Dear Nice Guys

In der aktuellen Sexismusdebatte melden sich viele Stimmen: Artikel von Journalist_innen, zigtausend Tweets bei #aufschrei sowie eine beträchtliche Anzahl an Kommentator_innen. Nicht nur weibliche Stimmen sind dabei, auch Männer diskutieren kräftig mit.
Und zwar nicht nur die, die sich jetzt in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen, weil ihnen durch die Debatte klargemacht wurde, daß es eben nicht ihr gutes Recht ist, einer Frau in den Ausschnitt zu fallen. Auch die „nice guys“, die schon längst kapiert haben, daß „Sie könnten auch ein Dirndl ausfüllen“ nichts mit normalem, respektvollen Flirten zu tun hat, diskutieren mit; teilweise schockiert von dem, was Frauen auf twitter unter #aufschrei und alltagssexismus.de berichten, weil ihnen das Ausmaß des Problems nicht bewußt war; teilweise aber auch verunsichert, wie man sich jetzt verhalten soll. Was man tun kann.
Das ist generell ja zu begrüßen – ansonsten wird allzuoft über die Köpfe der vom Sexismus betroffenen (und ja, das sind nicht nur Frauen) hinwegdiskutiert wird, anstatt zu fragen, wie es denn anders, sexismusfrei(er) gehen könnte.
Also: an all die Männer, die sich ihren Mitmenschen (dazu gehören ja auch Frauen) gegenüber wirklich respektvoll verhalten: Juhu! Prima, daß es Euch gibt! Und ich kann versichern: Ihr werdet bei dieser Debatte nicht an den Pranger gestellt. Sondern die Männer, die sich daneben benehmen.
Auch wenn es bei der aktuellen Diskussion oft den Anschein hat, es gehe um einen Grabenkampf zwischen Männern und Frauen, der die Geschlechter spaltet. Aber eigentlich geht es eher um sexistisch übergriffige Menschen vs. Menschen, die respektvolles Verhalten einfordern.
Und ja, auch Männer werden Opfer von Sexismen. Und ich wüßte keinen Grund, warum sie sich dem #aufschrei nicht anschließen sollten. Tatsache ist, daß (gerade in punkto Machtgefälle) öfters Frauen Opfer von Alltagssexismen sind, deswegen konzentriert sich die Debatte auch hauptsächlich darauf.
Es spricht nichts dagegen, über Vorfälle zu berichten und zu diskutieren, in denen Menschen, die sich nicht als Frauen identifizieren, sexistisch belästigt werden.
Nur: diese sollten sich eigentlich auf Seiten derer stellen, die Sexismus anprangern statt diesen Leuten, die konkrete Probleme (wie sexistische Belästigungen am Arbeitsplatz beispielsweise) benennen, in den Rücken zu fallen. Allzuoft geht es aber in die Richtung „Sexismus, na und? Die Frauen sollen sich nicht so anstellen, uns Männern passiert sowas auch.“ Warum nicht stattdessen: „Richtig, daß es einen Aufschrei gibt! Ich unterstütze den Aufschrei gegen Sexismus, gerade weil es mir als Mann auch so geht/gehen kann und wir jetzt endlich etwas ändern müssen, wenn wir wollen, daß zwischen den Geschlechtern eine gleichberechtigte Kommunikation stattfindet statt von Klischees beherrschter Umgang miteinander!“
Leider liest man in den Artikeln, die sich auf Männer konzentrieren, hauptsächlich Müll von wegen Männer könnten nicht anders (wegen Testosteron, Steinzeitsozialisierung, etc.) als ins weibliche Dekolletée zu fallen, drauf zu starren und anzügiche Komplimente zu machen. Weil die Frauen es ja nicht anders wollten, sonst würden sie ja keinen Ausschnitt zeigen.
Das ist nicht nur beleidigend für Frauen, denen unterstellt wird, sie würden sich nur für Männer anziehen (als ob das der einzige Grund für Kleiderwahl wäre), sondern auch für sämtliche Männer, die als triebgesteuerte Bestien hingestellt werden, die beim Anblick weiblicher Rundungen sämtliche Kontrolle verlieren und gar nicht anders könnten, als sich belästigend zu verhalten. Wibke Bruhns hat so einen Vergleich bei Jauch gebracht, mit Stieren und Ochsen. Als ob man Männer kastrieren müßte, damit sie sich nicht übergriffig verhalten!
DAS sollte der Aufreger für all die anständigen Männer sein, die sich eben nicht wie brünstige Tiere verhalten!
Stattdessen regt man sich auf, daß Frauen sich über unerträgliche sexistische (Alltags)situationen beschweren. Da angeblich alle Männer in Sippenhaft genommen würden. Dabei geht es nicht um „alle Männer“, sondern nur die, die sich daneben benehmen, werden kritisiert!
