Mann schockiert: Patriarchat ist kein Wunschkonzert

The Amazing Atheist hat sich vor Kurzem in einem Video über Feminismus ausgelassen. Quintessenz war, dass er weder einen Feminismus noch einen Maskulismus für gerechtfertigt hält. Es gehe darum, Sexismus zu bekämpfen, egal gegen wen. Denn Sexismus kann jeden betreffen. Soweit so gut. Eine tolle Aussage. Teile ich voll und ganz. Würde er nicht versuchen, seine Behauptung zu untermauern, indem es das Patriarchat verleugnet und würde er seine Diskussion nicht auf dem Rücken des Feminismus austragen.


(Ich habe unten Kommentare gepostet, die ich bereits auf meinen englisch-sprachigen Text bekommen habe.)

Denn der Feminismus mit all seinen unterschiedlichen Strömungen hat gar eine Menge zu einer besseren Situation von Frauen beigetragen – und auch von Männern. Gerade der poststrukturalistische Feminismus hilft Männern, sich vom Männlichkeitswahn zu befreien. Den Feminismus hingegen pauschal zu verunglimpfen ist ein Einschüchterungsmittel, das so alt ist wie der Feminismus selbst. Genauso unnütz ist es, für den Wunsch nach einer Sexismus-freien Gesellschaft, das Patriarchat zu verleugnen.

Das Problem, das The Amazing Atheist hat, ist, dass er die Vorstellung eines Patriarchats persönlich nimmt. Er fühlt sich persönlich beleidigt, wenn jemand sagt, dass wir in einer Gesellschaft leben, die von Männern dominiert wird. Er selbst sieht sich nicht als Frauenhasser oder Sexist, deswegen will er sich auch nicht vorwerfen lassen, dass er als (weißer) Mann nun mal eine privilegierte Stellung in seiner Gesellschaft hat. Hat er aber – auch wenn er noch so ein netter Kerl ist. Ich empfehle folgendes Interview von Noah Sow mit Austen Brandt, die sich neben Rassismus auch über Sexismus unterhalten und zeigen, dass wir alle davon betroffen sind.

Mit seiner Einstellung sollte sich The Amazing Atheist eigentlich darüber freuen, dass es so ein Phänomen wie das Patriarchat gibt, dass es also gesellschaftliche Strukturen sind, die Frauenhass hervorbringen und nicht nur der individuelle Mann selbst. Wenn wir das verstehen lernen, dann erkennen wir endlich, dass Männer nicht grundlegend die schuldigen Täter sind und Frauen die unschuldigen Opfer. Dann wird klar, dass Frauen nicht die besseren und Männer nicht die schlechteren Menschen sind. Denn die patriarchalen Strukturen werden von uns ALLEN immer wieder reproduziert und manifestiert, egal ob von Männlein oder Weiblein.

Daher muss Mann sich auch nicht – wie The Amazing Atheist behauptet – jeden Tag sein Hirn zermartern und überlegen, was er mal wieder anstellen könnte, um eine Frau in die Pfanne zu hauen, sie gehörig zu unterdrücken oder sonst wie zu knechten. Solche Anstrengungen sind überhaupt nicht nötig. Das passiert jeden Tag wie von selbst.

Sprache, Kleidung, Körpersprache, Ernährung, Sport, Beruf, Haushalt, Besitzverhältnisse, Wissenschaften, Medien, Institutionen – wie Familie, Heirat, Schule, Kirche – …, im Prinzip all unsere Lebensbereiche sind durchzogen von heteronormativen bzw. patriarchalen Strukturen. Diese Einteilung von Geschlechterrollen in zwei gegensätzliche Pole mit einem hierarchischen Gefälle zieht sich durch alle ökonomischen, sozialen und politischen Bereiche hindurch. Eine Hierarchie, die genauso gebildet wird, wie jede andere auch: ein Abstufung von dem Normalen, Universellen, Überlegenen zum Defizitären, Anderen, Sonderhaften. In vielen Sprachen ist diese Betrachtungsweise fest verankert: für Mann und Mensch gibt es dasselbe Wort. Übrigens sind genau die gleichen Mechanismen von Normal und Anders auch im Rassismus und in der Homophobie vorzufinden.

Normal

Wenn ein Homosexueller sich darüber beschwert, dass wir in einer homophoben Gesellschaft leben, würde sich The Amazing Atheist sicherlich auch nicht auf den Schlips getreten fühlen. Wenn ein Schwarzer sagt, er lebe z.B. in den USA oder Deutschland in einer rassistischen Gesellschaft, dann würde The Amazing Atheist sicher auch nicht beleidigt schmollen. Wir leben nun mal in einer homophoben, rassistischen und auch sexistischen Gesellschaft.

Menschen, die darunter leiden, sind daher einst auf die Straße gegangen und haben sich gegen Diskriminierung aufgelehnt. Sogenannte Bewegungen sind daraus entstanden. Und ja, sie haben sich das Recht herausgenommen, sich erst einmal um ihre eigenen Belange zu kümmern, denn darum ging es nun mal in den einzelnen Bewegungen. Irgendwie logisch, oder?

Wenn Frauen kaum Grund-, Bürger- und Menschenrechte zuerkannt wurden, dann hatten sie wohl erst mal besseres zu tun, als für irgendwelche Wünsche der Männer zu kämpfen. Ich glaube nicht, dass The Amazing Atheist von Schwarzen in den USA verlangt hätte, dass sie sich damals neben ihrer Befreiung und Emanzipation auch noch um vernachlässigte Interessen der Weißen hätten kümmern sollen. Und es gab genügend Weiße, die sich auf derselben ökonomischen und sozialen Stufe wir die Schwarzen befanden.

Das heißt aber noch lange nicht, dass diese Bewegungen rein exklusiv und völlig abgeschottet von der Mehrheitsgesellschaft abliefen. Ganz im Gegenteil. Erst durch die Frauenbewegung konnten auch Männer ihr Mannsein überdenken und etliche Restriktionen bezüglicher ihrer Geschlechtsidentität entdecken. Erst durch die Schwulen- und Lesben-Bewegung konnten auch Heteros ihre eigene Sexualität überdenken und erkennen, dass Geschlechtsverkehr nicht das Non plus ultra ist. Natürlich gibt es immer wieder Gruppierungen unter solch heterogenen Bewegungen, die sich abspalten und deren Mitglieder unter sich bleiben wollen. Das Gros funktioniert jedoch nach dem Prinzip der Offenheit und dem Willen, eine bessere Gesellschaft für alle zu schaffen.

Der Feminismus z.B. hat wesentlich dazu beigetragen, dass überhaupt über sexuellen Missbrauch gesprochen und dieser verstärkt aufgeklärt wird. Feministen haben nie behauptet, dass nur Frauen Opfer sexueller Gewalt sind und Vergewaltigung aufgrund sexuellen Triebstaus des Mannes geschieht. Mitnichten.

Der Grund, warum Männer in der Diskussion um sexuelle Gewalt kaum als Opfer, sondern stets als Täter vorkommen, liegt mal wieder an unserem guten alten Patriarchat. Denn nach patriarchalen Vorstellungen ist der Mann der Starke und die Frau die Schwache. Aufgrund dieser heteronormativen Vorstellungen hat sich ein Mythos um sexuelle Gewalt gebildet, der völlig in die Sackgasse führt: triebgesteuerter Mann überfällt nachts aufreizend gekleidete Frau. Der weltweite Slutwalk im Sommer 2011 war bestes Beispiel dafür, dass auch heute noch gegen das Vorurteil angekämpft werden muss: wenn eine Frau sich sexy kleidet, muss sie sich nicht wundern, dass sie vergewaltigt wird.

