Archiv für Januar 2013

Prost Neujahr- Blogschau

Was gibt es Neues in der feministischen Blogsphäre? Aufreger, Mutmacher und Diskussionsstoff für dunkle Wintertage.

Starke Frau
Die Kosmetikmarke MAC wirbt mit der Bodybuilderin Jelena Abbou, die nicht als Freak besetzt ist, sondern die Vielfalt und Schönheit von Frauen unterstreicht. Die Reaktionen im Bekanntenkreis gingen von ‚Sie entspricht trotzdem den gängigen Schönheitsnormen‘ bis zum Kommentar ‚Ich sehe da schon einen Fortschritt, da Muskeln und die Pose normalerweise als raumgreifende/tatkräftige Symbolik (ungerechtfertigterweise) in männlichem Kontext dargestellt und dann männlich assoziiert. Frauen werden in Werbungen oft verletzlich, schmal, infantilisiert, passiv und hypersexualisiert dargestellt. Das sehe ich hier weniger in dieser Kampagne. Vom Schönheitsideal her hast du wie ich finde recht, (die Frau ist total konform was das angeht, von den breiteren Schultern abgesehen), aber die Assoziation als selbstbestimmt/selbstbewußt/stark, die rüberkommt, empfinde ich schon als tendenziell progressiv.“ MAC Kampagne auf Jezebel Wie seht ihr das?

Spiel mit mir
Männer werden in Videospielen genauso zu Objekten degradiert wie Frauen? Ähm… nein. Warum es etwas komplizierter ist, erklärt Bob Chipman in dem Video the Big Picture.

Befindlichkeiten
Rassismus und Sexismus in der Werbung oder in den Medien wird entweder ignoriert oder durch die Formel “ Wir wollten keine Gefühle verletzen“ hinterher verharmlost. Warum es es nicht um die Gefühle von besonders empfindlichen Menschen geht und diese Floskel wichtige Denkprozesse verhindert, erklärt Antje Schrupp. Es geht nicht um verletzte Gefühle

Tragisch
Indische Frauen sind täglich Belästigungen und Gewalt ausgesetzt und müssen um ihr Leben fürchten. Es gibt so gut wie keine weiblichen Polizisten, R*pe gilt als Kavaliersdelikt und wird in den meisten Fällen nicht mit dem nötigen Ernst von den Behörden verfolgt, häusliche Gewalt ist gang und gäbe und wenn die Mitgift nicht reicht, werden nicht wenige Frauen angezündet (10.000 pro Monat!). Nach dem furchtbarem Verbrechen an der 23-jährigen Studentin die an ihren Verletzungen starb, ist das Fass übergelaufen. Der Ruf nach Todesstrafe für die Vergewaltiger und Mörder resultiert aus der Wut und Ohnmacht der Menschen. Wichtiger wäre nun ein Dialog und das Hinterfragen der Rolle von Mann und Frau in Indien. Am Wochenende gab es wieder eine Massenvergewaltigung mit Todesfolge und im Parlament sitzen sieben Abgeordnete gegen die ein Verfahren wegen Vergewaltigung läuft. Von der Politik ist daher nicht mit viel Unterstützung zu rechnen. Wie tief das Problem sitzt, erklärt EMMA in Weniger wert als ein Wurm

All about Woman
Sarah Silvermann fordert die Bro’s auf sich doch auch mal für ‚Pro choice‘ einzusetzen. Ernste Themen kommen lustig daher. Wann sieht frau eine deutsche Prominente die öffentlich das ‚heiße Eisen‘ Frauenthemen anfässt?
the-way-to-a-womans-heart-is-never-through-a-mandatory-vaginal-ultrasound?

BMI Bullshit
Warum der BMI ( Body Mass Index ) nicht unbedingt etwas darüber aussagt, ob du zu dick oder zu dünn bist, illustriert Kate Harding in dem flikr Fotoalbum Illustrated BMI Categories

Kreativ
Was tun wenn dein 5-jähriger Sohn gern Mädchenkleidung trägt und zum Teil wie ein Mädchen behandelt werden möchte? Einen Blog darüber schreiben und ihm seine geliebten Glitzerschuhe für den Vorschulanfang kaufen. Die Geschichte von C.J.’s Mom und ihrem nach eigener Aussage ‚gender kreativen‘ Sohn auf raising my rainbow

crosspost auf lippy answer

Körper

„aufZehenspitzen“ macht sich Gedanken über Schönheitsideale und body acceptance.
Via Mädchenmannschaft.

Pink stinks!


Genderforscherin Stevie Schmiedel von Pink Stinks im Interview mit der taz:

Der Name unseres Vereins ist Provokation. Die Emma schrieb neulich, Rosa mache Mädchen dümmer. Das sagen wir nicht. Aber die Mädchenprodukte wie Prinzessin Lillifee und rosa Ü-Eier führen dazu, dass Mädchen einseitige Geschlechterbilder vermittelt werden, die sich verfestigen können.
(…) Sie sehen also eine Verbindung zwischen rosafarbenem Spielzeug und zu wenig Frauen in Führungspositionen?

Mir haben schon einige Frauen erzählt, dass sie im Job nur ernst genommen werden, wenn sie gut aussehen, also geschminkt und gestylt sind und sich dementsprechend verhalten. Dementsprechend heißt: immer freundlich, ja nicht zu laut sein. Das vermittelt auch Prinzessin Lillifee: Sei zart und hübsch, dann wirst du was. Mädchen sehen das und denken, so läuft das Leben.(…)
Nehmen wir mal an, die typischen Geschlechterbilder bleiben noch eine Weile an unserer Gesellschaft haften: Was wünschen Sie sich für Ihre Kinder?

Ich wünsche mir, dass sie sich schön finden und sich wohlfühlen. Und dass sie sich durchsetzen können, dass sie lieber mit der Faust auf den Tisch hauen, als nett mit verlängerten Wimpern zu klimpern.

-word!