 8:04 Uhr

    Und um das klar zu stellen, ich bin wirklich ernsthaft interessiert an eine Antwort ^^

  44. 44 ami 23. August 2011 um 18:42 Uhr

    ich bin gerade erst auf den beitrag gestoßen und habe mir die ganze diskussion durchgelesen.
    danke, schokolade, für deinen anstoß! ich war auch beim slutwalk berlin und habe es genauso erlebt, wie du es im text und deinen diskussionsbeiträgen schilderst.

    @wolfgang: „(…)Wenn ich auf einer Demo mitlaufe muss ich damit rechnen. Wenn ich mich entsprechend kleide doch erst recht, das hat doch dann nichts mit Sexismus zu tun.“
    - das hat nicht nur etwas mit sexismus zu tun, das ist sexistisch. und du argumentierst hier nach genau der logik, gegen die beim slutwalk protestiert wurde. keine kleidung legitimiert es angegafft oder (für private zwecke) fotografiert zu werden!

    …und zu der frage nach interventionsmöglichkeiten: ich werd nächstes mal zurückfotografieren, um die objektivierung umzudrehen.

  45. 45 schokolade 29. August 2011 um 0:47 Uhr

    eim lesen des beitrags kam in mir jedenfalls gleich wieder diese ominöse angst vor hardcore-feministinnen auf, die fast schon vergewaltigung schreien, nur weil ich ihnen mal in’s dekollete gucke. sorry, wenn das zu hart rüberkommt, aber ganz unbegründet ist es ja nicht. *find*

    du hast echt _nichts_ verstanden von dem was ich geschrieben hab. und ich *find* dass du mal darüber scharf nachdenken solltest, warum solche gedanken bei dir aufkommen und woher diese „ominöse“ angst kommt.

  46. 46 tee 29. August 2011 um 1:11 Uhr

    dann antworte doch einfach auf meine frage, schokolade!

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