Das tägliche Prozedere

Mein Atem beschlägt nun erneut den Spiegel, der mir den Blick auf meine Augenbrauen verwehrt. In diesem Moment sticht mir nur bissiges Rot entgegen, das sich unter ihnen erstreckt, als würden sie mir auf diese Art und Weise zeigen, dass die gegenwärtigen Quälereien falsch und wider der Natur sind. Doch, ich lasse mich von ihrer symbolischen Rötung nicht weiter beirren, genau so wenig durch den begleitenden Schmerz, der nach jedem Härchen, das mit einer Pinzette brutal entfernt wird, eintritt. Schon viel zu lange übersehe ich diese unerfreulichen Nebenerscheinungen, da ich jene Prozedur schon viel zu lange durchführe. Aber, weshalb eigentlich ?
Die Pinzette ruht erst seit wenigen Minuten auf dem weissen Waschbecken und schon gebe ich mich der nächsten Enthaarung hin, die sehr viel schmerzloser von statten geht, jedoch nicht weniger Präzission und Geduld erfordert. Das gesamte Bein wird mit nach Haarabfall stinkenden Schaum gleichgültig eingerieben und anschließend setzt man den Rasierer an, der den Schaum mit jeder neuen Bewegung gegen die Haarwuchsrichtung entfernt; selbstverständlich werden Schnitte, die durch Ausrutschen mit dem Rasierer aufgrund des Schaums passieren, subtil übersehen. Die einzige Art und Weise auf die sie ein wenig Aufmerksamkeit erhaschen, ist, wenn andere Augen des anderen Geschlechts es wagen, sie zu entdecken und deren Anwesenheit mit süffisantem Lächeln registrieren. Nur, wozu die Schnitte, die Pickel, deren Entstehen daher rühren, dass die Haut vollkommen überreizt ist, von all den Klingen und Schäumen, wozu ?
Ein wenig erschöpft und schwindelig begibt sich mein Körper erneut in die Senkrechte und widmet sich nun weiteren Praktiken, die meine Persönlichkeit langsam in Tusche, Make – Up, Lidschatten, Lippenstift und Nagellack ersticken. Als ich damit beginnen wollte, an meine unteren Lider weissen Kajal anzubringen – er lässt die Augen kindlich und strahlend aussehen, denn das wollen sie: Kindliche, enthaarte Naivität – stößt mir ein winziger Brauner Fleck frech in mein Blickfeld und wagt es tatsächlich, meine gebräunte und ebene Haut zu entstellen. Sofort greife ich zu Make – Up und Puder und überdecke diesen listigen Teil mit einer gehörigen Schicht davon. Die unangenehme Konsequenz, dass ich mich nun den ganzen Abend damit abmühen muss, die Stelle zu überprüfen und daran nicht anzustoßen, nehme ich – geprägt durch jahrelange Bombardements von dürren Schönheiten in Heften – als nicht erwähnenswerte Bagatelle hin.
Nun verleihe ich meinen Augen, zusätzlich zu weissen Kajal und dünn gezupften Augenbrauen, mit langen Wimpern einen noch infantileren Eindruck, prädestiniert dazu, den ungläubigen und folgsamen Blick aufzusetzen, wenn starke, große Herren mir etwas Neues lehren und mich prägen, fernab der Tatsache, dass mir manches durchaus bewusst ist – doch, wer will souveräne, denkende Frauen mit Persönlichkeit und Bildung ? Welcher Mann will sehen, dass es sich um ein menschliches Wesen handelt mit Gehirn und Charakter und ebenso mit Haaren an Beinen, Achseln und Vulva ? Mit entsetzter Mine deuten sie höchstens beschämt auf das Härchen,dadurch eingeweiht in mein Versagen, das mir beim Rasieren entglitten ist; mit hochgezogenen Augenbrauen erkennen sie Narben und Leberflecken, die mich doch erst einzigartig machen und von Schaufensterpuppen unterscheiden; angewiderte Gesichtsausdrücke, die, wenn sie mein Blick streift, sofort in schamhaftes Wegsehen übergehen, wenn sich rote Flecken auf Bettlaken und Unterwäsche befinden.
Zum Schluss öle ich noch die quietschende Schaniere an meiner linken Brust, ziehe die Schrauben an den Schläfen fest und stecke sorgfältig meine Batterien ein, falls die Herren zu viel von meiner Energie einnehmen, indem sie mich wie ein Stück seelenloses Fleisch betrachten. Nur, dieser Fakt erfordert viel Zeit und Opfer, wenn eine dafür nur immer wieder erneut – ja, was denn ? Nun, Nichts bekommt. Bis auf die ständige Versicherung, dass wir in einer Demokratie leben, die beide Geschlechter (und auch jene, die noch keine Erwähnung gefunden haben) gleich behandelt; bis auf das Versprechen, dass Charakter viel mehr wiegt als Schminke und Mode und auf die Zurechtweisung, wenn man diese beiden Aussagen negiert, die besagt, dass Frauen doch alle Rechte besitzen, die ihnen zustehen und dass das Patriarchat endgültig der Vergangenheit angehört und die Frage, wer denn nun für die Rechte der Männer eintritt.


46 Antworten auf “Das tägliche Prozedere”


  1. 1 Elaria 01. November 2011 um 17:21 Uhr

    Schöner Text. Seit 2 Jahren schminke ich mich unter Woche nicht mehr, aus Faulheit und aus einer Prise Protest. Es ist sehr befreiend. Am Anfang habe ich mich immer erschrocken wenn ich Bekannte getroffen habe, ich ungeschminkt, geht denn sowas? Nimeand hat mich deshalb komisch behandelt. Ich hab mich auch deshalb nicht in eine, überspitzt gesagt „Ökotussi verwandelt“.Am Wochenende mache ich mich gern mal schick und lege Make up auf. Aber mittlerweile mag ich mein Naturgesicht lieber. Ich hab die Wahl und weniger Stress. Da guckt auch keine/r schamhaft.

  2. 2 Susanna 01. November 2011 um 21:09 Uhr

    Ich habe mich zu gewissen Zeiten in meinem Leben geschminkt, aber nie sehr gewissenhaft und regelmäßig, und selten früh morgens, weil ich da meistens lieber länger schlafe. Es war mir immer wichtig, dass Schminken heißt: sich schön machen, etwa für ein Fest, oder weil mir gerade danach ist, dass aber die Leute trotzdem immer auch wissen, wie ich ungeschminkt aussehe.

    Ich arbeite allerdings nicht in einem Beruf, in dem es wichtig ist, geschminkt zu sein, etwa in einer Bank. Manchmal ist mein Eindruck, dass dort die Verhältnisse am strengsten sind, dass es jedenfalls schwieriger ist, ungeschminkt einen Job mit Kundenkontakt in bestimmten Branchen zu finden als einen Mann.

  3. 3 Jan 02. November 2011 um 8:33 Uhr

    Ich sach mal der Masse der Männer ist die Frage „geschminkt oder nicht“ echt egal, ja sie achten noch nicht mal drauf, bzw gucken eher abschätzig wenn eine Frau „überstylt“ wirkt. Da wird eine Oberflächlichkeit suggeriert die so einfach nicht vorhanden ist, aber was bleibt der Kosmetikindustrie anderes übrig als diese zu fördern? „Schick machen am Wochenende“ sind vielleicht 2 Konsumtage, „Immer perfekt gestylt sein“ sind 7. Wo der größere Umsatz hängt ist klar…

  4. 4 echoes of ananina 02. November 2011 um 11:52 Uhr

    Bis auf die ständige Versicherung, dass wir in einer Demokratie leben, die beide Geschlechter (und auch jene, die noch keine Erwähnung gefunden haben) gleich behandelt;

    Es gibt keine Demokratie mehr. Für niemanden. Auch wenn es durchaus zutrifft, dass Frauen und nicht-männliche Gender in Folge der Menscheitsgeschichte von patriarchaler Herrschaft und Heteronormativität (die mit der globalen kapitalistischen Herrschaft zusammenlaufen) davon schlimmer betroffen sind…

  5. 5 Marcie 02. November 2011 um 12:42 Uhr

    „denn das wollen sie: Kindliche, enthaarte Naivität“

    Äh, ja, alles Pädophile, schon klar. :o)

  6. 6 Khaos.Kind 02. November 2011 um 12:54 Uhr

    Du hast mein tiefstes Mitgefühl, dass das Herrichten (und mehr als das ist es ja nicht) für dich eine solche Qual darstellt.

    Wenn es dich allerdings so quält, warum lässt du es dann nicht? Oder nicht mal ein bisschen? Wer stört sich denn im Winter an behaarten Beinen oder anderen Körperteilen? Wenn dir dein aktuelles Make-up zu infantil wirkt, wieso probierst du nicht etwas anderes?
    Vor Jahren habe ich ja ganz gern Mädchen-Zeitschriften wie BRAVO oder GIRl! oder wasweißich gelesen und da hieß es immer, dass Make-up die eigenen Stärken betonen soll.
    Abgesehen davon, dass das auch nur so neoliberales „optimier dich selbst“ ist und die Strukturen dahinter selbstverständlich nicht erwähnt werden – wie ich mittlerweile auch weiß – es wäre doch einen Versuch wert. DICH als Orientierung zu nehmen. Wie du dir gefällst und wie es dir gut tut.

    Wer dich nicht mit deinen individuellen Eigenheiten (von manchen als „Makel“ bezeichnet) akzeptiert, dem/der solltest du keinen Platz in deinem Leben einräumen. Umgib dich lieber mit Menschen, die dich so mögen, wie du bist und selbst sein willst. Umgib dich mit Menschen, die dich inspirieren! (der beste Tipp, den mir meine ehem. Lieblingslehrerin geben konnte)

  7. 7 Abseits 02. November 2011 um 13:18 Uhr

    Hallo Khaos.Kind,
    deine Ratschläge sind sehr hilfreich, jedoch meinte ich mich selbst mit diesem Text nicht.
    Ich wollte den enormen Schönheitsdruck, der tagtäglich auf Frauen* ausgeübt wird in einem Text und in überspitzter Weise erfassen und habe versucht, mich in diese Situation hinein zu versetzen und mögliche Gedankengänge wiederzugeben.
    Ich selbst lasse mir Bein – und Achselhaare seit ungefähr 3 Jahren wachsen und habe sie davor keines Blickes gewürdigt, da sie davor immer dem Rasierer zum Opfer fielen, weil ich sie als „unnatürlich“ und „eklig“ empfand, worauf mich meine Cousine freundlicherweise hingewiesen hat.
    Daher denke ich, dass dieses „tägliche Prozedere“ auch daran hindert, den eigenen Körper kennenzulernen und zwar mit all seinen Härchen, Narben, Kratzern, Flecken, Beulen, usw.

