Nein, PETA, der Zweck heiligt nicht die Mittel!

Dass PETA alles andere als unterstützenswert ist, dürfte spätestens seit der Holocaust relativierenden Kampagne „Holocaust auf Ihrem Teller“ allgemein bekannt sein. 2004 wurde die Kampagne sogar von PETA-Deutschland übernommen – meiner Meinung nach ein klares Statement, in welche Ecke diese selbsternannte Tierrechtsorganisation gehört. (Wer einen kleinen Einblick in diese menschenverachtende Kampagne bekommen will, kann hier klicken – aber Achtung, nichts für schwache Nerven.)

PETAs Konzept ist es, in der Mitte der Gesellschaft anzusetzen – um dieses Ziel zu erreichen, werden auch gerne mal Rassismen und Sexismen in Kauf genommen.

Die Dauerrenner bei PETA sind aber das Werben mit nackten, normgerechten weiblichen Körpern und die Panikmache vor männlicher Impotenz. Die zentrale Botschaft an das weibliche Publikum: Lebe vegan und du wirst einen schönen (=schlanken) Körper haben, die Botschaft an die Männer da draußen: Wenn du keine Angst um deine Männlichkeit (=Potenz) haben willst, dann greif das nächste mal besser zum Tofu-Würstchen. Klassische Werbeplakate sind zum Beispiel diese hier:

Quelle: Klick

Und:

Quelle: Klick

Dass die Kämpfe für die Rechte der Einen oft auf den Rücken der Anderen ausgetragen werden, ist also leider nichts neues. Dass PETA sich aber für nichts zu schade ist, haben sie vor ein paar Tagen erst wieder unter Beweis gestellt. Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) hat sich nämlich dazu entschieden, .xxx-Porno-Domains zuzulassen. Seitdem bemühen sich große Firmen und Organisationen darum, die eigenen Namen aufzukaufen, damit bspw. unter der Domain spongebob.xxx nicht plötzlich eine Pornoseite erscheint. Internationale Non-Profit-Organisationen können ihre Namen allerdings kostenlos blocken lassen – und tun das in der Regel auch. Die einzige Ausnahme bildet mal wieder PETA:

People for the Ethical Treatment of Animals also signed up. However, instead of blocking its name, said PETA spokeswoman Lindsay Rajt, the organization will launch peta.xxx as a pornography site that draws attention to the plight of animals.

Pornographie gegen Tierausbeutung? Irgendwer sollte PETA endlich mal klar machen, dass der Zweck nicht die Mittel heiligt.


52 Antworten auf “Nein, PETA, der Zweck heiligt nicht die Mittel!”


  1. 1 Bäumchen 18. August 2011 um 20:26 Uhr

    Scheiß Sexismus. Ich wünschte einfach, Tierrechtler würden sich weigern, mit PETA zusammenzuarbeiten.

  2. 2 Marina 19. August 2011 um 1:05 Uhr

    Was ist rassistisch daran, gegen Rassenzucht zu sein? Das erschließt sich mir leider nicht…

    Ansonsten toller Artikel :)

  3. 3 Jan 19. August 2011 um 9:18 Uhr

    Passt aber. Ingrid Newkirk ist ohnehin eine frauenfeindliche Verrückte. In einem Interview hat sie Frauen als „Babymaschinen“ bezeichnet weshalb sie sich selbst hat sterilisieren lassen, wozu sie auch allen anderen rät. Außerdem will sie ihre sterblichen Überreste dereinst zu Leder verarbeiten lassen und zum Teil verspeist werden. Hat halt nicht mehr alle Latten am Zaun die Frau, wie eine Organisation aussieht die von so einem Menschen geleitet wird ist dann ja klar. Die haben nurnoch ihre geliebten Tierchen im Kopf und verlieren jeden anderen nötigen Respekt vor den Mitmenschen aus den Augen.

  4. 4 Charlotte 19. August 2011 um 9:57 Uhr

    Also ehrlich gesagt versteh ich die ganze Aufregung nicht! Wieso kann man nicht Haut zeigen für die, denen es an die ihre geht?
    Sexismus wird doch von denen gemacht, die sich darüber aufregen – wenn man Nacktheit als etwas Natürliches (und nicht etwas Kontruiertes) ansieht, ist das doch kein Problem, wenn Menschen FREIWILLIG vollen Körpereinsatz zeigen. Die tun doch keinem weh! Dieser Blog-Eintrag fasst es meiner Meinung nach gut zusammen: http://www.veganblog.de/2011/08/11/lieber-nackt-als-pelze-tragen-oder-warum-sexy-nicht-sexismus-ist/
    Außerdem zeigen die Slut-Walks, die es neuerdings gab, dass die Art wie man gekleidet ist nichts darüber aussagt, was für ein Mensch man ist!

  5. 5 lacyuu 19. August 2011 um 11:27 Uhr

    @Charlotte

    Sexismus ist, dass es sich bei den Werbeplakaten gegen Pelz fast ausschließlich um nackte, konventionell attraktive Frauen handelt. So gut wie nie werden Männer für diese Kampagnen eingesetzt, noch als „unattraktiv“ geltende oder ältere Menschen. Im Grund wird also der Körper von attraktiven Frauen verwendet, um für einen Zweck zu werben. Dass man einen Slogan gefunden hat, der die Nacktheit mit dem eigentlich zweck verbindet, scheint mir eher wie eine Ausrede von Peta. Siehe auch die kritisierten Kampagnen im Beitrag, dort geht es nicht um Pelztragen, sondern einfach nur darum, dass man als Belohnung fürs Vegetariersein diese Frauen bekommt (siehe beim ersten Poster der zweideutige Spruch „Willst du meinen Körper?“), sie also nur als Objekt dienen, um die Leute vom Vegetariersein zu überzeugen. Oder dass man als Frau als Veggie sooooo sexy und schlank wird (was erstens nicht stimmt und zweitens Fat-Shaming ist)

    Ich bezweifle außerdem, dass solche Kampagnen überhaupt etwas bewegen, außer vielleicht den beteiligten Prominenten einen guten Ruf als Tierschützer zu bescheren. Ansonsten werden die wenigsten beim Anblick dieser Bilder plötzlich die Einsicht bekommen, Vegetarier zu werden, außer vielleicht Frauen, die dadurch eine Esstörung entwickeln.

