Archiv für Januar 2012

Kritisch-lesen.de mit dem Schwerpunkt „Feministische Praxen“

Www.kritisch-lesen.de mausert sich seit einigen Monaten zu einem hochkarätigen und durchdachten Rezensionsmedium! Waren schon die vergangenen Ausgaben jeweils sehr geschlechtersensibel ausgerichtet, sind in dieser Ausgabe „Feministische Praxen“ explizit Thema. Dabei werden aktuelle und ältere feministische Bücher besprochen und als vielversprechend zum feministischen Weiterdenken vorgeschlagen. Unter anderem sind mit dabei: „Darum Feminismus!“, „Revolutionäre Frauen“ und „Riot Grrrl Revisited“. Ergänzt wird diese Ausgabe anarchistisch, postkolonial und antirassistisch.

Die Rezensionen sind insgesamt sehr pointiert und sensibel formuliert, freundlich-kritisch zu den Büchern und es wird Interesse an den Büchern geweckt. In diesem Sinne ist diese Ausgabe sehr zu empfehlen! …bei den folgenden sollten aber mehr Frauen zu Rezensionen eingeladen werden!

Zur Ausgabe „Feministische Praxen“.

Deserteure, Wehrkraftzersetzer – und Männlichkeiten

Ralf Buchterkirchen gelangt in seinem aktuellen Buch „…und wenn sie mich an die Wand stellen…“ auf einem ganz anderem Weg zum Thema Desertion als sonst üblich. Er wählt den Ausgangspunkt Männlichkeitsentwürfe und macht deutlich, wie anknüpfend an Drangsalieren von jungen Männern in Preußen, im Nationalsozialismus „Manneszucht“ zentral gesetzt wurde. „Moral, Disziplin und Kameradschaft“ wurden unter dem Begriff „Manneszucht“ zusammengedacht, Militär, Männlichkeit und Bürgerrechte eng miteinander verzahnt.

Zentral bei der Verfolgung von Deserteuren und Fahnenflüchtigen war es so, dass der Verurteilte aus der Männergesellschaft ausgeschlossen wurde. Das geschah über die Aberkennung der „bürgerlichen Ehrenrechte“ und der „Wehrwürdigkeit“ und durch das Abreißen der Rangabzeichen vor der Hinrichtung. Er sollte so noch vor der Ermordung gedemütigt und aus der Männergesellschaft ausgeschlossen werden. (mehr…)

Let’s talk about sex – Let’s talk about sexual politics

Mit der Bitte um Verbreitung:

Wir suchen noch Schreiber*innen für unsere geplante Sex-Politiken Broschüre…

„Sex ist immer viel mehr als nur Sex. Meistens hat Sex mit Macht zu tun. Sex hat auch mit Geld zu tun, weil sich Sex gut verkauft. Sex ist aber auch was schönes und wird aber leider von vielen Frauen (und Männern) nicht so befriedigend erlebt, wie es möglich wäre, weil wir zwar übersexualisiert sind, aber nicht unbedingt besser informiert als früher.“ schrieb das Sexbroschüren-Team vor einigen Jahren in der Einleitung der ersten Sex-Politiken Broschüre, die von der ÖH Bundesvertretung veröffentlicht wurde. Dabei haben sie sich vorgenommen, möglichst viele „versexualisierte Fragen“ in dieser Broschüre abzudecken. Wenngleich ihnen der Versuch gelungen ist, gibt die Thematik sicher noch genügend Stoff für weitere Broschüren her.

Daher hat das Referat für feministische Politik beschlossen, ein Folgeprojekt zu starten, in dem unterschiedliche Fragen von Sex, Sexualität und Begehren sowie die damit verbundenen gesellschaftlichen Mechanismen, Praktiken und Politiken behandelt werden soll. Mögliche Themen können dabei sein
- pro-sex
- sex-gender
- safer-sex
- sex-work
- no sex
u.v.m.

Wir suchen dafür auch noch Textvorschläge und freuen uns, wenn ihr euch an der Produktion der Broschüre beteiligen wollt. Schickt einfach bis zum 20.1.2012 ein email mit einem Vorschlag und einer kurzen Beschreibung an frauenreferat@oeh.ac.at.

mfg vom Femref

Referat für feministische Politik
Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft
Bundesvertretung

Taubstummengasse 7-9
1040 Wien

Mobil +43/676/ 888 52 274
Fax +43/1/310 88 80 – 36

Hamburger Schülerinnen

taz über einen neuen Interviewband über die Frauen in der Hamburger Schule.

Shopping Shopping Shopping!!!

Während meiner Recherchen für eine Stadtführung in Frankfurt bin ich auf das Werbevideo für das neue Skyline Plaza gestoßen. Dabei handelt sich um ein, sich in der Entstehung befindendes, Urban Entertainment Center. Das ist nichts anderes als ein „besseres“ Einkaufzentrum und da die Menschheit ja seit langem weiß, dass es Frauen sind, die dem Shopping besonders verfallen sind (denn ist Schuhe- nicht wie Beerensammeln? Und tun wir das nicht schon seit der Zeit in der wir noch in Höhlen lebten) ist dieses Werbevideo natürlich auf die besonderen Bedürfnisse von Frau zugeschnitten. Da heißt es:
„Jahr für Jahr ziehen Frauen um die 30 zu hunderttausenden in die Großstädte. Sie stolzieren auf der Suche nach Traummann und Traumschuh Arm in Arm die angesagtesten Einkaufsstraßen entlang…“

Oder auch:
(mehr…)

Die Frau in der Drogenstatistik

So richtig erforscht hat es noch niemand, weshalb es stets gerade die Männer sind, die bei den Drogenstatistiken mit Abstand in Führung liegen.
Aber eine mögliche Erklärung, die meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient, versucht Shelley Masters bei der taz:

Mädchen haben, auch wenn sie ohne liebende Familie aufwachsen, meist eine ältere weibliche Bezugsperson. Egal ob diese eine durch russische Soldaten vergewaltigte Urgroßmutter ist, die Hippie-Oma, die Biologielehrerin oder die Mädchen-Gang-Leaderin: mindestens eine von diesen Frauen macht jeder Heranwachsenden klar, dass Bewusstlosigkeit in der Öffentlichkeit, nachts, das Schlimmste ist, was ihr passieren kann.

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