Verhütung? Frauensache!

Seit kurzem steht fest: Hormonelle Verhütung wird bis auf weiteres Frauensache bleiben. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde abgebrochen, die „Pille für den Mann“ wird vorerst nicht auf den Markt kommen. Wenn wir ehrlich sind, kam diese Wendung nicht sehr überraschend.

Das Deutschlandradio wagte kurz vor Bekanntwerden des (angeblich) vorläufigen Aus für die „Pille für den Mann“ einen kleinen historischen Abriss:

„Und nun endlich scheint ein akzeptables hormonelles Verhütungsmittel für den Mann gefunden zu sein“, hieß es Ende der 80er-Jahre in einem Fernsehbericht. Aber die Pille kam nicht.

Mitte der 90er war im WDR zu hören: „Die Wissenschaft hat die Gleichberechtigung von Mann und Frau einen großen Schritt voran gebracht. Nach über 20-jähriger internationaler Forschung ist die Pille für den Mann theoretisch fertig.“ Theoretisch – in der Praxis blieb die Pille für den Mann eine Luftnummer.

Im Jahr 2001 wurde dann wieder verkündet: „In fünf Jahren soll die Pille für den Mann auf den Markt kommen.“ Heute, zehn Jahre später, ist es immer noch nicht soweit.

Studienleiter Michael Zitzmann schmunzelt: „Ich selber weiß es auch nicht, ob das jemals auf den Markt kommen wird.“

Er sollte Recht behalten. Doch was sind die Gründe für den Abbruch der Studie?

Ungefähr 10 Prozent der Teilnehmer, meist ältere Männer, kamen nicht mit der Hormonspritze klar. Etliche Studienteilnehmer litten an Depressionen, Gewichtszunahme und erhöhter Libido.

…fasst Julia Seeliger in einer Kolumne in der taz zusammen, und setzt gleich nach:

Depressionen, Gewichtszunahme und Libidoveränderungen – woher kennen wir das nochmal? Ach, ja, die Antibabypille. In den 60ern, als die Medikamente noch sehr hoch und ungenau dosiert waren, war das alles noch viel schlimmer. Aber auch heutzutage gibt es solche Nebenwirkungen. Interessiert sich da eigentlich jemand dafür?

Tatsächlich sind die Nebenwirkungen der hormonellen Verhütungsmittel bei Männern und Frauen nahezu identisch, genau wie die Risikogruppen. Hier scheint – mal wieder – ein Doppelter Standard am Werk zu sein. Was für die einen (Männer) untragbar ist, kann den anderen (Frauen) ruhig zugemutet werden. Das Deutschlandradio liefert ein paar Gründe hierfür:

Für die Pharmabranche jedenfalls war klar: Finanziell lohnt es sich nicht. Die Spritze würde kein Verkaufsschlager werden.

…und zitiert die niederländische Technologie- und Genderforscherin Nelly Oudshoorn:

„Der Ruf nach hormonellen Verhütungsmitteln kam niemals von den potentiellen Nutzern selbst – den Männern.“

Doch woran liegt das? Daran, dass Verhütung in den Köpfen der Leute immer noch Frauensache ist? Daran, dass Männer immer noch über einen Großteil des Geldes verfügen und somit überdurchschnittlich stark in der Entscheidungsmacht darüber sind, welches Verhütungsmittel verwendet wird? Daran, dass Frauen im Zweifelsfall die Konsequenzen (aus)zutragen haben? Daran, dass Männer sich immer noch viel zu oft weigern, Verantwortung zu übernehmen? Julia Seeliger liefert eine zusätzliche Erklärung:

Vielleicht kommt das daher, dass viele Wissenschaftler und Entscheider bei Pharma-Konzernen männlich sind? Ein strukturelles Patriarchat: Männer haben Zeit, um Wissenschaft zu betreiben und dafür, Entscheider in Pharma-Konzernen zu sein. Zu der Zeit, wenn geklüngelt wird, müssen Frauen oft Kinder betreuen – und steigen deswegen in Wissenschaft und Pharmaindustrie nicht auf. Und am Ende haben wir den Salat: Verhütung mit Hormonen, aber bitte nur im Frauenkörper.

Die Pharma-Macker denken sich wohl: Frauen gehören ja eh nicht dahin, wo sie wirklich leistungsfähig sein müssen. Die käsige Blödheit, die die Hormone anrichten, die Kopfschmerzen – dann soll sie sich halt mal hinlegen, die Frau Hausfrau. Abends kommt dann der Mann nach Hause und rammelt ein bisschen rum, da ist es ja dann eh egal, wie es mit der Libido der Frau steht. Sie beschweren sich schon nicht.

Und damit liegt sie gar nicht so falsch; die Antibabypillen ist in den Industriestaaten seit den 60er Jahren zum meistgenutzen Verhütungsmittel geworden. Tatsächlich kennt auch fast jede Frau das von Seeliger geschilderte Szenario:

Viele Frauenärzte nutzen jede Gelegenheit, um einem hormonelle Verhütungspräperate aufzuschwatzen. Da ist man einmal da, um checken lassen, ob alles am richtigen Ort ist – und am Ende geht man mit einer Pille oder einer Hormon-Spirale raus. „Probieren sie mal, es ist doch so praktisch“.

Das Aus für die „Pille für den Mann“ hat nicht nur medizinische oder gar biologische Gründe, sondern in erster Linie gesellschaftliche. Männer sind in unserer Gesellschaft immer noch in entscheidenden Machtpositionen; sie verfügen über einen Großteil des Geldes und bekommen die besseren (=einflussreicheren) Jobs. Solange sich daran nichts ändert, werden Frauen diejenigen sein, die schlucken müssen. So oder so.


35 Antworten auf “Verhütung? Frauensache!”


  1. 1 Mephon 17. August 2011 um 10:43 Uhr

    Ich warte seit Jahren auf die Pille für den Mann. Ich würde es auf jeden Fall testen, bin mir aber nicht sicher, ob ich mit dem Spritzen klar kommen würde.

  2. 2 Susanna 17. August 2011 um 10:48 Uhr

    Ehrlich gesagt: Ich teile nicht die Erfahrung, dass Frauenärztinnen versuchen, mir hormonelle Verhütung aufzuschwatzen. Bei der (Routine-)frage nach Verhütung antworte ich „Kondome“, und die Ärztin sagt: „aha, Barrieremethoden“ und stellt die nächste Frage.