  6. 6 Tim 19. August 2011 um 12:23 Uhr

    @ lacyuu

    Stimmt so auch nicht. Soviel ich weiss haben sich auch schon genug Männer ausgezogen bei der “ Lieber Tatoo als Pelz“ Kampagne…

    Waren glaube ich auch die Toten Hosen und Bella B von den Ärzten dabei.

  7. 7 Belinda 19. August 2011 um 20:42 Uhr
  8. 8 John Dean 20. August 2011 um 10:42 Uhr

    Ich fand die Holocaust-Kampagne von PETA noch schlimmer, aber dieses funktionalistische Einsetzen von Frauenkörpern zwecks Verbreitung von Propaganda ist auch ziemlich widerlich, zumal die unterschwellige Botschaft noch mal zusätzlich frauen- und männerfreindlich ist, einmal eine Reduktion von Frauen auf äußere Schönheit, zum anderen die Verbindung von Männlichkeit mit dümmlichen Potenzgeraune. Dabei wird jeweils an verbreiteten Ängsten angesetzt, auf dreist unseriöse Weise zumal. Leider gilt hier: Typisch PETA!

    PETA hat zwar den Dreh´ gefunden, um sich regelmäßig in der Medienöffentlichkeit zu platzieren, ist aber als Organisation zugleich ein Beispiel dafür, imho, wie ideologische Radikalisierungsprozesse ablaufen. Es beginnt mit der Verengung auf einen Einzelaspekt und dessen Überhöhung bis zum Wahn.

    Je länger ich diese PETA-Anzeigen anschaue, umso mehr könnte ich mich aufregen über diesen Schmutz. Nebenbei, was mich betrifft (das ist aber ganz bestimmt nicht verallgemeinerbar), so haben sich meine Gewichtsprobleme bei rein vegetarischer Ernährung sogar ziemlich stark verstärkt – während ich umgekehrt bei einer ausgewogenen Mischernährung (mäßig Fleisch, viel Milch/Käse, relativ viel Obst/Gemüse) von ganz alleine kontinuierlich (aber langsam) abnehme – und mich dabei gut fühle.

    Der Punkt ist: Menschen sind verschieden, sogar ihre Stoffwechseltypologien unterscheiden sich (so gibt es u.a. allein 5 verschiedene Typologien bei der Verwertung von Cholesterin). Ich finde es grundsätzlich problematisch, wenn ein Menschenbild angewendet wird (wie bei PETA), dass auf einen Normkörper und einen Normmenschen abzielt. Noch übler finde ich es, wenn Menschen auf körperliche Aspekte reduziert werden.

    Bei allem Respekt gegenüber Veganern/innen: PETA ist widerlich.

  9. 9 tee 20. August 2011 um 15:20 Uhr

    Pornographie gegen Tierausbeutung? Irgendwer sollte PETA endlich mal klar machen, dass der Zweck nicht die Mittel heiligt.

    höchstens wenn du voraussetzt, dass das dann genauso aussieht wie bisherige kampagnen. aber dann finde ich das auch nicht schlimmer als obige kampagnen. wo ist denn das problem mit pornografie?

  10. 10 Trxie 20. August 2011 um 23:56 Uhr

    @ Achim Stößer
    DEr Artikel „Peta – eine Organisation gegen Tierrechte“ ist grauenhaft geschrieben und zeigt mir wieder einmal, dass ich noch nie etwas Vernünftiges von Tierrechtlern zu lesen bekommen habe. „Leichenteile, Kuhdrüsensekrete und Hennenmenstruationsprodukte“; sollen mich als Nicht-Veganer diese Begriffe schockieren, wachrütteln?
    Wenn ich über die Schiene angemacht werde, dass ich ein niederes Wesen bin, weil ich Hennenmestruationsprodukte fresse, möchte ich mich von diesen Leuten nicht weiter belehren lassen. Mit Vernunft kommt man in diesem Fall wohl besser zum Ziel.

  11. 11 John Dean 21. August 2011 um 11:57 Uhr

    Ich ziehe es vor, wenn Kuhdrüsensekrete anschließend in einem mehrmonatigen Prozess sorgfältig verpilzt werden. Lecker! Fleisch darf natürlich noch keinen Leichengeruch aufweisen, das mindert den Wohlgeschmack. Außerdem muss es kostenlos sein, ich bin nämlich Freeganer, das betrifft auch die Geflügelmenstruationsprodukte.

    Ein(e) jede/r wie er/sie mag. Ist doch schön, oder?

    (Wahlmöglichkeiten für jeden Menschen: das ist es!)

  12. 12 tee 21. August 2011 um 13:31 Uhr

    Ja, Trxie. Achim ist eh einer schlimmeren Rhetoriker: http://www.gruenes-blatt.de/wiki/index.php/2007-02:M%C3%A4chtige_Rhetorik_for_Dummies

    Von der (evtl. begründeten) Kritik an der „Maqi-Sekte“ fange ich jedoch nicht an. Kann jede_r ja selbst suchen …

  13. 13 abgrrrund 21. August 2011 um 14:18 Uhr

    DEr Artikel „Peta – eine Organisation gegen Tierrechte“ ist grauenhaft geschrieben und zeigt mir wieder einmal, dass ich noch nie etwas Vernünftiges von Tierrechtlern zu lesen bekommen habe.

