Archiv für Oktober 2011

SOLIABEND FÜR DAS MEDIBÜRO Berlin in der Möbel Olfe* am Montag, 7. November 2011 ab 20 Uhr

SOLIABEND FÜR DAS MEDIBÜRO Berlin in der Möbel Olfe*

am Montag, 7. November 2011 ab 20 Uhr

Das Medibüro vermittelt seit 1996 anonym medizinische Versorgung für Migrant_innen ohne legalen Aufenthaltsstatus. Die Ärzt_innen und das Medibüro tun dies unentgeltlich. Aber Medikamente, Geburten und Operationen kosten viel Geld. Darum trinkt, tanzt, feiert, spendet für die medizinische Versorgung für alle – unabhängig vom Aufenthaltsstatus!

Weitere Infos unter: http://www.medibuero.de/

*Reichenberger Str. 177, U-Bahn Kottbusser Tor, Eingang Dresdner Str. ♦ Eintritt ist Spende für´s Medibüro, ebenso das Trinkgeld am Tresen und ein Teil der Einnahmen. Also kommt zahlreich und verbreitet die Info über Eure Verteiler und an Eure Freund_innen!!!

Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie

Der freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) veranstaltet vom 4. bis 11. November 2011 zum sechsten Mal die „Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie“ an Hochschulen im gesamten Bundesgebiet , dieses Jahr unter dem Motto „Stereotype“.

Feministinnen und nerdige Internetuser

,,Zu dick, zu dünn, zu flach, zu kurvig? Alles Humbug!

Abtreibung, Kirche und Moral


Interview mit Sarah Diehl, der Macherin der Doku ,,Abortion Democracy“.

Etwas älterer (9.10.’11), aber sehr guter Artikel : ,,Das Schweigen der Transsexuellen“:,,Cisgenderismus ist ein Privileg in Aktion: das beurteilende, verurteilende, sexualisierende Geschwätz derer, für die dabei nichts auf dem Spiel steht, über diejenigen, für die dabei alles auf dem Spiel steht.“

Grenzüberschreitungen

So ein Autorinnenpaar macht auf Spiegel-Online sone Serie zu ihrem Buch, eine Art nett-amüsantes Alphabet für Peinlichkeiten der Neunziger, für jeden Buchstaben ein Artikel.
Okay, gegen Ende des ABCs wird’s zugegebenermaßen schwierig, dennoch schrieben sie unter „Q“ den Artikel übers Quälen („Kleine Folter unter Freunden“).
Im SpOn-Forum daraufhin eine kurze und interessante Debatte über körperliche Grenzüberschreitungen (für SpOn-Forum sogar echt lesbar).

Die Frau, das verschwindende Objekt!

1979 drehte Jean Kilbourne, amerikanische Feministin, Buchautorin und Ex-Model, ihren ersten analytischen Film zum Thema Frauen in der Werbung. Die auf den ersten Blick lustig erscheinenden Werbefilmchen strotzten vor Rollenklischees und instutionalisierten die Frau als Sexobjekt (Teil 2 erschien 1987, Teil 3 im Jahr 2000.) Das war damals, und heute? (mehr…)

Ein neues Gesetz in den USA: ,,Lasst Frauen sterben“

Die Abtreibungsgegner in den Vereinigten Staaten haben ein großes Ziel erreicht: Unter dem Euphemismus ,,Protect Life Act“ (Lebensschutz-Gesetz) wurde nun ein Gesetz verabschiedet, das Krankenhäusern und Ärzten erlaubt, Frauen ,,vor ihrer Tür“ sterben zu lassen. Das bisher in Kraft gewesene Emergency Medical Treatment and Active Labor Act (EMTALA) darf jetzt im Falle eines Abtreibungsbedarf, das die Mutter rettet, ignoriert werden. EMTALA fordert, dass den Patienten in Notfallsituationen angemessene medizinische Hilfe erwiesen wird, was eine Abtreibung bisher mit einschloss, falls diese nötig wurde. Die Stimme der Minderheit, Nancy Pelosi, nennt das neue Gesetz einen ,,grausamen Angriff auf die Gesundheit von Frauen“. Fast alle Republikaner und 15 Demokraten wählten für den ,,Protect Life Act“.
Die Befürworter argumentieren u.a, dieses Gesetz diene zum Schutz der Krankenhäuser, die an religiöse Institutionen gebunden sind, wie auch, dass es soetwas wie eine Notfall-Abtreibung nicht geben kann.

