Diskussionsbeitrag des Antisexistischen Bündnisses Rostock bei Kombinat Fortschritt

Die Auseinandersetzung linker Szenen verschiedener Städte mit (ihren) antisexistischen Gruppen und/oder Positionen ist ja immer so eine Sache. Manchmal sprengen Auseinandersetzungen ganze Szenen, manchmal werden die Antisexist_innen auch einfach als Ideolog_innen oder Dogmatiker_innen abgestempelt und ausgegrenzt, das wiederum manchmal, indem Machtstrukturen bemüht und das Ganze unschuldig als Reaktion auf unangemessenes (Rede)Verhalten zurückgeführt wird.. So oder so: Die Diskussionskultur der DefMa-Gegner_innen ist in der Regel weder besonders neu – originell war sie ja noch nie.
Ärgerlich und nicht duldbar bleibt sie weiterhin.

Im hier dokumentierten Fall wird das Antisexistische Bündnis Rostock (ASB) unter Generalverdacht gestellt, Vorwürfe wie ein „geschlossenes Weltbild“ des ASB (a.k.a. Dogmatismusvorwurf; gääähn), „aggressives“, „gewaltvolles“ und nicht „diskursfeindliches“ Kommunikationsverhalten (a.k.a. emanzipatorische Personen nehmen sich das kritische Wort und halten nicht die Klappe, wenns ihnen gesagt wird; auch bekannt) sowie die Anklage, die Politszene absichtlich und unter Zuhilfenahme der Definitionsmacht als „politsektenhafte“ Praxis sprengen zu wollen (a.k.a. verschwörungstheoretische Anwandlungen zur Machterhaltung; x-tausendmal gehört), machen u.a. von hier aus die Runde.
Das ASB in Rostock ist – aus geographischer Perspektive – recht ‚ab vom Schuss‘, überregionale Bündnisse sind da vergleichsweise mühsam herzustellen. Aus diesem Grund können ein paar warme Worte nicht schaden. Das ASB braucht Unterstützung von allen motivierten Antisexist_innen, DefMa-Verfechter_innen, Femohools, riotgrrrls*, queers, … Kommentiert und diskutiert – unterstützt mit Kommentaren entweder auf der Seite des Kombinat Fortschritt oder per Mail: asb_hro[at]riseup[dot]net.

Das maedchenblog solidarisiert sich mit dem ASB und freut sich, wenn auch ein paar Leser_innen sich an der Diskussion beteiligen.


15 Antworten auf “Diskussionsbeitrag des Antisexistischen Bündnisses Rostock bei Kombinat Fortschritt”


  1. 1 big riot grrrl 05. Februar 2012 um 20:18 Uhr

    ich bin zum ersten mal auf diesen blog und muss sagen das ich so eine strategie wie sie hier vorgeworfen wird echtschäbig finde!

  2. 2 Leser 05. Februar 2012 um 21:09 Uhr

    Danke für den Beitrag!

    Allerdings liest sich dein Text so, als hätte systemausfall eine Hetzkampagne gegen das ASB angeschoben.
    So wie ich den Verlauf wahrgenommen habe, wurde dem ASB jedoch von systemausfall diskret und vertraulich der Account verweigert. Erst nachdem anschließend die systemausfall-Leute von unsachlichen Mails verschiedener Individuen geflutet wurden, veröffentlichten sie im Sinne der Transparenz das verlinkte Statement – übrigens ohne explizite Nennung des ASB.

    Da dies innerhalb der letzten sieben Jahre der erste Fall einer expliziten Thematisierung einer anderen Gruppe durch systemausfall zu sein scheint, fällt es mir schwer, hier bösen Willen und authoritäres Verhalten zu erkennen. Aber wir haben wahrscheinlich alle verschiedene Intepretationen des Laufs der Welt …

  3. 3 pepito 05. Februar 2012 um 23:13 Uhr

    warte mal.. warte mal… ist solidarisierung ohne sachkenntnis, sondern aufgrund gemeinsamer labels und hörensagen nicht genau das: diskursfeindlich und irgendwie schräg bis unreflektiert?

    wir hier, die da? spitze!

