Warum sexistische Witze eben nicht „okay“ sind…

Warum sexistische Witze eben nicht „okay“ sind, macht einE KommentatorIn auf linksunten anläßlich der Kritik über Nazis und Sexismus auf dem 28C3 klar. Fand ich so gut ausgedrückt, daß ich’s hier poste. Kann anscheinend sowieso nicht oft genug gesagt werden.
(Achtung, Triggerwarnung: es folgt eine Beschreibung von den kritisierten verharmlosenden Kommentaren).

Hier also das Kontra:

Tut mir leid um die Polemik, aber das ist ja echt das allerletzte. Sexistische Witze sind also okay. Selber schuld, wenn man sich davon unangenehm berührt oder gar gedemütigt fühlt. Alles eine Frage der richtigen Einstellung.

Einen Witz zu einer Vergewaltigung, mag der unfreiwillige Beischlaf in deiner Welt auch anders heissen, ist extrem diskriminierend. Wer jemals eine Vergewaltigung oder einen sexuellen Übergriff erlebt hat, weiss, wie gross die Angst und Unsicherheit danach ist, im eigenen Erlebten nicht ernst genommen zu werden. „Sie hat es ja sicher auch gewollt. Selbst schuld. Wer Typen zu sich nach hause einlädt muss damit rechnen…“ sind Sprüche, die weh tun, aber in dieser oder ähnlicher Form derartige Ereignisse leider meist begleiten. Nicht nur der Übergriff selbst ist sehr traumatisierend sondern auch Reaktionen dieser Art.

Anlässlich eines Hacker-Kongresses sollte mensch eigentlich nicht damit rechnen müssen, mit Witzen über Vergewaltigungen konfrontiert zu sein. Eine Frau oder ein Mann, welcheR einen sexuellen Übergriff als Opfer erlebt hat, darf zurecht annehmen, in diesem Raum zumindest von offizieller Seite her nicht mit seinem Trauma konfrontiert zu werden. Und dann geschieht es doch. Und einige Leute lachen und applaudieren. Und dieses Gefühl ist zurück. Diese Ohnmacht, dieses Ausgeliefertsein, dieses in seinem Erleben nicht ernst genommen werden.

Sexuelle Übergriffe kommen sehr häufig vor. Dies macht sie nicht weniger schlimm. Und sexistische Witze – vielleicht ist es ja auch „nur“ ein Witz über eine Vergewaltigung, verletzten nicht nur die political correctness, sondern auch jedes irgendwie gelagerte ethische Empfinden.

Applaus!


6 Antworten auf “Warum sexistische Witze eben nicht „okay“ sind…”


  1. 1 Kenji 17. Januar 2012 um 21:00 Uhr

    Es bleibt zu sagen, dass sexualisierte/sexuelle Gewalt nicht nur rein physischer Art sein kann. Eine Grenze zu ziehen kommt einer Hierachisierung gleich, doch in Wahrheit verschwimmen sie recht schnell. Ein Blick in bestimmten Augenblicken oder an einem bestimmten Ort, eine Geste, ein Wort oder ein Witz. Die Erniedrigung geschieht nicht ausschließlich auf einer körperlichen Ebene.

  2. 2 utrumque 22. Januar 2012 um 10:18 Uhr

    liebe dodo,

    ich hätte mir eine triggerwarnung gewünscht, wenn du einen text postest, der worte wie v*rgew*ltigung und darauf folgende verharmlosende kommentare, die ein solches erlebnis begleiten können, hier postest. das ist keine individuelle befindlichkeit mehr, auf diesen text zu reagieren, sondern der enthält eine hohe wahrscheinlichkeit für trigger bei allen personen, die damit erfahrung haben – und auch bei personen, die sich ‚unerfahren‘ intensiv damit auseinander setzen, zum beispiel per unterstützungsarbeit o.ä.
    magst du das vielleicht nachholen?
    vielleicht auch mit einem „mehr“ button auf der startseite?
    fänd ich super.. :)

    grüße, utrumque

  3. 3 dodo 30. Januar 2012 um 17:26 Uhr

    Danke für den Hinweis, wurde geändert!
    Sorry, daß das so lange gebraucht hat, aber ich hab Deinen Kommentar erst jetzt gesehen; da ihn wer anders freigeschaltet hat, wurde er von mir bisher übersehen.

  4. 4 Samia 01. Februar 2012 um 19:47 Uhr

    Ein guter Text zu einem wichtigen Thema. Einziger Kritikpunkt: „Sexuelle“ Übergriffe gibt es nicht – nur Consent ist Sex – besser ist da immer „sexualisiert“. Bei High on Clichés gibts übrigens nochn tollen Artikel zum Thema.

  5. 5 Dronte 03. Februar 2012 um 1:35 Uhr

    @ Samia

    Das leuchtet mir nicht ein. Warum ist, was nicht einvernehmlich geschieht, kein Sex?

  1. 1 Ein Jahr nach #Aufschrei: Es schmerzt. | Drop the thought Pingback am 25. Januar 2014 um 2:25 Uhr

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