Am besten in die Geschlossene? „Kinderkrankheit“ Transsexualität.

Mittelfinger für Geschlechterrollenzwang:
(Achtung. Dieser Text enthält Sarkasmus. )
Die Reaktion auf einem unverständliches veranlasst immer noch sehr viele Menschen dazu, diese Irritation verwirrt und verunsichert bei Seite zu schieben, in die „Anormalen“-Ecke. Ist nicht normal, versteh ich nicht, also muß es der andere sein, der verrückt ist. Sonst läuft man womöglich Gefahr, sich mit seiner bisherigen Auffassung Männlein/Weiblein kritisch auseinandersetzen zu müssen.
Bei Erwachsenen kommt immerhin eine Scheintoleranz vermehrt zum Einsatz, „Leben und Leben lassen“, „Die können machen, was sie wollen. Tut doch keinem weh“; aber wenn diese fiese Realität nicht immer mal wieder einen daran erinnern müßte, daß es selbstverständlich auch im Kinderalltag Auseinandersetzungen mit Geschlecht und Gender gibt. Und da ist so macheR dann plötzlich gar nicht mehr so tolerant; sollen die Erwachsenen doch diesen Zirkus veranstalten, aber die unschuldigen lieben Kleinen sollen doch lieber behütet ins „passende“ eng-flauschige Sex/Gender-Schublädchen gebettet bleiben, anstatt – um Himmels willen! – mit diesem so unangenehmen Teil des Lebens auch noch vor der Pubertät in Berührung zu kommen. Kinder müssen vor solchen Abnormitäten geschützt werden, damit sie nicht etwa in ihrer fragilen Selbstfindungsphase verwirrt würden, gerade bei so Intimem wie Sexualität und Geschlecht – so ähnlich hat die FSK auch argumentiert, wollte die jüngeren ZuschauerInnen vor dem Trauma retten, in ihrer Unschuld mit der „verzerrten Realität“ der Homosexualität Jugendlicher in Kontakt zu kommen. Etwas flapsiger ausgedrückt könnte man auch einfach ehrlich sagen: „Die Kinder sollen das nicht sehen, sonst machen sie’s noch nach. Und meine Kinder sollen keine Homos werden“. Es brauchte erst massive Proteste, bis der Film dann doch noch heruntergestuft wurde.
Etwas weniger Rücksicht auf die Gefühle von (manchen) Kindern nimmt das Jugendamt.

Alex ist transsexuell. Ein Mädchen mit den Geschlechtsmerkmalen eines Jungen. Und deshalb droht dem Kind jetzt die geschlossene Psychiatrie. Das Jugendamt möchte es einweisen.

Bei Erwachsenen verlangt die Mainstream-Political Correctness, daß Transsexualität nicht mehr als Krankheit gesehen wird, auch wenn’s in den Köpfen, zumal im Unterbewußtsein, anders aussehen mag.
Handelt es sich dabei jedoch um ein Kind, wird auf diese Transsexualität reagiert, als handle es sich um eine Krankheit:
Diagnostiziert wird über die Abweichung vom Ist- zum Soll-Zustand. Keine geradlinige, „gesunde“ Entwicklung, die gemäß der Form seiner Genitalien abläuft. Kein „gesunder“ Normalzustand. Paßt nicht in irgendwelche Entwicklungstabellen und weicht vom vorgegebenen Pfad ab, muß somit korrigiert werden.
Also erstmal isolieren von der „normalen/gesunden“ Gesellschaft. Sonst stecken sich die anderen Kinder womöglich noch an. Nicht, daß noch mehr Kiddies durch eine Begegnung mit einem freilaufenden transsexuellen Kind „belastet“ wird.
Schließlich wird der/die PatientIn in ärztliche Obhut gegeben. Ist ja klar, wer krank wird, muß zum Onkel Doktor, weiß man schon als Kind, und damit man wieder gesund wird, wird eine Therapie verordnet, wie bei Alex aus dem taz-Artikel:

Sondern die Pubertät erleben, in der Hoffnung, dass es danach doch als Mann leben wolle. Dazu solle es therapiert werden: Angebote für eine „männliche“ Rollenentwicklung würden gemacht. Fußball und Autos. Die „weiblichen“ Wünsche ignoriert. Später soll Alex in eine Pflegefamilie.
(…)Aber das Jugendamt will die Einweisung jetzt. Per einstweilige Verfügung. Jeden Tag können sie nun vor der Tür stehen. Und ein fröhliches, aufgeschlossenes Mädchen ohne ein einziges Gutachten in die Psychiatrie bringen.