Es ist eine wüste Behauptung von The Amazing Atheist, dass Feministen die Seite der Männer völlig außer acht lassen würden. Es stimmt einfach nicht. Feministen diskutieren diese Themen weit mehr als das Gros der Gesellschaft.
Es sind nicht die Feministen, die Männer verlachen, weil sie Opfer häuslicher Gewalt werden. Das sind die un-feministischen Nachbarn, Freunde, Arbeitskollegen, Polizisten und Richter schon selbst. Nach Aussage von The Amazing Atheist soll es vor 200 Jahren noch das Patriarchat gegeben haben, vielleicht auch noch vor 50 Jahren. Aber heute? Niemals! Denn wenn es das Patriarchat gäbe, dann müsste das Leben für Männer wie im Schlaraffenland sein. Z.B. müssten Männer nicht in den Krieg ziehen. Komisch: vor 200 Jahren mussten Männer aber auch schon in den Krieg ziehen und noch so reichlich andere Dinge tun, die ihnen herzlich wenig Spaß bereiteten, die ihnen aber die Vorherrschaft rechtlich, ideologisch und normativ sicherten.

Denn in einem Patriarchat geht es nicht um die wahllose, anarchische Gewalt eines Mannes, der heute mal Kuchen, morgen mal Steak essen, heute mal blonde Locken, morgen schwarzen Kurzschnitt tragen oder heute mal Sex mit Frauen und morgen mal Sex mit Männern haben will. Das Patriarchat ist kein Wunschkonzert eines narzisstischen Tyranns, sondern ein ausgeklügeltes System an sozialen Strukturen und Praktiken, die Männern und Frauen verschiedene Verhaltensweisen, Geschlechtsidentitäten und Positionen zuweist, welche bewirken, dass Männer die Oberhand behalten – wenn auch zum Missfallen des Einzelnen. Darauf kann aber keine Rücksicht genommen werden. Das System muss funktionieren. Darauf kommt es an.

Es war übrigens die feministische Kritik, die das enge Verständnis von Patriarchat geöffnet hat, dass es sich beim Patriarchat um eine personale Herrschaft eines Mannes über seine Frau und Tochter handeln würde und so um eine Verfügungsgewalt über ihre Körper. Feministen haben den Begriff erweitert auf jegliche identitätsstiftende Mechanismen, sei es durch Medien, Ernährung, biologische Theorien, familiäre Ideologien, Pädagogik, Beruf, etc. die wir selbst immer wieder reproduzieren und deswegen für normal halten. Eine gesellschaftliche Struktur funktioniert am Besten, wenn sie reichlich Belohnungen dafür parat hält, dass man seine Rolle besonders gut erfüllt, wie in Form von sozialer Anerkennung und eben nicht über rohe Gewalt.

Am Besten funktioniert ein soziales Gefüge, wenn keiner merkt wie es funktioniert. Wenn jeder glaubt, das sei alles schon richtig so und logisch und normal und natürlich. Je weniger übrigens eine Gewaltherrschaft einer Menschengruppe über die andere funktioniert, desto mehr werden Machtmechanismen auf religiöse, politische, wissenschaftliche und philosophische Bereiche übertragen, die viel subtiler wirken. Gerade mit biologistischen Klischees versucht man heutzutage immer noch die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau zu rechtfertigen.

The Amazing Atheist begründet leider die Vorherrschaft der Männer über die Frauen damit, dass die Männer stets mehr Verantwortung übernehmen und mehr arbeiten mussten. Klar, die Frauen saßen immer nur zuhause auf ihren dicken Hintern und haben Schokolade gegessen. Beispiel 19. Jh.: Proletarier-Frauen mussten arbeiten, aber das Geld beim Ehemann abgeben. Bürger-Frauen durften nicht arbeiten und waren vom Geld des Ehemannes abhängig. Eigenen Besitz hatten beide Sorten Frau nicht. Ich glaube nicht, dass The Amazing Atheist es wagen würde, sich vor eine Gruppe Afroamerikaner zu stellen und zu sagen: Wir Weißen hatten stets die Herrschaft über Euch, weil wir einfach mehr gearbeitet haben und mehr Verantwortung tragen mussten. Dass Lohn an Leistung gekoppelt sei ist eine typische Vorstellung des American Dream, der Meritokratie – also einer Utopie. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied – schön wär’s. Denn das kann nur funktionieren, wenn Chancengleichheit für alle gegeben ist. Ist sie aber nicht. Und so täuscht dieser Ansatz vielmehr über bestehende Missstände im Sozial- und Bildungssystem hinweg und leugnet Phänomene wie Diskriminierung völlig.

Hier mal ein paar Zahlen, die zeigen, dass es keinen kausalen Zusammenhang zwischen „Viel arbeiten“ und „Viel verdienen“ gibt. Nach dem aktuellen UN Gender Report erbringen Frauen 66% der weltweiten Arbeit, produzieren 50% an Nahrungsmitteln und verdienen nur gerade mal 10 Prozent an den Gewinnen. In manchen Ländern führen Frauen gar 70 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeit aus, produzieren 90 Prozent an Nahrung und besitzen nur 1 Prozent an Boden. Außerdem haben Männer global weit mehr Freizeit als Frauen.

Dass Frauen global weniger in bezahlter Arbeit auftauchen, hat einen einfachen Grund: bezahlte Arbeit bedeutet Unabhängigkeit und Geld bedeutet Macht. Die Bindung der Frau an Heim und Herd ist übrigens auch ein Grund, warum Frauen eher für das Sorgerecht für ihre Kinder herangezogen werden und weniger Männer. Die Regelung, dass Frauen den Haushalt machen, das Essen auf den Tisch bringen, Kinder hüten und auf das Geld des Mannes angewiesen sind, wurde auch nach der Scheidung aufrecht erhalten. Mithilfe der Alimente. Ob geschieden oder nicht – auf diese Art konnte die gewohnte Rollenverteilung beibehalten werden und die Frauen blieben dem Arbeitsmarkt fern. Zugleich wollte man eine plötzliche Verarmung vermeiden. Noch ein Grund, warum meist eher Frauen das Sorgerecht erhalten als Männer: das Paar hat sich bereits schon vorher privat darauf geeinigt. Außerdem ist ein Kind automatisch biologisch und damit rechtlich an die Mutter gebunden. Mittlerweile hat in Deutschland auch der nichteheliche Erzeuger einen Rechtsanspruch auf das Kind, auch wenn ihm die Aufzucht des Kindes schnuppe ist.

Es ist ohnehin eine relativ neue Sache, dass Frauen das Sorgerecht für ihr Kind zugesprochen wird. Bis ins 19. Jahrhundert hinein waren Frau und Kinder einfach Besitz des Mannes. Erst mit der Industrialisierung und Freuds psychoanalytischer Untermauerung wurden Frauen die Kinder überlassen und diese Bindung als natürlich angesehen. Eine Idealisierung der Mutterschaft begann. Und auch heute noch werden konservative Priester, Politiker und Bindungsforscher nicht müde, das Bild der heiligen Mutter zu propagieren. In Deutschland waren Martin Luther, Biedermeier und das Dritte Reich immer wieder damit beschäftigt, Frauen auf die Mutterrolle zu reduzieren. Dabei geraten auch der weibliche Körper und seine reproduktiven Eigenschaften immer wieder ins Fadenkreuz der Öffentlichkeit.

The Amazing Atheist bemängelt, dass Männer nicht dieselben reproduktiven Rechte hätten wie Frauen. Dabei führt er die Beschneidung bei Männern an. Zu recht. Aber da hört es mit dem Vergleich auch schon auf. Der weibliche Körper ist seit jeher ein Schlachtfeld, auf dem verschiedenste ideologische Kämpfe ausgetragen werden. An ihm hängen gesellschaftliche Vorstellungen und Mythen von Sitte, Reinheit, Ehre, Schwangerschaft, Gebären, Stillen, und die weibliche Sexualität an sich. An ihm werden staatliche Besitzansprüche gemeldet, er gilt als medizinischer Sonderfall, risikohaft, anfällig, empfindsam, er wird ästhetisiert und bezüglich Gebärfähigkeit idealisiert. Die Frau als denkendes, fühlendes Wesen verschwindet meist dahinter. Sie wird zu einem Ding, über das bestimmt werden kann.