Aber wenn man sich als Mann sicher ist, sich Frauen gegenüber respektvoll zu benehmen (die Frauen im Umfeld zu fragen, ob das auch so ist, kann auch nicht schaden – schließlich sind wir alle in einer patriarchalischen Gesellschaft aufgewachsen, in der sich wohl keine_r auf die Fahnen schreiben kann, er/_sie wäre vollständig sexismusfrei) – weshalb fühlt man sich dann von den Anti-Sexismusdebatte angegriffen? Warum identifiziert man sich als „nice guy“ dann nicht mit denen, die den Sexismus anprangern? Damit man gemeinsam gegen den Sexismusscheiß vorgehen kann?
Wo sind all die Artikel von Männern, die Sexismus anprangern, den sie sicher auch schon erlebt haben? Die sich der Sexismusdebatte solidarisch anschließen, weil sie den Sexismus gegenüber Frauen auch satt haben und/oder Sexismus am eigenen Leib erlebt haben? Die klar machen, daß die aktuelle Diskussion um Brüderle das Potenzial hat, generell Sexismus, zum Beispiel am Arbeitsplatz, zum Thema zu machen (und somit allen Geschlechtern nutzen könnte) statt dem Tenor „hört auf, über sexuelle Belästigung von Frauen zu reden, denn es gibt auch Männer, denen das passiert“? Denn das macht keinen Sinn, sondern spaltet nur noch weiter.
Sicher sollte viel mehr darüber diskutiert werden, wie das Patriarchat, der Kapitalismus und all deren Auswirkungen auch Männern schadet. Das muß diskutiert werden, macht das! Aber tragt das nicht auf dem Rücken der Frauen aus, welchen die gleichen oder noch schlimmere Erfahrungen mit Sexismus und patriarchalischen Rollenbildern haben, die einem das Leben versauen.
Denn prinzipiell geht es doch nicht um das Gegeneinander, sondern um das Miteinander. Wie wir miteinander umgehen. Und da sollte Respekt vor dem Gegenüber eigentlich Standard sein. Ist es aber noch lange nicht, wie die ganzen Twitterbeschwerden zeigen.
Wenn jetzt nun die „nice guys“, die sich nichts zu schulden kommen lassen, verunsichert fühlen, dann, weil viele Medien hier einen Geschlechterkampf darstellen, wie er der Realität eigentlich nicht entspricht: brünstige, tierisch-triebgesteuerte Männer, die gar nicht anders könnten als übergriffig werden (=die „bösen“) gegen Steinzeitfrauen, die nichts als Opfer sein können und entsprechend behandelt werden.
Dear nice guys, laßt Euch nicht zu testosterongesteuerten Tieren degradieren! Wenn Euch wirklich etwas an der aktuellen Debatte liegt, ist ein Schulterschluß mt den betroffenen Frauen gefragt. Eine klare Aussage wäre angebracht: Nein, ich als Mann finde sexistische Übergriffe (in welcher Richtung auch immer) scheiße und will was dagegen tun!
Wer als Mann nicht auf der „Brüderle“-Seite stehen will, kann das sehr deutlich machen, das ist kein Hexenwerk, das traue ich Euch zu!
Auch im Privatleben: wer selbst schon keine sexistischen Anbaggereien ins Spiel bringt, ist auch in der Lage, diese klar zu verurteilen. Vielleicht einfach mal nicht über die Herrenwitze lachen oder (auch wenn sie nicht gegen einen selbst, sondern Frauen gehen) laut verurteilen: „Das finde ich jetzt nicht witzig!“ Ihr könnt die Bedenken und Ängste der Frauen, die sich jetzt auf Twitter oder sonstwo äußern, ernst nehmen statt herunterzuspielen, um einen ehrlichen, nutzbringenden Dialog zu eröffnen. Ihr könnt Bekannte/Kollegen/… für sexistisches Verhalten zurechtweisen – egal, ob der Sexismus euch betrifft oder eine Frau: Mund aufmachen! Nur so kann Sexismus, gegen wen auch immer, effektiv in die Kategorie „geht gar nicht“ verfrachtet werden.
Denn wer Sexismus, egal welcher Couleur, bekämpfen will, wer ein gleichberechtigtes Miteinander anstrebt und sich als Mann eben nicht zum Schlag der sexistischen Heranwanzer zählt, sollte sich nicht auf die Seite derer stellen, die die aktuelle Sexismusdebatte kleinreden. Sondern auf die Seite der Opfer dieses Sexismus, wen auch immer es getroffen hat.
Und wenn es nunmal mehr Frauen als Männer trifft, dann hat die Solidarität eben auch hier stattzufinden. Denn den Männern, die sich anständig verhalten, wirft man ja auch nichts vor.
Niemand prangert Männer an, die sich respektvoll verhalten.
Es wäre nun an der Zeit, daß diese Männer erkennen, daß sie mit den Feminist_innen, die sexismusfreien Umgang zwischen den Geschlechtern fordern, eigentlich auf der gleichen Seite stehen.
Und nicht auf seiten derer, die versuchen, das Problem kleinzureden.