Klasse Plan. Fußball statt Barbies. Klingt wirklich hochprofessionell. Und erinnert an diverse GMX-News und Konsorten.
Und so ein Kind kann man doch auch nicht so mirnix-dirnix mit den anderen Kindern spielen lassen! Zumindest nicht unbeaufsichtigt. Ja, so eine Klinik ist da schon das Beste. Nicht, daß sonst womöglich noch die eigenen Süßen so derartig verwirrend-belastendes verarbeiten müssen, man müßte mit Junior drüber reden, wie es sowas geben kann, „ein Junge, der ein Mädchen sein will. Oder so.“
Und dann stellen Kinder ja auch noch gleich so viele Fragen und nerven einen damit so lange, bis man klein beigibt – keine Chance, diesem unangenehm verwirrenden Thema („Wenn’s mich schon irritiert, macht’s meinem Nachwuchs doch bestimmt auch Angst!“) aus dem Weg zu gehen, es in der verstaubten hinteren Ecke des Gehirns zu lassen, wo man es einst unangenehm berührt weggepackt hat.
Und dann heißt’s aufpassen, was man sagt! Nicht nur gilt es, den Kleinen die „Problematik“ verständlich darzulegen oder ihre Neugier zumindest soweit zufrieden zu stellen, daß man seine Alltagsscheuklappen wieder aufsetzen kann. Nein, es gilt auch zu bedenken, was das einen umgebende Umfeld hier nun als „richtig“ empfindet. Sonst wird man womöglich noch am Elternabend darauf angesprochen, das Kind habe in der Schule erzählt, Transsexuelle seien irgendwie geistig behindert, obwohl man so was ja gar nicht meinte. Oder die Leute denken, es sei das eigene Kind, das derartige Störungen aufweist!

Eigentlich schon verflixt anstrengend, die gesellschaftlichen Geschlechts- und Gendernormen aufrechtzuerhalten, wo (scheiß Wissenschaft! Scheiß Genderforschung!) das Fundament einem doch immer öfter mal durch die Finger bröselt, wenn man mal Hand anlegt.
Eigentlich schon verflixt unfair, den folgenden Generationen diese absolut unnötige Bürde auch noch aufzuladen. Es ist doch auch irgendwo ein Armutszeichen, wenn man die eigenen Komplexe und Unsicherheiten an derart geliebte Menschen weitergibt, aber so ist man immerhin nicht allein mit seinen Problemen, eine geteilte Weltsicht soll eine verständnisvolle und nähere Bindung bewirken.
Kinder werden in Geschlechter- und Sexualitätsbelangen immer sehr gern als allzeit-valides Totschlagargument gebraucht („Aber denkt doch an die Kinder!“), denn daß die Jugend unschuldig ist an den herrschenden Verhältnissen, ist Konsens. Und daß sie „das Beste“ verdient haben, auch. Und da trifft man auch so manche eigentlich aufgeklärte Person, die sich dann fragt, ob diese Gesellschaft, von der sie aus Erfahrung weiß, daß sie sich oft geierartig auf alles stürzt, was von der Norm (oder auch schon zu sehr vom Ideal) abweicht, ein Kind, das solche Einschätzungen noch gar nicht treffen kann oder will, auf ein „abnormes“ Kind nicht derart negativ reagiert, daß es sich verstoßen fühlt. Man weiß das ja, hat das Theater ja mitgespielt, auf beiden Seiten. Man will auf keinen Fall das Kind eventuellen Scheußlichkeiten aussetzen.
Doch wenn man für die kommenden Generationen eine schönere, gerechtere Welt wünscht, weshalb wird dann nicht schon einfach mal damit angefangen, den Kindern diese Gerechtere Welt vorzuleben, inwieweit möglich?
Doch perplexerweise wird nun oft versucht, das Kind zu schonen, indem man die Reaktion der Gesellschaft vorwegnimmt, es selbst in das Regelwerk einzuweisen und ihm schon mal den Vorgeschmack auf das geben, was es bei Abtrünnigkeit zu erwarten hat, nämlich Ablehnung, Häme und Herabsetzung. Es ist fast wie beim Impfen – das Gift in kleinen Dosen am Anfang, bevor die Gemeinschaft dem Kind volle Breitseite von dem Zeug verabreicht, wenn wer vom vorgegebenen Trampelpfad allzu weit abweicht.
Denn man hat ja gelernt: zu weit abseits der vorgegebenen Rollenmuster gibt’s womöglich ein Problem.
Von allein haben die Kinder das Problem nicht. Erst, sobald sie von Erwachsenen erklärt kriegen, daß es eins ist. Und ihnen nach und nach beigebracht wird, wie sie sich gemäß ihrer Sozialisation zu verhalten und zu empfinden haben. Die Erwachsenen sind es, die den Kindern erklären, es gibt genau zwei Geschlechter, und daß man an Schniedelchen und Mumu erkennt, wozu man gehört. Und was das für gesellschaftliche Konsequenzen hat.
Die Erwachsenen entscheiden auch im Falle von Intersexualität über Geschlecht und Gender. Sie müssen dem Kind erstmal erklären, warum es da ein Problem gibt, warum man sich entscheiden muß, und zwar so wie vorgesehen.
…Und wie wär’s, wenn wir das einfach mal sein ließen? Längst ist das Kinderschutz-Argument entkräftet; erst kürzlich wurde wieder eine der zahlreichen Langzeitstudien veröffentlicht (find’s grad nicht mehr – selber groß, selber googeln!) und stellt wieder einmal klar: wird die nähere Umwelt mit einem Kind konfrontiert, das eben nicht traditionell Bub oder Mädchen ist, kann die Sorge, die Unsicherheit, die Abweisung auch überwunden werden. Die Leuten stellen nach und nach fest, daß ein Kind ein Kind ist (und keine Bedrohung) und lernen, damit umzugehen, die Situation normalisiert sich, das Kind muß nicht mehr unter Diskriminierung leiden als andere Kinder auch. War auch bisher bei „Alex“ aus dem Artikel so:

Nach dem Kindergarten habe Alexander das Geschlecht offiziell gewechselt und sei als Alexandra in die Grundschule gegangen. Sie wurde so akzeptiert, beteuern Mutter und Kind. Alex sei ein normales, fröhliches Mädchen.

Wo liegt dann eigentlich das Problem? Vielleicht bei den Erwachsenen, die ihrem Kind erklären, daß es selbst Schuld hat, wenn es verspottet und abgelehnt wird, weil es sich nicht genderkonform verhält. Nicht dieser dumme Spott, diese ignorante Zurückweisung, wird dem Kind beigebracht, ist hier das falsche, zu kritisierende Verhalten. Sondern als Junge einen Rock anzuziehen. Transportiert wird, trotz all dem guten Willen: „Wenn Du Dich nicht deinem Geschlecht gemäß verhältst, tun die anderen nur Recht daran, Dich zu demütigen. Du hast was falsch gemacht, nicht etwa diejenigen, die Dich demütigen. Die verhalten sich normal. Was Du tust, ist es nicht, daher ist es gerechtfertigt, wenn man Dich irgendwie verletzt.“
Bei Alex wurden die Eltern sehr genau unter die Lupe genommen, da der Vater vermutet, die Mutter würde Alex in ihrer Entscheidung nicht nur unterstützen, sondern hätte ihr sozusagen die Weiblichkeit „eingeredet“; würde man das verwirrt-kränkelnde Kind vom Infektionsherd, sprich der gendertoleraten Mutter, trennen, würde aus seinem Nachwuchs wieder ein gesunder, männlicher Sohnemann.
Mit Alex hat aber keiner gesprochen. Dabei geht es ja um sie. Um zu erfahren, wie es um ihre Wünsche wirklich bestellt ist, reicht es nicht, sich die – sowieso schon extrem voneinander abweichenden – Schilderungen ihrer Eltern anzuhören. Es wird über sie geredet, aber nicht mit ihr. Kein Gutachter hört sich an, was sie zu sagen hat.
Ironischerweise werden stattdessen die Eltern untersucht. Aber nicht, um diese besser unterstützen zu können, wie sie wiederum ihrem Kind die beste Unterstützung zukommen lassen können. Sondern, um sich nicht mit der „Personifizierung dieses Problemfeldes“ auseinandersetzen zu müssen, man könnte sich einem Menschen in Fleisch und Blut, einfach nur einem Kind, gegenüber wiederfinden. Es soll keinen Berührungspunkt geben.
Es ist wahr, ein Kind in Alex’ Alter kann die Entscheidung nicht ganz alleine fällen; diese Verantwortung kann ein Kind nicht tragen. Aber die Ärzte, das Jugendamt, die Familie,… können diese Entscheidung eben auch nicht alleine treffen, nicht ohne Alex.
Und wenn wir schon nicht wollen, daß die nächsten Generationen immer und immer wieder unsere alten Komplexe, Unsicherheiten und Ängste wiederkäuen müssen, damit sie mit ihrer Zeit und ihrem Potential mehr und sinnvolleres anstellen können als das mühsame Kitten des baufälligen Geschlechtermodells – dann darf man sie aber auch nicht davon abhalten, ihren eigenen Zugang zu Ihrem Geschlecht, Gender, Whatever zu finden.
Und den Erwachsenen wäre auch gut geraten, ihre Zeit mit etwas besserem zu nutzen.
Sich beispielsweise mal zur Abwechslung ne halbe Stunde lang freuen, was man für großartige Kinder hat, die mit Individualität, Unvoreingenommenheit und Forscherdrang über alte Einschränkungen hinauswachsen, die neue Pläne entwerfen, anstatt der Versuchung zu erliegen, ein selbstverleugnender Jasager, todlangweiliger Berufserwachsener oder von Selbsthass zerfressener Heuchler zu werden, also die Wege einzuschlagen, welche die stereotypisierte Gesellschaft ihm so bequem, weil bereits anerkannt und einschätzbar, in den Hintern schieben möchte. Und man könnte sich vielleicht mal fragen, wie viel eigentlich alle von diesen geistig verwirrten „Abweichlern“ lernen könnten.