  3. 3 Brutha 17. August 2011 um 10:50 Uhr

    Verhütung ist Frauensache? Wer darauf wert legt, nicht mit sexuell übertragbaren Krankheiten – manche unheilbar und potentiell tödlich – infiziert zu werden, der nutzt Kondome. Eine Pille für den Mann ist für diesen Schutz kein Gewinn. Im Gegenteil, böte die manchen Männern doch nur eine Alternative der Empfängnisverhütung, sprich Ausrede, um auf Kondome zu verzichten.

    Und ansonsten sehe ich auch nicht den Gewinn für Männer, wenn es keine Pille (Spritze) für den Mann gibt. Sollte eine Frau einen Kinderwunsch haben, der Mann aber nicht und will dies auch nicht der Frau offenbaren, so bleibt ihm gegenwärtig nur die Vasektomie, um heimlich zu verhüten. Im umgekehrten Falle hätte die Frau seit Jahrzehnten die Möglichkeit, weniger endgültig mit der Pille heimlich zu verhüten.

    Und die Idee, ein Frau, die es in einer Beziehung nicht schafft, den Mann zur Empfängnisverhütung mit Kondomen zu bewegen, könnte es aber schaffen, dass er mit Spritze/Pille und erheblichen Nebenwirkungen verhütet, das halte ich für sehr, sehr unwahrscheinlich – um nicht zu sagen lebensfremd.

    Ach so: Eine Frauenärztin, die nicht im Interesse und Wunsch Ihrer Patientin Verhütungsmethoden empfiehlt, die hat ihren Beruf verfehlt. Eine Frauenärztin sollte alle Verhütungsmethoden darstellen (können), damit eine mündige Wahl getroffen werden kann. Und wenn dann eine Frau die Pille probiert aber wegen der Nebenwirkungen kurz darauf wieder abgesetzt und gäbe es die Pille/Spritze für den Mann – was hätte es denn mit Gleichberechtigung zu tun, wenn stattdessen der Mann auf Dauer mit Nebenwirkungen zu tun hätte? Es gibt doch genug Alternativen zur hormonellen Empfängnisverhütung.

  4. 4 John Dean 17. August 2011 um 10:56 Uhr

    Depressionen, Gewichtszunahme und Libidoveränderungen – woher kennen wir das nochmal? Ach, ja, die Antibabypille. In den 60ern, als die Medikamente noch sehr hoch und ungenau dosiert waren, war das alles noch viel schlimmer. Aber auch heutzutage gibt es solche Nebenwirkungen. Interessiert sich da eigentlich jemand dafür?

    Der implizite Vorwurf von J. Seeliger lautet (imho – wenn ich es richtig verstanden habe):
    1. Die Nebenwirkungen der „Pille für den Mann“ und der Pillen für die Frau sind vergleichbar, auch im Ausmaß der Nebenwirkungen
    2. Wenn Frauen unter Nebenwirkungen leiden, interessiert das nicht
    3. Wenn Männer Nebenwirkungen erleiden, wird ungerechtfertigt Bohei darum gemacht.

    ad 1) Ich bin da kein Fachmensch, aber ich denke, die Lage ist schon etwas komplizierter. Erstens waren in den ersten Jahrzehnten die Nebenwirkungen der Frauenpille deutlich stärker (!) als die Summe der Nebenwirkungen der Männerpille. Zweitens wird hier ein komplett unterschiedlicher Forschungsstand verglichen (was eigentlich nicht so richtig gut funktioniert) – das heißt u.a. auch, dass nach all den Problemen mit der Frauenpille die Erforschung der Männerpille quasi auf höheren Niveau begann (mit besserer Kenntnis hormoneller Zusammenhänge usw.). Das bedeutet aber auch, imho, dass die Nebenwirkungen der Männerpille (welche allein im Bereich des Wohlbefindens der Patienten/Nutzer die Nebenwirkungen der heutigen Frauenpille weit überragen – objektiv) anders zu werten sind, nämlich vor dem Hintergrund von ebendiesem besseren Forschungsstand. Sie wiegen tatsächlich, vermutlich kann ich es nicht gut erklären, schwerer, weil sie weniger leicht zu beseitigen sind. Es gibt zudem, rein auf der hormonellen Ebene, einen deutlich stärkeren Zusammenhang zwischen der Männerpille und dem Wohlbefinden der Nutzer.

    Okay, müsste wohl im Detail noch stärker durchdacht werden, auch meine Argumentation. Grundsätzlich finde ich den Hinweis von J. Seeliger schon sehr interessant. Ich würde allerdings mehrere Ursachen für Unterschiede bei der Bewertung erwägen, also nicht nur (das aber auch!) ein gewisses Maß an Frauendiskriminierung, sondern eben auch objektive Unterschiede im Ausmaß und der Problematik der Nebenwirkungen sowie ein inzwischen besserer Stand der Forschung, welche im Bereich der Hormontherapien nicht mehr die Naivität der Anfangsjahre aufweist. An der „Männerpille“ wurde meines Wissens schon vor 30 Jahren geforscht, mit verheerenden Ergebnissen. Und auch heute ist man nicht nur weit weg von einem vermarktbaren Produkt, sondern hat es mit einem Stand der Dinge zu tun, wo die „Männerpille“ wegen ihrer teils sehr unangenehmen Nebenwirkungen auf eine nur sehr geringe Compliance stoßen wird.

    ad 2) Es interessiert allemal. Es interessierte von Anfang an die Nutzerinnen, welche unter der teils geringen Verträglichkeit der frühen Formen der Pille litten.

    Es interessierte auch die Forschung, welche mit teils hohen Aufwand an Verbesserungen der Frauenpille bzw. ihrer Dosierung forschte.

    ad 3) Das halte ich in dieser Form für ein latent männerfeindliches Stereotyp, obgleich es objektive Hinweise darauf gibt, dass geäußerte Nebenwirkungen eher berücksichtigung finden, wenn diese von Männern geäußert werden.