    1. Abgesehen davon, dass die Vernunft (der logos) in der Geschichte der Ausbeutung von tierischem Leben eine extrem wichtige Rolle spielt (schließlich wurde die massenhafte, unhinterfragbare Vernichtung tierischen Lebens wesentlich mit dem Fehlen der Vernunft begründet, welche nur dem Menschen zu eigen sein soll, was wiederum zur Rechtfertigung von dessen Hegemonie herhalten muss) und deswegen die Erwartung etwas „Vernünftiges“ von Tierrechtler*innen zu lesen zumindest bedenklich ist, finde ich es ziemlich leichtfertig deine persönliche Unwissenheit generell den Tierrechtler*innen vorzuwerfen.

    Lies doch mal Sachen von der Tierrechts-Aktion-Nord (TAN)… oder der Antispeziesistischen Aktion Tübingen:

    http://asatue.blogsport.de/
    http://www.tierrechts-aktion-nord.de/

    Oder wie wärs mit Jacques Derridas „Das Tier, das ich also bin“? (Um das in all seiner Tragweite zu verstehen braucht es aber mitunter Jahre… aber da du ja was Vernünftiges lesen willst, dürfte das ja nicht das Problem für dich sein.)

    Andernfalls: Beschwer dich nicht unnötig für deine Trägheit bei anderen, und vor allem dann auch noch bei den Falschen.

    2. Nur weil Achim Stößer so etwas wie der deutschsprachige Diskursmonopolist des Veganismus (zumindest im Internet) ist – mit ziemlich großen Anteilen am Markt der symbolischen Ordnung – und er damit das vielleicht größte (Einzel-)Sendungsbewusstsein hat, lässt sich der vegane Diskurs nicht auf Achim Stößer reduzieren. Ähnliches gilt für PETA als Organisation. (Das ist wie mit Alice Schwarzer und der Emma, die beide nicht der Feminismus sind, aber großen Einfluss haben… nur so zur Erinnerung.)

    Sowohl PETA wie Achim Stößer sind schwierige Angelegenheiten, da sie mitunter populistische und/oder reduktionistische vegane Diskurse supporten und öfter andere Herrschaftsverhältnisse unberührt lassen bzw. diese reproduzieren. Beide jeweils für sich. Aber zumindest ich will auch die paradoxen emanzipatorischen Effekte und Verdienste beider nicht ganz verleugnen, auch wenn ich sehr distanziert und vorsichtig bin was Akzeptanz- und Solidaritätsbekundungen angeht. Mit PETA als vegetarisch-veganer Organisation würde ich als inzwischen 7jährige*r, linke*r Veganer*in nicht zusammenarbeiten… und mit Achim? Das weiß ich nicht…

  14. 14 abgrrrund 21. August 2011 um 14:33 Uhr

    „Leichenteile, Kuhdrüsensekrete und Hennenmenstruationsprodukte“; sollen mich als Nicht-Veganer diese Begriffe schockieren, wachrütteln?

    Wäre die Frage, ob Steak/Filet usw., Milch und Ei beschönigende, die brutale Ausbeutung von Mensch und Tier verschleierende Ausdrücke sind mit denen sich das eigene carnivore Erbe der speziesistischen Herrschaft ertragen lässt?

    Mensch könnte es auch Verdrängung nennen, wobei der neurotische Zug darin besteht, sich darüber zu beschweren, wenn einer*m die eigenen Verbrechen vorgehalten werden…

    Aber: Keine Sorge. Wir sind alle Verbrecher*innen. Fragt sich nur wie, in Bezug auf was, in welcher Intensität und wo unsere Position in diesen Verhältnissen liegt….

  15. 15 GwenDragon 21. August 2011 um 15:04 Uhr

    Erstaunlich, dass die Werber das W (linker Abstrich = „Arm“ des W) im oberen Bild genau dorthin zeigen lassen, wo nach ihrer Meinung das fehlende phallische hingehört.

    Wenn PETA KZ-Vergleiche macht, meine ich nur: PETA ist ein neuer Pornoproduzent.
    Dass bei denen das politisch korrekte Ernährung mit Sex gekoppelt ist.
    Vielleicht ist Fleischessen auch sowas wie Pädosex oder Vergewaltigung oder gar die Befürwortung der Todesstrafe?

    Dass eigentlich keine Sau und kein Eber, kein Broccoli oder Zuchino so eine Werbung anschaut, weil alle naselang irgendwelche nackten Frauen einem und einer entgegen springen, haben die pubertierenden Werber noch nicht verstanden. PETA verwendet eben keine Drückerbanden und Fußgängerzonenbelästiger, die fahren gleich Playboy-Werbung ab. Nur warum sollt ein männlicher Steakesser denn so einen Quark glauben und denen beitreten?

    Das ist auch nur Schockwerbung wie früher Benetton sie machte.

  16. 16 abgrrrund 21. August 2011 um 15:20 Uhr

    Ich ziehe es vor, wenn Kuhdrüsensekrete anschließend in einem mehrmonatigen Prozess sorgfältig verpilzt werden. Lecker! Fleisch darf natürlich noch keinen Leichengeruch aufweisen, das mindert den Wohlgeschmack. Außerdem muss es kostenlos sein, ich bin nämlich Freeganer, das betrifft auch die Geflügelmenstruationsprodukte.

    Ein(e) jede/r wie er/sie mag. Ist doch schön, oder?

    (Wahlmöglichkeiten für jeden Menschen: das ist es!)

    Wenn es ein speziesistisches Äquivalent zum Rummackern in Bezug auf Speziesverhältnisse gibt, dann würde ich es Rumcarnivoren nennen und diesen Kommentar als perfektes Beispiel dafür anführen… auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob du nicht sogar beides tust.

