Archiv für August 2011

Zu den SlutWalk-Kontroversen: Warum keine mehr eine Schlampe ist, wenn wir alle welche sind

Die Protestform der SlutWalk-Bewegung wurde inzwischen viel und breit diskutiert, sie hat viel Anklang gefunden, aber auch immer wieder für Bedenken gesorgt.

- „Das Anliegen ist ja richtig, aber die Mittel sind die falschen.“

- „Ich würde eigentlich gerne mitmachen, aber mir macht es Bauchschmerzen, unter einem Banner zu laufen, auf dem das Wort „Schlampe“ steht.“

- „Ich habe das Gefühl, dass diese Protestform dem sexistischen Normalzustand eher in die Hände spielt, als ihn ins Wanken zu bringen.“

Im folgenden werde ich ein paar Gründe dafür aufführen, weshalb ich mich als (Queer-)Feministin trotzdem dazu entschieden habe, an der SlutWalk-Bewegung mitzuwirken. (mehr…)

Foto-Wanderausstellung „Hälfte des Himmels“


Bild: Premiere in Heidelberg, von der unten angegebenen Homepage der Macherinnen

Eine Wanderausstellung thematisiert anhand von Fotos und Porträts Gewalt gegen Frauen:

Dieses neue Projekt nun kreist thematisch um Statistiken zur „Gewalt gegen Frauen“. Das Heidelberger Frauenhaus KARO und Schiffmann wollten diesen Zahlen Gesicht und Geschichte geben, ohne die Frauen dabei erneut aufs Opfer-Sein zu reduzieren. Heraus kam ein ganzes Spektrum von Gewalt. Die 100 interviewten Frauen leben zwischen Heidelberg und Berlin und sind zwischen 15 und 92 Jahre alt. Einige erzählen, bisher niemals gegen sie gerichtete Gewalt erfahren zu haben, andere brechen in Tränen aus, als sie auf das Thema angesprochen werden.

Hier finden sich Termine, Philosophie und weitere Infos.

Der wage-gap existiert

Ein Studie des „Georgetown University’s Center on Education and the Workforce“ zeigt, eine Frau mit PhD verdient soviel wie ein Mann mit Bachelor.

Women earn less at all degree levels, even when they work as much as men. On average, women who work full-time, full-year earn 25 percent less than men, even at similar education levels.

Quelle und mehr

Kein Standard

In Österreich ist wieder einmal eine Debatte um den Schwangerschaftsabbruch entflammt . Auslöser war das Anliegen des Gesundheitsministers Stöger, welcher sich für die Möglichkeit aussprach Abtreibungen in öffentlichen Krankenhäusern zu ermöglichen. In Österreich werden Schwangerschaftsabbrüche bisher nicht flächendeckend angeboten. Für die betroffenen Frauen bedeutet dies erhebliche Mehrkosten. Dabei ist zu bedenken, dass ein Schwangerschaftsabbruch in Österreich nicht durch die gesetzliche Krankenkasse abgedeckt ist. Zu den anfallenden Kosten, kommen für Frauen, v.a aus ländlichen Regionen, dementsprechend noch erhebliche Reisekosten hinzu.

Die von Herrn Stöger vorgeschlagene Änderung würde eine erhebliche Erleichterung darstellen. Doch solch ein frauenfreundlicher Vorschlag erhält klarer Weise sofort Gegenwind, so sprachen sich, oh Wunder, die katholische Kirche sowie der Familienminister Mitterlehner gegen den Vorstoß aus. Es sei laut Mitterlehner „ein falsches Signal“. Eltern solle „Mut zum Kind“ gemacht werden. Ob mensch sich für der gegen ein Kind entscheidet hat jedoch wenig mit Mut zu tun, sondern mit Selbstbestimmung. Menschen muss also kein Mut gemacht werden, sondern die Unstände müssen so gestaltet werden, dass die Entscheidung für oder gegen ein Kind möglich ist. Das heißt volle Finazierung von Schwangerschftsabbrüchen und Verhütungsmitteln, aber auch finanzielle Unterstützung von Menschen mit Kind. Es kann nicht sein, dass es für viele Menschen ein Armutsrisiko bedeutet ein Kind in die Welt zu setzen.

Die Debatte verdeutlicht aber auch, dass ein Abbruch, für viele Menschen noch in die Schmuddelecke der Medizin gehört. ÖVP-Klubobmann Kopf dazu: „Es könne nicht sein, dass Abtreibungen zu „Standardaufgaben“ in öffentlichen Spitälern werden.“
Nein, aus weiblicher Selbstbestimmung einen Standard machen, ganz schrecklich! Diese Sicht auf Abtreibung ist leider länderübergreifend common sense.

Men can stop rape

Ein wundervolle Initative wurde von australischen Studierenden ins Lebengerufen. Auf der Seite „Men speaking out“ sprechen sich zahlreiche junge Männer gegen sexuelle Gewalt an Frauen aus.
I like!