    P.S.
    Frau entschuldige bitte meine etwas schludrige Argumentation. Ich bin mir hier nicht sicher, ob ich richtig liege, und ich hätte vor dem Posten vermutlich noch einmal den Stand der Forschung überfliegen sollen. Ich wollte im Wesentlichen nur darauf hinweisen, dass die Angelegenheit ziemlich vertrackt ist, und Diskriminierung nur bis zu einem bestimmten Grad einen Erklärungsbeitrag liefert.

    Außerdem erinnere ich mich noch sehr genau, wie sehr meine Mutter unter der Pille für die Frau litt, besonders unter der Gewichtszunahme, die sie mit eiserner Ess-Disziplin bekämpfte (und z.B. damit, dass sie wirklich alle leckeren Lebensmittel aus dem Haus bannte), sowie unter den hormonellen Umstellungen, die teils durch die Pille ausgelöst wurden, ja und auch Depressionen, die imho (so weit ich das überhaupt beurteilen kann) teils durch die Pille mit verursacht wurden. Ein Präparatwechsel war es nämlich dann auch, unter Protest ihres Hausarztes, der die meisten Probleme löste – nur eben nicht die Gewichtsproblematik.

    Für meine Mutter war die Pille eher ein Fluch als ein Segen.

    P.P.S. ** EDIT **

    Ich finde, mein Posting (oben) ist ganz schön missverständlich. Ich pappe jetzt mal ein paar Statements von mir ran – und hoffe optimistisch darauf, dass sich damit die Möglichkeit für Missverständnisse etwas vermindern.

    1. Ich glaube, das allererste Hindernis der „Pille für den Mann“ (PfdM) ist ein patentrechtliches: Die dafür notwendigen Wirkstoffe (Gestagene, sowie Testosteron als Substitut zur Unterdrückung von Nebenwirkungen) sind nicht patentierbar.

    Das vermindert das Interesse von Firmen, daran zu forschen ganz gewaltig (darum stieg Schering/Bayer 2007 aus der Forschung aus).

    Das mag vielleicht nicht zur Sichtweise von J. Seeliger passen, wie sie sich die Schwierigkeiten bei der Entwicklung der „PfdM“ erklärt, dürfte aber sogar der ausschlaggebende Faktor sein.

    Ich bin mir dabei sogar sehr sicher.

    (was übrigens nichts an meiner Einschätzung ändert, dass Frauen und ihre Lebensweisen viel zu oft diskriminiert wurden und werden)

    2. Ich glaube, die „PfdM“ kommt trotzdem, in vielleicht 10 Jahren – eventuell nicht als Testosteron/Gestagen-Depotspritze (jetziger Forschungsstand), sondern als Kombination aus Testosteron-Pflaster/Gestagen-Pille.

    3. Ich glaube, für bestimmte Problemlagen ist die „PfdM“ sinnvoll – und sie wird auch auf Nachfrage stoßen. Was leider nichts daran ändern wird, dass die beteiligten Firmen so gut wie nichts daran verdienen werden, sodass es wohl sehr schwer wird, eine Firma zu finden, welche das kostenintensive Zulassungsverfahren zu tragen. Wenn aber irgendein europäischer Staat oder die EU die Zulassungskosten übernehmen würden, dann: kommt die „PfdM“ ganz fix.

    4. Generell halte ich Hormonsubstitutions/ersatz-Therapien zur Empfängnisverhütung für hochproblematisch. Als Frau würde ich einen weiten Bogen um die Pille machen, vermutlich auch um die Mikropille. Nur dann, imho, wenn eine Frau unter 35 Jahre alt ist, fit wie ein Turnschuh (inkl. keine Adipositas, kein Bluthochdruck u.ä.), und völlig nebenwirkungsfrei, halte ich die Frauenpille für gesundheitlich verantwortbar.

    5. Die „PfdM“ ist imho im Vergleich zur Pille für die Frau etwas harmloser – alles in allem, wenn man das Nebenwirkungsprofil vergleicht. Aber auch hier sollten imho alle übergewichtigen Männer und Hochdruckpatienten die „PfdM“ obligatorisch meiden, sowie alle Männer oberhalb von 50 Jahren.

    6. Es ist imho ein Riesenskandal, immer noch, dass Ärzte Frauen, die zu einem erheblichen Prozentsatz unter den Nebenwirkungen der Pille litten, einzureden versucht haben, sie sollten diese Nebenwirkungen „nicht überbewerten“ usw. usf.

    7. Die „PfdM“ wirkt erst mit erheblcher Zeitverzögerung, rund 3 Monate und relativ sicher erst nach 6 Monaten. Solange dauert es nämlich, dass das männliche Sexualhormonsystem von der „PfdM“ weitgehend lahm gelegt wird. Die Testosteronsubstitution kann zwar – bei den meisten Männern – den Großteil der Nebenwirkungen auffangen, ist aber an und für sich ein gravierender gesundheitlicher Eingriff, und dazu nicht ohne Risiken.

    8. Männer, die aktiv Verhängnisverhütung betreiben wollen, haben imho i.d.R. bessere und harmlosere Möglichkeiten als die „PfdM“. Vielleicht ist das ein wichtiger Unterschied zur Frauenpille, die für einige Frauen (s.o.) eben doch eine Option ist, wenn andere Möglichkeiten ausscheiden.

    @ Brutha

    Es wäre denkbar, dass die Frau unter Nebenwirkungen bei der Frauenpille leidet (so selten ist das auch bei modernen Präparaten nicht), aber der Mann (mit Chance 80 bis 90 Prozent) mit seiner „Pille“ nebenwirkungsfrei ist.

    Trotzdem gilt: Es gibt jede Menge Frauen und Männer, für die eine Hormonbehandlung zur Empfängnisverhütung ungeeignet ist.

    Die „Pille für den Mann“ auf der Basis von Spritzendepots aus Gestagen/Testosteron könnte vielleicht aber, besonders bei gezielter Unterdosierung von Testosteron, eine gute Möglichkeit für männliche Sexualstraftäter in Sicherungsverwahrung sein – und den Tätern dann eine Wahlmöglichkeit zwischen Sicherungsverwahrung und erzwungener Hormonbehandlung nebst „el. Fußfessel“ bieten. Ich denke, sowohl die Gesellschaft, als auch der betroffene Täterkreis könnten aus der entsprechenden Anwendung dieser Medikation einen erheblichen Nutzen ziehen.