37 Antworten auf “Dear Nice Guys”


  1. 1 groschenroman 01. Februar 2013 um 21:28 Uhr

    Mir geht diese Sexismus-Debatte ziemlich auf den Keks. Als wäre Herr Brüderle der erste und einzige Mann, der anzügliche Bemerkungen macht. Sowas ist Alltag, mein Gott.

  2. 2 andre 02. Februar 2013 um 0:03 Uhr

    Man sollte starken Brechreiz oder mehr verspüren, wenn man weiß das soetwas Alltag ist. Währe es okay wenn jemand deine Schwester, Mutter, Tochter, Freundin oder sonstiges Belästigen würde? Solche belästigungen sind meiner Meinung nach wiederlich.
    Ich schaffe es auch jeden Tag von einem Haufen Mädchen umgeben zu sein und sie nicht zu Belästigen, das ist nicht schwer.
    Solche Debatten sind wichtig, sie können die Leute aufklären, sensibilisieren und hoffentlich zum umdenken bewegen.
    Wer Rechtschreibfehler findet kann se behalten.
    ~Gruß

  3. 3 mstemmle 02. Februar 2013 um 0:45 Uhr

    Toller Text!

    Das mit dem Zurechtweisen hab ich gestern Nacht schon probiert. Doch auch zu zweit konnten wir unseren Freund nicht von seiner kruden Evolutionstheorie abbringen.

    Naja, we continue

  4. 4 nulg 02. Februar 2013 um 9:22 Uhr

    Ob ich ein »Nice Guy« bin? Vermag ich nicht zu beurteilen. Ich versuche, Sexismus zu erkennen. In Äußerungen, Meinungen, Verhaltensweisen, Publikationen. Genauer gesagt, Diskriminierungen jeder Art („gegen Ausländer“, „gegen Homosexuelle“, „gegen Hartz-IV-Empfänger“, „gegen Pädophile“, „gegen Behinderte“, aber noch viel lieber solche Diskriminierungen, die vom Sprecher „eigentlich“ nicht negativ gemeint sind). Ich glaube, in meinem Kopf geht es *sehr* sexistisch zu. Aber ich versuche mein Bestes, das nicht auf meine Handlungen auswirken zu lassen. Ich möchte jedem Menschen tolerant gegenübertreten und die Schubladen, in die ich alle einteile, dabei ignorieren.

    Nun. Ich könnte mir vorstellen, nicht nur dagegen zu sein, sondern auch dagegen zu kämpfen. Gegen Ungleichbehandlung, gegen Benachteiligung, gegen Sexismus.
    Aber. Ich kann mir nicht vorstellen, das unter der Kategorie „Feminismus“ zu tun. Ich finde Feminismus nicht gut.