    Dankeschön für das Feedback !

  8. 8 Jan 02. November 2011 um 13:47 Uhr

    Aber mal ne andere Sache (nicht ganz am Thema), aber find ich dennoch spannend: Ist der Dualismus (also bzgl Leib-Seele Problem) hier bewusst gewählt?
    „…begibt sich mein Körper erneut in die Senkrechte und widmet sich nun weiteren Praktiken…“
    „…Körper kennenzulernen und zwar mit all seinen Härchen…“

    Auch weil ich sowas häufiger mal in feministischen Zusammenhängen lese und diese Art über sich selbst zu sprechen irgendwie befremdlich finde. Is mir nur grad hier wieder aufgefallen.

  9. 9 Abseits 02. November 2011 um 14:40 Uhr

    Hey Jan,
    ich finde, der Hinweis passt sehr gut dazu und vorallem ist es mir erst jetzt bewusst geworden.
    In diesem Zusammenhang ist der Körper ja etwas, was man in Zaum halten sollte, und hierzu ist eben „die Seele“ verantwortlich. Der Körper selbst lässt sich nicht von konstruierten Schönheitsidealen und abstrusen Regeln einschränken. Die Haare wachsen, blaue Flecken bilden sich gegebenenfalls und die Leberflecken lösen sich ebenso nicht die Luft auf, da es sie wenig tangiert, ob das nun „schön“ o.ä ist.

  10. 10 Luisa 02. November 2011 um 16:39 Uhr

    Haha :) Das hört sich ja lustig an!! Hast schon recht, wenn man mal überlegt, wieviel Zeit man mit Schminken, Enthaaren, Haare machen und alles steckt, um einfach nur „schön“ zu sein. Ich glaub, ich möchte das überhaupt nicht wissen. Bei mir ist es genau umgekehrt. Ich muss mich für die Arbeit schminken und am Wochenende hab ich dann meistens überhaupt keine Lust dazu und lass es sein.

  11. 11 Katja 02. November 2011 um 17:31 Uhr

    Klasse Artikel! Das stimmt, dass auf Frauen ein enormer „Schönheitsdruck“ lastet. Ich finde das auch voll schlimm. Als Frau hats man echt nicht leicht. :-( In meinem nächsten Leben möchte ich als Mann auf die Welt kommen, damit ich auch mal die andere Perpektive kennen lerne. :-)

  12. 12 Eule 02. November 2011 um 18:46 Uhr

    Ich war neulich beruflich bei einem Meeting einer Lobbyorganisation. Die wenigen Frauen dort sahen fast alle aus wie Männer (Anzug, ungeschminkt). Sie strahlten auf mich aber auch auf eine angenehme, unaufgeregte Weise Macht aus. Einige Vertreterinnen anderer Organisationen, die fröhlich-bunt gekleidet waren, wirkten dagegen irgendwie unbeholfen. So sehr ich mich sonst gegen Uniformierung und die Übernahme dieser männlichen Stereotype wehre, finde ich es doch irgendwie zweckmäßig, sie zu nutzen. Wenn eine zurechtgemachte Frau nicht ernst genommen wird, eine, die ungeschminkt erscheint, aber schon, dann kann ich die Zeit, die ich sonst mit Enthaarung verplempern würde, sicher besser nutzen und währenddessen an meiner Karriere basteln?!

  13. 13 dana scully 02. November 2011 um 22:43 Uhr

    hört doch endlich mal auf so ein mist wie von katja zu veröffentlichen,
    dazu noch mit einem link auf ihre seite wo so eine heterosexistische scheiße steht wie:
    „Frauen lieben schöne Dinge und achten auf Äußerlichkeiten, wogegen Männer eher auf Funktionalität setzen. Frauen möchten das Duschgel benutzen, das exotisch duftet und dessen Verpackung schön aussieht, statt nur die günstige Großpackung zu wählen, wie es die Männer gern tun. Frauen schlüpfen in hübsche Kleider, stylen ihre Haare, tragen Make-up auf, rasieren sich die Beine und wollen stets gepflegt, ordentlich und einfach schön aussehen – wovon dann natürlich auch wieder die Männer profitieren, denen das Bier auf dem Sofa auch ohne Dekoelemente, wie Figuren, Vasen, Wandgestaltungen oder Pflanzen schmeckt.“
    usw.
    lest doch mal eure eigene netiquette!
    und wieso kommuniziert ihr nicht untereinander mal als autor_innen des mblogs?

  14. 14 mysa 02. November 2011 um 22:47 Uhr

    @ Eule

    Wenn man die Kommentare so liest, dann fragt man(n) sich auch, warum sollte man jemanden ernst nehmen, der so auf sein Sexappeal fixiert ist.

    Ich glaube aber auch nicht, dass der „Druck“ so ist, wie er hier dargestellt wird.
    Und ich glaube, Schminken bringt auch Vorteile, und die Aufgeben, das scheint wohl schwer zu Fallen.

    Bei meiner Ärztin ist es mir doch egal, ob die Geschminkt ist, im Gegenteil, da würde mich viel MakeUp schon stutzig machen.
    Bei meiner Friseurin würde es mich stutzig machen, wenn sie es nicht wäre.

    Und wer Abends ungeschminkt Cocktails schlürfen will, der muss vermutlich eher selber die Rechnung zahlen.

    Aber solange ein Lebensweg sowohl mit als auch ohne Schminke möglich ist, wo ist das Problem?

    Hier schreiben doch viele, dass sie den Absprung geschafft haben und es nicht bereuen.

    Also, verbreitet die frohe Kunde!

  15. 15 Khaos.Kind 02. November 2011 um 23:26 Uhr

    Huhu Abseits,

    du siehst, das hineinversetzen hat gut geklappt. Ich hätte es dir abgenommen :)
    (und die Tipps und Hinweise möchte ich allen widmen, die sich in diesem Text wiederfinden können)

    Allerdings kann ich deiner These von „Körper ohne dieses Prozedere erst kennen lernen“ nicht unterstützen. Weil ich es genau anders herum erlebe. Menschen werden in diese „Schönheitskultur“ hinein kultiviert. Das erste Mal rasieren, das erste Mal schminken, wie „richtig“ schminken (je nach Trend mal greller, mal „natürlicher“). Die Zeit davor ist ja kein Vakuum, sondern im besten Falle einfach sein können, wie es gefällt.

    Hier wäre zumindest mir mehr daran gelegen, bei Jugendlichen an dieser Phase des Ausprobierens anzusetzen. Ihnen zu einem starken Selbstwertgefühl zu verhelfen, dass Make-up als Ergänzung und nicht als Norm sieht. Das ihnen zeigt, wie sie die Vorteile nutzen können ohne blind auf Marketingstrategien und angebliche Schönheitsnormen reinzufallen. Meiner Meinung nach muss Make-up und/oder Enthaarung nicht verteufelt werden. Oft reicht es, die dahinter stehenden Bilder deutlich zu machen. So kann eine freiere Entscheidung für oder gegen Handlungen überhaupt erst ermöglicht werden. Wer sich dann trotzdem diverse Härchen entfernen und mit Puder, Kajal und Lippenstift bedecken will – bitte. Soll eine wie sie mag. Solange SIE es mag und sich nicht quält um anderen eine Freude zu machen.

  16. 16 delilah 03. November 2011 um 10:49 Uhr

    ich finde es ein bisschen seltsam, dass du über probleme schreibst, die dich gar nicht betreffen. ein artikel über dein nicht-rasieren wäre für mich spannender und nicht so.. anmaßend. mein makeup ist jedenfalls keine unterwerfung. versuch doch mal, den männlichen blick einfach komplett auszublenden.

  17. 17 Jan 03. November 2011 um 17:08 Uhr

    @Katja:
    Dennoch habt ihr Klamottentechnisch mehr Auswahl. Bei Anlässen, Bewerbungen und sonem Zeug können wir höchstens die Krawattenfarbe und Art und Weise wie diese gebunden wird wählen. Wahrscheinlich hab ich deswegen auch keinen Bürojob, komm mir sonst vor wie in ner Zwangsjacke :D

  18. 18 M.S. 03. November 2011 um 23:25 Uhr

    Ich wundere mich ehrlich gesagt sehr über den Text.
    Ich selbst schminke mich selten und zwar ist das für mich überhautp nicht abhängig vom Anlass, sondern eher davon, ob ich gerade Lust dazu habe oder nicht. Meine Augenbrauen habe ich noch nie gezupft, es ist mir auch noch gar nicht aufgefallen, dass das mittlerweile schon viele machen. Ich spüre aber auch überhaupt keinen Druck in die Richtung und kann das daher nicht wirklich nachvollziehen.
    Mein Eindruck ist eher, dass diejenigen, die sich wirklich stundenlang täglich aufhübschen mit sich selbst ein Problem haben und sich selbst unter Druck setzen.

    Außerdem kann ich Jan zustimmen darin, dass so übergestylte Personen meist nicht unbedingt als das non plus ultra gesehen werden… und ich persönlich habe bisher auch noch nix negatives zu meinem Aussehen gehört – sondern eher im Gegenteil sogar Komplimente für meinen Kleidungsstil bekommen (der sich auch danach richtet, worin ich mich gerade wohlfühle :) )

    Am Besten sollte man sich nicht so viel Stress machen und einfach das tun, was man selber möchte!