Sie soll gefälligst für Nachwuchs sorgen, sie wird für demographischen Wandel verantwortlich gemacht, ihr wird Gebärstreik vorgeworfen, Frauen, die mehr an persönlicher Entwicklung statt an Nachwuchs interessiert sind, gelten als karrieregeil, arbeitende Frauen als Rabenmütter, abtreibungswillige als Mörderinnen und kinderlose als bemitleidenswerte Geschöpfe.

Vor allem in Bezug auf Sexualität und Reproduktion sind die Bereiche Verhütung und Schwangerschaft stark politisch und ideologisch aufgeladen. In den USA wurden an Frauen bis 1981 Zwangssterilisationen vorgenommen. In demselben Land ist Abtreibung in jedem Wahlkampf ein riesiges Thema. Abtreibung ist moralisch so aufgeladen, dass es selbst im legalen Rahmen als Sünde und Schande bewertet wird. Auch bei Verhütung und sexueller Selbstbestimmung ist es mit der Emanzipation noch nicht weit her. Die Hauptgründe, warum Frauen auf den Gebrauch von Kondome verzichten, sind emotionale und finanzielle Abhängigkeit von ihrem männlichen Partner, Gewalt und mangelndes Selbstbewusstsein. Wenn selbst Lady Gaga jungen Frauen auch heute noch Mut machen muss, auf ein Kondom zu bestehen, dann kann die Gleichberechtigung in Sachen reproduktive Rechte noch nicht ganz in der Realität angekommen zu sein.

Und der ganze Hype um Brustkrebsforschung, die The Amazing Atheist als Beweis für die Nicht-Existenz des Patriarchats hochhält, wird bestimmt nicht veranstaltet, nur weil die Pharmaindustrie Frauen so gern hat. Hier hat sich The Amazing Atheist von der pinken Schleife einwickeln lassen. Zunächst einmal – die Forschung hat bezüglich Brustkrebs lange geschlafen. Für Programme zur Früherkennung mussten Frauen erst einmal kämpfen. Auch das ist eine Errungenschaft des Feminismus und nicht ein Liebesbeweis durch Männer und damit ein Beweis gegen das Patriarchat. Außerdem sind Diagnostik und Therapie von Brustkrebs eng mit ökonomischen Interessen verknüpft. Die pinke Schleife wird mittlerweile für PR-Events für alle möglichen Produkte missbraucht, die selbst ironischerweise häufig krebserregend sind. Samantha King veranschaulicht wie Brustkrebs sich von einer stigmatisierten Erkrankung und individuellen Tragödie zu marktgetriebenener Industrie des Überlebenskampfes gewandelt hat.

http://www.montrealgazette.com/health/5477039.bin

Apropos Überlebenskampf. The Amazing Atheist beschwert sich ja darüber, dass die Männer in den Krieg ziehen und dort ihr Leben lassen müssen. Als ob Krieg Frauen überhaupt nicht beträfe. Nur die Männer scheinen unter dem Kampfeinsatz zu leiden. Es ist mittlerweile allseits bekannt, dass Vergewaltigung als Mittel der Kriegsführung eingesetzt wird. 80 Prozent der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Und wo Militär ist, da ist auch Prostitution. In kriegsgebeutelten Ländern sind es die Frauen, die häufig ihre Familien allein durchringen müssen, sie schaffen Essen heran und begeben sich täglich in Gefahr, nur um an etwas Nahrhaftes zu gelangen.

In Deutschland waren es nach dem Zweiten Weltkrieg die sog. Trümmerfrauen, die mit bloßen Händen zerbombte Gebäude freiräumten und damit den Fortbestand der Innenstädte sicherten. In dem Moment war es plötzlich gar nicht mehr wichtig, dass Frauen eigentlich zuhause am Herd sein und Kinder hüten sollten wie es sich geziemt. Gedankt hat man es ihnen nicht. Sie wurden danach fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel.

Auch Krieg ist im übrigens stark ideologisch aufgeladen. Frauen spielen darin eine große Rolle als idealisierte Opfer und Märtyrer. Sie erdulden Qualen für ihr Vaterland und sie dienen als Projektionsfläche, um an ihnen zu veranschaulichen, wie ungerecht die Gegner doch sind und dass somit noch härter gekämpft werden müsse. Im Krieg wird eine klare Geschlechtertrennung manifestiert: Männer gelten natürlich als Aggressor und stehen für Gewaltbereitschaft und Tapferkeit. Frauen hingegen werden Passivität, Friedfertigkeit und Mütterlichkeit zugeschrieben. In zig Kriegsfilmen kann diese Rollenverteilung immer wieder nachverfolgt werden.

Das Verteidigen von Frau und Kindern wird gerne zum Anlass genommen, um endlich mal wieder richtig metzeln zu können. Irgendeine Rechtfertigung muss es halt geben. Die Frauen werden zum schützenden Symbol einer Nation. Natürlich ist das nicht im Sinne eines jeden Mannes. Nicht umsonst gibt es Kriegsdienstverweigerer. Aber wie oben schon erwähnt: nach den Wünschen einzelner wird nicht gefragt. Es geht hier um die Demonstration von Dominanz und das funktioniert nur, wenn sich alle in das System einfügen und nicht jeder ständig diese oder jene Befindlichkeit anmeldet. Es geht hier um etwas größeres als das Individuum.

Das Patriarchat ist am Ende wie ein großes Theater, bei dem alle irgendwie mitspielen, jeder hat eine Rolle, etliche tanzen zwar aus der Reihe, im Große und Ganzen machen wir alle aber recht brav mit. Ansonsten würden Gesellschaften gar nicht funktionieren. Denn wer aus der Reihe tanzt und dazu nicht die nötigen ökonomischen Ressourcen besitzt, findet sich sehr bald am Bühnenrand wieder.

Dabei funktionieren Normen übrigens weitaus effektiver als Gesetze. In Deutschland z.B. gibt es kein Gesetz, das verbietet, dick zu sein, eine schiefe Nase zu haben oder zu kurze Beine. Auch gibt es kein Gesetz, das besagt, Menschen mit schwarzer Haut dürfen nicht eingestellt werden oder Menschen mit Behinderung müssen weggeschlossen werden. Genauso wenig ist es hier gesetzlich verboten, gleichgeschlechtlichen Sex zu haben. Das alles braucht es gar nicht. Denn gesellschaftliche und historisch überlieferte Vorurteile, die immer wieder reproduziert werden, sorgen schon dafür, dass die Leute diskriminiert werden, die nicht so recht ins Muster passen. Hänseleien, Nicht-Beachtung, Ausschluss, Stereotypisierung, etc. – all das trägt dazu bei, dass nicht jeder einfach so sein kann wie er möchte. Viele müssen riesige Hürden überwinden, um dazu gehören zu können. Deswegen denke ich, ist es ein Luxus, sich „Universal human self-determinist“ zu nennen, wie es The Amazing Atheist tut. Als weißer Mann der Mittelklasse ist das bestimmt nicht allzu schwer. Indem er das sagt, verleugnet er aber seine privilegierte Position in seiner Gesellschaft und verkennt, dass andere sich diese Freiheit nicht herausnehmen können.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr auf Youtube unter dem Video von The Amazing Atheist Kommentare schreiben und Euch an der Diskussion beteiligen könntet.

http://www.angryyoungwoman.de/

Kommentare
NelsonsCannon hat auf deinen Kommentar zu Failure of Feminism geantwortet:
@TheAngryYoungWoman A phenomenon? a phenomenon word to point and say „look“ to back up your ideology? yes an ideology just like nazism? =)… you mention social structures but such things are somewhat irrelevant since the genders differ via biology rather than what society tells us to be. Well do me, neo-feminism is basically just misandry concealed in a cloak. The real fems were from the 60’s-70’s. The fact you have your rights yet still scream victim n keep wanting to push it further is bleak.

fidelbogen hat auf deinen Kommentar zu Failure of Feminism geantwortet:
@TheAngryYoungWoman „patriarchy is not what is says on the tin“
That’s a great saying, and you know what else? It is exactly what I have been saying about FEMINISM for YEARS.
„Feminism is not what it says on the tin.“
I think I‘ll steal that. It’s one of the best summaries of Feminist Subjectivism I have ever heard — and it is from a feminist, no less!
I thank you kindly! ;)

FidelbogenJan 30, 2012 06:20 PM
My study of feminism over the years has led me to conclude that feminism is identical with female supremacism.
I discovered this by peeling open the tin and looking inside.

