Rausch, Angst und Herrschaft

In dem Buch, das bei mir gerade entsteht, soll es um Rausch gehen, also nicht nur um dessen Auslöser (Substanzen, Handlungen), sondern um diesen Zustand, diesen Prozeß selbst, um dessen Funktion, Rolle und Veränderungspotential sowie um seine Unterdrückung und Verwaltung als wesentliche Bestandteile von Klassen- und Geschlechterherrschaft bis in die Gegenwart.

Die mit dem Rausch einhergehende Änderung von Wahrnehmung, Fühlen, Erleben wird vom beherrschten und sich selbst beherrschenden Menschen als Kontrollverlust erlebt. Wie sehr, scheint eng mit dem Ausmaß an Angst in der jeweiligen Person zusammenzuhängen, die denn auch als Angst vor Kontrollverlust in den meisten Schilderungen von Rauscherlebnissen oder Vorstellungen von unerprobten Räuschen vorkommt.

Diese Angst ist – abhängig von der realen Bedrohung – völlig berechtigt und in dieser grundsätzlich gewaltförmigen und übergriffigen Gesellschaftsordnung, in der die veränderten, berauschten Sinne als Kontrollverlust gelten, Kontrollverlust als Schwäche und Schwäche wiederum als Anlaß für Stärkedemonstration, Ausnutzung und Angriff, in fast jedem Menschen anzutreffen. Nicht nur werden solche „Anlässe“ ständig übergriffig ausgenutzt, auch der Rausch selbst ist ein anderer und gefährlicherer, wenn die Angst überwiegt. Rausch kann Angst weiter verstärken und zum psychisch bedrohlichen „bad trip“ werden.

Besonders ausgeprägt müßte die Angst vor Kontrollverlust bei besonders stark bedrohten Menschen in besonders gewalttätigen oder konkurrenzintensiven Lebensumständen sein; nochmal spezifisch stärker je nach dem Grad der Ohnmacht und Entwaffnung in diesen Umständen; und nochmals spezifisch stärker bei denen, für die aufgrund ihrer sozialen Rolle gerade Situationen von Vergnügen, Lust, Verbindung und Entspannung Situationen des größten Angriffs- und Übergriffsrisikos darstellen.

Dirndlverfütterung

Aus der Erfahrung mit berauschten (unzurechnungsfähigen, entgrenzten) Über- und Angreifenden und mit der vorgesehenen Rolle als berauschtem (wehrlosem, mitspielendem oder stillhaltendem) Opfer resultiert oft eine Abwendung und Ablehnung von Rausch, mit der sich jedoch das Subjekt in Angst auch die lustvollen und persönlichkeitsverändernden Möglichkeiten des Rauschs vorenthält und somit Ausschluß, den Herrschaft und Rollenzuweisung betreiben, selbst reproduziert und erweitert.

Da ich Rausch auch positiv in seinem Potential für individuelle und kollektive Veränderung fassen möchte, stehen diese Verdopplung des Ausschlusses vom Erkenntnis- und Lustpotential des Rauschs sowie Strategien zu ihrer Vermeidung/Überwindung mit im Zentrum meiner Überlegungen. Ich bin an Kommentaren, Anregungen und Kritik dazu (wie überhaupt zum Thema Rausch) sehr interessiert, auch an Literaturhinweisen innerhalb und außerhalb des Netzes.


23 Antworten auf “Rausch, Angst und Herrschaft”


  1. 1 lasterfahrerei 29. März 2012 um 22:03 Uhr

    „Die mit dem Rausch einhergehende Änderung von Wahrnehmung, Fühlen, Erleben wird vom beherrschten und sich selbst beherrschenden Menschen als Kontrollverlust erlebt.“

    Das kann aber auch von dem Standpunkt aus gesehen werden, dass der berauschte Zustand ein vom Rausch beherrschter Zustand ist. Was er ja unbestreitlich der Dialektik nach ist. Nach deiner Logik ist das schon mehr eine wertende Richtung. Wenn du einerseits vom sich selbst beherrschten Menschen sprichst und die andere Seite der Beherrschung nicht in Betracht ziehst, baust du diese als eine mögliche Befreiung auf.

    Die Möglichkeit der Beherrschung kann wiederum ungeahnte Freiheiten freisetzen. Damit meine ich soetwas wie Beherrschung von Angst, Beherrschen der Sprache, Beherrschen des Fahradfahrens usw. usf.