    Und zum Thema beruflich: Wenn ich einen Arbeitgeber hätte, der mir vorschreibt, dass ich mich irgendwie schminke sollte, dann ist das die längste Zeit mein Arbeitgeber gewesen, bzw. solche Stellen würde ich gar nicht erst annehmen. Dieses Zeug schadet schließlich auch der Haut…

  19. 19 dodo 04. November 2011 um 5:27 Uhr

    Cool geschriebener Text!
    Ich denke, die Art und Weise, wie man solche Prozedere für sich sieht, gibt den Ausschlag, ob es auf einen selbst eher destruktiv oder befreiend oder… wirkt.
    Ich persönlich bin vom größten Druck verschont geblieben, ganz einfach, weil ich den ganzen Kram immer irgendwie… spielerisch? aufgefasst habe, schon als Teenie (und jetzt erst recht heh). Beim Schminken wollte ich mich nicht „hübsch machen“, eher bißchen Selbstinszenierung, mit Image rumspielen oder so. Intimrasur in Pik-As-Form, weil ich’s lustig fand – nicht weil ich mir mit Wikdwuchs „unsexy“ vorgekommen wäre.
    Aber ich kenn auch die andere Seite, die, die in dem Text beschrieben wird. Gut, inzwischen nicht mehr, aber so bis Anfang/Mitte 20 schon! Und zwar was Achsel-/Beinhaar angeht, da ich bis dahin schwerst überzeugt war, daß die ganze Welt (inkl. mir) Haare an diesen Stellen bei Frauen zutiefst eklig findet und es eigentlich eine regelrechte Zumutung sei, sich dort unrasiert in der Öffentlichkeit blicken zu lassen.
    Das hab ich inzwischen abgelegt und bin gottfroh drüber.
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    @Dana Scully: Sorry, hab den Link entfernt. Danke für den Hinweis. Sowas passiert halt manchmal, gerade wenn jemand noch neu am Bloggen ist.
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    @Mysa: Es geht doch eigentlich nicht wirklich darum, ob Männer oder andere echt der Meinung sind, geschminkte Frauen seien hübscher oder nicht. Es geht darum, daß die Frau oft sich selbst nicht begehrenswert/adäquat aussehend empfindet, wenn sie nicht einem von ihr angestrebten Ideal entspricht – ganz egal, ob ihr Typ oder ihr Chef oder Kunde oder sonstwer ihr das Gegenteil erzählt und sie sehr wohl begehrt bzw. ihr Aussehen 1a findet.
    Was ich komisch finde:
    Bei meiner Ärztin ist es mir doch egal, ob die Geschminkt ist, im Gegenteil, da würde mich viel MakeUp schon stutzig machen.
    Bei meiner Friseurin würde es mich stutzig machen, wenn sie es nicht wäre.

    Darf ich fragen, warum eigentlich?? Ich meine, das sind doch eigentlich auch bloß Vorurteile. Weswegen sollte einen eine stark geschminkte Ärztin stutzig machen, schließlich hat ihr Aussehen null und gar nichts mit ihren medizinischen Fähigkeiten zu tun.
    Bei einer Friseuse würde es mich vielleicht stutzig machen, wenn sie nen betonharten Vokuhila als Frisur trägt, okay, aber ihre Schminke kann mir doch egal sein, ich will mich von ihr ja nicht schminken lassen.
    Du siehst, dieser Druck, den Du abstreitest, existiert eben doch, wenn auch subtiler als man denkt.
    Hinter Deinem Beispiel steckt ja auch nur „ungeschminkt/dezent geschminkt = intelligente, qualifizierte Frau“ bzw. halt eben „stark geschminkt = statusmäßig weniger qualifizierte Frau, die sich (zumindest berufsmäßig) hauptsächlich mit Äußerlichkeiten beschäftigt“.
    Und das geht ja nicht nur Dir so, das ist ja (gerade die von Dir genannten Beispiele) ein total verbreitetes Vorurteil! Und auch nicht das einzige…
    Von denen die Frauen eben auch wissen und sich Gedanken drüber machen (müssen?). Wo sich dann zusätzlich so ein Druck aufbaut, weil gewisse Dinge einfach von ihnen erwartet werden (z.B. daß die Ärztin sich zwar ihre überarbeiteten Augenringe überschminkt, aber nicht „zu dick aufträgt“, um nicht unserös zu wirken, aber doch noch irgendwie feminin und attraktiv. Und stört es evtl. den Patienten, wenn man Wildwuchs unter den Achseln hat? Als Ärztin will man ja nicht ungepflegt-unhygienisch wirken! Aber wirken die Stoppeln und Pickelchen, die sie vielleicht vom Rasieren kriegt, nicht auch irgendwie ungepflegt, wie Ausschlag? Also doch lieber T-Shirt mit Ärmeln – und Schweißflecken riskieren? Deo/Anti-Transpirant in der Schublade? Mist, aber das brennt dann wieder saumäßig auf der frisch rasierten Haut… Du siehst, das kann man ewig weiterspinnen, ewig viele „Pfelegefettnäpfchen“, in die frau treten kann. Und ganz zu schweigen vom Privat- und Familienleben der Ärztin, das auch noch Einfluß auf ihre diesbezüglichen Badezimmerrituale hat.) Fazit: Joa, doch, Druck ist definitiv da. Und nicht jede kann superlocker damit umgehen.
    „Und wer Abends ungeschminkt Cocktails schlürfen will, der muss vermutlich eher selber die Rechnung zahlen.“
    Auch das, ein ziemlich banales Vorurteil. Selber zahlen, weil nicht hübsch genug? Kriegen nur hübsche Leute was ausgegeben? Und ungeschminkt heißt also nicht hübsch genug? Aha. Eben. Willkommen im patriarchalen Rollenmuster-Zirkus.

  20. 20 Jan 04. November 2011 um 6:43 Uhr

    „Und wer Abends ungeschminkt Cocktails schlürfen will, der muss vermutlich eher selber die Rechnung zahlen.“

    Kosmetikprodukte dagegen sind umsonst. Wenn du auf den wirtschaftlichen Aspekt abzielen willst wäre das ma echt lustig gegenzurechnen. Aber im Prinzip auch ganz schön stressig praktisch nen Umsatzziel zu haben um die Investition wieder reinzuholen.

  21. 21 mysa 04. November 2011 um 11:14 Uhr

    @ Dodo

    Wenn es nicht darum geht was Männer finden, warum schließt Du deine Antwort mit „Willkommen im patriarchalen Rollenmuster-Zirkus.“
    Aber der Reihe nach.

    Natürlich habe ich Vorurteile, und von denen will ich auch nicht loskommen, aber vielleicht verbinden wir mit dem Begriff unterschiedliches.
    Ich behalte mir vor, dass meine Vorurteile in Bewegung bleiben, würden sie dies nicht, dann wären es wohl, nach meinem Verständnis Urteile, und trauriger Weise dann wohl endgültige.
    In einer Welt, voller Menschen zu leben, die sich vom Vorurteil weg, hin zur mit Weishheit gefressener Endgültigkeit bewegen, das find ich nicht so töfte.

    Eine Ärztin, und wir reden hier von einer stark geschminkten, reden wir doch mal von einem Arzt, starker Raucher mit nikotingelben Fingern und einem schlechten Mundgeruch, gelben Zähnen und dazu krauses und zerzuddeltes Haar, da bewertest Du seine medizinische Kompetenz nicht erst mal anders?

    Aber der Blick ist doch keiner nach einem Frau-Mann-Muster, bewerte ich – vorurteilsbeladen wie ich bin – die Schminke/ Hygiene meiner Mitmenschen, dann ist das erstmal in einem sozialen Statuskontext, natürlich gibt es Unterschiede noch mal zwischen Männern und Frauen, aber grelles Überschminken, würdes Du das mit gut gebildeten Frauen aus der Mittelschicht assoziieren? Nein? Ich auch nicht, von daher würde mich die Ärztin stutzig machen.

    Eine komplett ungeschminkte Friseurin würde mich so sehr stutzig machen, wie ein KFZ-Mechaniker, dem ständig der Wagen liegen bleibt.
    Ich erwarte nicht, dass der Mechaniker einen getunten Wagen fährt, wie er bei Pimp my Ride zu sehen sein könnte, ebenso wenig sollte die Friseurin aussehen wie Chuckys Braut (die ist doch stark geschminkt, oder?), aber der vollkommene Verzicht, der würde mich stutzig machen.

    Ich schminke mich nicht um was ausgegeben zu bekommen, passiert auch selten, dass sich Frauen bei mir an den Tisch setzen und mir einen ausgeben wollen.
    Wenn Du sagst, es ist nicht so, dass Frauen sich aufhübschen und als sexuelle Ware anbieten im weitesten Sinne, oder zumindest Verfügbarkeit suggerrieren um Vorteile zu bekommen, dann ist doch alles gut, dann werde ich entsprechend der Einleitung mein Vorurteil ein Stück weit verschieben.

    Ungeschminkt heißt nicht hübsch genug? Ja, lese ich hier zumindest dauernd.
    „Ich schminke mich, wenn ich das will!“ Ok, gut und gerne, willst du dich dann hübscher oder hässlicher finden?
    Beantwortet die Frage hier wirklich jemand mit:“Ich schminke mich, um danach schlimm auszusehen“? Nein? Dann heißt Geschminkt doch zumindest hübscher als ungeschminkt.
    Und anscheinend gibt es mindestens 3 Motivationen.
    Sich schminken um sein Sexappeal für’s andere Geschlecht zu erhöhen.
    Sich schminken um sich selbst gut zu fühlen. (Damit meine ich nicht, sich aus der Hässlichkeit heraus zu holen, sondern sich einen festlichen Anstrich zB zu geben, und der Anlass ist einfach das eigene wohlbefinden)
    Sich schminken um sich sozial abzugrenzen.

    Und wenn ich nicht gerade besoffen bin, dann hat meine kurze Googlebilderrecherche zum Thema Matriachat auch Frauen gezeigt, die sich Schmuck umhängen, piercen und vermutlich auch MakeUp benutzen.

    Bestimmt ist ein leichter Druck vorhanden, und der kann sich in manchen Köpfen ja offensichtlich zu etwas gefährlichem verdichten.

    Ich fände es aber besser, wenn man ein Thema zum einen nicht unnötigt aufläd, das tut der Artikel in seiner reisserischen Form, und wenn man die Frage nach dem Warum nicht schon mit einem Urteil beantwortet, bevor sie sich überhaupt stellt.
    Dann doch lieber beim Vorurteil bleiben.

  22. 22 Scienza 04. November 2011 um 13:22 Uhr

    Ich schließe mich M.S. in der Verwunderung an. Der Text begann mit Augenbrauen – ich hab eine meiner beiden in Verwunderung hochgezogen.
    Das was du schreibst, ist zumindest für mich nicht nachvollziehbar. Als Kind und Jugendliche war ich persönlich immer Außenseiter und Mobbingopfer – nicht nur in den Augen von Männern hässlich und uninteressant. Rasieren, Schminken, Abnehmen….alles kein Thema für mich. Im Gegenteil….ich fands affig und scheiße.
    Irgendwann hab ich mir meine eigenen Gedanken gemacht und musste feststellen, dass meine gerade beschriebene „Meinung“ etwas war, dass mir meine Mutter jahrelang eindoktriniert hatte. Wenn man sich enthaart und schminkt, ist man fast automatisch nuttig für sie.