13 Antworten auf “Am besten in die Geschlossene? „Kinderkrankheit“ Transsexualität.”


  1. 1 Jan 20. Januar 2012 um 9:41 Uhr

    Es wird immer so viel von Rollen, Gender, bla und blub geredet und das ja alles anders sein müsste, dabei wird nur leider übersehen das die von Cisgendern ausgehende Dominanz nicht zu überwinden ist. Denn genauso wie Alexandra im Beispiel hier verhalten auch sie sich entsprechend ihrem Gefühl, und das beinhaltet eine Abwehrreaktion gegen Abweichler, in vielerlei Hinsicht, nicht bloß beim Geschlecht. Nicht schön, aber die Realität und in jeder Gruppendynamik inhärent vorhanden.
    Ich stelle in meinem ach-so-vourteilsfreien links geprägten Umfeld auch immer wieder fest das der Normierungsdruck in dieser Gruppe extrem ist. Das tritt notwendigerweise überall auf und sichert den Bestand des Verbundes selbst. Die Gesellschaft als solche ist nunmal mehrheitlich weiblich/männlich-heterosexuell, somit wird sie sich in dieser Form auch selbst reprodzuieren (sonst wäre sie keine menschliche Gruppe), das heißt sie kann anderes zwar tolerieren, aber nie akzeptieren.

  2. 2 dodo 20. Januar 2012 um 12:42 Uhr

    „(…) das heißt sie kann anderes zwar tolerieren, aber nie akzeptieren. „

    Respektieren. Halte ich für wichtiger.

  3. 3 Z. 20. Januar 2012 um 13:22 Uhr

    Wenn das Jugendamt eingreift, kann es nur zerstören.
    Aber das ist nichts neues, denn Trans* sind für die meisten behörden gefährliche, die Rollen und Normen zerstörende Personen.

    Wozu eine Einweisung in die Psychiatrie? TS lässt sich auch bei Kindern und Jugendlichen diagnostizieren.
    Dahinter steht die Wahnvorstellung der Ärzte, TS könne durch Therapie geheilt werden.

    Das ist Deutschland: TS (egal welchen Alters) werden wie gefährliche Sexualstraftäter behandelt.

  4. 4 kim 20. Januar 2012 um 21:17 Uhr

    „Dabei geht es ja um ihn. “ Merkst Du eigentlich wie scheiss transphob das ist? Es geht nicht um IHN, sondern um SIE…

  5. 5 Michaela 20. Januar 2012 um 21:53 Uhr

    Ich kenne den Fall nur aus den Medien und kann mir deshalb nur auf auf Grund des gelesenen ein Bild machen, aber das was ich lese, läßt mir die Haar zu Berge stehen. Nachdem Kim Petras das beste Beispiel für ein Mädchen in einem ähnlichen Fall ist und darüber schon mehrfach auf SternTV berichtet wurde, habe ich gehofft, daß in Zukunft Kinder es leichter haben könnten, die in einer ähnlichen Situation stecken. Pustekuchen, Alexandra wird behandelt wie in den 50er oder 60er Jahre, wo jeder „Mann“ der in Frauenkleidern aufgegriffen wurde in der Psychiatrie landete (Ich kenne jemand, dem dies passiert ist).
    Ich hoffe, daß das Presseecho das Jugendamt noch einmal ihre Entscheidung übedenke läßt. Ich weiß wie eine männliche Pubertät wirkt und wie schwierig es ist, deren Auswirkungen wieder rückgängig zu machen, was leider nur teilweise gelingt. Ich hätte mir in dem Alter wie Alexandra jetzt ist gewünscht, daß ich die männliche Pubertät nicht durchlaufen müsste und Kim Petras hatte in dem Fall wohl Glück und verständnisvolle Eltern und Therapeuten, die nicht so Transphob sind, wie hier.