FidelbogenJan 31, 2012 01:35 PM
You should try engaging with pro-male activists and agitators who know their stuff.
You sound like a bit of a hothouse flower, if you know what I mean. Very orderly, very methodical, very. . German.
I would suggest some cultural immersion. Try registering and commenting at ‚A Voice for Men‘.
http://www.avoiceformen.com
We‘ll see how long you can take the heat. You think that YOU are the angry one…eh?
I‘m one of the contributing writers there, by the way.
As for the Amazing Atheist: I appreciate his attitude, but I‘m afraid his political weltanschauung is a bit primitive.

genderpolitik
Radikale Feministinnen haben in einem deutschen Femi-Blog dazu aufgerufen den Kommentarbereich dieses Videos vollzuspamen. Mitvulven einer sexistischen Bewegung (Feminismus) beschweren sich über Sexismus und weisen auf die unterschiedlichen feministischen Strömungen hin (Etikettenschwindel es ist immer = Täter, Frau = Opfer). So wundert auch nicht der Hinweis auf das Patriarchat.


41 Antworten auf “Mann schockiert: Patriarchat ist kein Wunschkonzert”


  1. 1 Sabine 01. Februar 2012 um 8:00 Uhr

    „genauso unnütz ist es, für den Wunsch nach einer Sexismus-freien Gesellschaft, das Patriarchat zu verleugnen.“

    Das findet allerdings auch im poststrukturalistischen Feminismus statt. Hier zum Beispiel direkt von Butler:

    Die politische Annahme, dass der Feminismus eine universale Grundlage haben müsse, die in einer quer durch die Kulturen existierenden Identität zu finden sei, geht häufig mit der Vorstellung einher, dass die Unterdrückung der Frau eine einzigartige Form besitzt, die in der universalen oder hegemonialen Struktur des Patriarchats bzw. der männlichen Herrschaft auszumachen sei. Allerdings ist die Vorstellung von einem universalen Patriarchat in den letzten Jahren auf breite Kritik gestoßen, weil sie unfähig ist, den spezifischen Vorgehensweisen der Geschlechterunterdrückug (gender oppression) in den konkreten kulturellen Zusammenhängen Rechnung zu tragen.(…) Zweifellos verleiht der Feminismus dem Patriarchat einen universalen Status, um den Anschein des eigenen Anspruchs, repräsentativ zu sein, zu stützen. Doch hat diese diese Dringlichkeit bisweilen zu dem Kurzschluß geführt, dass die Herrschaftsstruktur eine kategoriale oder fiktive Universalität aufweist, die die unterworfene Erfahrung, die den Frauen gemeinsam ist, produzieren soll.

    Aus: Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter, S.18

  2. 2 Karin 01. Februar 2012 um 9:29 Uhr

    Toller Artikel! Es gibt auch andere Männer, die´s besser drauf haben: Peter Redvoort z.B. mit seinem Manifest Geschlechterdemokratie (mit Google zu finden).

    Karin

  3. 3 kurz und knapp 01. Februar 2012 um 14:24 Uhr

    Keine inhaltliche Ergänzung aber:
    Ein riesiges Danke für diesen Artikel

  4. 4 Andrea Klammer 01. Februar 2012 um 20:07 Uhr

    Super Artikel, bravo! Sowohl am Geschlecht (männlich) wie auch an der Hautfarbe (weiss) kann einfach erkannt werden, wer privilegiert ist und wer nicht von der weissen männlichen patriarchalen Dividende profitiert. Kampf dem Rassismus und Sexismus!

  5. 5 AngryYoungWoman 01. Februar 2012 um 23:11 Uhr

    Vielen Dank für Eure Kommentare!

    @Sabine: Ja, das ist ein berechtigter Einwand. Ich kenne den Text von Judith Butler auch. Nur würde ich sagen, dass sie den Begriff Patriarchat kritisch auseinandernimmt und angibt, dass uns dieser Begriff nicht weiterhilft, weil dadurch die einzelnen Machtmechanismen verschleiert werden. The Amazing Atheist erkennt diese Machtmechanismen aber nicht, leugnet sie gar. Er hält sich selbst für nicht-sexistisch, daher glaubt er nicht, dass er Teil dieser heteronormativen Strukturen ist, die auch ihm Vorteile verschaffen.
Der Begriff Patriarchat ist in der feministischen Kritik durch den Begriff der heteronormativen Matrix abgelöst worden. Aber da The Amazing Atheist auf so etwas gar nicht eingeht, habe ich eben den Aufhänger Patriarchat genommen. Von daher hab ich auch geschrieben: „Feministen haben den Begriff [Patriarchat] erweitert auf jegliche identitätsstiftende Mechanismen, sei es durch Medien, Ernährung, biologische Theorien, familiäre Ideologien, Pädagogik, Beruf, etc. die wir selbst immer wieder reproduzieren und deswegen für normal halten.“

  6. 6 herrenblog 02. Februar 2012 um 2:28 Uhr

    männer in einer priviligierten stellung? nicht….

  7. 7 imion 02. Februar 2012 um 10:13 Uhr

    „Er hält sich selbst für nicht-sexistisch, daher glaubt er nicht, dass er Teil dieser heteronormativen Strukturen ist, die auch ihm Vorteile verschaffen“

    Und welche währen das? Die Frauenförderung? Die Frauenquote? Das ein Mann mehr Arbeitet als eine Frau, aber die Frau über das Geld verfügt? Die Frauenstudiengänge? Die Frauenstipendien? Die Frauenbeautragten? Das Frauenministerium?

  8. 8 René 02. Februar 2012 um 11:19 Uhr

    Wow, was für ein großartiger Text.
    Meinen aufrichtigen Respekt.

  9. 9 Frauenhaus - Von Frauen. Für Frauen. 02. Februar 2012 um 16:06 Uhr

    [Kommentar gelöscht, siehe dazu unsere Netiquette (pia)]

  10. 10 Khaos.Kind 02. Februar 2012 um 17:23 Uhr

    Danke für das Auseinandernehmen seiner „Argumentation“. Ich gebe zu, ich habe mir das Video 2 1/2 min lang angesehen und musste es dann stoppen. Dieses ständige Rumgewackel zusammen mit dieser kruden Argumentation… einfach unfassbar!

    Gegen Sexismus sein und gleichzeitig gegen Feminismus? Ich meinen Augen überhaupt nur schwer möglich, denn:
    Feminism is a movement to ent sexism, sexist exploitation and oppression.
    bell hooks (2000): Feminism is for everybody: introduction

  11. 11 AngryYoungWoman 02. Februar 2012 um 20:49 Uhr

    @imion: In den USA gibt es sog. Affirmative Action, die vor allem im Zuge der Bürgerrechtsbewegung entwickelt wurden. Auch da gibt es immer wieder Weiße, die tierische Angst davor haben, von z.B. Schwarzen übervorteilt zu werden. Dabei sind Sinn und Zweck solcher Maßnahmen ganz andere. Das werde ich jetzt hier nicht alles erklären, lässt sich leicht im Internet nachlesen.