Hier ein Bericht aus einem katholischen Krankenhaus (Übersetzung unten):

,,A woman with a condition that prevented her blood from clotting was in the process of miscarrying at a Catholic-owned hospital. According to her doctor, she was dying before his eyes, her eyes filling with blood. But even though her life was in danger, and the fetus had no chance of survival, the hospital wouldn‘t let the doctor treat her by terminating the pregnancy until the fetal heartbeat ceased of its own accord. She ended up in the I.C.U.“1

Unterstützt und mit wohlwollender Anerkennung bedacht wurde das Gesetz von der US-amerikanischen Bischofskonferenz
und fundamentalistisch christlichen Lobbyorganisationen wie dem Family Research Council.

Berichtigung (thanks to Mädchenblog-User ,,Liv“): Das Gesetz ist noch nicht durch, es ist bisher ,,nur“ durch das Repräsentantenhaus genehmigt worden; wird aber vermutlich nicht durch den Senat kommen, der von den Demokraten dominiert wird. Und Präsident Obama ließ bereits mitteilen, dass er sein Veto dagegen einlegen wird. [eingefügt am 21.Oktober 2011)

  1. ,,Eine Frau, deren Blut nicht mehr gerinnen konnte, war dabei, eine Fehlgeburt zu erleiden. Das Krankenhaus war katholisch. Ihr Arzt erzählte, sie starb quasi vor seinen Augen, ihre eigenen Augen voller Blut. Aber obwohl ihr Leben in Gefahr war und der Fötus nicht überleben konnte, ließ das Krankenhaus nicht zu, dass der Arzt ihre Schwangerschaft beendete, bis der Herzschlag des Fötus endlich erlosch. Die Frau landete auf der Intensivstation.“ [zurück]

Wie sähe die Welt aus, wenn es keine Vergewaltigung gäbe? Ein Gedankenspiel.

(Vorsicht: Triggergefahr!)

Modelposen im realen Leben.

Nur mal wieder als Hinweis…

In letzter Zeit häufen sich mal wieder die zu löschenden Kommentare, wie immer mal wieder, hmpf.
a) Unter anderem auch zahlreiche Doppelposts oder auch Beiträge, die 2 Minuten nach dem ersten Beitrag geschickt wurden und die dann oft mit ach so passenden Worten wie „Da mein erster Beitrag ja von Euch zensiert wurde…“ eingeleitet werden.
Deshalb nochmal zur Erinnerung: Hier im Mädchenblog landen
alle geschriebenen Beiträge erstmal in der Moderationsschleife.
Dort warten sie dann auf jemanden, der sie freischaltet .
Zugegeben, das kann manchmal eine Weile dauern, schließlich sind wir kein professionelles Blog mit angestellten MitarbeiterInnen (MBlog-Leute haben lediglich den Vorteil, daß sie sich gleich nach dem Verfassen eines Kommentars selbst freischalten können).
Wer wissen will, wieso das so ist und wie das genau abläuft: nach dem „Mehr“-Klick steht was dazu.

b) Wie vielleicht doch dem/der Einen oder Anderen bekannt sein dürfte: das Mädchenblog hat eine Netiquette, die eigentlich gut verständlich und auch nicht sooo viel zu lesen ist. Generell empfiehlt es sich, eine Netiquette durchzulesen und sich an sie zu halten, bevor man auf einem Blog postet. Und es hat auch nur Vorteile: Ihr werdet dann freigeschaltet und wir haben weniger Arbeit.
Und wer unsere prima Netiquette nicht mehr so 100%ig im Kopf hat, kann die Gelegenheit nutzen und einfach nochmal reinschauen. Gerade die Punkte 6, 7 und 9 ließen in letzter Zeit zu wünschen übrig. Ähem.