    Freegan? Schön. Aber dein Problem liegt darin, dass du dich als Freeganer zum*r affirmative*n Profiteur*in speziesistischer Verhältnisse machst.

    Und ja, ich denke es gibt in gewisser Weise auch Freeganismus, der nicht unbedingt speziesistisch ist… aber das trifft wohl auf dich nicht zu.

  17. 17 tee 21. August 2011 um 17:26 Uhr

    Wäre die Frage, ob Steak/Filet usw., Milch und Ei beschönigende, die brutale Ausbeutung von Mensch und Tier verschleierende Ausdrücke sind mit denen sich das eigene carnivore Erbe der speziesistischen Herrschaft ertragen lässt?

    Mensch könnte es auch Verdrängung nennen, wobei der neurotische Zug darin besteht, sich darüber zu beschweren, wenn einer*m die eigenen Verbrechen vorgehalten werden…

    ja, wäre die frage. nur gibt es an der fleischtheke weiterhin leber, herz, nieren und jede mange fleisch, das nur zur näheren unterscheidung speziell betitelt ist. auch die muttermilch heißt schließlich milch und hühnereier wie eierstöcke. also ich sehe da keinerlei „verschleierung“. aber wenn du nur genug danach suchst, wirst du die „verdrängung“ schon finden. ändert aber nichts daran, daß fleischessen (aus gutem grund) nicht als verbrechen gesehen wird.

  18. 18 tee 21. August 2011 um 17:28 Uhr

    Wenn PETA KZ-Vergleiche macht, meine ich nur: PETA ist ein neuer Pornoproduzent.
    Dass bei denen das politisch korrekte Ernährung mit Sex gekoppelt ist.
    Vielleicht ist Fleischessen auch sowas wie Pädosex oder Vergewaltigung oder gar die Befürwortung der Todesstrafe?

    BITTE???

    was hat denn der kz-vergleich mit pornoproduktion zu tun und was bittesehr „pädosex“ oder vergewaltigung mit fleischessen???

  19. 19 tee 21. August 2011 um 17:37 Uhr

    Nur warum sollt ein männlicher Steakesser denn so einen Quark glauben und denen beitreten?

    er soll doch nicht gleich beitreten, sondern nur aus dem gleichen grund kein fleisch essen, aus dem er vorher fleisch aß – weil er an das versprechen der werbung GLAUBT. ist doch recht banal.

  20. 20 Jan 21. August 2011 um 22:12 Uhr

    Bei so manchen VeganerInnen muss ich mich doch echt fragen ob deren Gerechtigkeitssinn nicht irgendwie mit ihnen durchgegangen ist. Wenn ich so ein Blech hier lese das Fleischkonsum mit Pädosex vergleichbar sei…? Verrücktes Geschwafel.

  21. 21 Wolfgang 21. August 2011 um 23:34 Uhr

    Ich empfinde diese Art Werbung schon als sexistisch – ich definiere mich schliesslich nicht über meine Potenz.

  22. 22 K.J. 22. August 2011 um 2:08 Uhr

    Interessant finde ich, wie in der Diskussion dreimal in den Raum geworfene Stichwörter zu „Fakten“ werden. Oben überzieht jemand und spricht von „Vielleicht ist Fleischessen so was wie Pädosex oder Vergewaltigung …“, weiter unten klingt es schon so, als sei das gängige Wortwahl von PETA.
    Ich bin sicherlich schon selbst mal irgendwo in die Falle getappt, und habe Texte nach kurzem Überfliegen kommentiert und beantwortet. So wird aus überziehender Satire mal eben Diskussionsgrundlage.
    Eine andere Sache, die mir gerade in den Fingern juckt, ist das Eingehen auf Einzelaspekte in Kommentaren, die dann aber doch nichts mehr mit dem eigentlichen Thema des kommentierten Artikels zu tun haben.

    (Dies an Stelle dessen, weswegen ich eigentlich lospoltern wollte)

  23. 23 Sabine 22. August 2011 um 13:32 Uhr

    Also ich finde schon, dass es in erster Linie zum Nachdenken anregt – Auch wenn ich nicht gleich Vegetarier werde oder aber Geld spende.
    Auf jeden Fall bitetet es doch anregenden Gesprächstoff. Und im Gespräch bleiben soll das Thema ja auch aus Sicht der Organisationen. Von daher finde ich die Werbung (die muss nunmal auffallen) gut gemacht.

  24. 24 onion 22. August 2011 um 14:43 Uhr
  25. 25 Jan 22. August 2011 um 16:55 Uhr

    @K.J.
    Überzogene Satire? Das nicht alle den selben „Humor“ haben kann jawohl kein Argument sein, ansonsten packen wir gleich mal die Bingokarte aus…

  26. 26 K.J. 23. August 2011 um 1:00 Uhr

    Missverständnisse, Missverständnisse.
    Mit überziehender Satire meine ich keinesfalls, dass ich das lustig finde, eher im Gegenteil. Ich sehe nur, dass jemand die Aussagen und Positionen von PETA nimmt, in ein anderes emotionalisierendes Gewand packt und sagt „da könnten die ja auch gleich das machen“.
    Daraus wurde dann bei dir, dass das der Blech der herbivoren Seite der Diskussion sei. Dabei ist es eher der ‚anderen Seite‘ zuzuordnen. Da besteht dann die Gefahr, sich irgendwo festzubeißen, wo nicht wirklich was ist.