    Wenn ich mich dem Feminismus zuordnen würde, hätte ich das Gefühl, eines der Prinzipien zu verraten, deretwegen ich doch überhaupt erst aktiv werden wollte. Wohl (nicht nur, aber erstmal) ein Begriffsproblem. Begriffe sind wichtig.

    Fragt sich, wo ich mich wohler fühlen würde. Humanismus vielleicht. Weiß nicht, müsste ich näher drüber nachdenken. Aber so im Groben wäre es das. Ich will mich nicht nur dafür einsetzen, dass unser Alltag so stark sexistisch geprägt ist. Ich will gegen *jegliche* Diskriminierung von Menschen kämpfen. Geschlecht ist nur *ein* Attribut von vielen. Mein Ziel ist es aber, das all diese Attribute den Status bekommen, den sie haben sollten: irrelevant. Klar, wer kann sich schon auf all diesen Gebieten auskennen, wer kann an all den Fronten gleichzeitig kämpfen? Verlange ich nicht. Innerhalb dieses Humanismus+ kann und soll es ja diese, ich nenne sie mal, Bewegung des Feminismus geben, bitte. Experten mit Expertenwissen eben. Aber nicht als »Feminismus«. Sondern »gegen Diskriminierung aufgrund von Geschlecht«. Genauso wenig würde ich da die Kategorie »Judaism« oder »Für Akzeptanz von Italienern« haben wollen, sondern entsprechend »gegen Diskriminierung aufgrund von Weltanschauungen« und »gegen Diskriminierung aufgrund von Herkunft«. Ja, mir sind Begriffe wirklich wichtig. Wir denken Begriffe.

    Der Artikel liest sich so, als gebe es nur die zwei Seiten „gegen Sexismus, also pro Feminismus“ und „Sexismusleugner“.

  5. 5 Jules 02. Februar 2013 um 9:25 Uhr

    Absolut richtig geschrieben. Das Thema ist für viele unangenehm. Statt was dagegen zu tun, wird lieber behauptet, es gäbe das Problem nicht oder es sei nicht schlimm.
    @groschenroman: Dass es Alltag ist, ist doch das Schlimme daran und der Grund für die Diskussion. Brüderle war der Auslöser, nicht der einzige, wie tausende Tweets unter #aufschrei zeigen. Dich nervt die Debatte? Kannst du dir vorstellen, wie sehr uns Sexismus nervt?

  6. 6 Frank 02. Februar 2013 um 12:02 Uhr

    Leider ist es oft mit der Solidarität nicht weit her.

    Ich würde mir wünschen das Sexismen abgeschafft werden. Solche dinge wie die Wehrpflicht und ja sie steht noch im Grundgesetz sie ist nicht abgeschafft nur ausgesetzt.

    Es ist auch schwer sich als Mann an Feministischen Themen zu beteiligen. Wer seine Meinung äussert bekommt oft einen Kommentar wie „Mansplaining“. Und meiner Meinung nach ist es kein Mansplaining wenn man seine Meinung äussert und diese als Meinung kennzeichnet. Mansplaining wäre es wenn man die Meinung als einzigen Allgemeingültigen Fakt darstellt.

    Ich bin gegen sexismus und gegen die belästigung von Frauen aber ich würde mir echt mehr Solidarität und Diskussionsbereitschaft von Feministinnen wünschen.

    Solidarität würde ich mir auch bei Themen wie Samenraub wünschen den da wird auch jemand gegen seinen willen zur Fortpflanzung gezwungen.

  7. 7 onyx 02. Februar 2013 um 16:07 Uhr

    Sowas ist Alltag,

    Genau das ist das Problem und der Grund für diese Debatte.

  8. 8 die andere 02. Februar 2013 um 23:21 Uhr

    Nachts

    Bin ich nachts allein, beginne ich den Kampf gegen mich.
    Ich lasse nach, mein Griff wird lockerer,
    Meine Kraft ist erschöpft – ich lasse geschehen.

    Ich lasse nach, die Maske fällt herab,
    Dämonen, den ganzen Tag im eisernen Griff gehalten,
    Erfreuen sich ihrer Freiheit, schauen sich suchend um – und finden.

    Dämonen, befreit, steigen auf, beginnen den Kampf.
    Sie kämpfen um mich, um meine Gunst,
    Wollen sich von mir ernähren – mich leben.