    Frage: Ist die Beherrschung des Rausches eventuell nicht hilfreicher als ein Kontrollverlust?

    ps. Es gibt dann noch eine dritte Form der Erfahrung zusätzlich zu der des „mit berauschten (unzurechnungsfähigen, entgrenzten) Über- und Angreifenden und mit der vorgesehenen Rolle als berauschtem (wehrlosem, mitspielendem oder stillhaltendem) Opfer“ und das ist die als Täter, die, wenn man sie selbst im berauschten Zustand erfährt, auch eine ablehnende Haltung zu Rausch bringen kann.

  2. 2 Robin 01. April 2012 um 12:26 Uhr

    so interessant ich deine betrachtungen finde, so gefährlich halte ich sie auch. gerade der vorletzte absatz stößt mir sehr negativ auf: „Aus der Erfahrung mit berauschten (unzurechnungsfähigen, entgrenzten) Über- und Angreifenden und mit der vorgesehenen Rolle als berauschtem (wehrlosem, mitspielendem oder stillhaltendem) Opfer resultiert oft eine Abwendung und Ablehnung von Rausch, mit der sich jedoch das Subjekt in Angst auch die lustvollen und persönlichkeitsverändernden Möglichkeiten des Rauschs vorenthält und somit Ausschluß, den Herrschaft und Rollenzuweisung betreiben, selbst reproduziert und erweitert.“

    vielleicht lese ich zu viel hinein, aber für mich klingt das stark nach dem versuch, durch rausch ausgelöste übergriffe in einem positiven lichte zu betrachten. lasterfahrerei hat bereits darauf hingewiesen, dass du die rolle des täters nicht recht mitbedenkst. außerdem: wie bitte schön soll ein „subjekt in angst“ einem durch rausch initiierten übergriff etwas lustvolles abgewinnen? ich verstehe deine kritik nicht.

    vielleicht solltest du dir die bedingungen von räuschen anschauen. wann können räusche (kollektiv) lustvoll und erkenntnisgewinnend sei, wann sind sie bloß für einen teil (dem berauschten) lustvoll, für andere jedoch stark beängstigend. dabei hilft eventuell die unterteilung in einfacher rausch und komplizierter/pathologischer rausch.

    aus eigener erfahrung kann ich sagen, dass ich mit räuschen (sowohl den einfachen als auch den komplizierten) sehr vertraut bin, habe beide formen schon mehrfach erlebt. während ich bei einfachen räuschen den rausch an sich genießen kann, ich ihn quasi unter kontrolle habe bzw. „beherrsche“, „herrscht“ bei den komplizierten der völlige kontrollverlust, ein neben-mir-stehen und abdriften in völlige destruktivität (fremd- und selbstgefährdendes verhalten, neigung zu übergriffen, aggressivität, affektlabilität etc.). gerade zweitere form in positivem licht zu sehen, fällt mir emotional sehr schwer. sich wie die axt im walde zu verhalten, ist definitiv nicht cool oder irgendwie in ordnung, gerade, wenn dabei andere menschen zu schaden kommen. hm…ich merke schon, das thema ist bei mir stark emotional besetzt. wirklich konstruktiv etwas zu deinem beitrag hinzufügen, konnte ich wohl nicht so recht :-?

  3. 3 classless 02. April 2012 um 9:52 Uhr

    @ Robin

    „Täter“ fehlen doch nicht, sondern sind die Über- und Angreifenden. Übergriffe sollen auch nicht positiv erlebt werden (meine Güte!), sondern die Frage ist, wie trotz ständiger Übergriffe, die meist mit Rausch einhergehen, der Rausch selbst (ohne Übergriff!) positiv erlebt werden kann.

    Deine Unterteilung in schwache und starke Räusche mag unter ansonsten gleichen Rahmenbedingungen Sinn ergeben, aber ich halte ja auch die Rahmenbedingungen für Variablen, und zwar für sehr wichtige.

    Unvorbereitet, mit übler Ausgangsstimmung und unter ungünstigen Bedingungen kann auch ein schwacher Rausch verheerende Folgen für einen selbst oder andere haben; wenn die Bedingungen jedoch günstig sind, nötige Vorbereitungen getroffen wurden und mit Rauch vertraute Menschen dabei sind, sinkt einerseits das Risiko insgesamt und können andererseits auch sehr starke Formen von Rausch lustvoll, erkenntnisreich und ohne Schäden für einen selbst oder andere stattfinden.