    @Frauenhaus: Nach Deiner biologistischen Aussage dürfte es Homosexuelle, Transsexuelle und Intersexuelle gar nicht geben. Würdest Du Rassismus auch biologisch erklären?
    Das Ziel der 68er war mitnichten die Gleichberechtigung der Frau. Deswegen gab es ja in den 70ern die zweite große feministische Welle. Selbst Oswalt Kolle hat über die Vertreter von 68 gesagt: Mal ehrlich, das waren doch Tübinger Pfarrerssöhne, die keinen Orgasmus bekamen und sich dann die freie Liebe ausgedacht haben – die ja alles andere als frei war. Daraus ist dann völlig zu Recht die Frauenbewegung entstanden.

  12. 12 9/11 02. Februar 2012 um 21:40 Uhr

    „Sprache, Kleidung, Körpersprache, Ernährung, Sport, Beruf, Haushalt, Besitzverhältnisse, Wissenschaften, Medien, Institutionen – wie Familie, Heirat, Schule, Kirche – …, im Prinzip all unsere Lebensbereiche sind durchzogen von heteronormativen bzw. patriarchalen Strukturen.“

    Stimmt! Eine große Verschwörung und alle spielen mit, selbst die, die nicht wollen.

  13. 13 imion 03. Februar 2012 um 9:58 Uhr

    [Kommentar gelöscht, siehe dazu unsere Netiquette (pia)]

  14. 14 imion 03. Februar 2012 um 10:00 Uhr

    @angryyoungwoman
    Frauenförderung ist aber nicht notwendig. Frauen können alles machen, alles werden, trotzdem nimmt die Frauenförderung von Jahr zu Jahr zu. Das ist diskriminierung der Männer und Priviligierung der Frauen. Nimm nur mal als Beispiel die Frauenstudiengänge in Informatik oder die Frauenstipendien. Keine Frau wird davon agbehalten informatik zu studieren, oder sich um ein Stipendium zu bewerben, trotzdem gibt es extra, sogar einfachere, Studiengänge nur für Frauen.

  15. 15 citrone 03. Februar 2012 um 11:14 Uhr

    @ „9/11″ (im Ernst?!):

    Es geht hier um eine Ideologie, nicht um eine Verschwörung. Hinter Sexismus steckt kein Masterplan und keine geheimnisvolle Elite. Da Sexismus eine ganz grundlegende Ideologie der hiesigen Gesellschaft ist, durchzieht er natürlich auch alle ihrer Teilbereiche.

  16. 16 Medusa 03. Februar 2012 um 19:57 Uhr

    liebe leute,
    bitte löscht den beitrag von frauenhaus und vor allem die verlinkung auf die seite, man findet dort artikel mit folgendem ernstgemeinten titel „Vergewaltigungen sind so schlimm wie ein Fahrradsturz! Vergewaltigungsparagrafen abschaffen!“
    kommentator „imion“ ist mir auf zeit-online bereits als sexistisch-reaktionär aufgefallen, wie sich hier auch wieder mit seinem ausspruch feminismus sei sexismus in reinform beweist.

  17. 17 Spiegel 04. Februar 2012 um 11:15 Uhr

    @ all: Sorry für die Trollfütterung, aber das sollte nicht so stehenbleiben.

    @ imion: Es gibt keine extra einfacheren Studiengänge für Frauen. Das ist Humbug. Spezielle Informatik-Studiengänge für Frauen gibt es, weil alle anderen Informatik-Studiengänge auf Männer ausgerichtet sind. Kein Mann wird davon abgehalten, sich auf diese Männerstudiengänge, also alle außer ein, zwei Frauenstudiengängen, zu bewerden.
    Es gibt übrigens auch ein Stipendium nur für Lehrerkinder. Total diskrimminierend gegenüber Nicht-Lehrerkindern? Eher nicht. Stipendiengeber entscheiden selbst, welche Personengruppe sie fördern wollen. Und das ist ihr gutes Recht. Ihr Maskulisten könnt doch ’ne Stiftung aufmachen, die nur Maskulisten und ihre Söhne fördert. Nicht immer nur jammern, machen!

  18. 18 Luna 04. Februar 2012 um 19:13 Uhr

    Danke für die Auseinandernehmung von diesem grässlichen Video.
    Danke, danke, danke!! =d>

    imion: Ich geb dir mal nen Tipp, lies dich mal ins Thema rein auf feministischen Blogs. Oder hör auf, herumzumäkeln. Diese „würde ja gehen, wenn sie es bloß wollen würde“ Haltung wird ja schon von angryyoungwoman angesprochen- so ein „jedeR ist sein Glückes Schmied“ gibt es de facto nicht, da der Hintergrund nich erläutert wird. Und dieser Hintergrund reicht einfach bis zur Geburt und geschlechtergetrennten Erziehung zurück.
    Und, woher willst denn wissen, dass diese „extra Frauenstudiengänge“ einfacher sind??

  19. 19 Ein Mann 05. Februar 2012 um 20:06 Uhr

    Würde mich aber auch persönlich angegriffen fühlen. Acuh weil es auf einer Lüge aufbaut.

    “ Er fühlt sich persönlich beleidigt, wenn jemand sagt, dass wir in einer Gesellschaft leben, die von Männern dominiert wird. Er selbst sieht sich nicht als Frauenhasser oder Sexist, deswegen will er sich auch nicht vorwerfen lassen, dass er als (weißer) Mann nun mal eine privilegierte Stellung in seiner Gesellschaft hat“

    Kleine Frage: Ich war 18 meine Freundin war 18

    Ich wurde zur Wehrpflicht gezwungen, meine Freundin nicht. Wer ist jetzt priveligiert?

    Kein Blabla. Nur ! die Antwort auf die Frage…danke schön.

    Das hat auch nichts mit homo oder hetero/weiss oder schwarz zu tun. Denn ein schwarzer homosexueller Mann (sofern deutscher Staatsbürger) wird genauso durch dieses Gesetz um seine Gleichberechtigung gebracht.

    Hört auf hier andere Dinge ins Spiel zu bringen, die nichts damit zu tun haben und Männer spalten.

  20. 20 Ein Mann 05. Februar 2012 um 20:14 Uhr

    “ Nach dem aktuellen UN Gender Report erbringen Frauen 66% der weltweiten Arbeit“

    *LACH*

    Das was die Typen von der UN nehmen will ich auch.

  21. 21 AngryYoungWoman 05. Februar 2012 um 21:29 Uhr

    @ Ein Mann: Danke für Deinen Kommentar. Aber das hab ich doch alles in meinem Text beantwortet. Davon handelt doch mein ganzer Artikel. Wüsste jetzt nicht, was ich dem noch hinzufügen sollte. Ich als weiße Frau habe in Deutschland gegenüber einer Afro-Deutschen oder Deutsch-Türkin auch gewissen Privilegien und fühle mich deswegen nicht persönlich beleidigt, wenn jemand sagt, wir leben in einer rassistischen Gesellschaft. Ich weiß um meine bessere Stellung als Biodeutsche, wie das Cem Özdemir einst so schön gesagt hat. Am Besten, Du liest meinen Text einfach nochmal.