  27. 27 Oro 23. August 2011 um 7:35 Uhr

    Ich hab letztens mal in einem Bericht mit Statistiken über Vegetarier und Veganer gelesen, dass die größte Zielgruppe sehr gebildete Frauen sind. Bei den ganzen Mist den die Lebensmittelindustrie uns täglich serviert leuchtet das auch ein ^^
    Mal ehrlich, ihr glaubt doch nicht das die erhöhte Krebsraten von irgendwelchen elektro smog oder handy strahlungen kommen oder? Irgendwelche Mistsäcke kriegen den Hals einfach nicht voll und werden immer wieder versuchen scheisse zu Geld zu machen. Wie Georg Schramm das auch schön sagte, ist das Zufall das die Verbraucherschutzzentralen immer weniger Kohle kriegen und es parallel dazu trotzdem immer mehr Lebensmittelskandale auftreten? hmmmm ;)

    Ich glaube die wenigstens Leute lassen sich durch so eine Botschaft dahin beinflussen kein Fleisch mehr zu essen, kenne ja sogar Türken die Schweinefleisch essen – scheinbar wirkt nichtmal Religion so stark wenn da eine vernünftige Bildungsbasis ist :)
    Ansonsten, wer wirklich so blöd ist und durch diese Aussage sich beeinflussen lässt, dem ist auch nicht geholfen wenn man der Peta ein wenig Niveau schenkt, diese Leute lassen sich doch 100% von jedem anderen Werbeschrott ebenso manipulieren.
    Medienkompetenz besitzen die wenigsten Menschen, deswegen haben wir doch unseren Mainstream und die tollen gesellschaftlichen Konventionen ^^

  28. 28 tee 23. August 2011 um 7:44 Uhr

    Ich sehe nur, dass jemand die Aussagen und Positionen von PETA nimmt, in ein anderes emotionalisierendes Gewand packt […]

    HAHA. Als wären sie da nicht schon lange drin. Der „Holocaust auf dem Teller“ war sozusagen schon die Königin der(Real)Satire, das kann man doch nicht noch einmal so zuspitzen.

  29. 29 Wunderlich 23. August 2011 um 11:37 Uhr

    Diese ganzen Promis oder P-Promis (aka Pornostars) machen doch nur Werbung für Peta, weil es Werbung für sie und ihr eigenes Image ist. Lächerlich die ganzen Kampagnen. Zu dem Holocaustscheiß sag ich mal gar nichts. Aber wenn auf einer Seite schon von „die Juden klagen an“ gesprochen wird oder Konrad Lorenz der NS-Professor zitiert wird, läuft irgendwas falsch.
    Ich esse weiter mein Fleisch und bin froh wenn es billig ist.

  30. 30 utrumque 23. August 2011 um 13:04 Uhr

    mir ist klar, die diskussion ist bereits fortgeschritten, dennoch ist es mir wichtig, noch einmal zu betonen: ja, wenn dinge konsensual passieren, ist erstmal o.k. unabhängig vom sexualisierten inhalt. aber:
    was bei PETA nicht geht, das zeigen auch die „männlichen gegenbeispiele“, dass nur genormte körper gezeigt werden und darüber hinaus auch noch behauptet wird, dass JEDE_R solch einen normkörper erreichen kann, wenn er_sie nur aufhört, tierische produkte zu essen.
    - mal davon abgesehen, dass ich mich auch mit veganer schoki und haufenweise saitan-produkten aus der körpernorm und in eine gicht essen kann.. aber das sei dahingestellt.

    es geht also m.E. um die kritik an der verbreitung von körpernormen und der widerlichen neoliberal eingefärbten lüge, jede_r könne, wenn er_sie nur wollte. und am weiterhin bestehenden hang dazu, vor allem ‚frauen‘körper zu sexualisieren.

    an dieser stelle wird es meines erachtens auch mit dem konsens schwierig: wenn menschen innerhalb der norm und unkritisch gegen das zweigeschelchtliche patriarchatskonstrukt leben und denken, dann merken die eben auch nicht, dass das gerade sexistisch ist.
    zur ergänzung dieses arguments sei dann noch auf den sehr guten artikel zum zusammenhang von veganismus und esstörungen insbes. bei weiblich sozialisierten personen von katharina röggla in der arranca #43 verwiesen:
    http://arranca.org/ausgabe/43/mein-koerper-mein-veganer-tempel

  31. 31 Pipmatz 24. August 2011 um 9:43 Uhr

    Ich finds ganz schön frech wie hier was über Frauenrechte geschwafelt wird und zeitgleich die Newkirk so verleumdet wird. Wo sind denn bitte die Quellen dafür, dass sie ihre Haut zu Leder machen will und ihre Überreste verspeisen lassen will?! Und wieso ist man Frauenfeindlich wenn man sich sterilisieren lässt? In Anbetracht der Millionen Kinder die jeden Tag verrecken weil sie nichts zu fressen haben und adoptiert werden könnten find ich das schon eine ganz schöne Entscheidung von ihr.

    Und Stösser: Halt’s Maul!

  32. 32 Bäumchen 24. August 2011 um 13:41 Uhr

    @utrumque
    Sehr cooler Artikel, utrumque.

  33. 33 viruletta 24. August 2011 um 15:54 Uhr

    Noch mehr Infos zu dem Thema: Klick

  34. 34 John Dean 25. August 2011 um 19:52 Uhr

    @ Piepmatz

    Du findest also eine Einzelmeinung „ganz schön frech“ und steckst „hier“ alle in deine Schublade, und „alle“ würden hier „frech“ über „Frauenrechte schwafeln“.

    Da sage ich: Nein, danke!

    @ Fritz

    Dein Statement halte ich für extrem: flach. Das mag jetzt „von der Natur“ bei dir so festgelegt sein…,

    aber ich hoffe trotzdem ;-) doch darauf, dass du in der Lage bist anzuerkennen, erstens, dass sich Attraktivitätsvorstellungen kulturell und interpersonell unterscheiden können, sogar massiv (also: nix „nur Natur“!), zweitens, dass diese Vorstellungen generell (!) ständigen Wandlungen unterliegen (Stichwort: Mode), drittens, dass die Geschmäcker schlicht verschieden sind.

