Diskussion über Femme-inismus nach der zweiten Berliner Femme-Show

Zweite Femme Show Berlin Am 15.3.2012 fand die zweite Berliner Femme-Show im Lido statt. Mit vielen tollen Live-Acts und rund 600 Gäst_innen war es gerappelt voll und geklatscht und gejubelt wurde viel. Leider gab es nach der Show auch Kritik, die in den Kommentaren des nach der Show veröffentlichten Artikels in der Siegessäule geäußert wurden: „Femme Show im Lido war großartig“ auf Siegessaeule.de.

„Wo waren bitte die Auftritte mit Anspruch, Intellekt und vor allem politischer Aussage? Bezeichnenderweise haben ‚leider‘ mal wieder die Männer den einzigen Beitrag mit einem klaren politischen Statement dargeboten (Männerpaar mit Videoinstallation).“ fragt rosa in den Kommentaren und scheint damit die meisten der Performances nicht verstanden zu haben (mal abgesehen von dem falschen Gendering). „Also ich habe – wütende Statements gegen Femininitätsfeindlichkeit, – ironische, wütende und traurige Auseinandersetzungen mit Körpernormierungen, – gewitzte Angriffe gegen Fat-Phobia, – Liebeserklärungen an femme-positiven Queerfeminismus, – Sex-Work-Positive-Empowerment, – augenzwinkernden Burlesque, und vor allem eine dem Namen der Veranstaltung – The Berlin Femme Show – entsprechende Veranstaltung gesehen.“ hilft lisalotta p. weiter. Die weiteren Kommentare drehen sich im Grunde genommen um diese Konfliktlinie und arten am Ende (leider) in eine Schlammschlacht aus.

Die gefrustete Lipstick Terrorist schreibt in ihrem Blog über die harsche Kritik an der Show: „Trolls Attack the Berlin Femme Show“. Auch, wenn ich persönlich denke, dass es eher „normale“ Kritik und kein Trollversuch war, und die Verwendung mancher Schimpfwörter echt nicht sein muss, kann ich den Ärger doch sehr gut nachvollziehen. Femme organisiert ein riesiges tolles Event, um die Sichtbarkeit von Femmes und Femme-initäten zu stärken, und bekommt doch nur den (schlechten) alten Sexismus um die Ohren gehauen. Weiblichkeiten auf der Bühne werden nach wie vor nicht ernst genommen, als unpolitisch wahrgenommen und mit Verniedlichungen abgetan.

Der Abend an sich war keinesfalls perfekt, aber welche Show ist schon perfekt? Bei einer „stinkenormalen“ Queer-Show hätte sich niemand an einem nicht hundert Pro perfekten Abend gestört, aber wenn queere Weiblichkeiten auf der Bühne sind und gar ein paar Kleidungsstücke fallen, wird direkt eine Weltverschwörung gegen den Feminismus gewittert. Aber darum geht es nicht, denn Laura sagt so schön in den Kommentaren in den Kommentaren auf Siegessäule: “ Being naked does not mean you are buying into objectification. Queer burlesque is about claiming our own sexualities in a world which says they are wrong and it is empowering.“ – BAM! Dem und dem Jubel des gefühlt zu 90% aus FLTI* bestehenden Publikums habe ich nichts mehr hinzuzufügen!

Für mehr Femme-Solidarität!

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3 Antworten auf “Diskussion über Femme-inismus nach der zweiten Berliner Femme-Show”


  1. 1 sv 20. März 2012 um 12:42 Uhr

    PS: Jeder Kommentar hier wird moderiert, also nicht wundern/aufregen, wenn Eure Kommentare nicht direkt auftauchen! :)>-

  2. 2 Elaria 20. März 2012 um 13:28 Uhr

    wie schade, ich habs verpasst!

  1. 1 Queers are Slutty, Lesbians are Boring « Diary of a Lipstick Terrorist Pingback am 22. März 2012 um 17:48 Uhr

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