  22. 22 dodo 06. Februar 2012 um 20:22 Uhr

    Super Text! Wirklich Spitze!…allerdings bis zu dem Teil, in dem Du diese igittigitt-Kommentare veröffentlichst… bei allem Willen zur Unterstützung, aber auf youtube diskutier ich nimmer… unterirdischer geht’s kaum, allein bei den hier von Dir geposteten Beispielen kommt einem ja das kalte Kotzen.
    Obwohl…
    Mitvulven einer sexistischen Bewegung (Feminismus) beschweren sich(…)
    Also den Begriff „Mitvulva“ als weibliche Form für „Mitglied“ find ich ja eigentlich fast schon wieder genial, den werd ich vielleicht sogar übernehmen! Herrlich!!!!:d

    Die negativen Kommentare hier scheinen aber von Leuten zu stammen, die Deinen Text gar nicht gelesen haben… stehen die Antworten doch alle schon drin!
    Ich weiß auch nicht, weshalb immer noch mit der Wehrpflicht argumentiert wird – ja, die war ungerecht.
    Und genau das ist ja die These des Artikels: daß das Patriarchat auch denen, die es in erster Linie privilegiert, Nachteile bringt!
    Steht alles schon oben: gerade, WEIL das Patriarchat Frauen die „friedliche,schwache, mütterlich-umsorgende“ Rolle zuweist und Männern die „aggressive, kämpfende, heldenhafte“ Rolle, gerade DARUM gab es die Wehrpflicht. Und genau deswegen gab es die Wehrpflicht auch eben NUR für Männer (Frauen an den Herd, Männer an die Front). Du darfst Dich für diesen Scheiß also bei eben diesem vom Feminismus kritisierten patriarchalen System bedanken. Denn dieses „Männer=alles starke, belastbare Krieger, die Frau und Kind vor bösen Feinden schützen müssen“, bzw. „Frauen=hilflos, schwach, friedliebend, müssen von Männern beschützt werden“ ist genau das, was vom Feminismus kritisiert wird. Und es ist auch genau das, was erst zu einer Wehrpflicht (nur für Männer) führen konnte. Und es ist eines der typischsten Merkmale des Patriarchats, ebendiese Rollenaufteilung.
    Wow. Ist das nicht toll? Zu entdecken, daß die Feministen für Euch mitgekämpft haben, indem sie immer schon sagten, daß so ne Rollenaufteilung kacke ist? Daß FeministInnen sich dafür engagieren, daß genau das, was zu ausschließlicher Männerwehrpflicht geführt hat (das Patriarchat), bekämpfen? Ist es nicht toll, zu entdecken: hey – die sind ja auf unserer Seite! Deren Kampf gegen patriarchale Rollenmuster (Mann=aggressive Kriegernatur, Frau=schwache Friedensmutter) bringt ja auch den Männern Vorteile!Na, ist das nicht fantastisch? Ja, ist es. Danke, haben wir gern getan.

    Abgesehen davon: die Wehrpflicht ist ja nun gottseidank auch abgeschafft. Es macht keinen Sinn mehr, damit zu argumentieren. Ist ja, wie wenn wir mit fehlendem deutschen Frauenwahlrecht argumentieren würden; wär genauso lächerlich.

  23. 23 AngryYoungWoman 06. Februar 2012 um 21:09 Uhr

    Aufgrund des letzten Kommentars von dodo und so vieler anderer, muss ich doch mal sagen: 1000 Dank an alle, die mich in meinen Ausführungen unterstützen, meinen Text gegen Kritik verteidigen oder noch weiterführende Argumente bringen! Das bedeutet mir sehr viel!

    Zu den Troll-Kommentaren: wahrscheinlich ist es in der Tat vergebene Liebesmüh, gegen diese anzureden. Wie schon von einer anderen Userin vorgeschlagen: das ist was für Hatr.org.

  24. 24 imion 07. Februar 2012 um 13:58 Uhr

    @spiegel
    Doch, die Frauenstudiengänge sind wesentlich einfacher. So muss dort nur ein Semester Mathe gemacht werden und zwei semester Konfliktmanagement, was auch immer letzteres in einem Informatikstudium zu suchen hat. Während es bei den normalen Informatikstudiengängen drei Semester Mathe sind. Und inwiefern sind denn die normalen Informatikstudinegänge auf Männer ausgerichtet? Einer der Hauptunterschiede ist noch der, das Männer im normalen Studiengang den Hörsaal mit 400 anderen Komolitonen teilen, die Frauen gerade mal mit 20, bekommen daher quasi Privatunterricht, was sich natürlich auf auf die Qualität auswirkt. Also mal wieder Männerdiskriminierend ist. Frauenstipendien machen keinen Sinn, warum sollte es sie geben, wo haben es Frauen schwerer? Nirgends. Es ist ungerecht, Frauen haben dadurch eine viel höhere chance ein Stipendium zu bekommen als Männer.

    @luna
    Niemand hält Frauen davon ab, Informatik zu studieren, das hat nichts aber auch rein gar nichts mit Erziehung zu tun, vor allem heutzutage nicht mehr. Frauenförderung ist sinnlos und Geldverschwendung, Geldverschwendung des Geldes, das in erster Linie von Männern erwirtschaftet wird.

  25. 25 imion 07. Februar 2012 um 14:02 Uhr

    @dodo
    „u darfst Dich für diesen Scheiß also bei eben diesem vom Feminismus kritisierten patriarchalen System bedanken. Denn dieses „Männer=alles starke, belastbare Krieger, die Frau und Kind vor bösen Feinden schützen müssen“, bzw. „Frauen=hilflos, schwach, friedliebend, müssen von Männern beschützt werden“ ist genau das, was vom Feminismus kritisiert wird. “
    Nein, genau das wird vom Feminismus nicht Kritisiert, es wird sogar noch weiter betrieben. Frauenförderung ist da so ein Instrument, Frauen werden als zu schwach und hilflos angesehen, als das sie es ohne Frauenförderung schaffen würden. Und wo waren die Frauen, die mit den Männern gegen die Wehrpflicht demonstriert haben, so wie die Männer sich mit den Frauen solidarisch zeigten und mit ihnen auf die Strasse gegangen sind? Tolle Priviligierung, wenn ich eine Pflicht machen muss, die das andere Geschlest nicht hat. Im übrigen, wo bin ich denn als Mann bitteschön Príviligiert? Gibt es Männerförderung? Gibt es Männerquoten? Gibt es ein Männerministerium? Alles nein, all das gibt es aber für Frauen. Es ist also klar, welches Geschlecht im angeblichen Patriachat Priviligiert ist.

  26. 26 AngryYoungWoman 07. Februar 2012 um 14:09 Uhr

    @imion: Du bist ja immer noch da, wie schön! Ich hab mal wieder was zu Lesen für Dich:)

    „Ob in Stralsund, Berlin oder Wilhelmshaven – eines haben alle Frauenstudiengänge gemeinsam: Sie sind inhaltlich genauso anspruchsvoll wie gemischte Angebote. Das ist den männlichen Kommilitonen anfangs oft nicht klar. „Viele männliche Erstsemester geben dumme Kommentare ab und unterstellen, das Frauenstudium sei leichter“, so Ulrike Schleier. Die Bemerkungen reichten von „E Light“ bis hin zu „Puddingstudium“.“
    http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,736153,00.html

    Trollige Grüße!

  27. 27 AngryYoungWoman 07. Februar 2012 um 14:18 Uhr

    @imion: Nicht aufregen! Hier kommt schon weiterer Lesestoff:

    „Auch EMMA ist gegen die Wehrpflicht. Ich habe mich zwar seit 1978 für das Recht von Frauen zum Dienst an der Waffe eingesetzt, war aber gleichzeitig immer gegen die Pflicht zum Wehrdienst, auch für Männer.“
    http://www.emma.de/index.php?id=822

  28. 28 imion 07. Februar 2012 um 17:03 Uhr

    @angryyoungwoman
    Dann schau dir mal die Inhalte des Frauenstudiengangs an. Und wiederum steht die Frage offen: Warum ein extra Frauenstudiengang, warum können Frauen nicht mit Männlichen Kommilitonen Studieren? Was ist an den anderen Studiengängne explizit Männlich? Warum brauchen Frauen immer eine Sonderveranstaltung?

    Vor allem was da alles geboten wird ist der Hammer. Es ist ganz klar eine bevorteilung der Frauen gegenüber Männern. Sieh dich mal auf der website der Uni in Berlin an, die diesen Frauenstudiengang anbietet. Diskriminierung pur.

    Zur Wehrpflicht: Es ist eine sache, es zu schreiben, das man gegen die Wehrpflicht ist, eine andere ist, mit den Männern dagegen zu demonstrieren, auf die Strasse zu gehen. Das haben Frauen nie gemacht, Männer aber schon für Frauen. Und wenn man schon für den Waffendienst von Frauen ist, warum dann keine Wehrpflicht für alle?

