Liebe Bahn und alle anderen Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht!

Wie Mainstream Anti-Abtreibungsrhetorik geworden ist, zeigt uns die Deutsche Bahn. Diese unterstützt eine Veranstaltung des Bundesverbands Lebensrecht mit verbilligten Fahrkarten. Der Bundesverband Lebensrecht setzt einen Abbruch mit „Mord“ gleich und nutzt massiv frauenfeindliche Rhetorik.
Wer aber denkt, der Meinung Frauen dürften nicht selbst über ihren Körper entscheiden, magelt es an Unterstützung und der Kampf für Abtreibung ist schon längst gewonnen, wird durch fogende Diskussion hoffentlich umgestimmt.

Menschenverachtend und verstörend ist vor allem die Rhetorik der Abtreibungsgegner_innen.
Was dieser Rhetorik vorausgeht ist die Jahrhunderte alte Vorstellung der weibliche Uterus ist losgelöst von der jeweiligen Frau zu betrachten. Er ist Allgemeinwohl und soll auch zum Wohl der Allgemeinheit eingesetzt werden. Deshalb werden Frauen eingeschüchtert, sich ihrer Reproduktionsorgane selbst zu bemächtigen und bei keinen anderen Körperteilen findet eine solche Fremdbestimmung statt, wie bei Gebärmutter, Vagina und Eierstöcken.
Der Gedanke eine Frau entscheidet selbst und ohne schlechtes Gewissen über ihre Fortsplanzung löst bei einigen Menschen aber immer noch Panik aus. Da ein Abbruch zwar immer noch eine Straftat ist, jedoch unter bestimmten Umständen starffrei ist, können Gegner_innen sich nicht mehr auf das Gesetz berufen und eigenwillige Frauen wegsperren, sondern bedienen sich der „Moral“. Frauen werden mit Worten und einem schlechten Gewissen davon abgehalten, sich der Freiheit zu bedienen, die sie sich erkämpft haben.
Aber ein Abbruch ist kein „Mord“, sondern eine Entscheidung, ob eine Frau will, dass ihr Uterus eine bestimmte Funktion erfüllt oder nicht.
Eine Entscheidung die jede Frau, frei von der Rhetorik irgendwelcher Vollidioten treffen können sollte.


13 Antworten auf “Liebe Bahn und alle anderen Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht!”


  1. 1 Arcia 24. Juni 2012 um 17:41 Uhr

    Ich bin ganz deiner Meinung.

  2. 2 Mkay 25. Juni 2012 um 17:59 Uhr

    Diese Facebook-Kommentare sind ja die reinste Hetze! Ekelhaft! Beispielsweise dieser Johannes Schlund kann sich glücklich schätzen, dass ich kein Facebook habe(n) (will), sonst könnte der sich auf jede Menge Pinnwand-Shitstorming gefasst machen. Wo waren diese Menschen, als die Hirne verteilt wurden? Wahrscheinlich zu beschäftigt damit, Frauen zu unterdrücken.
    Das Ironische an diesen Facebook-Kommentaren ist, dass die offenbar geistig verwirrten Verfasser selbst der beste Beweis dafür sind, dass manche Eltern einfach noch nicht bereit für ein Kind waren und es dann einfachheitshalber gar nicht oder zu so einem ********* erzogen haben! Sorry, aber ich bin wirklich schockiert…

  3. 3 asdf 26. Juni 2012 um 12:04 Uhr

    @Leonie:Aber sie haben doch völlig reicht, dass es kein Recht auf Abtreibung gibt. Ebensowenig gibt es ein Menschenrecht auf reproduktive Selbstbestimmung. Warum ist es für dich so unglaublich schwer, den Ist-Zustand vom Soll-Zustand zu unterscheiden?
    Allerdings hast du damit Recht, dass Abtreibung kein Mord ist. Denn Mord ist ein juristisch definierter Tatbestand, unter den die Tötung von Ungeborenen nicht fällt.

  4. 4 Samia 26. Juni 2012 um 14:33 Uhr
  5. 5 mostbratwurst 27. Juni 2012 um 19:41 Uhr

    Ich habe irgendwie den Eindruck, dass die ganze Kritik an der DB auf einer klitzekleinen Verwechselung von SOLL und IST-Zustand in Sachen Abtreibung beruht, siehe auch die Gleichsetzung des gewünschten Recht auf Abtreibung mit dem existierendem Menschenrecht auf Selbstbestimmung in der Überschrift. Real gibt es das so ja nicht.
    Dafür kann aber die Bahn ausnahmsweise wirklich nichts. Den Sonderwunsch, eine einzelne Ansicht zuungunsten anderer exklusiv zu bevorzugen, erfüllt sie (zum Glück) nicht. Andernfalls wären solche Angebote möglicherweise auch nicht drin z.B. beim CSD.

  6. 6 Kitty 02. Juli 2012 um 14:53 Uhr

    Diese Kommentare unter Leonies Statement zu lesen macht mich nicht nur wütend sondern auch traurig. In was für einer Zeit leben diese Menschen? Was gibt Ihnen das Recht so über Frauen zu sprechen, Leonie so dermaßen anzugreifen? Es ist fürchterlich. Mir fehlen die Worte.
    :(

  7. 7 Ianeira 02. Juli 2012 um 16:54 Uhr

    Was mich interessieren würde, ist wie sehr das Christentum an diesem Verbot Schuld ist. Leider herrscht in vielen Regionen der Erde wo man das nachprüfen könnte solche Armut und Überbevölkerung, dass alles vergleichen Blödsinn wäre.
    Abtreibungsverbot ist eine Form der Unterdrückung von Frauen. Genau wie Abtreibungszwang in manchen Ländern.
    Oder liegt es vielleicht auch daran, dass viele, Männer wie Frauen, immernoch angst davor haben, dass eine Frau ihr Sexualleben ohne Konsequenzen genießen kann? Eben wie ein Mann?
    Kein Kind sollte in eine Familie geboren werden, die es eigentlich nicht haben will.

  8. 8 x 09. Juli 2012 um 20:46 Uhr

    Der Bundesverband Lebensrecht setzt einen Abbruch mit „Mord“ gleich

    Quelle?

  9. 9 Tingo 11. Juli 2012 um 8:48 Uhr

    Habe den Post auf der DB Konzern Seite natürlich nicht mehr gefunden, sonst hätte ich noch mit gelikt. Ich überlege mir auch gerade einen ähnlichen Post, dieser Marsch fürs Leben ist schließlich erst im September …

  10. 10 gerry 28. Juli 2012 um 14:26 Uhr

    natürlich sollte eine frau uneingeschränkt das recht haben, zu entscheiden ob sie ein kind bekommen will oder nicht, aber alle an diesem menschen „beteiligten“, also auch der mann sollten das recht haben zu entscheiden ob das kind geboren wird. ich finde das geht immer wieder unter.

  11. 11 tydu 28. August 2012 um 10:33 Uhr

    Ich kann der Autorin nur zustimmen.

    Mich würde jedoch auch interessieren, was so die körperlichen Folgen einer Abtreibung für die Frau sind. Hat da jemand irgendwie Quellen oder Untersuchungen?

    VG

  12. 12 egal 02. Oktober 2012 um 14:35 Uhr

    Nichts gegen den Inhalt des Artikels als solches, aber warum sind „Vollidioten“ immer männlich?
    Ihr achtet doch sonst so drauf… aber Sexismus gegen Männer geht in Ordnung oder wie?

  1. 1 “Für das Leben”?! « Laracoa fhtagn Pingback am 28. Juni 2012 um 1:34 Uhr

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