    (allerdings halte ich das Risiko, dass sich der entsprechend medikamentierte Straftäter illegal, z.B. aus Bodybuilderkreisen mit Testosteronpflastern versorgt, in vielen Fällen für zu hoch – insofern ist das mehr ein Gedankenspiel, wenngleich vielleicht ein interessantes)

  5. 5 Bäumchen 17. August 2011 um 12:10 Uhr

    Ich kann dem Argument, dass Frauenärzte bei jeder Gelegenheit die Pille verschreiben, für mich nur zustimmen. Ich war wegen verschiedener Probleme dort und jedesmal sollte die Pille alle meine Probleme lösen können. Gelöst hat sie bisher noch keines. Ich fänds mal interessant, eine umfassende Kritik zur Pille zu lesen, d.h. was sie mit dem weiblichen Körper eigentlich so alles anstellt(auf Dauer). In einem Vortrag hat Heinz-Jürgen Voss mal erwähnt, dass die Pille verschrieben wird, sobald eine Frau vom (hormonellen) Idealbild der Frau abweicht(oder das, was Wissenschaftler sich unter einer hormonellen Norm der Frau vorstellen); dieser normierende Aspekt der Pille ist m.E. zu wenig hinterfragt bisher.

  6. 6 Dani 17. August 2011 um 13:50 Uhr

    Ich weiß, es ist nicht gerade femministisch oder was weiß ich… aber mir ist es lieber, dass ich die Kontrolle darüber habe. Ich weiß, dass ich aufmerksam und verantwortungsbewusst damit umgehe, auch wenn ich sie mal vergessen habe. Irgendwie traue ich das meinem Freund einfach nicht zu, was vermutlich totaler Unsinn ist. So fühle ich mich einfach besser.
    Würde ich die Pille aber nicht so gut vertragen, würde ich das auch nicht machen. Langsam fange ich aber an zu zweifeln, weil ich in vielen Experimenten in den letzten Jahren gemerkt habe, dass es mir mit Pille tatsächlich am besten geht. Da wurde mir bewusst, wie sehr ich mir selbst was vorgaukle, aber ich habe auch keine Lust mehr auf dieses Ungleichgewicht, auf diese Unregelmäßigkeit usw.

  7. 7 Lina 17. August 2011 um 16:06 Uhr

    Ich verstehe die Hetze gegen die Pille für die Frau nicht. Ohne Pille wäre ich insgesamt 7 Tage im Monat krank (starke Migräne während des Eisprungs und starke Mirgräne und Regelschmerzen während und rund um Regelbeginn). Lieber lebe ich ohne Migräne und Regelschmerzen, mit denen ich noch nicht einmal in der Arbeitswelt weit kommen würde und nehme mögliche Komplikationen in Kauf. Und noch nie hat mir mein Frauenarzt die Pille aufgedrängt, seid ihr alle unmündig und könnt nicht nein sagen?
    Außerdem warum sollen Männer mit Nebenwirkungen leben nur weil wir es tun. Die Pille für die Frau ist doch auch schon viel besser geworden.

  8. 8 Tim 18. August 2011 um 10:25 Uhr

    Naja es ging auch darum, dass die Pille bzw. Spritze für den Mann nicht sehr sicher ist. Das ist, denk ich mal, die Hauptsache.

    Nebenwirkungen haben noch nie ein Pharmakonzern davon abgehalten was zu verkaufen weder an Männer noch an Frauen…denke mal nur an Viagra.

    In der Regel wird ja Männern mehr zugemutet als Frauen.

  9. 9 Tim 18. August 2011 um 10:32 Uhr

    PS

    Ich glaube jeder Mann wäre froh, wenn es ein halbwegs sicheres und weitgehnd nebenwirkungsfreies Präperat gäbe…vor allem Männer die Geld haben und gerne ONS haben *G*

    Kenne einen Fall wo einem Freund von mir von der Frau ein Kind angedreht wurde…“Pille vergessen“ um in ihn an sich zu binden.

    Auch für Männer wäre es ein Schritt in Sachen Gleichberechtigung in dieser Angelegenheit.

    Nur die Frage ist, ob das überhauot gewollt ist,

  10. 10 Tim 18. August 2011 um 10:36 Uhr

    “ Daran, dass Männer immer noch über einen Großteil des Geldes verfügen und somit überdurchschnittlich stark in der Entscheidungsmacht darüber sind, welches Verhütungsmittel verwendet wird?“

    Falsch. 70 oder 80 % der Kaufentscheidungen werden von Frauen getroffen, Werbung z.B. richtet sich fast nur an Frauen im Verhältnis.

  11. 11 viruletta 18. August 2011 um 14:01 Uhr

    John Dean, im Bericht aus dem Deutschlandradio wird erklärt, wie die „Pille für den Mann“ wirkt:

    Wie es geht, wissen Mediziner schon lange. Das Prinzip ist auf den ersten Blick etwas paradox. Der Mann muss Testosteron bekommen, damit er unfruchtbar wird.

    „Letztlich produziert der Körper in den Hoden Testosteron und Spermien. Und wenn man Testosteron von außen zuführt, denkt der Regelmechanismus: Es ist genug da – und stellt die Steuerhormone ein. Das heißt, der Hoden wird schlafen gelegt. Es wird kein Testosteron mehr produziert und auch keine Spermien.“

    Um deren Produktion ganz sicher auszuschalten, verabreichen die Mediziner den Männern außerdem noch ein zweites Hormon, Gestagen. Und es funktioniert: Die Spermienproduktion sinkt. Von 40 Millionen auf Null. Eine sichere Sache, das haben inzwischen Studien an über 2000 Männern weltweit gezeigt, sagt der Reproduktionsmediziner.