    Genausowenig wie ich mir angeblich etwas in diesen Sachen von Männern vorschreiben lassen möchte, möchte ich das von ihr.
    Inzwischen (mit Mitte 20) bin ich absoluter Körperflege-Freak und hab nen ganzen Schrank voll Schminke, Duschgels, Shampoos und Lotionen. Nicht weil ich auf Männer wirken will, sondern, weil ich auf solches Zeug inzwischen ziemlich stehe. Schminken ist für mich eine alltägliche Verwandlung und ich probiere soviele Dinge aus. Da fand ich es vor einigen Jahren eher frech, dass ein Mann meinte, ich könne nun aufhören mich für ihn zu schminken – ich würde ihm auch so gefallen.
    Es ist eine Entscheidung, die ICH getroffen habe….für MICH. In meinem Leben hab ich noch keine Frauenzeitschrift, Bravo oder sonstiges gekauft, da ich den Sinn solcher Zeitschriften für mich nicht sehe.

    Augenbrauenzupfen hab ich irgendwann mal angefangen, weil ich der Meinung war, dass ich mit meinen alten zu böse aussehe. ;)Körperbehaarung dagegen fand ich eklig ab dem Tag, da sie gewachsen ist und da war ich noch in dem Alter, wo die „Schönheitsindustrie“ VOLLKOMMEN an mir vorbei gegangen ist. Haare an Orten, wie unter den Armen oder im Schritt, wo man schwitzt oder wo Körperflüssigkeiten austreten, gehen für mich einfach gar nicht. Meine Beine dagegen vernachlässige ich oft und dern.

    Berufliche Benachteiligungen hab ich da auch noch nicht erlebt. Ich arbeite im Ingenieurwesen – dort ist es den meisten einfach komplett wurst.

    Schminke, Körperpflege und Mode sind Dinge die uns gegeben sind – genau wie Verstand und die Möglichkeit zu entscheiden, was davon ich in meinem leben will.
    Manchmal kommts mir so vor, als ob man dieses Thema gern nimmt, um zu zeigen wie „schlimm“ doch alles ist und um bisschen Jammern zu können.
    Mein Tipp: selbst denken, selbst entscheiden – das kommt immer sympathisch rüber. Egal ob geschminkt, oder nicht.

    Und wenn du dich unter Druck gesetzt fühlst von diesen ganz dolle schlimmen Sachen: hör einfach auf damit ;)

  23. 23 Abseits 04. November 2011 um 13:54 Uhr

    Oh, hab den Link komplett übersehen, tut mir Leid. Den Kommentar fand ich ebenso fragwürdig, jedoch hatte ich keine Zeit, um darauf zu antworten.
    Unter der Woche ist das Moderieren immer etwas schwierig und stressig.

  24. 24 Khaos.Kind 04. November 2011 um 18:02 Uhr

    Ich bin ehrlich ein bisschen geschockt darüber, wie unsensibel einige hier kommentieren.
    Natürlich ist der Artikel etwas überspitzt und übertrieben – aber es gibt genug Menschen, denen geht es WIRKLICH so! Und dann mit „machs halt nicht“ oder „ist doch nicht so schlimm“ zu kommen, wirkt wie ein Schlag ins Gesicht.
    Wie wäre es mit ein bisschen mehr Wertschätzung für Menschen, die sich von diversen Schönheitsnormen bedrängt fühlen? Selbst wenn eineR das nicht am eigenen Leib erfahren hat, sagt das nichts darüber aus, dass es sowas nicht gibt.

    Ich würde mir mehr „Es ist scheiße, wenn es dir nicht gut damit geht“ und erst später ein „bei mir war/ist das so“ wünschen!

    @mysa
    Ich mische mich da mal ein bisschen ein.
    „Wenn es nicht darum geht was Männer finden, warum schließt Du deine Antwort mit „Willkommen im patriarchalen Rollenmuster-Zirkus.““
    Weil sich sogenannte patriarchale Rollenmuster nicht unbedingt auf reale Menschen beziehen, sondern eben auf idealisierte Rollenvorstellungen. Die Frauen* hauptsächlich über -Sachen wie Aussehen definieren und Männer* über z.B. Kompetenzen. Zudem wirken diese Systeme heteronormativ, d.h. Frauen* sollen sich auf Männer* und umgekehrt beziehen.
    Deswegen kann es trotzdem Bereiche oder Menschen geben, die sich davon distanzieren oder nicht angesprochen fühlen.

    Wenn du aber davon sprichst, dass geschminkte Menschen ihre Cocktails eher selbst zahlen müssen, dann argumentierst du genau in diesen Systemen. Die davon ausgehen, dass v.a. Männer* hübschen (weil geschminkten) Frauen* Getränke ausgeben. Und/oder Frauen* sich schminken (bzw. aufhübschen), weil sie zwar trinken aber nicht zahlen wollen. Und ja, das ist nur in dieser Weise zu verstehen, weil Make-up eine sehr geschlechtsspezifische Bedeutung hat.
    Das geht weit an der Realität vorbei. Wenn eineR abends ausgeht, dann geht diese Person in der Regel davon aus, auch selbst zu zahlen. Ich wüsste jedenfalls niemanden, der/die ohne Geld aus dem Haus geht, weil er/sie annimmt, sicher von anderen eingeladen zu werden. Ob hübsch oder nicht, ob geschminkt oder nicht, ist in dieser Interaktion unwichtig. Das fällt nur zufällig damit zusammen, dass Menschen dazu neigen sich für die besondere Gelegenheit „Ausgehen“ herauszuputzen und das bei den meisten Frauen* Make-up beinhaltet. (von „du kommst hier nicht rein“-Clubs mal abgesehen, die das wirklich auch fordern)

    Das Friseurinnen-Beispiel hinkt übrigens. Make-up ist selten Arbeitsinhalt dieses Berufes, wie z.B. das Auto bei einem Mechaniker/einer Mechanikerin. FriseurInnen sollten besonders auf ihre Frisuren achten, den Schnitt, die Farbe und je nach Salon sollte es entweder „typgerecht“ sein oder aktuellen Frisurentrends entsprechen. Einer Friseurin, die fettiges, strähniges oder unfreiwillig verfilztes (im Gegensatz zu z.B. Dreads) Haar hat, der würde ich auch wvorerst skeptisch begegnen. Wie sie sich schminkt, ob, ob nicht oder ob sie ins Solarium geht oder welche Figur hat, ist dabei nebensächlicher. Was in der Branche allerdings viel mit reinspielt und was ich nur der Vollständigkeit halber erwähnen will, werden oft jüngere Menschen bis maximal Mitte 30 bevorzugt. Warum auch immer aber hier findet eine starke Ausgrenzung gegenüber älteren Menschen statt.

    @Scienza
    „Manchmal kommts mir so vor, als ob man dieses Thema gern nimmt, um zu zeigen wie „schlimm“ doch alles ist und um bisschen Jammern zu können.“
    Vielleicht wird es auch genommen, weil es so verdammt offensichtlich ist und trotzdem nichts passiert?

    Auch wenn dein Beitrag mit einem Smiley endet, empfand ich ihn als ziemlich ignorant. Gerade auch, dass du das schlimm in Anführungszeichen gesetzt hast.
    Natürlich ist es schön, wenn du die oben beschriebene Situation nicht kennst und das wünsche ich dir auch nicht. Aber wie ich bereits schrieb, rechtfertigt das nicht dein Herunterspielen der Problematik. Manche mögen sie so empfinden, ob es dir passt oder nicht. Wenn du ihnen helfen willst, dann kannst du das besser durch Anerkennung und einen gleichwertigen Austausch statt mit einem derart herablassenden Ton.

    Die * bei geschlechtlichen Bezeichnungen sollen darauf hinweisen, dass ich von Selbst- und Fremdzuschreibungen spreche und nicht von einer biologischen Zweigeschlechtlichkeit.

  25. 25 Zara 04. November 2011 um 18:17 Uhr

    Für mich ist es ehrlich gesagt einfach ein Lebensgefühl. Wenn ich geschminkt bin fühle ich mich einfach wohler und sexyer vielleicht sehen das andere nicht so, aber das ist mir egal denn wenn ich mich gut fühle dann strahle ich dieses Gefühl auch aus und das macht attraktiv! Fühle ich mich in meiner eigenen Haut unwohl so strahle ich auch nichts aus, niemand schaut mich an und das finde ich schade!

  26. 26 delilah 04. November 2011 um 20:06 Uhr

    Ich würde mir mehr „Es ist scheiße, wenn es dir nicht gut damit geht“ und erst später ein „bei mir war/ist das so“ wünschen!

    An sich schon, nur sagt Abseits ja selbst, dass es sich eben gerade nicht um einen Erfahrungsbericht handelt. Und genau das finde ich (s.o.) problematisch.

  27. 27 Scienza 04. November 2011 um 20:41 Uhr

    @Khaos.Kind:
    Ihr fühlt euch aber auch immer gleich angegriffen :/ Mein Post ist nicht ignorant und soll nicht angreifen. Ich konnte den Sachverhalt schlicht und einfach nicht nachvollziehen und legte eine gegenteilige Ansicht/Erfahrung dar.
    Du greift mich für meine Erfahrungen ja genauso an, wie ich angeblich die Autorin des Beitrags.
    Wie gesagt…ich will nix herunterspielen; meine Verwunderung ist echt.

    Ja, ich komme aus einem Umfeld, wo Schminke, sexy Klamotten und allgemein Äußerlichkeiten einfach nicht so wichtig sind. Angriffe von wegen „Bäh, die ist nicht geschminkt und rasiert sich nicht!“ kenn ich aus dem Pubertätsalter und da zumeist von Frauen, die sich bisschen über andere stellen wollten. Gutgeheißen hab ich das nie.

    Vll kann ich die Problematik besser nachvollziehen, wenn ich es auf den Schlankheitswahn beziehe, den ich für viel präsenter halte. Selbst mir bekannte Frauen, die sich nicht für Schminke, Klamotten und Co interessieren, jammern darüber, dass sie zu dick sind. DAS finde ich auch schlimm, zumal ich da bis vor einiger Zeit noch dazugehörte.