  4. 4 utrumque 06. Februar 2012 um 8:16 Uhr

    Leser, das intendiert der text nicht, nein. ich habe auf reaktionen verwiesen, mit der eine_r sich üblicherweise rumschlagen muss, wenn eine_r einige zeit antisexistische arbeit macht. eine dieser reaktionen, jene verlinkte, ist exemplarisch für den umgang mit antisexistischen positionen. und ergänzend:

    pepito, wir stehen seit einigen tagen mit dem ASB in kontakt und haben die sache besprochen. daher eine solidarisierung des blogs. zum zweiten war ich lange zeit teil einer antisexistischen gruppe in HRO, die an der gründung des ASB beteiligt war, und kenne durch andauernden kontakt nach HRO und kommunikation über derartige ereignisse mit verbündeten den streit.
    keine sorge, sachkenntnis, sogar eigenes erleben, sollte auch leibliche, nicht nur rationale erfahrung kriterium der solidarisierung für dich sein, ist genügend vorhanden.

  5. 5 Elaria 06. Februar 2012 um 9:45 Uhr

    Ehrlich gesagt blicke ich da nicht durch und mir fehlen auch die nötigen Informationen um mir ein Urteil zu bilden. Was genau da hin und her gemailt wurde als Grundlage für die nicht zu Verfügungstellung eine Emailadresse, sehe ich auch nicht. Will diese Plattform generell keine Gruppen mit antisexistischerm Inhalt und Aufgaben unterstützen? Ist systemaufalle denn so ein großes Ding? Keine Alternativen?

  6. 6 Leser 06. Februar 2012 um 12:15 Uhr

    @Elaria:

    Systemausfall ist – meines Wissens nach – das einzige „linke“ Server-Kollektiv nördlich von Berlin (so36) und östlich von Hamburg (nadir). Insofern: regional ist es durchaus relevant. Alternativlos ist es sicherlich nicht. Der ASB hat anschließend augenscheinlich die Dienste des riseup-Kollektivs (USA) in Anspruch genommen.

    Da – laut verlinktem Artikel – dies die erste Absage von systemausfall (seit sieben Jahren) gegenüber einer Gruppenanfrage ist, scheinen sie sich wohl weniger am Thema, sondern eher am Verhalten der spezifischen Rostocker Gruppe zu reiben.

  7. 7 kritischer provinzlerin 06. Februar 2012 um 19:15 Uhr
  8. 8 Elma 06. Februar 2012 um 20:29 Uhr

    Wo wird denn genau in dem Statement, dem biserigen Diskurs in der Kommentarspalte oder dem Statement von Systemausfall deutlich, dass es hier um Reibungspunkte bzgl DefMa oder nicht geht?

  9. 9 xmajax 06. Februar 2012 um 21:16 Uhr

    wer oder was sind denn „femohools“ ?

  10. 10 femohool 07. Februar 2012 um 11:47 Uhr

    @ elma

    ich glaub klar wird das insofern nicht, dass weder asb sagt „wir sind für defma“ noch sagen die systemler*innen irgendwo „wir sind gegen defma“. es steht nur in einer fussnote, dass die einen vermuten das wäre mit den „gefährlichen“ oder antiemanzipatorischen theorien, die sie haben sollen gemeint. und die kommentarspalte ist nicht enrstzunehmen, zu großen teilen aber da sind menschen bei die defma mit hexenverbrennung gleichsetzen – also ein problem gibts da irgendwie schon :-w

    @xmajax
    femohool= ich vermute es handelt sich hierbei um eine wortschöpfung aus feminist*in und hooligan und meint wahrscheinlich sowas wie, die dritte halbzeit einfach mal politisch durchziehn, bei mir weckts grad assoziationen „zieht sich auch ins private“. also feministisch nicht nur in politischen forderungen sein die die große weite welt betreffen sondern auch das wohnzimmer. aber das mag jede anders sehen und manche finden das wort bestimmt auch scheisse.