    Von einem einheitlichen „Naturprogramm“ für einen Normkörper kann keine Rede sein – so etwas ist ganz im Gegenteil in erster (!) Linie kulturell konstruiert, wenngleich ich einen gewissen (aber nicht genau bestimmbaren).

    Alles klar, Fritz?

  35. 35 mazza 25. August 2011 um 21:09 Uhr

    anscheinend kann nur noch mit nackter weiblicher haut und in aufreizenden weiblichen posen die gewünschte aufmerksamkeit erzielt werden. vor ca. 2 jahren machte peta mit einer bordell-rabatt-werbung auf SICH aufmerksam. heute mal keine bordell-werbung, dafür frauen wunschgemäss in pin up – posen, wie aufgetischt aus der dose der sexindustrie.
    alles sehr eindeutig – sex sells in der werbung und sexismus werden uns jeden tag vorgeführt. ärgerlich und nicht mehr nachvollziehbar. deshalb werde ich diesen sex sells – laden verlassen. das hat nichts mit prüderie zu tun.

  36. 36 hn 26. August 2011 um 4:56 Uhr

    dass peta aber seit Jahren schon keine andere Idee mehr hatte zeigt doch, dass sie irgendwoher genug positives Feedback bekommen…

  37. 37 dodo 26. August 2011 um 22:59 Uhr

    Ach ja? Das gleiche?
    Warum waren dicke Frauen dann mal sehr attraktiv (bzw. sind es in manchen Gegenden heute noch), jetzt aber gilt superschlank als sexy? Warum gelten weibliche Körperhaare (bis auf Haupthaar, Augenbrauen, Wimpern und evtl noch Armhaar) heute oft als „eklig/ungepflegt/unattraktiv“, während es zu Großmutters Zeiten noch als besonders „rassig“ galt hierzulande?
    In den 20ern galten Frauen, die eher androgyn wirkten (schmale Lippen, Kurzhaarschnitt, keine Kurven,…) als besonders begehrenswert – jetzt bitte möglichst weiblich mit Mordsbusen und aufgespritzten „Blaselippen“?
    Warum kämpfen heute tausende von Frauen verzweifelt gegen sog. „Cellulite“ als angeblichem Makel, während das vor 50 Jahren noch keine Sau interessiert hat?

    Und vor allem: was genau hat das denn mit „genetischer Fitness“ zu tun??

  38. 38 Jan 27. August 2011 um 1:38 Uhr

    @dodo:
    Das Ding is doch: Mode. Einige wehren sich dagegen, die Masse zieht mit. So wars immer. Es ist unsinnig gegen die Modevorstellungen selbst zu polemisieren wenn sowieso welche auftreten. Umgekehrt währe es auch genauso lächerlich Dicklichkeit zu fordern. Allerdings hat „Fritz“ recht das tatsächlich bestimmte Aspekte Schönheit definieren, aber die sind nicht ans Gewicht, Größe oder so gebunden, sondern an Verhältnismäßigkeiten, siehe goldener Schnitt, etc…

  39. 39 dodo 27. August 2011 um 2:47 Uhr

    Ich habe in meinem Post noch nicht mal polemisiert… schon gar nicht gegen Modevorstellungen an sich.
    Das mit der Verhältnismäßigkeit/ dem Goldenen Schnitt will mir auch nicht recht realistisch erscheinen. Viele Menschen wirken auch gerade wegen einem vermeintlichen Makel besonders attraktiv, auch auf „die Masse“. Cindy Crawfords Muttermal, Pam Andersons grotesk falsche Brüste, Laetitia Casta wegen der Zahnlücke, der Streisand-Silberblick, eine graue Strähne, lispeln,… alles Unverhältnismäßigkeiten.
    Wenn man jemanden nach seiner/ihrer PartnerIn fragt, was da an ihm/ihr das „Schönste“ sei, werden wohl auch eher herausstechende, individuelle Unregelmäßigkeiten erwähnt statt der Regelmäßigkeiten.

  40. 40 Neo R. 27. August 2011 um 17:56 Uhr

    Die Leute die sich hier ernsthaft entblöden Attraktivität biologisch zu begründen anstatt kulturell sollten sich mal mit den Schönheitsidealen außerhalb des europäischen Kontextes befassen. Oder haben die Leute da andere biologische Grundlagen?

    [P.S. Sorry, aber lass doch nicht jeden Blödsinn hier hier stehen, viruletta. Wenn Du einen Artikel einstellst dann bist du auch in der Verantwortung dass aus der Diskussion keine Werbeveranstaltung für Biologismus wird. Danke]

  41. 41 viruletta 28. August 2011 um 15:28 Uhr

    Ich möchte mich auch hier nochmal dafür entschuldigen, was für Kommentare es teilweise auf diese Seite geschafft haben. Ich hoffe sehr, dass dadurch keine*r verletzt worden ist und werde mich bemühen, mir in Zukunft mehr Zeit für das Moderieren der Kommentare freizuschaufeln. Dass Menschen wie Achim Stößer (der eine Anklage wegen Vergewaltigung nie zurückweisen konnte und eine Seite im Netz betreibt, die sich gegen „Sexismus gegenüber Männern“ ausspricht) hier eine Plattform geboten wurde, darf einfach nicht passieren und tut mir wirklich leid.