    Wenns diesen Schminkdruck in manchen Gegenden/Berufen in ähnlicher Form gibt, finde ich das auch bedenklich, da es eben, wie ich sagte, für mich immer nur Pubertäts-Stichelei war.

    Trotzallem ist uns nicht geholfen, wenn wir Betroffene bisschen bemitleiden und „nur“ Verständnis aufbringen. Manchmal muss man auf den Tisch hauen und ich muss rückblickend sagen, dass ich über so manches harsche Wort dankbarer bin, als über tröstende Worte bzw dass mich so manche Kritik weiter gebracht hat, als Mitleid.

    Worauf bezieht sich die „Anerkennung“? Ich soll Menschen Anerkennung gegenüber bringen, die sich schminken und aufbretzeln, obwohl sie es nicht wollen und sich gezwungen fühlen? Ich sage ihnen lieber, dass es auch anders geht und sie sich selbst befreien können. Es läuft nicht überall so scheiße und das ist doch eine positive Sache, die ihnen Mut geben kann.

    Mit der Jammer-Sache ist auch eine persönliche Erfahrung – so wie der Artikel der Autorin wohl eben auch. Da gibts kein richtig oder falsch; böse oder gut – wir haben es jeweils anders erlebt und wahrgenommen.
    Bei mir waren das meist negative Wahrnehmungen – keine der „jammernden“ Frauen war wirklich in den Druck gekommen, sich zu schminken oder andersweitig aufzuhübschen. Alle haben gute Ausbildungen, Jobs und sind sozial akzeptiert und eingefügt. Viele haben aber zB. keinen Lebenspartner (wünschen sich einen) und wenn ihnen dann eine geschminkte Frau mit Partner über den Weg läuft, geht das Gewettere los, von wegen, dass man gezwungen wird sich zu schminken, um positiv anzukommen. Ungeschminkte und vergebene Frauen werden ausgeblendet, denn man könnte ja feststellen, dass man vll selbst was falsch macht. Gleiches Beispiel bei beruflichen Sachen – immer die Schminke/blonden Haare/HighHeels Schuld. Für mich ist das einfach das Ausblenden eigener Defizite und suchen eines „Sündenbocks“. Das finde ich auch ein wenig unfair – von den Frauen.

    Wer sich wirklich schminken muss, um nicht fertig gemacht zu werden, ist natürlich in ner scheiß Situation. Aber ich denke, gerade da sollte man zeichen setzen und sich wehren – evtll kann man sich ja ein paar Mitstreiterinnen suchen. Wenn niemand den ersten Schritt tut, wird sich nix ändern :/

    kein Mitleid also von mir – das hilft einfach nicht. Zeigt, was ihr draufhabt, lasst euch nicht fertig machen und macht klar, was und wer ihr seid. Ein toller Charakter, Selbstbewusstsein und Willenskraft überstrahlen jedes make-Up – leider aber auch „nur“ ne persönliche Erfahrung.

    PS: Ja, der Beitrag ist sehr überspitzt und vll konnte ich ihn deshalb auch nicht so ernst nehmen. Sowas wirkt auf mich einfach zu übertrieben und verzerrt die Sichtweise – und dann kommen vll auch überspitze und übertriebene Antworten. ;)

  28. 28 DieWahl 04. November 2011 um 20:45 Uhr

    Immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen anscheinend in einem Vakuum leben, in dem ihnen gesellschaftliche Normen rein gar nichts anhaben können.

    Wir machen’s doch alle nur für uns, weil wir uns dadurch einfach so völlig aus uns selbst heraus supergut fühlen. Natürlich.

  29. 29 Name (notwendig) 04. November 2011 um 20:54 Uhr

    Und anscheinend gibt es mindestens 3 Motivationen.
    Sich schminken um sein Sexappeal für’s andere Geschlecht zu erhöhen.
    Sich schminken um sich selbst gut zu fühlen. (Damit meine ich nicht, sich aus der Hässlichkeit heraus zu holen, sondern sich einen festlichen Anstrich zB zu geben, und der Anlass ist einfach das eigene wohlbefinden)
    Sich schminken um sich sozial abzugrenzen.

    mysa, das kannst du dir abschminken: schon mal in den kopf gekommen, sich (ab-)zuschminken um den „sexappeal“ für das eigene geschlecht* zu verändern? oder für alle möglichen menschen?
    dass sich frauen* nur für frauen* schminken könnten, zählt dann wohl schon unter „abgrenzen“ oder was?

  30. 30 Khaos.Kind 05. November 2011 um 0:11 Uhr

    @Scienza
    Wen meinst du denn mit „ihr“? Ich spreche nur für mich.

    Und ich glaube dir schon, dass du deinen Post nicht ignorant gemeint hast. Sonst hättest du dich ja wohl kaum eingebracht. Er wirkt in meinen Augen nun mal ziemlich herablassend und das wollte ich dir mitteilen. So als simple Rückmeldung – nicht als „Gegen“Angriff.
    Du kannst für deine Erfahrung ja genauso wenig etwas wie ich und genau das meine ich mit Wertschätzung. Allein die Erkenntnis, dass Menschen unterschiedliche Erfahrungen machen in unterschiedlichen Feldern und daraus unterschiedliche Schlüsse ziehen. Deswegen ist keine besser oder schlechter. Das sehen wir eh beide so ;)

    Zudem geht es in dem Beitrag nicht nur um Make-up. Sondern um „Schönheits“praktiken. Dazu gehört eben die Entfernung von Haaren an diversen Stellen, Gewichtszeug, Essen, Kleidung, Frisur, Make-up, Fingernägel, Schmuck etc.pp.
    Die gesellschaftlichen Normen variieren je nach Bereich und Kombination der Bereiche. Da kann es zu Ausgrenzungen kommen, wenn einer nicht „passt“ oder wenn einer passt, werden andere vielleicht unwichtiger. Das wird ja unterschiedlich gewichtet. Blöderweise sind die Maßstäbe nicht wirklich bekannt. Manche werden für ihre z.B. markanten Nasen gehänselt, andere werden gerade dadurch berühmt.

    Selbstbewusstsein ist der Schlüssel, wie du schon sagst. Das kommt aber auch nicht automatisch. Der Text setzt imho VOR der Erkenntnis der eigenen wichtigen Persönlichkeit an und versucht „nur“ zu problematisieren. Das würde ich ihm nicht vorwerfen. Er ist schließlich schon lang genug ;)

  31. 31 Jan 05. November 2011 um 13:25 Uhr

    @DieWahl:
    Das „Argument“ lässt sich auf alles auswalzen. Kein Mensch der bei Verstand ist behauptet ernstlich außerhalb des gesellschaftlichen Lebens zu stehen. Im übrigen lebt es sich ohne Frage glücklicher wenn man nicht ständig irgendwelche Gestalten hinter sich stehen hat die dich ermahnen dies oder jenes auf alles mögliche zu hinterfragen, denn wenn das wirklich jemand tun würde, diese Person wäre wohl völlig lebensunfähig.

  32. 32 norona 05. November 2011 um 22:33 Uhr

    Wer einmal darüber nachdenkt, warum ein Mensch irgendetwas tut, dann kommt man zwangsläufig zu dem Ziel:
    -Jede Bewegung, wenn sie nicht reflexartig ist, ist gewollt.
    -Was gewollt ist, dafür hat man sich entschieden.
    Das hat eine ganz einfache Schlussfolgerung:
    -niemand zwingt Wen auch immer zu irgendetwas
    ->ein gesellschaftlicher druck ist vielleicht da, kann aber jederzeit ohne weiteres ignoriert werden. Wer ihn nicht ignorieren will, nur der spührt ihn auch.
    Von daher sollte jemand, der einen Text über die Leiden, die er sich zufügt veröffentlicht, vielleicht eher als masochistisch angehauchter Blogger als als Unterdrückter und Bemitleidenswerter gesehen werden.

    Und nciht, dass das jemand falsch versteht, ich rasiere mich auch, weil ich es schön finde – dabei sorge ICH aber dafür, dass mein Körper von mir das zurück bekommt, was ich mir von ihm nehme. Soetwas nennt man Selbstliebe, wer verstanden hat, was das ist, der sieht sehr schön, wie der „Gesellschaftliche Druck“ zu einem kleinem Hans Wurst verkommt, den man getrost auslachen kann.

  33. 33 Clara 06. November 2011 um 1:31 Uhr

    Ich habe auch schon überlegt, ob ich mich ieinfach mal nicht Schminken soll, aber dann ist es doch immer die gleiche Prozedur und ich mach es doch.

  34. 34 Abseits 06. November 2011 um 14:31 Uhr

    „Von daher sollte jemand, der einen Text über die Leiden, die er sich zufügt veröffentlicht, vielleicht eher als masochistisch angehauchter Blogger als als Unterdrückter und Bemitleidenswerter gesehen werden.“

    Lies bitte die zurückliegenden Kommentare, in denen ich schon erwähnte, dass ich nicht mich meinte, sondern ich schlichtweg versucht habe, mich in diese Situation hinein zu versetzen und mögliche Gedankengänge in überspitzter Weise wiederzugeben.
    Offenbar ist mir das gut gelungen.

  35. 35 kinky 06. November 2011 um 16:21 Uhr

    norona,
    wenn ich dir sage „gib mir mal bitte 100 euro!“ und du willst das nicht, wirst du es auch nicht tun.
    wenn ich dir jetzt eine geladene waffe an den kopf halte und dasselbe sage, wirst du mir das geld wohl geben.

    -Jede Bewegung, wenn sie nicht reflexartig ist, ist gewollt.
    -Was gewollt ist, dafür hat man sich entschieden.
    Das hat eine ganz einfache Schlussfolgerung:
    -niemand zwingt Wen auch immer zu irgendetwas

    also kein zwang?!? ziemlich absurd.
    und genauso läuft das mit den schönheitsnormen – nur ein wenig, aber gar nicht so viel – subtiler.

    ->ein gesellschaftlicher druck ist vielleicht da, kann aber jederzeit ohne weiteres ignoriert werden. Wer ihn nicht ignorieren will, nur der spührt ihn auch.

    falsch. wer ihn ignorieren will, bekommt ihn zu spüren zb. mit sprüchen oder getuschel wie: „iiih, die hat ja unrasierte beine.“

    Und nciht, dass das jemand falsch versteht, ich rasiere mich auch, weil ich es schön finde – dabei sorge ICH aber dafür, dass mein Körper von mir das zurück bekommt, was ich mir von ihm nehme.

    beim rasieren nimmst ihm die haare. wie bekommt dein körper sie denn von dir zurück?
    und nicht, dass mich jemand falsch versteht, ich schreibe das als masochistisch angehauchte blogger_in.