  4. 4 Robin 02. April 2012 um 13:46 Uhr

    oh okay, jetzt habe ich dich verstanden ;)

    die differenzierung in einfache und komplizierte räusche ist übrigens keine quantitative unterteilung (schwach vs. stark), sondern eine qualitative. komplizierte räusche werden anders erlebt als einfache. während die einfachen einher gehen mit gehobener stimmung/abbau von ängsten etc., sind die komplizierten gekennzeichnet durch verhaltensänderungen, die persönlichkeitsfremd erlebt werden/aggressivität/ angst usw.. manche kliniker_innen sprechen in dem zusammenhang sogar von einer exogenen, kurzzeitigen psychose. meine these wäre, dass gerade diese komplizierten räusche nicht (niemals?!) als positiv oder lustvoll erlebt werden können, die einfachen jedoch schon. wie die unterteilung mit der häufigkeit von übergriffen zusammenhängt, kann ich nur mutmaßen. bei den komplizierten räuschen dürfte sie häufiger auftreten, aber selbst die einfachen sind ja gekennzeichnet von enthemmung, welche unsensibel machen kann für die bedürfnisse und grenzen anderer.

    das, was du über die bedingungen schreibst, finde ich spannend. wenn man jedoch wirklich all diese vorbereitungen trifft (rausch-buddy, positive grundstimmung, etc.), wird der rausch gleichzeitig zu etwas sehr geplantem/kontrolliertem. läuft das dann nicht der intention (dem herbeigeführten kontrollverlust, dem gefühl sich-gehen-zu-lassen) entgegen?

  5. 5 classless 02. April 2012 um 14:57 Uhr

    Das ist ja nicht nur beim Rausch so, daß es für alle Beteiligten dann am besten wird, wenn sich vorher darüber verständigt wurde, wie’s läuft – die Idee wäre, vorher soviel wie möglich Drumherum planen, um währenddessen so wenig wie möglich planen zu müssen.

    (Daß das Ganze als Kontrollverlust erlebt wird, das Alltagsbewußtsein demgegenüber als Kontrolle, würde ich ja für sich genommen schon als Anzeichen dafür werten, daß der Rausch nicht richtig stattfinden kann…)

  6. 6 Samia 03. April 2012 um 11:05 Uhr

    … und somit Ausschluß, den Herrschaft und Rollenzuweisung betreiben, selbst reproduziert und erweitert.

    Moment mal: Wenn ich Handlungen vermeide/modifiziere um nicht Opfer eines Übergriffs zu werden (Droge, Klamotten, weggehen, alles halt) erweitere  ich Herrschaft?! Die Pest ist doch keine Erweiterung der Cholera. Die einzige Lösung ist hier – wie so oft – die nächste Gesellschaftsordnung.

  7. 7 classless 03. April 2012 um 11:15 Uhr

    Das stimmt schon – aber indem du dich von etwas abtrennst, das mögicherweise dazu beitragen kann (!), daß du etwas für dich und gegen die Gesellschaftsordnung tust, ist die Herrschaft doch umfassender, oder nicht?

  8. 8 l 03. April 2012 um 12:12 Uhr

    seit wann hat ein rausch was mit gesellschaftskritik zu tun? sind denn alle besoffenen – ösisprech: vollrauschige – praktizierende kommunisten? usw.? – in deiner traumwelt schon. da brauchts keine theorie zur gesellschaftskritik, sondern nur den richtigen stoff im richtigen setting.

  9. 9 classless 03. April 2012 um 21:38 Uhr

    Wenn ich nicht völlig falsch liege, hat so mancher Rausch etwas mit der Fähigkeit zu Kritik zu tun.

    Schade, daß du dir Rausch so substanzgebunden und auch noch so alkoholzentriert vorstellst…

  10. 10 Samia 04. April 2012 um 15:28 Uhr

    @classless Das tu ich beides täglich, keine Sorge. Den Zusammenhang zwischen Rausch und Kritik müsstest du schon erklären, nicht bloß unterstellen.

  11. 11 inkogni* 04. April 2012 um 16:23 Uhr

    Wenn ich nicht völlig falsch liege, hat so mancher Rausch etwas mit der Fähigkeit zu Kritik zu tun.

    hey classi, kannst du das mal ein bisschen mehr ausführen?
    sagen betrunkene_ die wahrheit und ist diese dann kritik?
    oder trauen sich leute erst nach fünf bieren und anderthalb pillen eine flasche auf die bullen zu schmeissen?
    was meinst du mit fähigkeit?