    Die „Pille für die Frau“ hingegen wirkt folgendermaßen:

    Das in der Antibabypille enthaltene Östrogen senkt die Sekretion von FSH, das für die Reifung der Follikel zuständig ist. Auf diese Weise unterdrückt es den Eisprung, während das Gestagen die Befruchtung und Einnistung einer Eizelle verhindert, sollte es doch zu einem Eisprung gekommen sein[8]. Mit den meisten Pillen wird ein regelmäßiger „Zyklus“ herbeigeführt, indem nach 21 Tagen Pilleneinnahme 7 Tage lang entweder gar keine Pille oder eine, die keine Hormone enthält, eingenommen wird. Letzteres wird besonders bei Mädchen und jungen Frauen, die niedrig dosierte Pillen (s. u.) nehmen, eingesetzt, damit – der Einfachheit halber – jeden Tag eine Pille genommen wird und die Pause nicht länger als 7 Tage dauert, denn dann wäre der Schutz vor einer Schwangerschaft nicht mehr gegeben. Da in der Einnahmepause keine Hormone zugeführt werden, kann der Körper die Gebärmutterschleimhaut so nicht aufrechterhalten, und eine Blutung setzt ein, wobei es sich hierbei um keine echte Menstruation handelt, sondern nur um eine künstliche Entzugsblutung.

    (Ich war ganz faul und habe einfach mal Wikipedia zitiert.)

    Findest du das klingt harmloser? Und was das geringe Forschungsinteresse aufgrund nicht vorhandener Patentmöglichkeiten angeht bin ich auch skeptisch. Die „Pille für die Frau“ basiert auch nur auf Östrogen und Gestagen, die für den Mann auf Testosteron und Gestagen. Ich kann mir nicht vorstellen, was da von der Gesetzeslage her anders sein soll.

    Ob mensch bereit ist, die Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen, sollte jeder selbst überlassen sein. Oftmal wird aber – gerade in festen Beziehungen – von Frauen erwartet, dass sie die Pille nehmen (weil es ohne Gummis ja so viel schöner ist). Dadurch wird teilweise richtiger Druck aufgebaut; „Würdest du die Pille nehmen, könnte unsere gemeinsame Sexualität soviel schöner sein“. Und da ist es schade, dass biologische Frauen nicht entgegnen können: „Nimm du sie doch.“. Gleiches Recht für Alle, Pillenzwang für niemenschen wäre meine Devise ;)

  12. 12 viruletta 18. August 2011 um 14:14 Uhr

    Lina, deinen Kommentar:

    Und noch nie hat mir mein Frauenarzt die Pille aufgedrängt, seid ihr alle unmündig und könnt nicht nein sagen?

    finde ich unverschämt. Es ist ein Erfahrungswert unzählicher Frauen, dass Frauenärt*innen wahnsinnig schnell dabei sind, die Pille zu verschreiben – ohne vorher aufzuklären und teilweise sogar indem die Nebenwirkungen heruntergespielt werden. Du kannst nicht von jeder Frau erwarten, dass sie sich VOR dem Arztbesuch bereits stundenlang über Verhütungsmittel informiert – oftmals erhofft sie sich ja gerade diese Informationen von ihre*r Ärzt*in. Davon ab stellen Ärzt*innen nunmal eine Autorität dar, der viele Menschen (vorallem auch jüngere und/ oder unkritischere) einfach Glauben schenken.

    Brutha, die PfdM sollte keine Alternative zu Kondomen sein, sondern eine Alternative zu der PfdF. :)

    Und die Idee, ein Frau, die es in einer Beziehung nicht schafft, den Mann zur Empfängnisverhütung mit Kondomen zu bewegen, könnte es aber schaffen, dass er mit Spritze/Pille und erheblichen Nebenwirkungen verhütet, das halte ich für sehr, sehr unwahrscheinlich – um nicht zu sagen lebensfremd.

    Aber für den Nicht-Gebrauch von Kondomen werden ja oft Argumente angeführt a la: „Ohne ist es doch so viel schöner!“. Diese Argumente sind oft schwer zu entkräftigen (ich selbst stimme – als biologische Frau – damit auch vollkommen überein, auch wenn mich das im Zweifelfall natürlich nicht davon abhält, mit Kondomen zu verhüten). Wenn ein biologischer Mann allerdings mit dem Argument kommen würde: „Die PfdM hat zu viele Nebenwirkungen!“, dann könnte frau entgegnen, dass es sich bei der PfdF ja nicht anders verhält.

    John Dean, ich frage mich hier:

    Die „Pille für den Mann“ auf der Basis von Spritzendepots aus Gestagen/Testosteron könnte vielleicht aber, besonders bei gezielter Unterdosierung von Testosteron, eine gute Möglichkeit für männliche Sexualstraftäter in Sicherungsverwahrung sein – und den Tätern dann eine Wahlmöglichkeit zwischen Sicherungsverwahrung und erzwungener Hormonbehandlung nebst „el. Fußfessel“ bieten.

    allerdings, inwiefern Sexualstraftaten nicht etwas mit psychologischen statt physiologischen Ursachen zu tun haben. :-?

  13. 13 viruletta 18. August 2011 um 14:24 Uhr

    Bäumchen, deinen Denkanstoß finde ich sehr interessant! Manche Antibabypillen werden ja auch als „Schönheitspillen“ beworben. Sie sollen dafür sorgen, dass Frauen reinere Haut und weniger Haare an dafür unerwünschten Stellen (Stichwort „Damenbart“) bekommen. Darüber hinaus sollen teilweise die Brüste größer werden und das Haupthaar voller und weniger schnell fettig. Weißt du noch mehr darüber?

    Tim, wie oben zitiert ist die PfdM sogar noch sicherer als die für die Frau. Für dieses Zitat:

    In der Regel wird ja Männern mehr zugemutet als Frauen.

    hätte ich auch gerne Belege ;)
    Und nur weil Werbung sich – deiner Aussage nach – in erster Linie an Frauen wendet, heißt das noch lange nicht, dass sie die Kaufentscheidungen treffen. In vielen Haushalten wird das Geld nach wie vor von Männern verwaltet und Männer verdienen durchschnittlich nach wie vor weitaus mehr Geld als Frauen.

  14. 14 John Dean 18. August 2011 um 14:54 Uhr

    @ viruletta

    Was das geringe Forschungsinteresse aufgrund nicht vorhandener Patentmöglichkeiten angeht bin ich auch skeptisch. Die „Pille für die Frau“ basiert auch nur auf Östrogen und Gestagen, die für den Mann auf Testosteron und Gestagen. Ich kann mir nicht vorstellen, was da von der Gesetzeslage her anders sein soll.