  36. 36 delilah 06. November 2011 um 18:39 Uhr

    Lies bitte die zurückliegenden Kommentare, in denen ich schon erwähnte, dass ich nicht mich meinte, sondern ich schlichtweg versucht habe, mich in diese Situation hinein zu versetzen und mögliche Gedankengänge in überspitzter Weise wiederzugeben.
    Offenbar ist mir das gut gelungen.

    zum dritten mal: nein, das ist es nicht. deiner darstellung haben bereits zahlreiche kommentator_innen widersprochen, indem sie ihr ihre eigenen, echten erfahrungen entgegengesetzt haben.

  37. 37 Chu 06. November 2011 um 21:33 Uhr

    Mir gefällt der Text.
    Ist auch immer wieder ein guter Diskussionstoff, war mal vor langer Zeit genauso drauf.
    Jetzt denk ich mir- vor allem im Sommer: welcher Typ oder Frau schaut schon auf meine Beine wenn ich n Kleid anhab? Oder im Bikini rumlaufe?
    (Das mit den Achseln ist immer noch ein wenig anders…)

    Schminken. Da weiß ich selbst nicht weiter. Und es kann für mich beides bedeuten: sich in einer gewissen Weise verkleiden, aber auch schützen. Nicht allen Menschen geb ich einen Einblick in mein Schmuddel-Ich. Was jetzt nicht heißt, dass das Schmuddel-Ich etwas intimeres wäre.

    Meine Mama meinte auch, wenn sich eine schminke, wäre sie gleich nuttig und ein falsches Stück.
    Deshalb hab ich auch mal ne Phase mich extra geschminkt. Aber ich brauchs nicht. Mir fehlt auch iwie die Zeit dazu.

  38. 38 dodo 06. November 2011 um 22:17 Uhr

    deiner darstellung haben bereits zahlreiche kommentator_innen widersprochen, indem sie ihr ihre eigenen, echten erfahrungen entgegengesetzt haben.
    Na und? Und diese echten Erfahrungen (inkl. meiner) scheinen sich doch wenigstens zum Teil ganz gut in dem Text wiederzufinden? Ich sehe nicht, daß da bloß lauter dem Text widersprechende Erfahrungen sind. So what?
    Zumindest ich kann einen Teil meines Teenage/Anf. 20-Selbst da drin sehr gut wiederfinden, fiktiver Text oder nicht.
    Es muß auch nicht jeder Roman über ein Thema einen autobiographischen Hintergrund haben.

  39. 39 norona 07. November 2011 um 0:49 Uhr

    @kinki:
    wenn du mir sagst:
    „gib mir mal bitte hundert euro“ – dann würde ich sie dir vermutlich geben, wenn ich sie hätte. Immerhin bist du ein vernunftbegabter mensch, der weiß, dass wenn er sich nicht bedankt er probleme bekommen wird.
    Wirst du mir jedoch eine Waffe an den Kopf halten, so werde ich nciht so dumm sein, die hundert euro zu geben, da du mir dann auchnoch die anderen wertvollen dinge nehmen wirst, die ich besitze und dann entweder ahaust, oder mich tötest …was mir beides ncihs bringt, weshalb ich meine psychologischen kentnisse nutzen würde um dich derart zu verwirren, dass ein dich-überwältigen kein Problem mehr darstellt.

    Das lässt sich auch sehr gut darauf beziehen, wie die Gesellschaft mit einem umgeht, wenn man sich mit ner Pistole am Kopf beugen lässt, warum sollte sie dann nciht and einen kopf gehalten werden, wenn man aber dafür,d ass man über dihc lästert am nächsten tag in einem öffentlichem wortduell vorgeführt wird, dann wird man es sich das nächste mal zweiundzwanzig mal überlegen, ob man dich nochmal zu beugen versucht.
    Die beste Waffe gegen jemanden, der dein Rückgrat brechen will ist immer noch eben dieses zu trainieren. ;-)

    Und ich werde dir gerne nocheinmal sagen, warum es in keiner Weise absurd ist, dass es keinen Zwang gibt:
    -Angenommen, es gibt einen zwangähnlichen Zustand (Zwang zu widerlegen wäre mir zu einfach ;-) )
    -dann hieße dass, das es eine Situation gibt, in der nur ein sehr kleiner Handlungsspielraum offen ist, in dem die Psyche stabil bleibt
    -wenn der wille innerhalb dieses Raumes liegt, so ist es kein Zwang
    -wenn der wille nicht in diesem Bereich liegt, so würde eine Handlung gegen die eigene Psache stattfinden müssen
    entweder Aufgezwungenes oder gewolltes
    -Ein Mensch kann nicht so handeln, wie er es nicht will, da er es sonst wollen würde
    --> Der Bereich, der „gut aushaltbar“ ist, umspannt immer auch den eigenen willen

    Man könnte behaupten, jemand, der Burn-out hat widerlegt diese Argumentation (oder ähnliches). Das wäre aber dahingehend falsch, dass Burn-out und andere ähnliche Symptome aus meiner Sicht darauf basieren, dass ein Mensch glaubt in einer Situation zu sein, die nicht aushaltbar ist, nicht darauf, dass es wirklich so ist.

    Sieh es bitte nicht als deinen Fehler an, wenn meine Erklärung zu schlecht ist :-)

    „wer ihn ignorieren will, bekommt ihn zu spüren zb. mit sprüchen oder getuschel wie: „iiih, die hat ja unrasierte beine.“ “
    nunja, es ist ein unterschied zwischen spüren und sehen. Erstmal sieht man dann diesen Druck, welche Reaktion der in einem auslöst ist ja noch etwas anderes. In diesem Fall wäre es doch ein sehr angenehmer Grund einmal kräftig zu lachen, aber wer in angesicht dieses Getuschels lieber weint(übertreibung) als zu lachen – ich will nciht beleidigen, aber der hat doch ein selbstbewusstsein, dass dringend einer restauration bedarf.

    Was gebe ich meinem Körper?
    Ich nehme ihm die Haare, dafür bekommt er Kleidung, Glückshormone, Auslastung, Ruhe, Nahrung, Licht, Pflege und vieles mehr. Ich unterscheide dabei bewusst in was ich dafür tue, dass ich mir selbst schaden darf und was ich als zusätzliches annehme.

    „und nicht, dass mich jemand falsch versteht, ich schreibe das als masochistisch angehauchte blogger_in. “
    wie schön, dass man hier soetwas sagen darf, wo doch auf mädchenblog schon dinge veröffentlicht wurden, nach denen masochismus eine krankhafte und zu verbietende lebensweise ist, die matriarchische ursachen hat und dahingehend zu verachten ist.
    Ich finde übrigens, dass diese diskussion noch einmal geführt werden sollte, was da als argumente kamen ist eher krankhaft und verachtenswert gewesen. :-)

    allerliebste grüße und gehabt euch wohl
    eure norona

  40. 40 kinky 12. November 2011 um 21:16 Uhr

    hallo norona,

    wie schön, dass man hier soetwas sagen darf, wo doch auf mädchenblog schon dinge veröffentlicht wurden, nach denen masochismus eine krankhafte und zu verbietende lebensweise ist, die matriarchische ursachen hat und dahingehend zu verachten ist.

    meintest du „matriarchalische ursachen“? das hat afaik noch keine_r hier behauptet oder? (patriarchalische ursachen schon eher).

    Ich finde übrigens, dass diese diskussion noch einmal geführt werden sollte, was da als argumente kamen ist eher krankhaft und verachtenswert gewesen.

    ich fand es auch nicht so nett. „krankhaft“ ist ein begriff, den mensch vielleicht auch vorsichtiger oder gar nicht verwenden sollte. wer galt nicht alles schon als krankhaft und wurde dann deswegen diskriminiert…
    deinen zweiten absatz versteh ich inhaltlich nicht, wenn dir das wichtig ist, formulier es bitte nocheinmal einfacher.
    zu deinem ersten absatz: das tut mir leid, da hatte ich dich wohl falsch eingeschätzt.
    bitte überweise 100 euro auf folgendes konto, schreibe in den betreff einfach „spende hausprojekt“:
    Rein­hold Halb­leib
    Spk. Mit­telthü­rin­gen
    Kon­to-​Nr.: 1000500337
    BLZ: 82051000
    für die anderen zur erklärung, das ist für ein hausprojekt, das mir sehr am herzen liegt.
    zum rest: früher hab ich immer gerätselt: neoliberal, was heißt das eigentlich (außer fdp wählen)? jetzt weiß ich es:
    alle werden gleich geboren, es gibt keine diskriminierung mehr. jede_r kann alles schaffen und ist dafür vollkommen selbst verantwortlich. deshalb gibt es auch keinen zwang mehr, sondern allenfalls noch „zwangähnliche zustände“. betreff schönheitsnormen gibt es – wie bei mysa auch – höchstens noch einen „leichten druck“.
    nur für den fall, dass es doch noch sexismus, rassismus etc. gibt:
    wie so oft bei sexistischen handlungen wird die schuld verlagert weg von den täter_innen hin zu den betroffenen:
    wenn du diskriminierst wirst, dann lach doch darüber!

    „wer ihn ignorieren will, bekommt ihn zu spüren zb. mit sprüchen oder getuschel wie: „iiih, die hat ja unrasierte beine.“ “
    nunja, es ist ein unterschied zwischen spüren und sehen. Erstmal sieht man dann diesen Druck, welche Reaktion der in einem auslöst ist ja noch etwas anderes. In diesem Fall wäre es doch ein sehr angenehmer Grund einmal kräftig zu lachen

    was, du kannst darüber nicht lachen? na dann ist es deine schuld! dein selbstbewusstsein ist gestört! du bist gestört! der fehler liegt bei dir.

    aber wer in angesicht dieses Getuschels lieber weint(übertreibung) als zu lachen – ich will nciht beleidigen, aber der hat doch ein selbstbewusstsein, dass dringend einer restauration bedarf.

    irgendwie krank, wa?
    .
    ganz schön menschenverachtend und deshalb voll doof!!!

  41. 41 mysa 12. November 2011 um 23:49 Uhr

    Naja, Kinky, wie soll denn eine Welt aussehen, in der sich alle zu 100% wohl fühlen können, in der es nicht einmal einen – wie die doofe Mysa es verharmlosen will – „leichten Druck“ gibt?