Männerbewegung versus Maskulismus – Zum Buch „[r]echte Kerle – Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung“

So genannte „Maskulisten“ / „Männerrechtler“ scheuen sich nicht vor Kooperationen mit ganz rechts außen. So lassen sich auf entsprechenden Blogs z.B. Abbildungen mit Hakenkreuz und Reichsadler finden, Gewaltdrohungen und Mordphantasien können auf Blogs und Foren unwidersprochen geäußert werden. Unter dem vorgeschobenen Deckmantel vermeintlicher Meinungsfreiheit werden so explizit Aufrufe zu Gewalt und Hass befördert. Auf einem der Blogs heißt es beispielsweise schon in den Verhaltenshinweisen zur Nutzung der Kommentarfunktion, dass „antisemitische, frauenfeindliche, rassistische, sexistische, homophobe, transphobe, rechtsradikale, islamophobe und gender- ungerechte Meinungsäußerungen nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht“(1) sind.

Buchcover [r]echte Kerle

Der Autor von „[r]echte Kerle – Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung“ wurde nach dem Erscheinen des Buches sogleich mit Gewalt bedroht. Er hatte für seine Recherchen einige Wochen und Monate den rechtspopulistischen und rechtsradikalen Positionierungen auf Blogs und in Foren der Männerrechtler nachgespürt. Er arbeitet heraus, wie Rassismus und Antisemitismus, die Abgrenzung gegenüber Schwulen, gegenüber Armen, der Hass auf Frauen auf Blogs und in Foren der Männerrechtler zu den akzeptierten Positionen gehören. Er zeigt, wie diese Positionen mit einem simplen ideologischen Biologismus und einer Verharmlosung der Nazi-Verbrechen einhergehen. Dies führt er jeweils anschaulich an Beispielen aus. (mehr…)

Party fail

Autsch. An Partyeinladungen mit halbnackten Frauen sind wir ja fast schon gewöhnt, auch die Tatsache, dass Frauen billiger oder umsonst Alkohol konsumieren können, ist leider (in gewissen Etablissements) auch Partyalltag. Aber diese Veranstaltung toppt einiges.

Denn bei der Party „PROHIBITION“, bekommen „Mädels“ nichts an der Bar.

Ihr könnt an diesem Abend nichts an der Bar bestellen.
Die Jungs sind der Weg zum Glück. – Lasst Euch einladen,
bestecht sie, klaut die Drinks – seid kreativ!

Um den Herren der Schöpfung die Situation etwas zu erleichtern, bieten wir euch die „Gentlemens Best“-Pakete an:

- 0,5 Liter Wodka + 3 Bull + 1 Flasche Prosecco für 45€
- 1,0 Liter Wodka + 6 Bull + 2 Flaschen Prosecco für 95€
- 3,0 Liter Wodka + 18 Bull + 1 Kiste Prosecco für 295€

Sag mal gehts noch? Die Aussage hinter dieser Idiotie: Mädchen such dir nen Macker mit Geld und lass dich aushalten, denn Frauen und Finanzen, ganz schlecht.
Liebe Veranstalter_innen, was soll bitte an einem seit Jahrtausend bestehenden Missstand, dass Männer über mehr Ressourcen verfügen als Frauen, feiernswert sein?
Schon lange nicht mehr so einen Schwachsinn gesehen!

Twitter und ich sag dir welches geschlecht du hast

Ein us-amerikanisches Forscherteam, meint anhand des Inhaltes von Twittermeldungen, das Geschlecht der/des Verfasser_in bestimmen zu können. Dabei wird, oh Wunder, ganz tief in die Stereotypenkiste gegriffen.

Unter dem Titel Discriminating Gender on Twitter beschreiben die Forscher, wie es ihnen gelungen ist, in 76 Prozent aller Fälle das richtige Geschlecht von Tweet-Schreiben zu ermitteln, selbst wenn es neben dem eigentlichen Text keinerlei weitere Information über den Autor gab.(…)
Am Ende spuckte die Software eine lange Reihe von Worten und Wortbestandteilen aus, die statistisch am meisten bei Männern oder Frauen vorkommen. Entlarvend ist demzufolge zum Beispiel die Verwendung des persönlichen Fürworts my. Logisch ist noch, dass ein Mann eher „my wife“ schreibt und eine Frau eher „my husband“. Aber in weiblichen Tweets tauchen offensichtlich auch deutlich häufiger die Kombination „my yoghurt“ und „my yoga“ auf, während bei Männern hinter my eher „zipper“ oder „beer“ folgen. Außerdem verwenden Frauen deutlich häufiger Smileys oder Ausrufezeichen als Männer. Frauen tippen „haha“ und „love“ und „feeling“ in die Statusleiste. Männer hingegen deutlich öfter „http“ und „google“.