    Nunja, der Ausstieg von Schering/Bayer 2007 ist ja nun Fakt. Wenn man dort Geld riechen würde, als immerhin einer der führenden Hersteller von Gestagenen/Empfängnisverhütungsmedikamenten, würde man/frau dort am Ball bleiben.

    Das patentrechtliche Dilamma hat damit zu tun, dass der Patentschutz für synthetische Gestagene inzwischen ausgelaufen ist, mit anderen Worten, dass die Pille für die Frau noch vom Patentschutz kommerziell profizieren könnte, während dieser Weg für die PfdM verbaut ist. Ein anderer Faktor ist imho die Schwierigkeit der Testosteronsubstitution: Bei derzeitigen Forschungsstand wäre die PfdM an Spritzendepots gebunden – und Medikamente, die als Spritzen verabreicht werden müssen, stehen vor ganz erheblichen Vermarktungshindernissen.

    (das kann ich selbst nicht so ganz nachvollziehen, weil ich inzwischen Spritzen bei mir als völlig harmlos empfinde, wobei Depotspritzen ins Muskelgewebe natürlich schon etwas unangenehmer sind – aber nun: viele Menschen wollen halt keine Spritzen bekommen, und ehrlich angemerkt, früher war das bei mir ganz genauso)

    Vor dem Hintergrund hoher Zulassungskosten ist jedoch die Nichtpatentierbarkeit einer Medikation praktisch ein kommerzielles Todesurteil. Welcher Konzern, welche Firma will schon -zig Millionen Euro in ein Zulassungsverfahren stecken, wenn Generikahersteller vom ersten Tag an Konkurrenz machen können?

    Wenn es dich sehr interessiert, rufe ich mal in Berlin bei Bayer an und lasse mir dort die patentrechtliche Lage genauer erläutern. Ich schließe nicht aus, am Ende vielleicht doch falsch zu liegen – obwohl ich mir mit meiner Einschätzung im Augenblick ziemlich sicher bin.
    :)

  15. 15 Tim 19. August 2011 um 12:32 Uhr

    @ viruletta

    “ Tim, wie oben zitiert ist die PfdM sogar noch sicherer als die für die Frau. Für dieses Zitat:

    In der Regel wird ja Männern mehr zugemutet als Frauen.

    hätte ich auch gerne Belege.

    Wehrpflicht (immer noch im Grundgesetz).

    Die Musterung wäre bei Frauen schon sexueller Mißbrauch.

    Stellt euch Frauen mal vor, ihr wärt gesetzlich dazu gezwungen, als junges Mädel euch vor alten Männern auszuziehen die euch an der Mumu bzw. am Arsch rumspielen…

    Keine Ursache…ich helfe gerne. Beleg erbracht. Siehste…wieder was gelernt.

    Mann kennt ja auch den Spruch…unter den Opfern des Anschlags waren auch Frauen und Kinder…für Männer ist es anscheinend normal verletzt oder getötet zu werden.

  16. 16 Tim 19. August 2011 um 12:36 Uhr

    Achso..hab das infantile: ;) vergessen…

    Noch Fragen?

  17. 17 Tim 19. August 2011 um 12:40 Uhr

    Um mal wieder zur Verhütung zu kommen:

    Ich danke mal Dean hat nicht ganz unrecht. Es geht , wie so oft, ums Finanzielle und um den Patentschutz.

    Aber wie lang geht denn der Patentschutz? 20 Jahre ungefähr oder?

    wann gibt es die Pille? Seit den 60ern. Das heisst die Pharmakonzerne haben seit den 80ers auch nicht mehr die Gewinne eingefahren die sie vorher hatten.

    Wäre das nicht, also die Pille für den Mann, ein komplett neues Produkt mit neuen Laufzeiten?

    Müsste man mal jemanden Fragen der sich damit auskennt, also nen Anwalt der in der Sache spezialisiert ist.

  18. 18 John Dean 19. August 2011 um 21:10 Uhr

    Tim, ich sage es dir wirklich ungern: Ich bin für patentrechtliche Fragen ein Fachmensch. Ein Stoff (z.B. ein synthetisches Gestagen) wird nicht durch eine neue Anwendung neu patentierbar. Vielleicht solltest du dich einfach mal mit der Forschungs- und Pharmageschichte bei der Pille für die Frau beschäftigen.

    Nur mit Mühen lassen sich Trauben lesen.

  19. 19 tee 21. August 2011 um 13:59 Uhr

    Tim ist ja ein ganz schöner Masku-Troll. Ich geb‘ mal Löschhilfe für die Zukunft:

    Die Musterung wäre bei Frauen schon sexueller Mißbrauch.

    Stellt euch Frauen mal vor, ihr wärt gesetzlich dazu gezwungen, als junges Mädel euch vor alten Männern auszuziehen die euch an der Mumu bzw. am Arsch rumspielen…

    Es gab und gibt Frauen bei der Bundeswehr, die auch alle gemustert wurden und werden. Du willst ja unter anderem auf die alten Männer hinaus und das ist Blödsinn. Ich wurde schließlich von einer alten Frau gemustert und genauso kann es Frauen passieren, daß sie von Männern gemustert werden. (Kann Dir aber auch im Krankenhaus passieren, Ärzte sind doch nicht per se geschlechtlich zugeornet. Aber daß Du dafür scheinbar Handlungsbedarf siehst, sagt einiges.)
    Und daß der Staat jemanden zu etwas zwingt, ist zu kritisieren. Aber doch nicht, daß er nur Männer zwingt. Nur für Dich ist es scheinbar schon ok, wenn es anderen nur genauso schlecht ergeht. Hauptsache gleich. (Das hast du übrigens mit einigen Feministinnen gemeinsam)

    Keine Ursache…ich helfe gerne. Beleg erbracht. Siehste…wieder was gelernt.

    ja. gelernt, daß du nur trollen willst.

    Mann kennt ja auch den Spruch…unter den Opfern des Anschlags waren auch Frauen und Kinder…für Männer ist es anscheinend normal verletzt oder getötet zu werden.

    Und anstatt den Sexismus dieses Auspruches zu kritisieren, wendest Du ihn, um Dich zum Opfer zu stilisieren.
    „Frauen und Kinder“ werden doch deswegen extra genannt, weil sie nicht als starke, vollwertige, für sich selbst verantwortliche Individuen gesehen werden. Mit genau dieser Ideologie werden täglich Millionen unterdrückt und Du ziehst Dich an einer Formulierung hoch, weil sie angeblich Männer benachteiligen würde. Als Formulierung!