  11. 11 utrumque 07. Februar 2012 um 11:51 Uhr

    @ Elma: das ist assoziiert mit dem vorwurf der „politsekte“. indirekt verwiesen wird darauf im offenen statement unter „Und überhaupt“. ohne zu explizit zu werden: es ist jedenfalls nicht aus der luft gegriffen.

    @ xmajax: das ist eine liebevoll gemeinte selbstbezeichnung radikalfeministischer menschen, die mich seit einigen jahren begleitet und die ich sehr gern mag – @femohool: schöne beschreibung. :)

  12. 12 femohool 07. Februar 2012 um 15:45 Uhr

    @utrumque

    danke.
    von den hools (die ich zumeist nicht mag, wg. männlichkeitskonstruktion läßt grüßen) sind mir femohools die liebsten!

  13. 13 gruppe anonym 11. Februar 2012 um 3:21 Uhr

    zunächst einmal: ich kenne das asb_hro nicht persönlich, habe von ihrer politischen praxis wenig ahnung, was über ihre internetpräsenz hinausgeht. auch mit systemausfall habe ich wenig zu tun.

    meine wahrnehmung nach lesen des statements auf systemausfall: geht gar nicht. da bringt der systemausfall einige unsachliche beschuldigungen vor, die ich – als leser_in – nicht wirklich ernst nehmen kann, da sie unkonkret sind. keine ahnung, was hier mit begriffen wie „politsekte“, „geschlossenes weltbild“, „diskursfeindlichkeit“ gemeint ist. ich kann die kritik erahnen, ein urteil kann ich dazu nicht abgeben.

    dennoch denke ich, sollte das asb die kritik, die, wenn auch unsachlich vorgebracht, ernst nehmen sollte. warum verweigert der systemausfall nach sieben jahren einer speziellen gruppe den account? gerade auch die kommentare unter der veröffentlichten antwort des asb deuten für mich als außenstehende_r auf krasse szeneinterne differenzen hin. ich kann mir schlecht vorstellen, dass so viele (es scheinen viele. kann natürlich auch mehrfaches getrolle von wenigen personen sein. keine ahnung) linke aktivist_innen bloß blöde sexist_innen sind, die das asb von vornherein scheiße fanden/finden. was läuft da beim asb bzw. in ihrer praxis, dass es jetzt so einen shitstorm gibt, der sämtliche ereignisse ans licht zerrt, die bereits vor 2 jahren geschehen sind? das wird mir aus den kommentaren nicht erkenntlich. ich gehe davon aus, dass sich das asb zusammensetzen wird (und das hat es mit sicherheit bereits mehrfach getan) und überlegt, wie solch eine welle an kritik entstehen konnte.

    was ich noch wahrnehmen kann, ist eine antisexistische gruppe in hro, die sich radikal-feministisch positioniert, und sich gegen die diffamierung ausgehend von systemausfall wehrt. in diesem beitrag klingt an, dass sich die gruppe bereits mehrfach und auf sehr ermüdende art und weise mit (defma-/antisexismus-)kritik auseinandersetzen musste (kenn ich, ist nervig und scheiße und meistens zum heulen und verzweifeln, aber auch wichtig, wie ich finde). das ist ganz sicher, vor allem aufgrund der jüngsten ereignisse/kommentare kräfteraubend. deshalb finde ich es gut, dass sich der mädchenblog mit dem asb solidarisiert.

    ich bin teil einer kleinen unterstützer_innen-gruppe. ich möchte hiermit im namen unserer gruppe meine solidarität mit dem asb_hro aussprechen.

  1. 1 Traffic stinkt nicht! « USELESS Pingback am 05. Februar 2012 um 20:52 Uhr
  2. 2 kritische provinz Trackback am 07. Februar 2012 um 0:54 Uhr

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


− fünf = eins