    Sie kämpfen um mich, gegen mich, gegeneinander.
    Sie kennen kein Ende, sind tödlich im Geben und Nehmen,
    In Tausend Gestalten, oftmals sterbend, immer wiederkehrend – wie ich.

    Ohne Unterlaß mit meiner Kraft um meine Kraft.
    Habe ich dann mein Opfer erbracht, suche ich Zuflucht,
    Und senke mich in Schlaf – sie warten schon.

  9. 9 Whoever 03. Februar 2013 um 19:15 Uhr

    Hey.

    Ich finde es merkwürdig, daß hier „nice guy“ als etwas Positives dargestellt wird, wenn gerade feministische Blogs normalerweise darauf bestehen, daß „nice guys“ ein Problem sind. Und weil nett für Jungs immer noch die kleine Schwester von scheiße ist. Und worum es wirklich geht: die unsichtbare subjektive Messlatte für „respektvolles Flirten“ nicht nur – das ist ja immer und bei jedem so – in der jeweils genehmen Höhe anbringen zu können, sondern Fehlversuche beim Drüberspringen auch noch gesellschaftlich sanktioniert als menschliches Versagen anprangern zu dürfen. Die Ächtung und „Kriminalisierung“ sozialer Inkompetenz hilft niemandem.

  10. 10 Lena Schimmel 03. Februar 2013 um 21:20 Uhr

    Hey,
    ich stimme diesem Text in seinen Aussagen zu 100% zu! Insbesondere habe ich mich auch schon gefragt, warum so viele Männer sage „Männer erleben aber auch Sexismus“ und dann so wenig konkretes kommt.

    Ein Punkt, den ich aber sehr kritisch sehe: die Verwendung des Begriffs „Nice Guy“. Ich muss zugeben, müsste ich diesen Begriff korrekt definieren, wäre ich überfordert. Ich habe aber über die Jahre immer wieder den Eindruck bekommen, dass dies eine abwertende Bezeichnung ist für Männer, die sich zwar oberflächlich respektvoll verhalten, sich selbst als als „die Guten“ wahrnehmen, aber letztlich so viele negative Verhaltensweisen zeigen, dass sie auch nicht „besser“ sind als z.B. Machos. Ich weiß nicht, ob das einheitlich verwendet wird, oder nur in gewissen Nischen diese Bedeutung hat.

    In diesem Kontext finde ich das problematisch. Klar, hier werden Männer angesprochen, die selbst definitiv nicht zur Macho-Fraktion gehören, sich aber auch nicht so solidarisch zeigen, wie es eigentlich zu erwarten wäre. Diese Männer werden – auf konstruktive Weise – kritisiert. Ihnen wird ein Weg gezeigt, sich noch besser für Gerechtigkeit, etc. einzusetzen. Aber der (in meiner Wahrnehmung) negativ besetzt Begriff „nice Guy“ haftet ihnen bis zum Schluss an, ggf. auch dann, wenn sie alle Tipps beherzigen.

    Sollte sich „nice guy“ tatsächlich doppeldeutig interpretieren lassen, so fände ich eine Kurze Erläuterung am Anfang gut.

    Wenn meine negative Interpretation von Nice Guy total außergewöhnlich sein sollte, dann verzeiht mir bitte. Dann habe ich wohl damals komische Sachen gelesen.

    LG, Lena

  11. 11 dodo 03. Februar 2013 um 21:53 Uhr

    Hallo Lena,
    hab zwar schon irgendwo 1-2 mal den Begriff „nice guy“ in dieser negativen Weise gelesen, dachte aber nicht, daß das jetzt hauptsächlich in dieser Weise benutzt wird.

    Ich mein hier mit „nice guys“ schlicht und einfach nur die „netten Jungs“, die, die sich nicht wie Arschlöchern verhalten (wollen).