Jetzt zu den Details: (mehr…)

Awareness- handicap

Awareness

Wir sind da. Wir sind mitten unter euch. Wenn es geht. Aber habt ihr uns schon gesehen? Wir sind nicht viele…

Wir sind die Subgruppe „Krank“. Queer und „krank“. Passt das? Es ist auf jeden Fall nicht das hot topic. Und wird auch nicht gern gesehen. Versteckt euch nicht mehr! Versteckt nicht mehr euer Anderssein. Versteckt nicht mehr eure Narben und Wunden, eure Glatzen, eure Mäkel, eure Ängste und Erfahrungen. Es kann so schnell gehen. Ein Unfall, eine Diagnose, ein Röntgenbild, ein Blutwert und Zack, du wirst in eine Welt aus Medizinern, Krankenhäusern, MRTs, Cts, OP- Tischen, Narkosen, Einwilligungen zum Risiko zu Sterben, Medikamenten, Nebenwirkungen, Reha und endlosen Wartezeiten katapultiert. Schwerbehindertenausweis. Ich? Vielleicht bist du schon immer hier. Gehörlos. Blind. Queer? Das spielt im Krankenhaus keine Rolle. Kämpfen für den Feminismus? Vielleicht, wenn die Chemo um ist. Demonstrieren gehen? Ja, wenn die Entzündungen weg sind. Hier wirst du nach deiner Konfession gefragt und ob dein Ehemann an deinem Bett sitzt.
Du wirst rausgezogen aus deiner queeren Welt, die du dir selbst gebastelt hast. Als Einsiedlerkrebs musst du gerade da weiterkämpfen, wo du dich sowieso schwach fühlst. Mit Glück findest du ein paar coolere Leute. Die dich so nehmen, wie du bist.
(mehr…)

XXS

„XXS“ von Kim Caspary. Und das heißt: Ja, schon wieder eine Buchbesprechung. Diesmal aber etwas ganz anderes: am Titel kann man schon recht treffsicher erraten, um was es sich handelt: um Magersucht. Das Cover (seht ihr weiter unten im Text. Uuuuh, Spannung!!) weist dann auch auf die Richtung hin – hübsches Mädchen, schwarzweiße Fotographie, traurig guckend. Also: kein Selbsthilfebuch, sondern ein Roman, was auch deutlich unter dem Titel steht.

Eigentlich hatte ich ja nicht vor, das Ding zu lesen, aber mir sind bei einem Besuch bei meinen Eltern die Bücher ausgegangen und das hier lag halt irgendwo rum. Denn so wild bin ich auf das Thema eigentlich nicht, aus Mangel an Selbstidentifikation – Eßstörungen und der ganze Rattenschwanz, der da mit dranhängt, ist für mich sowieso immer ein bißchen verwirrende terra incognita. (mehr…)

Der Mann, ein Mägelexemplar???

In der taz kritisiert Aram Lintzel den aktuellen „Männerkrisen“-Wahn:

Obwohl es sich bei den Herausgebern keineswegs um fundamentalistische Männerrechtler handelt, beschweren sie sich im Vorwort über „vielfältige Diskriminierungen“ und „diffamatorische Zuteilungen“.

Zugleich legen sie den heterosexistischen Kern aktueller Männerbilder offen: Den Jungs und Männern würden ihre „aggressiven Impulse“ durch ein „Erziehungsmatriarchat“ gewissermaßen abtrainiert, was nicht zuletzt sexuelle Unsicherheit zur Folge habe.

Gegen diese Erziehung zum Weicheiertum hilft offenbar nur die Renaturalisierung von Geschlechterrollen – jeder Identitätswandel stößt nach dieser Logik auf natürliche Grenzen.