    Fänd ich ganz schön Menschenmissachtend und deshalb auch voll doof, denn so sind sie nunmal, und sie haben sich noch nie verändert.
    Und das werden sie auch nicht.

  42. 42 norona 13. November 2011 um 15:30 Uhr

    @kinki:
    haha, wie lustig…
    Nein mal im ernst:
    1.) Die Schuld liegt bei mir beim Täter, der Betroffene hat nur die Möglichkeit es zu ignorieren, er ist nicht schuldig, wenn der Betroffene jedoch durch derart oberflächliches Verhalten von Tätern in emotionale Tiefs gerät, so ist er schwach.
    Der Fehler des darüber Lästerns liegt beim Täter, aber hier lesen keine Täter, daher brauch ich auch nciht sinnfrei auf ihnen rumhacken.
    2.) Leider versuchst du mich mit deinen Sätzen zu den 100Euro unter Druck zu setzten und meine Argumentation in die Irre zu führen…öffentlich, wärest du zur Quelle von Noronas Gedanken mit einer Bitte Geld an einen Menschen zu geben und nciht an ein Konto zu überweisen, dann wäre da durchaus etwas möglich gewesen.
    So musste ich feststellen, dass du es nicht verstanden hast und mir eine Pistole nan den Kopf zu halten versuchst.
    3.) ja, ich hab „m“ statt „p“ geschrieben, da hast du recht (matriarchalisch/patriarchalisch)
    4.) „neoliberal“-schönes wort, was heißt das eigentlich:
    -definitiv nicht fdp wählen, das dazu gehörige wort ist „Brett-Form-Kopf-Syndrom“
    -freiheitsliebend
    -Fairness
    -Vernunft
    -Emotionalität
    ich denke nciht, dass du verstehst was ich meine, aber das ist mir egal.
    5.) Ich denke nciht, dass jeder alles schaffen kann, das habe ich nciht behauptet, es ist aus meiner Sicht eher so, dass ein Mensch immer alles schaffen kann, zu dem er von Körper und Seele her fähig wäre.
    Bevor mir unterstellt würde: „die norona sagt es gibt bessere und schlechtere menschen“ -nein, ich sage nur, es gibt menschen, die sind zu dingen fähig, zu denen andere nicht fähig sind.
    So kann Horst Meier vlt. besser backen als Meier Horst, aber andersrum kann Meier Horst besser schreinern.
    6.) „wie so oft bei sexistischen handlungen wird die schuld verlagert weg von den täter_innen hin zu den betroffenen:“
    ich weiß übrigens nicht, wie man etwas dick schreibt, ich weiß aber, dass nur weil eine dahergerufene unpassende im Augenblick falsche verallgemeinernde Floskel es nciht wert ist, das rauszubekommen.
    7.) „ganz schön menschenverachtend und deshalb voll doof!!! “
    Oh, ich bin „menschenverachtend“
    Warum:
    -Weil ich nciht das schreibe, was Kinki für richtig hällt
    -Weil ich sage: Menschen, lacht doch lieber, als euch von Idioten dissen zu lassen
    -Weil ich in einem feministischem Forum zu feministen und nciht gegen andere rede
    --> demnach also: weil ich eine eigene Meinung habe, Menschen helfen will und soetwas wie Vernunft besitze, danke Kinki!

    eure Norona

  43. 43 dodo 13. November 2011 um 19:26 Uhr

    Ähm ich möchte kurz nochmal bitte einen etwas sachlicheren Diskussionston gemahnen, merci vielmals.

    @norona: Ehrlich gesagt finde ich, Du verlangst da ein bißchen viel von Deiner Umwelt… nicht jedeR kann mit dem gesellschaftlichen Druck so locker umgehen, wie Du es anscheinend kannst.
    Und manchmal hat man auch einfach keine (echte) Wahl. Eine Bekannte, die bei einer Anwaltskanzlei als Sekretärin gejobbt hat, wurde beispielsweise wegen ihrer Achselbehaarung angekackt, von wegen das sähe unhygienisch aus. Und dezentes Make-Up gilt auch ansonsten bei vielen Jobs fast schon als Muß, man soll als Frau ja „gepflegt“ aussehen.
    Und auch, wenn man eine Wahl hat, so gehört doch eine gewisse Portion Mut dazu – egal, ob die Ängste, gedisst zu werden, jetzt realistisch sind oder nicht.
    Ich kann von mir glücklicherweise behaupten, daß mein Selbstbewußtsein recht ausgeprägt ist (Danke, Feminismus :) ), aber ich hatte auch erstmal Schiß, wie mein Umfeld auf meinen Rasurstreik reagiert. Und wie oft hab ich da gehört „Das würd ICH mich nicht trauen“.
    Und als Teenager hätt ich mich das NIE getraut. Ich wär damals auch nicht ungeschminkt aus dem Haus. Oder mit ungewaschenen Haaren. Egal, ob das überhaupt wem aufgefallen wär: ich hätt mich superunwohl gefühlt, als ob mich jedeR anstarren würde. Oder könnte. Und bei einer entsprechenden Bemerkung wär mein Selbstbewußtsein im Keller gewesen! Lieber hab ich Rasurbrand ertragen als womöglich eine Angriffsfläche für blöde Sprüche oder kritische Blicke zu bieten!
    Und so wie es teilweise unter pubertierenden Mädels zugeht, sind unrasierte Achseln, zusammengewachsene Augenbrauen etc. fast schon eine Einladung zum Mobbing. Und man will dann halt (ich nehm jetzt mal absichtlich Klischees und Heteronormativität in meinen Beispielen) auch eher die heiße Braut sein (auch wenn der Preis die von Abseits so gut beschriebene Beautyprozedur ist), die vom jeweiligen Schwarm hübsch gefunden werden will – und das geht oft nicht, wenn man (Achtung, Übertreibung) unrasiert, ungeschminkt, mit Brille, Omas Strickpulli und unüberschminkter Akne durch die Gegend läuft; denn auch wenn es von überall her heißt, Humor/Charakter/… sei wichtiger als normgerechtes Aussehen, so ist es eben doch auch Realität, daß die subtile, aber allgegenwärtige Botschaft anders lautet (Artikelchen à la „Wie schmink ich mich so, daß ER mich hübsch/sexy/romantisch/… findet“ gibt’s überall, ob Mädchen-, Männer- oder Frauenzeitschrift. Artikel darüber, wie man beispielsweise Selbstbewußt reden lernt oder wo man aufgefordert wird, seinen Körper zu mögen, GENAUSO wie er ist, wie das geht, wieso das sinnvoll ist oder ähnliches findet man schon weeeesentlich seltener. Und da hat’s auch meist nichts Brauchbares, da kommt dann halt das Übliche „Stell Dich nackt vorn Spiegel“-Blahblah), und daß Teenagerbubis (bzw. auch genügend erwachsene Männer) eben auch nicht reif oder selbstbewußt genug sind, um sich um ein Mädel zu bemühen, das eben eher nach Roseanne Barr aussieht als nach Britney Spears. Genauso wie die Mädels eher auf Justin Bieber stehen, jedoch kaum stolz mit einem Jack Black-Lookalike an der Hand durch die Straßen flanieren wollen (sicher, klar, gilt nicht für alle).
    Ich bin neugierig, ernstgemeinte Frage: warst Du selbst schon immer so selbstbewußt, daß Du immer nur ausschließlich das getan hast („körperpflegetechnisch“ mein ich), was Dir selbst allein gefällt, ohne auf die anderen zu hören, egal, was in Bravo Girl oder so stand, was geradev „in“ oder „angesagt“ war? Hast Du schon so früh rausgekriegt, wo die feine Linie zwischen „das gefällt mir so WIRKLICH“ und „das wird von mir erwartet, daß ich das hübsch finde“ verläuft? Haben Dich eventuelle gehässige Kommentare über Dein Aussehen nie verletzt?
    Falls ja: Wie hast Du das geschafft? Und vor allem auch: Wow. Denn das sind Sachen, an denen ich noch mit Mitte 20 teilweise zu knabbern hatte. Und wenn Du tatsächlich so unabhängig bist, dann ist das eine tolle Sache, echt wahr! Aber eine derartig große Portion Selbstachtung und Selflove zu haben ist eben alles andere als selbstverständlich. Da hast Du ein verdammtes Glück, meine Liebe!
    Aber ehrlich gesagt, Deine Posts kommen irgendwie schon ziemlich von oben herab rüber, als würdest Du sagen wollen „ey, ihr werdet zu nichts gezwungen, also stellt Euch nicht so an. Selber schuld, wenn Ihr nicht genügend Selbstbewußtsein habt“ (jetzt mal übertrieben formuliert). Aber Selbstbewußtsein muß erstmal aufgebaut werden, was in einer sexistischen Gesellschaft alles andere als leicht ist. Deswegen finde ich Abseits‘ Text auch sinnvoll und gut geschrieben: denn er (Achtung, fiese Phrasendrescherei jetzt: ) holt die Leute da ab, wo sie sind, statt einfach „Stellt Euch doch nicht so an!“ zu fordern.
    Denn das halte ich für ebensowenig produktiv wie zu einer/m Magersüchtigen zu sagen „Iß halt was, Du bist doch eh schlank!“ oder „Was regst Du Dich so über nen sexistischen Witz auf, bist doch selbst schuld, wenn Du das an Dich ranlässt.“