    Achso..hab das infantile: ;) vergessen…

    Wenn Du mit „infantil“ etwas dümmliches/unbedarftes meinst, was Du scheinbar Kindern zuschlägst, so bringt der Inhalt Deiner Kommentare genug davon.

  20. 20 tee 21. August 2011 um 14:06 Uhr

    Falsch. 70 oder 80 % der Kaufentscheidungen werden von Frauen getroffen, Werbung z.B. richtet sich fast nur an Frauen im Verhältnis.

    Klar. Frauen kaufen dann oftmals 15 Dinge im Supermarkt für 24,87€, Männer jedoch nur ein Auto und einen Rasenmäher für 14.978,99€. Was ich sagen will – Statistiken zum Kaufverhalten und der Werbung sollte mensch schon genau lesen, um nicht in voreilige Schlüsse zu verfallen. Schließlich bezog sich Deine Antwort auf:

    Daran, dass Männer immer noch über einen Großteil des Geldes verfügen und somit überdurchschnittlich stark in der Entscheidungsmacht darüber sind, welches Verhütungsmittel verwendet wird?

    Daß die Entscheidung(smacht?) über das Verhütungsmittel von ganz anderen Faktoren als Geld abhängt (jedenfalls hierzulande), ist nochmal ein anderes Thema. Aber um sowas drückst Du Dich ja hier die ganze Zeit.

  21. 21 abgrrrund 21. August 2011 um 15:23 Uhr

    @ tee

    well said. :)

  22. 22 Marcie 22. August 2011 um 11:49 Uhr

    @tee: „Es gab und gibt Frauen bei der Bundeswehr, die auch alle gemustert wurden und werden.“
    Wieso vergleichst Du einen (trotz aller Vergünstigungen) sehr spärlich genutzten freiwilligen Dienst mit einem Pflichtdienst, der unter Androhung von Freiheitsstrafen durchgeführt werden mußte?

  23. 23 Buntspecht 22. August 2011 um 11:49 Uhr

    Dass Gynäkologen hormonelle Verhütungsmittel befürworten, versteht sich jawohl von selbst. Schließlich besuchen die meisten jüngeren Frauen nur deshalb regelmäßig den Gynäkologen, um ein neues Rezept für hormonelle Verhütungsmittel zu erhalten. So gesehen ist das natürlich ein tolles Instrument zur Kundenbindung.

    Was den Pearl-Index für Kondome betrifft, so stelle ich mir immer die Frage, ob bei den ganzen „Unfällen“ überhaupt tatsächlich Kondome verwendet wurden. Ich kenne persönlich einige Fälle, in denen es zu einer ungewollten Schwangerschaft kam, weil sich (ansonsten intelligente Personen) trotz fehlenden Kondoms nicht zurückhalten konnten. Ob die das dann allerdings im Rahmen einer Verhütungsmittelstudie auch zugeben würden, wage ich zu bezweifeln.

  24. 24 user 22. August 2011 um 16:56 Uhr

    danke für diesen artikel! finde ihn sehr notwendig und kritisch, habe mich in den letzten tagen sehr über diese entscheidung der WHO aufgeregt.

    zwei punkte, die überlegt sein wollen, fehlen mir aber:

    1. das verhütung frauensache ist, bleibt zweischneidig: ich bin sehr für die pille für den mann! jedoch ist es in unserer noch immer sexistischen welt glück im unglück, dass frauen mit den verhütungsmitteln immerhin selbstbestimmung über ihren körper haben – denn wenn sie sich auf die männer verlassen müssten …

    2. die WHO hat ihre entscheidung anders gefällt, als damals bei der pille für die frau bzw. in den 60ern, weil sich in den letzten jahren die gesetze zum personenschutz verschärft haben. das ist ja nicht NUR schlecht.

    die gründe jedoch, warum männer selbst anscheinend keine verhütungsmittel wollen, warum die forschung die frauen so benachteiligt und die feststellung, ein verhütungsmittel, das wie die pille für die frau lustminderung in hoher zahl verursacht, würde für männer nie produziert werden, sind dringend anzuführen und anzuprangern.

  25. 25 Delsee 22. August 2011 um 19:02 Uhr

    Eines der Hauptprobleme mit der PfdF ist meiner Meinung nach der Umgang mit ihr. Medien und leider auch oftmals die eigenen Frauenärzte_innen vermitteln den Eindruck, dass die Einnahme der Pille völlig natürlich bzw. normal sei.
    Besonders junge Mädchen können die Risiken schlecht einschätzen und kennen ihren Körper noch zu wenig, um die meisten Veränderungen überhaupt zu registrieren.

    Als ich meine Frauenärztin nach der Pille fragte, stellte sie mir 2 kurze Fragen: „Haben Sie irgendwelche Krankheiten in der Familie?“ und „Wissen sie, wie die Pille funktioniert?“
    Als „Neuling“ weiß man zunächst gar nicht mal, WELCHE Krankheiten von Belang sein könnten und nach einer kurzen Einführung hält man das Rezept in den Händen.
    Die überlange Liste der möglichen Nebenwirkungen wird danach höchstens kurz überflogen.

    Mit dem Erscheinen der PfdM auf dem Markt würde sich an dieser Problematik wohl zunächst nichts ändern.
    Egal, ob die PfdM als Alternative oder Ergänzung zu anderen Verhütungsmitteln gesehen wird, bleibt die PfdF ein beliebtes Mittel für viele andere Gebiete, wie z.B. Beschwerden, die mit dem Zyklus zusammenhängen.

    Damit kritisiere ich nicht, dass frau zu hormonellen Mitteln z.B. gegen die monatlichen Regelschmerzen oder die Migräne greift, sondern dass die Risiken oftmals heruntergespielt werden und die Gesellschaft einem schon teilweise das Gefühl vermittelt, erst eine „richtige Frau“ zu sein, wenn man die Pille nimmt.