  29. 29 dodo 08. Februar 2012 um 2:19 Uhr

    @imion:
    „Nein, genau das wird vom Feminismus nicht Kritisiert, es wird sogar noch weiter betrieben.“
    Öhm, nein. Die Nachteile, denen Frauen manchmal ausgesetzt sind, werden (wie in dem Beitrag oben eigentlich sehr schön erklärt – hast Du den überhaupt gelesen???) mit dem Patriarchat, also einem gesellschaftlichen System, begründet. Und eben NICHT mit der „schwachen, hilflosen Natur“ der Frauen. Zeig mir auch nur eine_n Feministen_in, der/die sagt, Frauen seien von Natur aus schwächer und hilfsbedürftiger!!

    „Und wo waren die Frauen, die mit den Männern gegen die Wehrpflicht demonstriert haben, so wie die Männer sich mit den Frauen solidarisch zeigten und mit ihnen auf die Strasse gegangen sind?“
    LOL *Arm streck* Hier! Ich war dabei! Haha, kein Scheiß jetzt, war mit meinem Brüderlein in den Neunzigern auf Demo. Wieso auch nicht? Klar waren dort Frauen in der Unterzahl, aber durchaus anwesend. Ich frag mich eher, wie Du auf die Idee kommst, Frauen wären so überhaupt nicht dabei gewesen…
    Und noch einmal: ja, was Wehrpflicht angeht, wart ihr im Nachteil. Aber ein ungerechtes System verursacht auch den Privilegierteren Nachteile! Wie man hier ja sehr schön sieht.

    Warum einen extra Studiengang? Kuck mal, hab ich schon mal was drüber geschrieben:Klick. Und hier auch.
    Na, ist das nicht ein Service? =)

    Mit wenigstens ein kleiiiin bißchen Verständniswillen durchlesen, dann ist es eigentlich auch gut nachvollziehbar.

  30. 30 onyx 08. Februar 2012 um 10:33 Uhr

    @ dodo
    Ich fürchte das kannst du vergessen, das ist ein hoffnungsloser Fall. Argumente kommen gegen soviel Betonmentalität nicht an. Ich kenne die „Diskussionen“ mit dem. Vergiss es. Jeder Leierkasten spult sein Programm abwechslungsreicher ab.

  31. 31 imion 08. Februar 2012 um 12:11 Uhr

    @dodo
    „Öhm, nein. Die Nachteile, denen Frauen manchmal ausgesetzt sind, werden (wie in dem Beitrag oben eigentlich sehr schön erklärt – hast Du den überhaupt gelesen???) mit dem Patriarchat, also einem gesellschaftlichen System, begründet“
    Welche Nachteile hat Frau denn? Die Milliardenschwere Frauenförderung in jeder Lebenslagen? Die unzähligen Beratunsgangebote für jede Lebenslage?

    „Zeig mir auch nur eine_n Feministen_in, der/die sagt, Frauen seien von Natur aus schwächer und hilfsbedürftiger!!“
    Nun, die Frauenförderung ist dafür eingerichtet worde und wird immer weiter ausgebaut, weil Frauen es gegen Männer nach Feministischer sicht nicht schaffen. Das wird dann umschrieben damit, das Frauen in einer Männlichen Struktur, was auch immer das ist, konnte mir bisher auch keiner erklären, nicht vorankommen.

    „Ich frag mich eher, wie Du auf die Idee kommst, Frauen wären so überhaupt nicht dabei gewesen…“
    Videos und Reportagen aus den Siebzigern, als es noch heis herging, nicht so kuschelveranstaltungen wie heute. Das dabei Frauen mitmachen, wenn nichts passieren kann, ist schon seit der Franz. Revolution bekannt. Nur, wo waren die Frauen in der heisen Phase?

    „Und noch einmal: ja, was Wehrpflicht angeht, wart ihr im Nachteil. Aber ein ungerechtes System verursacht auch den Privilegierteren Nachteile! “
    Aha, wenn ein Priviligierter Nachtele hat, ist er dann Priviligiert? Und welche Privilegien hatten und haben denn Männer? Ich wüsste keine. Wir haben nur mehr Pflichten als Frauen, das wars.

    Zum Studiengang: Ja, die Phrasen sind bekannt. Und da kommen wir wieder zurück zu dem, das der Feminismus Frauen für Schwach hält, das fängt ja schon im ersten Satz an, Frauen trauen sich nicht, sind eingeschüchtert von Männern, deshalb brauche sie Förderung mit extra Studiengang. Die Frau, das arme hilflose Opfer. So, das gleiche habe ich bei Männern auch, trotzdem gibt es für Männer keine Förderung, ein Mann muss sich durchbeisen. Und da liegt die Diskriminierung, das wird von Frauen nicht verlangt, für Frauen muss immer der Rote Teppisch ausgelegt werden, aber dann beschweren, wenn es mit der Karriere nicht klappt. Wer ständig den Koffer getragen bekommt, muss sich nicht wundern, wenn er irgendwann wirklich zu schwach ist, ihn zu heben. Es gibt keinen vernünftigen Grund für Frauenstudiengänge, Frauen haben die gleichen möglichkeiten, müssen sich genauso durchkämpfen wie Männer etc pp, alles andere ist Priviligierung der Frau und diskriminierung der Männer. Und das kann nicht sein, es kann nicht sein, das es einer Hälfte der Gesellschaft auf Kosten der anderen Hälfte möglichst bequem gemacht wird.

  32. 32 AngryYoungWoman 08. Februar 2012 um 12:59 Uhr

    @imion: Es ist ja schön, dass Du hier so lebhaft mitdiskutierst. Aber Deine Thesen sind einfach unhaltbar. In einer Wissenschaft namens Soziologie ist man schon sehr viel weiter. Auch die Geschichtswissenschaft weiß anderes zu berichten. Daher macht das Diskutieren mit Dir einfach keinen Sinn mehr, weil wir nicht gegen Deine Unwissenheit anschreiben können. Es gibt zig sehr gute wissenschaftliche Bücher zu den Themen, über die wir hier auf Mädchenblog schreiben. Vielleicht wären die für Dich ganz interessant. Im Moment sehe ich aber keine sinnvolle Basis, um mit Dir noch weiter zu diskutieren.

  33. 33 imion 08. Februar 2012 um 14:17 Uhr

    @angryyoungwoman
    „In einer Wissenschaft namens Soziologie ist man schon sehr viel weiter. “
    Aha, in wie fern? Das Frauen der Zugang zum Informatikstudium verwehrt wird? Das es total sinvoll ist, Frauen zu Priviligieren? Liegt vielleicht daran, das mehrheitlich Frauen Soziologie studieren und so an Fördergelder kommen?

    „Auch die Geschichtswissenschaft weiß anderes zu berichten.“
    Und das wäre? Das nicht das Frauenwahlrecht eingeführt worden ist, sondern das allgemeine Wahlrecht? Ja das ist bekannt.

    Also, auf was willst du hinaus, auf welche historischen Gegebenheiten, auf was für Soziologische Gegebenheiten? Werde etwas genauer.

  34. 34 Susanne_M 08. Februar 2012 um 22:28 Uhr

    Es geht hier um eine Ideologie, nicht um eine Verschwörung. Hinter Sexismus steckt kein Masterplan und keine geheimnisvolle Elite. Da Sexismus eine ganz grundlegende Ideologie der hiesigen Gesellschaft ist, durchzieht er natürlich auch alle ihrer Teilbereiche.

    @citrone
    d‘accore. aber warum kämpfen feministinnen nicht vorrangig gegen diese ideologie in den köpfen von frauen? da gäbe es doch – quasi vor der eigenen türe – genug zu kehren.

  35. 35 seyinphyin 14. Februar 2012 um 6:02 Uhr

    @imion

    Kinder lassen sich nunmal sehr leicht prägen und es ist immer noch so, dass Jungen auf mehr Aktivität und Mädchen auf mehr Passivität getrimmt werden.