  12. 12 classless 04. April 2012 um 21:42 Uhr

    Also noch mal: Es geht um Rausch, nicht nur um bestimmte Auslöser. Denk mal an sowas wie Euphorie, Adrenalinkick, Traum, Erkenntnisrausch, an Momente, in denen du – mit oder ohne Substanz – mal neben dich treten, einen Schritt neben die Welt machen konntest.

    Die neuere Forschung, in die ich mich zuletzt etwas eingelesen habe, unterstellt einen Zusammenhang zwischen diesen Zuständen und der Fähigkeit, sich selbst zu verändern und Veränderungen wahrzunehmen. Die Geschichte zahlreicher sozialer & revolutionärer Bewegungen legt wiederum nahe, daß Rausch im Zusammenhang mit der Fähigkeit steht, sich – vorübergehend und gedanklich – neben die Gesellschaft stellen und sich von manchen ihrer (falschen) Bewußtseinsformen lösen zu können, was nach meinem Dafürhalten für die Chancen von gesellschaftlicher Veränderung eine erhebliche Rolle spielen könnte.

    Daß Rausch überhaupt so sehr abgewertet und verhöhnt wird, gehört für mich neben dem Großteil der heutigen Rauschpraxis zu den stärksten Hinweisen, daß sich Herrschaft – unter anderem – durch die Repression und Verwaltung von Rausch aufrechterhält.

  13. 13 l 05. April 2012 um 7:46 Uhr

    dass nicht alle rauschmittel verboten sind — alk, pillen —, könnte ein dezenter hinweis drauf sein, dass der rausch, in bestimmten maße, das system stabilisiert. kann man genauso behaupten.

    nach ner harten woche ein ordentlicher rausch — dann steht es sich montags wieder auf, denn man hat ja dazwischen in einer drogenfreiheitswelt entspannt. sich mal richtig gehen lassen.

    im übrigen bin ich fest davon überzeugt, dass ein nazi auch rauschig ein nazi ist, ein sexist auch rauschig ein sexist, ein freiheitsfreak rauschig erst recht freiheitsfreak — und ein kommunist auch rauschig kommunist.
    wie sollte es auch anders sein? ein rausch hat keine inhalte.

    ein typ, der drunter leidet, nicht konkurrenzgewinnler zu sein, stellt sich im rausch neben die gesellschaft und ist endlich konkurrenzgewinnler. endlich ist man was!

  14. 14 l 05. April 2012 um 7:55 Uhr

    meine alkzentrierung speist sich aus einem fakt: es ist die volksdroge und besorgt der mehrheit ihren vol(l)ksrausch. im bierzelt bei ner fpö-veranstaltung wie im linken beisl. traurig ist, dass du das anscheinend nicht zur kenntnis nimmst.

    ich hab übrigens ne these dazu, wieso es im vol(l)ksrausch öfters zu sexistischen übergriffen kommt: während der angehörige der „europäischen freiheitsrasse“ (gsp) nüchtern noch eher auf den staat und sein strafrecht reflektieren kann — was er freilich als freche beschränkung seiner selbst wahrnimmt (und darauf aufbauend kalkuliert er dann halt) —, bricht sich im rausch sein wille bahn. da langt man zu. enthemmte freiheitsfans sind ekelhaft: um das festzustellen zu können, muss man nur mal freitagabends in ne 0815-bar gehen.

  15. 15 crashintoahouse 05. April 2012 um 11:48 Uhr

    ich meine auch, dass rausch zwar nicht als herrschaftskritisch, aber zumindest als wiedersetzung gegen herrschaft gesehen werden kann. immerhin führen viele arten von rausch dazu, dass ein mensch nicht mehr in die erreichung irgendwelcher ziele eingebunden werden kann, selbst mit zwang.
    ob leute sich aus eskapistischen gründen mit bier in der eckkneipe berauschen oder gefühlt total systemkritisch mit ner tüte beim playstationspielen, ist doch wumpe bei betrachtung des gemeinsamen: man entzieht sich dem allgemeinen nützlichkeitsimperativ, bemächtigt sich seiner selbst und macht sich nutzlos.

  16. 16 classless 05. April 2012 um 14:41 Uhr

    Schade, daß wir hier irgendwie nicht von der üblichen Rauschpraxis und den üblichen Vorstellungen von substanzgebundenem Rausch wegkommen.

    Ja, der verwaltete Rausch hört irgendwann auf, einer zu sein, aber das ist für mich eine Aussage über Verwaltung (und Herrschaft) und nicht primär eine über den Rausch.