    @ Bäumchen: Tierrechtler*innen sind ja (zum Glück!) keine homogene Masse. Ich lebe selber seit vielen Jahren vegan und würde mich auch als Tierbefreierin bezeichnen (an dem Wort „Recht“ stoße ich mich, weil ich unserem gültigen Rechtssystem nicht viel abgewinnen kann), war sogar einige Zeit in der Antispe-Szene aktiv (WAR wohlgemerkt – und auch das kommt nicht von ungefähr). Mit PETA habe ich mich aber damals schon nicht identifizieren können und ich kenne viele, denen es genauso geht. PETA ist (genau wie Singer, Stößer und andere verquere Gestalten, mit denen ich als Veganerin gerne mal in einen Topf geworden werde) keinesfalls repräsentativ für die Antispe-/Tierbefreiungsbewegung!

    @ Marina: Hundezucht mit Rassismus gleichzusetzen ist einfach eine Verharmlosung von letzterem und schlägt in eine ähnliche Kerbe, wie es auch die Holocaust-Vergleiche tun.

    @ Jan: Zu Ingrid Newkirk kann ich nicht viel sagen und da du auch keine Quellen angegeben hast, kenne ich den Kontext nicht, jedoch ist der Vergleich von Frauen als „Babymaschinen“ gar nicht so sehr weit hergeholt. Sonja Eismann hat dazu in einem Artikel in der Jungel World Stellung bezogen:

    Geht es um den nach wie vor randvoll auf­geladenen Begriff der Mutterschaft, ist immer noch der Körper der »Betroffenen« ein Schlachtfeld, auf dem die ideologischen Schlachten aus­getragen werden. Denn nie ist der weibliche Körper mehr Eigentum der Allgemeinheit als dann, wenn seine Reproduktionsfähigkeit sichtbar zu Tage tritt.

    @ John Dean:

    Bei allem Respekt gegenüber Veganern/innen: PETA ist widerlich.

    Da stimme ich dir auch als Veganerin zu.

    @ abgrrrund:

    Nur weil Achim Stößer so etwas wie der deutschsprachige Diskursmonopolist des Veganismus (zumindest im Internet) ist – mit ziemlich großen Anteilen am Markt der symbolischen Ordnung – und er damit das vielleicht größte (Einzel-)Sendungsbewusstsein hat, lässt sich der vegane Diskurs nicht auf Achim Stößer reduzieren. Ähnliches gilt für PETA als Organisation. (Das ist wie mit Alice Schwarzer und der Emma, die beide nicht der Feminismus sind, aber großen Einfluss haben… nur so zur Erinnerung.)

    Word!

    Keine Sorge. Wir sind alle Verbrecher*innen. Fragt sich nur wie, in Bezug auf was, in welcher Intensität und wo unsere Position in diesen Verhältnissen liegt…

    Ja, nur blenden genau das Tierrechtler*innen/ Antispes/ … gerne aus. Schönes Beispiel dafür findest du hier: Klick

    Annie_Slut hat hierzu im riot grrrl-Forum mal eine sehr gute Analyse geliefert:

    Meine These ist, dass diese Szene dominiert ist von recht durchweg privilegierten Individuen (Männlich, weiß, hetero, cis, Mittelschicht, able-bodied usw. und in Bezug auf Männlichkeit unbedingt zahlenmäßig, aber diskursiv).
    Nun, wenn der Weg nicht Selbstreflexion und Selbsthinterfragung ist und die Auseinandersetzung damit, nicht „auf der Seite der Guten“ (also der Unterdrückten, die um ihre Befreiung kämpfen) zu stehen, wogegen können diese Menschen rebellieren? Welchen Kampf können sie führen, wo sie sich nicht selber hinterfragen müssen, wo sie nicht kritisch gesehen werden können von denen, für die zu kämpfen sie sich auf die Fahnen schreiben? Tierbefreiung!
    Tiere sprechen nicht für sich selbst, daher kann für sie gesprochen werden, ohne kritischen Widerspruch und Einforderungen der Reflexion der eigenen Dominanzposition. Die Schuldgefühle aus der eigenen Beteiligung an Herrschaft aus dominanter Position und aus deren Verdrängung lassen sich hervorragend durch eine Selbstdarstellung als Held(_in) kompensieren und verstecken.

    Der heldenhafte Kampf für die Schwachen, die nicht selber kämpfen können, wird in diesem Zuge auch als der moralisch hochwertigste verstanden. (Scheinbare) Selbstlosigkeit im Gegensatz zu dem „egoisitschen“ Bestreben, gegen die eigene Diskriminierung zu kämpfen und sich mit seinen eigenen Belangen zu beschäftigen. Aus „wir sind so sehr durchweg privilegiert, dass wir nicht als Unterdrückte kämpfen können und gegen unsere Dominanz wollen wir nichts machen“ wird „Wir sind Helden und kämpfen für die Unterdrückten, und die Leute, die gegen ihre eigene Diskriminierung kämpfen (sprich: die wir diskriminieren), sind dagegen egoistisch“.
    So lassen sich andere Kämpfe, durch die die Held_innen der Tierbefreiungs-bewegung selber kritisiert würden, abwerten und ignorieren und das Selbst als tadelloser Gutmensch kann unberührt bleiben.

    Zu diesem Zweck muss auch eine Unterdrückungshierarchie (aufgestellt von den Privilegiertesten…) aufgemacht werden, in der die Tiere die Unterdrückstesten sind.
    Aus deren Unterdrückung sind die Held_innen ja durch Veganismus ausgestiegen und nur die anderen sind schlecht.
    Alle anderen Gewaltstrukturen, in denen frau_man selber dominant positioniert ist und handelt, müssen banalisiert werden, damit die Diskriminierungen, die frau_man selber ausübt, viel weniger schlimm erscheint als diejenige, deren Bekämpfung frau_man sich verschrieben hat. Um am Ende als Gutmensch vor allen anderen Menschen dazustehen (und das Bedürfnis genau danach, ist, wie gesagt, meiner Meinung nach gespeist aus sowas wie ’nem unterschwelligen schlechten Gewissen über die eigenen Dominanzen, welches aber nicht durch Auseinandersetzung mit selbigen bekämpft werden soll).