  6. 6 Susanne_M 21. Januar 2012 um 19:51 Uhr

    was wäre eigentlich, wenn kinder geschlechtsunabhängig alles anziehen und alles spielen dürften und das auch täten, weil niemand ihnen vorschreibt oder vorlebt, was sie geschlechtskonform zu tun haben? woran würde man dann transsexualität erkennnen?

  7. 7 Lena 21. Januar 2012 um 21:54 Uhr

    Ich bin selbst transsexuell und hatte mein Coming-Out mit 26, obwohl ich mich theoretisch schon mit 11 hätte outen können und vielleicht auch sollen. Vielleicht wäre dann alles besser. Aber solche Fälle zeigen mir auch, dass es vielleicht gut war, zu warten. Vielleicht hätte die Gesellschaft bzw. einige wenige innerhalb der Gesellschaft sonst ihre Chance genutzt, mich zu zerstören und ich wäre schon nicht mehr hier.

    @Jan: Natürlich sind Heterosexuelle Cis-Gender die Mehrheit und bleiben es. Somit ist es unwahrscheinlich, dass die Akzeptanz für „Abweichler“ jemals 100% erreichen wird.

    Aber im Fall von Alex/Emilies hat sich ja schon ein Gesellschaftliches Umfeld gefunden, das sie mehrheitlich akzeptiert. Und die zahlreichen Beispiele anderer transsexueller Kinder, die nicht zwangsweise „kaputtgeheilt“ wurden, zeigen ja dass die verbleibenden Abwehrreaktionen der Umwelt sind normalerweise im erträglichen Rahmen.

    Dann kommen aber ein paar Einzelpersonen, in diesem Fall ein sogenannter Vater, eine Mitarbeiterin des Jugendamtes, eine Richterin und ggf. noch ein paar Ärzte aus Berlin, und zeigen, dass auch eine kleine Minderheit von intoleranten, gestrigen, böswilligen Idioten es schaffen kann, einen Menschen zu zerstören. Dass das genau diejenigen sind, die eigentlich für den Schutz und das Wohlergehen des Menschen zuständig sind, ist kein Zufall. Denn nur diejenige, die offiziell für den Schutz zuständig sind haben die Macht, das Gegenteil durchzuziehen.

    So etwas muss gestoppt werden. Und dazu hilft es nicht viel, sich zu sagen „Tja, das ist halt so und muss auch so bleiben.“

  8. 8 Luna 22. Januar 2012 um 19:55 Uhr

    Erinnert mich grad an die Anfänge des Buches „Stone butch blues“…
    einfach krank, dass hier TS als geistige Störung verurteilt wird. Aber es gibt immer mehr Ärzt_Innen mit mehr Hirn und einem weiteren Horizont, zum Glück!!

  9. 9 dodo 26. Januar 2012 um 2:52 Uhr

    „Dabei geht es ja um ihn. “ Merkst Du eigentlich wie scheiss transphob das ist? Es geht nicht um IHN, sondern um SIE…
    Das ist nicht scheiß transphob (schon im übernäxten Satz bin ich ja wieder bei „sie“), sondern ein Tippfehler (der mir auch bei Nicht-Transsexuellen passiert). Den ich jetzt ändern werde.
    Danke für den Hinweis, hätt man aber auch höflicher formulieren können.

  10. 10 AngryYoungWoman 01. Februar 2012 um 13:39 Uhr

    Toller Text! Ich habe selbst kürzlich einen Kommentar zu meinem Artikel bekommen, dass geschlechtsspezifische Sozialisation völlig irrelevant sei, denn die geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen seien rein biologisch determiniert. Es nervt so endlos, immer wieder mit so viel Ignoranz konfrontiert zu werden.

  1. 1 Mädchenmannschaft » Blog Archive » Schminke, Kekse, Schmierereien – die Blogschau Pingback am 21. Januar 2012 um 19:20 Uhr
  2. 2 Zwangspsychiatrie gegen 11-jähriges transsexuelles Mädchen Pingback am 23. Januar 2012 um 23:27 Uhr
  3. 3 Fuck Gender, versiòn argentina « mädchenblog Pingback am 11. Mai 2012 um 14:19 Uhr

Antwort hinterlassen

:) :( :d :"> :(( \:d/ :x 8-| /:) :o :-? :-" :-w ;) [-( :)>- more »

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


− zwei = zwei