    ----------------

    Was auch oft übersehen wird, ist, daß Selbstbewußtsein und Unabhängigkeit nicht dasselbe ist wie Abgebrühtheit/Abgestumpftheit. Ich, und vermutlich auch Du, wir haben/hatten das Privileg, aus eigenem Denken und Überzeugung, Selbstliebe und Selbstachtung, zu unserer jetzigen Haltung zu finden.
    Nur geht das schlecht, wenn einem wegen nicht dem Schönheitsdiktat entsprechenden Aussehen oft schon mit jeglichem Scheiß regelrecht systematisch die Selbstwertschätzung ausgehöhlt wird.
    Andere geben einfach irgendwann allein schon aus psychischem Selbstschutz einen Scheiß drauf, was andere denken/über einen sagen. Ein stark übergewichtiger Freund von mir sagt, er setzt in heiklen Situationen, wo er Mobbing oder häßliche Kommentare/Reaktionen eh schon zu erwarten hat, einfach „innere Scheuklappen auf“, wie er es nennt. Ganz einfach, damit er z. B. seine Badehose anziehen und zum Baggersee gehen kann und die jedesmal auftretenden übertrieben angeekelten Gesichtsausdrücke, „Mach ne Diät“-Sprüche etc. zu überhören und auch mal im Freien schwimmen gehen zu können, wann er will – statt auf den Seniorentag im Schwimmbad ausweichen zu müssen, weil da wenigstens die Sprüche wegfallen. Geschweige denn die zahlreichen anderweitigen Demütigungen.
    Denn er (und viele andere) hatten/haben eben nicht das Glück, auf Selbstwertreserven zurückgreifen zu können. Mein Freund hat klipp und klar formuliert (erst so bin ich ehrlich gesagt auf diesen Unterschied zwischen Abgebrühtheit und Selbstbewußtsein und das Dilemma drumrum aufmerksam geworden): „Wenn mir die ganzen Kommentare und Blicke am Arsch vorbeigehen, dann nicht, weil ich so viel Selbstwertschätzung habe. Ich bin bloß einfach abgestumpft.“
    Und in unserer Scheißgesellschaft wird derartige Abstumpfung eh schon viel zu oft gefordert (auch von Dir, wenn ich Dich richtig verstehe?), was ich ehrlich gesagt beschissen finde. Die Singer/Songwriter Jewel sang mal „I‘m sensitive and I‘d like to stay that way!“ und ehrlich gesagt fände ich es schön, wenn die Menschen sich eben nicht abstumpfen müßten, wenn Empfindlichkeit nicht als Schwäche gelten würde, sondern einfach als jeweiliger Charakterzug, der (und das ist ja fast schon Luxus) nicht unterdrückt werden müßte. Möglichst abgebrüht zu sein/werden – das kann doch echt nicht das Ziel sein!
    Deswegen finde ich diese Aussage von Dir:
    der Betroffene hat nur die Möglichkeit es zu ignorieren, er ist nicht schuldig, wenn der Betroffene jedoch durch derart oberflächliches Verhalten von Tätern in emotionale Tiefs gerät, so ist er schwach.
    echt daneben.
    Genaugenommen finde ich es eher schwach, sich den gesellschaftlichen Erwartungen („Sei nicht so empfindlich!“/“So ist die Welt nunmal, das mußt Du aushalten!“/“Wer sich nicht der Norm anpaßt, soll gefälligst auch die (emotionalen) Konsequenzen ohne Murren ertragen“) widerstandslos zu beugen! Den starken Macker (oder auch „die starke Mackerin“ von mir aus) zu markieren kann’s ja wohl echt nicht sein…
    Die eigenen Ängste und Unsicherheiten aber einzugestehen und darüber offen zu reden (oder sie einfach nur zu fühlen) , ist nicht schwach. Im Gegenteil! Denn wenn ich Verletzlichkeit erlebe und vor mir und anderen zugebe, gerade bei so einem vermeintlich oberflächlichen Thema wie das eigene Aussehen, halte ich das für Stärke. Denn die darin enthaltene Ehrlichkeit IST Stärke. Und damit setzt man sich auf den Präsentierteller und gibt seine eigene Verletzlichkeit preis. Das macht einen angreifbar, für allen möglichen Scheiß. Das trotzdem zu tun, nein, das ist nicht schwach.
    Denn wer traut sich (beispielsweise) schon zuzugeben (allein schon vor sich selbst, aber auch vor anderen!):
    „Eigentlich hab ich keinen Bock mehr auf die Rasiererei, aber ich trau mich nicht, damit aufzuhören, ich hab nämlich Schiß, wie mein Umfeld darauf reagiert.“
    Das, finde ich, zeugt von mehr Stärke, als so zu tun, als pralle alles von einem ab.

  44. 44 norona 13. November 2011 um 21:51 Uhr

    @dodo:
    ein sehr schöner post um mich von meinem drang kinky zu beweisen, dass ich recht habe herunterzuholen ;-)
    deshalb werde ich mir auch ernsthaft zeit nehmen ihn zu beantworten.

    Ja, du hast recht, ich verlange viel von einem Menschen und meine Wortwahl mag als erniedrigend gesehen werden. Ich möchte versuchen das zu erklären und deine Frage, ob ich so schon immer war zeitgleich beantworten.
    Ich hatte das Glück/Pech meine ersten 10 Lebensjahre unter für mich sehr fremden Menschen zu erleben, dadurch habe ich immer sehr starke Verbindungen zu meiner Umgebung aufgebaut, indem ich die Meinung derer um mich rum sehr ernst genommen habe (auch noch die jahre danach) aber nie wirklich Teil einer Gruppe war – dadurch wenig normiert wurde.
    In meiner Zeit bis zur 5.Klasse war das vollkommen in Ordnung, weil Grundschüler halt fair sind. Ab dem Gymnasium ging es damit abwärts, bis ich 6.-7. aufgrund von Mobbing die Schule gewechselt habe. Das neue Umfeld war aufgrund deutlich höherer Intelligenz großteils deutlich sozialer eingestellt, neben der Tatsache, dass ich nicht das einzoge individualistische Wesen war.
    Allerdings war es auch in diesem Umfeld noch sehr lange schwierig komplett akzeptiert zu werden – allerdings wurde in diesem Umfeld mit der Zeit (und unter ausnahme einzelner Mädchen) das Motto Geist vor Körper gelebt.
    Nach einem gut 3 jährigem Prozess des Selbst-akzeptieren lernens und einer relativ kurzen Zeit des selbst-schön finden lernens ging der „Abheb-Prozess“ ziemlich schnell von statten und gesellschaftliche Normen sind mir nicht egal geworden, aber aus meiner eigenen Sicht stehe ich über ihnen.
    Im Prozess des selbst-akzeptierens hatte ich auch einige experimente gemacht, wie über meine sexuellen Vorstellungen reden mit verschiedenen Menschen etc. was mir dabei geholfen hat Fremdartigkeit in erster Linie als Kreativität zu sehen – was ich auch auf mich anwenden konnte.

    Ich muss also sagen:
    Ja, ich hatte einen Lebensweg der es mir ermöglichte sehr gut zu sehen, dass ich mich entweder füge und mein hart erkämpftes selbst aufgebe oder ich lerne, dass ich viel mehr wert bin, als mir vermittelt wird. -> Die Sicht mehr wert zu sein als andere musste ich mir in diesem Prozess auch wieder abgewöhnen, da ich erkannt habe, dass ein Leben mit dieser Einstellung nciht praktikabel ist. Ich kann daher verstehen, dass meine Posts „von oben herab“ klingen und weiß, dass es an meiner Art mich auszudrücken liegt, ich werde versuchen meinen Inhalt in diesem Forum sanfter darzulegen.

    Mh, ich hatte vor meine Posts eher theoretisch zu halten, hatte deshalb nicht vor zu sagen: seid nciht so doof und seid schwach, sondern: an sich habt ihr die Kraft dazu, wenn ihr es erkennt.
    Das ich dazu den negativen weg gegangen bin, lag zum einen an der Situation, hauptsächlich jedoch vermutlich an meinem Wunsch möglichst direkt dafür zu sorgen, dass jemand sich die Frage stellt: stimmt das was dort steht.

    Selbstliebe/Abgebrühtheit:
    Ja, in diesem Bereich hast du Recht, es macht einen großen Unterschied, ob ein Mensch aus der Überzeugung heraus etwas wundervolles oder aus der Überzeugung heraus, seine Ohren ausschalten zu können etwas nicht an sich heranlässt. Wobei „etwas nciht an sich ran lassen“ bei genauer Betrachtung der orte schon der falsche Weg ist, da es eine Art Flucht darstellt, zu Selbstliebe gehört es aus meiner Sicht soetwas immer zu verarbeiten. Verarbeiten heißt dabei erkennen, warum es falsch ist und warum das Gegenüber zu einer solchen falschen Ansicht kommt. Ich selbst genieße danach sehr oft das Gefühl den anderen voruführen, ich denke jedoch nciht, dass das notwendig ist, es ist einfach meine Art meiner finsteren Seite das Licht des Tages zu zeigen.
    Ähm, beim Thema „schwach“ kam es vermutlich zu einem Missverständnis. Undzwar meinte ich, dass ein Mensch, der durch gesellschaftlichen Druck sich in ein emotionales Tief bringen lässt ist schwach, mit emotionalem Tief meinte ich Depression und Aufgabe, was du beschreibst ist ja ein „zu sich stehen und die Trauer darüber, das man nciht akzeptiert wird zeigen“ um das zu schaffen bedarf es einiges an Stolz, das stimmt.
    In diesem Zusammenhang würde ich das Wort „schwach“ nicht verwenden wollen, denn der Mensch hat dann bereits seine „Kraftquelle“ erkannt. Wer aber weint und sich danach wieder der Norm fügt, den empfinde ich als schwach, da er den Kampf verloren hat. Dieser Mensch gibt dann seine emotionalität auf…fällt in ein emotionales Tief.

    Das Gefühl der Trauer sehe ich nicht als schwach an, ich sehe jedoch offensichtlich, dass meine Formulierung einfach falsch war und ich länger über die Worte hätte nachdenken sollen.
    Ich sehe das Gefühl der Trauer sogar vielmehr als eines der schönsten und stärksten an, da sie gleichzeitig die Welt zu verstehen hilft, als auch bei der erkennung des eigenen Glückes hilfreich sein kann.

    Natürlich gehört es zur Selbstliebe die eigenen Ängste anzuerkennen, ich dnke du hast zu diesem Thema genügend gesagt.

    Ja, was ich gerade schrieb kann als Widerspruc zu dem stehen, was ich vorher schrieb, ich möchte dabei darauf verweisen, dass einem durchaus manchmal nochmal gesagt werden darf, was man eigentlich sagen wollte.

    eure norona

  45. 45 dodo 14. November 2011 um 1:54 Uhr

    danke fürs zeitnehmen :)

  46. 46 Amelie 02. Dezember 2011 um 13:05 Uhr

    Ja endlich mal jmd. der sich darüber Gedanken macht! Früher hab ich mich immer geschminkt, in die Schule, zum Shoppen oder einfach nur zum Einkaufen. Aber mittlerweile geh ich ungeschminkt aus dem Haus, was früher unmöglich für mich war. Nun spar ich mir die 10 Minuten jeden Morgen vorm Spiegel und investiere die lieber in meinen Schönheitsschlaf :)Also traut euch und lasst mal eure Schminke weg, Ihr seid auch ohne hübsch.

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