Pink stinks!


Genderforscherin Stevie Schmiedel von Pink Stinks im Interview mit der taz:

Der Name unseres Vereins ist Provokation. Die Emma schrieb neulich, Rosa mache Mädchen dümmer. Das sagen wir nicht. Aber die Mädchenprodukte wie Prinzessin Lillifee und rosa Ü-Eier führen dazu, dass Mädchen einseitige Geschlechterbilder vermittelt werden, die sich verfestigen können.
(…) Sie sehen also eine Verbindung zwischen rosafarbenem Spielzeug und zu wenig Frauen in Führungspositionen?

Mir haben schon einige Frauen erzählt, dass sie im Job nur ernst genommen werden, wenn sie gut aussehen, also geschminkt und gestylt sind und sich dementsprechend verhalten. Dementsprechend heißt: immer freundlich, ja nicht zu laut sein. Das vermittelt auch Prinzessin Lillifee: Sei zart und hübsch, dann wirst du was. Mädchen sehen das und denken, so läuft das Leben.(…)
Nehmen wir mal an, die typischen Geschlechterbilder bleiben noch eine Weile an unserer Gesellschaft haften: Was wünschen Sie sich für Ihre Kinder?

Ich wünsche mir, dass sie sich schön finden und sich wohlfühlen. Und dass sie sich durchsetzen können, dass sie lieber mit der Faust auf den Tisch hauen, als nett mit verlängerten Wimpern zu klimpern.

-word!


3 Antworten auf “Pink stinks!”


  1. 1 catfish 13. Januar 2013 um 18:32 Uhr

    Im artikel werden Frauen als „Tussis“ bezeichnet. Ich hoffe sehr, dass ihr euch beim Lesen genauso unwohl gefühlt habe wie ich. Auch schien es ihr von Nöten die Heterosexualität ihres Freundes extra herauszustellen OBWOHL er ja so gut tanze. Beklemmend und irgendwie komisch das.

  2. 2 anthraxit 14. Januar 2013 um 15:46 Uhr

    Die Herausstellung der Heterosexualität ihres tanzenden Freundes hole ich mal zurück in ihren Kontext. Es ging um die Handhabung des Problems, dass ein tanzender Sohn sicherlich mit einem sexistischen Ressentiment zu kämpfen hätte:“Du tanzt, du bist schwul!“
    Darauf meint sie, wenn sie einen Sohn hätte, würde der mit tollen Leuten, die homosexuell sind, aufwachsen( also wissen, das schwul sein voll ok ist Anmk. anthraxit), und er würde einen heterosexuellen Tänzer kennen(, also wissen, dass Tänzer nicht unbedingt homosexuell sind Anmk. anthraxit).
    Letzter Punkt mag einem balletttanzenden Burschen inmitten der Brutalität einer heteronormativen Sozialisation vielleicht helfen, ist aber ein skuriller Einwand. Weil er nicht den Schluss Tanzen=Schwul=Schlimm, in seinem sexistischen Inhalt, sondern in seiner (un)logischen Form angreift. Aber auch das relativiert sich ja daran, dass sie vorher sagt, der Junge würde viele nette Schwule kennen, also wissen das Schwulsein ok ist.
    So viel dazu.

    Tussi. Ok. Ich kann verstehen, dass man darauf Rücksicht nehmen will, wie sich Leute fühlen. Deswegen z.B. darauf verzichtet gewisse Wörter für Geschlechtsteile zu benutzen, und schon gar nicht um Frauen als Ganzes zu bezeichnen. Aber jetzt Betroffenheit einzufordern, das ist doch verrückt. Das hat auch nichts mehr mit Sprachpolitik, geschweige denn Sprachkritik zu tun. Liebe mädchenblog-Redaktion, bitte leidet nicht mehr als nötig.
    Stattdessen sollte man das mädchenblog dafür kritisieren, dass sie da nichts dran kritisieren. Das ist doch scheiße, dass sich ausgerechnet eine Feministin hinstellt und Frauen beleidigt, die sich schminken oder Pink tragen. Das ist nämlich nicht die Kritik am weiblichen Schönheitsideal zu Gunsten einer freien Entfaltung der Individuen,sondern eine dumme Antimoral.

  1. 1 Dekonstruierte Kinde im Spektakel « Anthraxit Pingback am 06. Januar 2013 um 16:58 Uhr

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


neun × sechs =