  26. 26 Oro 23. August 2011 um 7:51 Uhr

    Und was ist mit Geschlechtskrankheiten?
    Ich halte nicht viel von Leuten die sich aufgrund ihres Partners mti Chemie verseuchen und mal eben Aids etc. zu vergessen, deswegen geh ich mal nur auf richtige Verhütung ein.
    Und das ist bisher nur das Kondom für den Mann, es gibt zwar auch son Kondomdingends für die Frau, aber das hab ich noch nie real gesehn *lach* Und in aller Regeln bin ich es der die Kondome dann bereit stellt was auch irgendwo Sinn macht weil wir ja viele unterschiedliche Größen haben.
    Aber im Sinne der gleichberechtigung für richtige Verhütung – also auch eien die vor Krankheiten schützt, ist doch der Mann derjenige der sich in der Regel darum kümmert.

    ALso wenn du fragst, wo bleibt die massentaugliche Pille für den Mann im Sinne der Gleichberechtigung frage ich dich, wo bleibt das massentaugliche Kondom für die Frau ? :P

  27. 27 Oro 23. August 2011 um 8:37 Uhr

    *mal eben testet ob nur die letzte message als spam bezeichnet wurde und nachtrag zufügt*

    Ist es nicht wichtiger für die Feminismus die Frauen wachzurütteln, dass sie sich nicht fremdbestimmen lassen sollen ob und welche Chemie sie ihren Körper antun anstatt zu kritisieren das Kerle sich nicht auch verseuchen lassen sollen ?

  28. 28 mysa 23. August 2011 um 11:41 Uhr

    @ Tee

    Ein ganz großer Unterschied zwischen der Musterung einer Frau und eines Mannes ist die Freiwilligkeit mit der man an der Musterung teil nimmt.

  29. 29 kinky 23. August 2011 um 13:30 Uhr

    genau, tim und mysa, bei der musterung wurdet ihr mal einen tag in euerm leben so behandelt, wie ihr auf frauen* jeden einzelnen anderen tag herabschaut…

  30. 30 tee 23. August 2011 um 22:05 Uhr

    @ marcie & mysa:
    weil es mir da nicht auf die freiwilligkeit, sondern den angeblichen „sexuellen missbrauch“ bei der musterung ankam. steht aber auch in den nachfolgenden sätzen, einfach weiterlesen.

    ich halte das für völlig übertriebenen blödsinn, der wirklichen sexuellen missbrauch relativiert.

  31. 31 The Pinky 25. August 2011 um 12:27 Uhr

    Ich weiss ehrlichgesagt nicht, ob ich der „Pille/Spritze“ fuer den Mann trauen wuerde. Ich finde hormonelle Verhuetung selbst schon zwielichtig und dann noch die ganze Verantwortung ueber MEINEN Koerer in den Haenden eines … Mannes. Ohne dass ich kontrollieren kann ob er sich auch WIRKLICH regelmaessig seine Hormone zufuegt? Nein nein, lieber zwinge ich ihn jedes Mal aufs neue, Kondome zu benutzen, als ihm alle Verantwortung zu ueberlassen – da waer ich ja schoen bloed.

    Einerseits ertrage ich den Gedanken nicht, dass ein Mann die alleinige Macht ueber meinen Koerper und ihre Unversehrtheit (sprich Nicht-schwangerschaft) haben soll, andererseits finde ich es sehr attraktiv, dass die Verantwortung auch geteilt und ausnahmsweise auch mal der Mann leiden, zahlen und staendig zur Zwangskrebsvorsorgeuntersuchung antanzen darf (und da sage noch mal jemand die Pille sei „voellig harmlos“, ja geradezu „gesund“ – wozu dann erzwungene Krebsvorsorge?!?).

    Fuer mich gibts nach wie vor nur eine zumutbare Verhuetungsmethode – das Kondom fuer den Mann. Was ich mir selbst nicht antun will mit Hormonterror, das mag ich auch niemand anderem zumuten. Obwohl es sicher in anderen Situtionen vielen Maennern auch nicht schaden wuerden mal etwas besser nachvollziehen zu koennen, wie es Millionen an Frauen geht, die sich taeglich ihre Hormone einverleiben. Viele „junge“ Typen wissen ja z.B. nicht mal die basics ueber die Pille, glauben z.B. dass die monatlich eingenommen wird.

  32. 32 viruletta 28. August 2011 um 14:28 Uhr

    Entschuldigt bitte, wenn hier der ein oder andere unangemessene Kommentar gelandet ist. Ich habe in letzter Zeit zu wenig Raum für das Internet gehabt und die Kommentare deswegen oftmals nur schnell überflogen und dann freigeschaltet, bzw. teilweise haben das auch andere für mich übernommen. Ich hoffe, dass sich keine*r dadurch verletzt gefühlt hat und werde mich sehr darum bemühen, in Zukunft sorgfältiger zu selektieren.

    Danke, tee, dass du die Trolle in Schach gehalten hast. :)

  33. 33 Frau 29. August 2011 um 10:13 Uhr

    Nur mal so nebenbei: Ich finde diese Verhütungsmethode für den Mann sollte viel stärker vorangetrieben werden: http://en.wikipedia.org/wiki/Reversible_inhibition_of_sperm_under_guidance

    Wenn das wirklich so funktioniert wäre DAS wirklich eine Alternative zur PfdF! Und auch eine Alternative zur PfdM!

  34. 34 JS 07. November 2011 um 2:56 Uhr

    Ein Aspekt, der ein bisschen vernachlässigt wird und der dafür gesorgt haben könnte, dass das Mittel nicht weiter untersucht wird, ist der Umstand, dass es gespritzt werden muss. Ich als Mann will unbedingt eine Möglichkeit, hormonell zu verhüten, weil ich sicher sein will, dass kein Kind von mir in der Welt rumläuft. Allerdings habe ich eine extreme Phobie vor Spritzen wie einige andere Menschen auch. Ich kann schon keine Bilder von Spritzen sehen geschweige welche gestochen bekommen, ohne dass ich halb umklappe. Ich kann mir gut vorstellen, dass das viele Leute abhält, das Mittel zu testen oder sich dafür zu interessieren.

    Also: orale Einnahme ja, Spritze nein.

  1. 1 Dicke Frauen im Weltall, offene Briefe und Mädchenmodels: Die Linksammlung « fuckermothers Pingback am 22. August 2011 um 12:01 Uhr

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