  17. 17 classless 05. April 2012 um 15:49 Uhr

    Oder noch mal so:

    „Sich nutzlos machen“ bezieht sich ja schon auf die Nützlichkeitsvorstellungen unterm Kapitalverhältnis. Sich mit der gelegentlichen Ventil-Berauschung, die oft mehr eine Betäubung ist, arbeitsfähig zu halten, instrumentalisiert den Rausch. Sich mit bestimmtem Substanzgebrauch von anderen abzuheben versuchen, reproduziert nur Klassen- und Konkurrenzverhältnis.

    l, ich stimme dir zu, daß der Rausch selbst zunächst keinen Inhalt hat, er stellt eine mehr oder weniger temporäre Veränderung dar, die prinzipiell ebenso gut als Urlaub und Übergriffsmittel ausgelebt werden kann wie als Werkzeug zum Lösen vom herrschenden Bewußtsein. Diese Entscheidung treffen weder Substanzen noch der Rausch, sondern Menschen.

  18. 18 l 05. April 2012 um 16:17 Uhr

    @kulla: damit biste ziemlich von deiner früheren haltung abgerückt. mir solls recht sein.

    @crashi: da haste gleich noch einen widerständler: http://www.rp-online.de/panorama/ausland/mann-saegt-sich-absichtlich-fuss-mit-kreissaege-ab-1.2768584

    ich kenne einfach zu viele menschen, die — ich nenns mal so — versumpft sind, und GAR NICHTS mehr auf die reihe kriegen. nix herrschaftskritisches bewusstsein.

  19. 19 crashintoahouse 06. April 2012 um 10:53 Uhr

    vielleicht hab ich mich da unklar geäußert, mir gings darum, einen möglichen aspekt anzusprechen, um mal raus zu finden, wo der emanzipatorische aspekt von rausch liiegt. mal davon ab, dass sich abschießen wesentlich angenehmer sein kann als die kreissägen-methode: rausch abseits von substanzengebrauch passt wirklich nicht in meine argumentation. genausowenig rausch durch hochstimulierende substanzen. und ich muss zugeben, es fällt mir schwer, nicht-versumpfenden rausch ohne einen zweck zu denken: wenn ich was stimulierendes nehme, kann ich besser die nacht durch tanzen, besser kampfsport machen, schneller bücher lesen.

  20. 20 Medusa 07. April 2012 um 1:07 Uhr

    soweit ich weiß, wurde die Bewegung der Black Panther gezielt durch Drogenverbreitung unterhöhlt, geschwächt und zerstört. Das war jedenfalls dem Film „Public Enemy“ zu entnehmen.

    wäre interessant herauszufinden, ob das auch bei anderen gesellschaftskritischen Bewegungen eingesetzt wurde/wird.

  21. 21 classless 09. April 2012 um 0:35 Uhr

    Für derartige Operationen gibt es in der Tat Belege. Auch in der Kriegsführung ist ähnlich vorgegangen worden, z.B. bei der japanischen Besetzung Chinas im 2. Weltkrieg.

    Die Black Panthers sahen allerdings wie viele andere Aktivistinnen der Schwarzenbewegung z.T. noch bis Ende der 60er LSD & Cannabis als Katalysatoren an, die Menschen beim Schritt von einer bloßen Unzufriedenheit zu grundsätzlicher Ablehnung der Gesellschaftsordnung und zum Kampf dagegen behilflich sein könnten.

    Von dieser Position rückten sie nicht deshalb ab, weil es bei ihnen selbst diese Wirkung nicht gehabt hätte, sondern wegen abschreckender Beispiele bei den Weißen und vor allem wegen der staatlichen Unterwanderungs- und Betäubungsmaßnahmen.

  22. 22 Samia 09. April 2012 um 19:05 Uhr

    Ich kann mit „neben sich selbst“ oder gleich „neben die Welt treten“ nichts anfangen. Kenn ich so nicht. (Im Traum, ja, aber den als Rausch zu bezeichnen ist mir zu weit hergeholt.) Wahrscheinlich vor lauter Selbstrepression, wa. Dafür, dass du an Kritik „sehr interessiert“ sein willst, gehst du leider nicht sehr ernsthaft auf ls Einwände (die ich teile) ein.

  23. 23 anonym 09. April 2012 um 20:04 Uhr

    „Günter Amendt – Keine Zukunft ohne Drogen“
    Einfach mal googlen, sollte u.a. auf Soundcloud liegen.

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