  12. 12 maunz 04. Februar 2013 um 11:04 Uhr

    „self proclamed nice guy“ triffts wohl eher und beschreibt-so wie ichs verstanden hab-typen, die sich unglaublich nett und „gentlemen like“ verhalten, mit dem zweck dafür ne (mehr oder weniger) „romantische“ entschädigung zu erhalten..
    Die „nice guys“ die ihr im Artikel kritisiert sind meiner meinung nach eben überhaupt garnich „nice“ und ich hab mich persönlich dazu entschieden einfach nur „typen“ oder „männer“ zu sagen..natürlich mit den dementsprechenden attributen wie „sexistisch“, „solidarisch“, „scheiße“ etc..

    manchmal schwierig mit der wortwahl, aber jede/r versteht ja was gemeint ist…
    soo, guter und wichtiger artikel!
    und als männl. sozialisierte person kann man nich genug damit konfrontiert werden.. egal wie solidarisch man sich verhält, sollte es auch aufgabe sein, auf mitmenschen zu reagieren und wie schon gesagt, bei sexistischem (wenn auch als scherz gemeintem) verhalten das maul aufzumachen..

    lg

  13. 13 Micha 04. Februar 2013 um 11:25 Uhr

    Ich find es auch komisch, dass die Debatte damit herunterzuspielen versucht wird, dass auch Männer Sexismus erleben.
    Gerade in meinem Beruf(Erzieher) erlebe ich diese Scheiße jeden Tag.
    Solidarität mit allen von Sexismus betroffenen Menschen sollte selbstverständlich sein.
    Lg Micha

  14. 14 Historikerin 04. Februar 2013 um 19:43 Uhr

    @ Micha

    100% Zustimmung. Als ob es keinen Sexismus von Frauen gegen Männer gibt. Ziemlich einseitige Debatte.

  15. 15 Berthold 04. Februar 2013 um 20:04 Uhr

    Schön, dass hier einmal eine Gruppe von Männern, die „nice guys“ positiv angesprochen wird. Die sind nämlich gar nicht so selten, stehen aber leider nicht im Vordergrund. Was vielleicht daran liegt, dass sie ein ein bißchen gezogen werden müssen, bis sie sich in die richtige Richtung bewegen. Also: es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Zieht sie rüber zum Feminismus und das Potential des antisexistischen Kampfes wird unschlagbar sein.

  16. 16 lenonie=kleines Kind 04. Februar 2013 um 22:14 Uhr

    „Dear Nice Guys“
    Scheiss Anglizismen. Scheiss Kapitalismus!

  17. 17 @ lenonie 05. Februar 2013 um 10:30 Uhr

    Anglizismen und Kapitalismus in einer Zeile verurteilen, das kommt mir spanisch vor!
    So terribile when manche people nicht sprechen richtiges deutsch. Can‘t get it! Why they use the language of Goethe und reden than so ein Kauderwelsch? Ich am so sad, cause Sprachhygene and german ist such beautifull as a flower in the northwind.
    Over and out

    Rest in Peace
    -!-
    Das Volk der Dichter

  18. 18 Hans 08. Februar 2013 um 16:59 Uhr

    Ich empfinde diese Zuschreibung als „Nice Guy“ ziemlich unangemessen, ich als männlcih sozialiserter versuche mein Verhalten zu reflektieren und gewaltfreier mit meinen Mitmenschen umzugehen. ich empfinde mich nicht deswegen als „netter Mann“ , sondern strebe wie viele hier auch eine emanzipatorische Gesellschaft an. Frei von vielen *ism , durch diese Zuschreibung, kommt bei mir aber eigentlcih eher die Botschaft an, ich mache es um nett zu sein. Ich mache es nicht um nett zu sein oder zu wirken, sondern habe selber auch eine innere Motivation. Denn mein gelerntes – männlcih sozialisertes – nicht Grenzen anerkennen und auch nicht sehen, schränkt mich in zwischenmenschlichen Beziehungen auch ein.
    Also ich emfinde diese Botschaft der Überschrift nicht so cool, mich wühlt die auf und ich bin auch ein wenig verärgert.

  19. 19 Berthold 09. Februar 2013 um 11:46 Uhr

    @Hans: Ich habe Nice Guy immer als etwas Positives verstanden und sehe jetzt erst, dass man das auch anders interpretieren kann. Es geht mir da wohl ebenso wie der Autorin, die den Begriff nach eigenen Worten ganz entspannt verwendete. Aber das ist letzten Endes auch nur die Überschrift. In der Sache stimme ich dir zu: Es ist nicht nur gut für Männer, ihr Verhalten zu reflektieren; es ist auch schwierig aufgrund unserer männlichen Sozialisierung. Und es ist insofern eine eigenständige Leistung, für die ich mir seitens der Frauen insgesamt etwas mehr Anerkennung wünschen würde.