    @ Sabine:

    Also ich finde schon, dass es in erster Linie zum Nachdenken anregt – Auch wenn ich nicht gleich Vegetarier werde oder aber Geld spende.
    Auf jeden Fall bitetet es doch anregenden Gesprächstoff. Und im Gespräch bleiben soll das Thema ja auch aus Sicht der Organisationen. Von daher finde ich die Werbung (die muss nunmal auffallen) gut gemacht.

    Du unterstützt weder die Organisation noch hörst du auf, Fleisch zu essen. Inwiefern hat PETA mit dieser Werbung dann ihr Ziel erreicht? Welche Botschaft bringen solche Plakate deiner Meinung nach rüber? Worüber denkst du nach, nachdem du ein solches Bild/ Video gesehen hast?

  42. 42 detlev 29. August 2011 um 11:34 Uhr

    Autsch, danke für die vielen Infos!

    Gut das doch noch nicht zu einer engeren Verknüpfung gekommen ist :(

    Dies Artikel zum Thema Tiere finden hoffentlich euere Zustimmung.

    Ich würde gerne mal mit den Mädels reden/mailen

  43. 43 viruletta 30. August 2011 um 23:29 Uhr

    „Pro-Vegetarier-Gruppe behandelt Frauen wie Fleisch.“ Ich würde sagen: gut auf den Punkt gebracht.

  44. 44 gemeint 07. September 2011 um 11:15 Uhr

    @viruletta: zu deinem Rassismus Vorwurf gegen PETA wegen dem Plakat gegen Züchter_innen (http://hirngerechte-gestaltung.com.dd8012.kasserver.com/wordpressKH/wp-content/uploads/2011/04/2.jpg):
    Ich finde den Vorwurf ehrlich gesagt nicht gerechtfertigt. Ich finde das nciht rassistisch. Problematisch daran ist vielleicht, dass das Konzept „Rasse“ bei Menschen („master race“) mit dem bei Tieren gleichgestellt wird. ich denke, ich würde so ein plakat nciht selber machen, aber an sich finde ich das motiv ganz lustig.

    magst du ausführen, was du daran konkret rassistisch findest?

  45. 45 falsch 08. September 2011 um 1:17 Uhr

    pornos müssen nicht automatisch sexistisch sein.

  46. 46 Chiara 15. September 2011 um 19:53 Uhr

    Also ich finde Peta macht es richtig so!
    Wie nehmen es Leute anders war? Man braucht Schock BIlder! Denn viele Menschen verstehen oder wollen nicht begreifen das Massenhaltug, Tierversuche, Schlachten etc. Furchtbar ist! ES ist unmenschlich soetwas zu zu lassen.
    Und Ich finde es absolut in Ordnung, das Menschen auf selbe Ebene wie Tiere gestellt werden, den wir sind nichts anderes. Was gibt uns das REcht Tiere zu demütigen und zu quälen nur damit wir derren Produkte erhalten? Ich unterstütze Peta voll und ganz! Oder soll man ihnen weiter die Bio-Mc Donalds Werbung zeigen, mit Glücklichen Freilad Kühen? Alles nur Lügen, doch das will keiner wahr haben! Die meisten begreifen/ oder nehmen es nur dann war wenn es Schockbilder sind.

  47. 47 nane 17. September 2011 um 16:21 Uhr

    Was gibt uns das REcht Tiere zu demütigen und zu quälen nur damit wir derren Produkte erhalten?
    einige menschen geben allen menschen rechte. dass menschen als spezies dabei die rechte quasi an sich selbst vergeben und nicht auf gott oder das spaghettimonster hören müssen, ist ja der clou dabei.

  48. 48 E. 18. September 2011 um 20:32 Uhr

    Hier gehts doch nicht darum das Peta sich für Tiere einsetzt, sondern wie.
    Und das geht auch herrvorragend ohne Sexismus…

  49. 49 viruletta 24. September 2011 um 12:58 Uhr

    @gemeint: Klar :) Das Plakat „Masterrace“ ist aus dem selben Grund rassistisch, weshalb auch die „Milch ist Vergewaltigung“-Sticker sexistisch sind und die „Holocaust auf deinem Teller“-Kampagne Holocaustrelativierend ist. Sie verharmlosen zwischenmenschliche Machtverhältnisse und verwischen die Hintergründe. Es darf eben nicht außen vor gelassen werden, ob die Motivation dahinter kapitalistisch oder ideologisch begründet ist. Menschen kaufen sich Rassehunde im schlimmsten Fall, weil sie diese als Statusobjekte sehen, im besten, weil sie wissen dass diese bestimmte Rasse am besten zu ihren Bedürfnissen passt (kalkulierbare Charaktereigenschaften können vorallem bei „Gebrauchshunden“ ein großer Vorteil sein). Rassismus ist da weitaus komplexer.

    @Chiara & nane: Hier kann ich E. nur zustimmen. Was bringt es denn, wenn durch solche Kampagnen Menschen zum Vegetarismus gebracht, sexistischen Stereotype dafür aber bestätigt und reproduziert werden? Ist Sexismus in euren Augen weniger schlimm als Speziesismus? Ist es fair, den Kampf für die Rechte der Einen auf den Rücken der Anderen auszutragen?

  50. 50 viruletta 13. März 2012 um 1:41 Uhr

    …und es geht weiter. leider.

  1. 1 Pelz oder kein Pelz, aber bitte ohne Massaker! | Maß und Ziel Pingback am 27. November 2011 um 23:24 Uhr
  2. 2 Sexismus gegen Tierausbeutung?! « viruletta. Pingback am 28. Februar 2012 um 0:41 Uhr

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