    Beides hat Vor- und Nachteile.

    Wer viel macht, kann auch viel falsch machen. Deshalb fallen Männer auch öfter im Negativen auf, sind aber gleichzeitig natürlich auch bei den positiven Dingen dominanter, siehe Polizei, Feuerwehr, über lange Zeit bei Erfinungen, usw.

    Wer weniger von sich aus macht, der fällt weniger auf, erreicht vll auch weniger, baut aber natürlich auch weniger Mist.

    Völlig abseits des Geschlechts, trifft das auf jeden Menschen zu, nur Menschen sind irgendwie von Sexualität besessen (sieht man ja auch in der Fiktion, wo so gut wie alles in männlich/weiblich unterteilt wird, egal wie unwahrscheinlich bis unsinnig das ist).

    Da wird dann aus „Aktivität“ „männliche Verhaltensweise“ und aus „Passivität“ „weibliche Verhaltensweise“ und erfüllt sich dadurch erst selbst.

    Ein Mädchen, dem die gesamte Welt ständig vormacht, Familie, Freunde, Lehrer, Medien, usw. dass eine echte Frau eine Glatze trägt, zur Armee geht und sich danach als Familienernährer betätigt, wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit übernehmen.

    Und natürlich wird der Junge, dem ebenso die gesamte Welt vormacht, dass ein echter Mann schön zu sein hat, mit langem Haar und hübschen Kleid, am gesamten Körper haarlos, Make Up im Gesicht, möglichs schlank, nicht muskulös, devot und fürsorglich Frau und Kind zu pflegen, sich in den meisten Fällen auch diesem unterordnen.

    Und beide umso stärker, je massiver die gesellschafftliche Abstrafung für Fehlverhalten ist.

    Menschen suchen nunmal Anerkennung und versuchen Ausgrenzung zu verhindern und das ist natürlich auch leicht zu missbrauchen, gerade bei Kindern, deren Charakter nunmal selten gefestigt genug ist, um sich dagegen zu wehren.

  36. 36 Gowan 29. März 2013 um 16:57 Uhr

    Das lustige an der Sache ist ja, dass der Amazing Atheist eben kein netter Kerl ist. Und eben doch sehr aktiv bei der Unterdrückung von Frauen mitmacht.

    Würde er Frauen nämlich nicht als Objekte sondern als Menschen ansehen, dann würde er mal versuchen, sich in die Lage einer Frau zu versetzen, und dann würde ihm sehr, sehr schnell aufgehen, dass das Patriarchat Frauen viel mehr schadet.

    Durch den Versuch, sein Selbstbild als „Netter Kerl“ zu bewahren, hat er sich als Nicht-Netter-Kerl geoutet.

  37. 37 Polizei, Feurwehr 05. April 2013 um 13:55 Uhr

    und andere positive Dinge…

  38. 38 Honey Badger 12. April 2013 um 7:03 Uhr

    Zu den Vorwürfen, die Frauenförderung sei nicht notwendig und beruhe nur auf einem (angeblich durch Feministinnen)begründeten Bild, das Frauen als das „schwache Geschlecht“ stilisieren würde:

    Vielleicht sollten ein paar Leute hier mal das Buch „Delusions of gender“ von Cordelia Fine lesen. Die Psychologin Cordelia Fine hat in diesem Buch hunderte von Studien zusammengetragen und erklärt, die erklären, wie Benachteiligung von Frauen insbesondere in männlich dominierten Berufsfeldern auch heute noch funktioniert. Man muss Frauen nicht aktiv von männlich dominierten Studiengängen ausschließen; es genügt, sie mit immer wiederholten Gender-Stereotypen gehörig abzuschrecken, um sie zu entmutigen. Die unterschwellige Manipulation von Gender-Stereotypen wirkt sich erwiesenermaßen extrem negativ auf das Selbstbild von Frauen in diesen Berufen aus. In der Pädagogik ist diese Weisheit schon längst angekommen – einen Schüler kann sich der Lehrer zum schlechten Schüler oder zum „Problemfall“ erziehen, indem er ihn immer so behandelt, als sei er ein „Problemfall“. (Übrigens vermuten Maskulisten, dass dies bei männlichen Schülern manchmal der Fall ist – hier wird also von den Maskulisten anerkannt, dass sich Stereotype auf Leistungen und Motivation eines MÄNNLICHEN Schülers auswirken, während solche Effekte bei Schülerinnen und Studentinnen von ihnen abgestritten wird. So bigott sind Maskulisten, da sieht man es wieder.) Auch von aktiver Ausgrenzung am Arbeitsplatz und einem ständigen, subtil vermittelten Gefühl des Außenseitertums sind Frauen in männlich dominierten Berufen häufig betroffen, und es gibt Studien, die sich mit den Einflüssen dieser Ausgrenzung auf die Betroffenen befassen. Daher ist affirmative action bei Frauen und anderen marginalisierten Personen keine „Bevorzugung“, sondern der Versuch, eine Benachteiligung auszugleichen.

    Fazit: Die negativen Auswirkungen von Ausgrenzung/Stereotypen werden von Maskulisten ausschließlich wahrgenommen, wenn männliche Personen betroffen sind.

  39. 39 MGTOW 03. März 2015 um 16:52 Uhr

    Ein interessanter Artikel. Noch interessanter finde ich die Kommentare!
    Wenn man sich mit „Feminismus“ (ich habe mich nicht mit allen feministischen Strömungen beschäftigt) und mit „Anti-Feminismus“ bzw. mit Strömungen der Männerbewegungen beschäftigt, kann man ja nicht leugnen, daß sich sowohl Männer wie auch Frauen extrem benachteiligt fühlen. Bei so gut wie jedem Einzelfall kann ich auch eine Benachteiligung verstehen. Es geht aber nicht, wenn pauschal sowohl Männer als auch Frauen im gleichen Maße benachteiligt werden. Es gibt vielleicht Teilbereiche, die eine geschlechtsspezifische Benachteiligung mit sich bringen.
    Ob man nun den Feminismus oder das Patriarchat für geschlechtsspezifische Benachteiligung verantwortlichen machen möchte, ist insofern egal, dass die Konsequenz eine Gleichstellung bedeuten muss. Eine Gleichstellung kann aber nur zum größten Teil auf Kosten der Gleichberechtigung gehen. Beides zusammen ist praktisch nicht miteinander vereinbar.Ich bin also ein großer Fan von Gleichberechtigung und ein Feind von Gleichstellung.

    Will ich wirklich, dass Frauen zum Wehdienst müssen (wie aktuell in Schweden und bald auch in der Schweiz), nur weil ich als Mann das muss? Was bringt mir diese Gleichstellung? Und wann hört man denn mit der Gleichstellung auf? Wenn Frauen und Männer zum Wehdienst müssen, wäre die nächste Gleichstellung, dass die Anzahl der gefallenen männlichen und weiblichen Soldaten im Krieg gleich sein müsste.

    Ich habe schon Respekt davor, was der Feminismus der 1. und 2. Welle für die Selbstbestimmung der Frau geleistet hat. Und keiner kann bestreiten, dass sich die gesellschaftliche Rolle der Frau seitdem nicht verändert hat.
    Hier ist ganz klar ein Nachholbedarf auf Seiten der Männer. Aber Männer sollten doch bitte eigene Wege gehen dürfen, die sie für ihre Selbstbestimmung und ihr „neues“ Rollenbild für sinnvoll halten. Die Frage wird sein, was dabei rauskommen wird!

    P.S.(Ja ich habe verstanden, dass Männer, die gegen den Feminismus argumentieren nicht begriffen haben, dass das Petriarchat das Schädliche ist und dagegen nur noch mehr Feminismus hilft)

    P.S. II: Gibt es eine Quelle zu dem Erkämpfen der Vorsorgeprogramme für Brustkrebs? Würde mich echt interessieren.

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