  20. 20 @ Hansi + Berti 09. Februar 2013 um 14:59 Uhr

    Hey, krass nett von euch niemandem wehzutun! Respect + Probs von allen Frauen an euch beide!

    Im ernst: bin auch „mann“, respekt oder ehre oder so habe ich aber nicht nötig, weil der versuch antisexistisch zu sein mir wichtig ist, mir also voll egal ist ob mir dafür jemand knicks + kniefall zu vollziehen bereit ist.

    Aber toller Hecht :)>-

  21. 21 spike 09. Februar 2013 um 23:21 Uhr

    also ich mag die bezeichnung „nice guy“.
    ich find’s voll okay, ein (hoffentlich) „netter Typ“ zu sein.
    So kann man mich ruhig nennen.

    Das finde ich auch irgendwie super so als gegenentwurf zu diesem „bad guy“-image, bei dem’s doch letztendlich bloß ums rumgemackere geht.

    also dann doch lieber nice guy.:)

  22. 22 fyrecrotch 09. Februar 2013 um 23:59 Uhr

    @nulg:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Feminismus
    „Feminismus (…) ist sowohl ein intellektuelles Bekenntnis als auch eine politische Bewegung und tritt für Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung von Frauen ein sowie das Ende aller Formen von Sexismus.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Humanismus
    „Humanismus ist eine Weltanschauung, die auf die abendländische Philosophie der Antike zurückgreift und sich an den Interessen, den Werten und der Würde des einzelnen Menschen orientiert.“

    Genau das macht der Feminismus auch, nur halt „spezialisiert“ auf die unfairen Unterschiede, die durch Geschlecht/Gender entstehen. Würde des einzelnen Menschen bedeutet beispielsweise halt auch Würde einer (einzelnen) Frau. Und die ist leider längst noch nicht selbstverständlich.
    Also müßtest du als ‚Humanist‘ ja eigentlich sozusagen ‚nebenberuflich‘ auch Feminist sein.
    Frauenrechte sind Menschenrechte. Und Feminismus ist Humanismus.

  23. 23 Hans 16. Februar 2013 um 13:54 Uhr

    Es ging mr nicht um Respekt oder Anerkennung, sondern das „Nice Guy“ eine Beschreibung ist die mich aufwühlt, weil sie etwas zuschreibt. Ich empfinde so eine Aussage „Hey, krass nett von euch niemandem wehzutun! Respect + Probs von allen Frauen an euch beide!“, auch ziemlich fies.

    Auch habe ich weder Respekt oder Ehre verlangt, mir ging es nur darum zu sagen, das es auch für männlich sozialiserte eine innere Motivation gibt. Deswegen ist erst recht keine Ehre oder Anerkennung nötig. Schon komisch das diese Sache so verschärft wird von deiner Seite.

  24. 24 @ Hans 16. Februar 2013 um 18:21 Uhr

    Hmm ja…
    Also eine Bezeichnung schreibt immer etwas zu, sonst wäre sie ja keine.
    War fies und polemisch, aber im Kern meinte ich einfach, das es eigentlich normal sein sollte, und im Kern ist die Aussage von mir ja richtig: Nicht scheiße zu sein braucht nicht gehuldigt zu werden! Ist ja auch egal ob fieß oder nicht, verstanden hast du es ja wohl :)
    Das du eine innere Motivation hast ist klar, Gründe hat schon jedes Handeln. Aber ist ja auch ok wenn du sowas postest. Aber dann wundere dich nicht über (verschärfte) Antworten. Bin mal davon ausgegangen dass du damit umgehen kannst.
    Das mit Anerkennung und so bezog sich auch mehr auf Berti, hatte ich ja, wie in der Überschrift erkenntlich, zusammengeschmissen.

  25. 25 Honey Badger 19. Februar 2013 um 8:40 Uhr

    Schöner Text. Gerade weil es jetzt notwendig und wichtig ist, die durchaus vorhandenen „Nice guys“ zu der Einsicht zu bringen, dass sie auf der Seite der Feminist/innen tatsächlich nicht angefeindet oder als „die Bösen“ hingestellt werden.

    Da ist zum Beispiel nulg, der in seinem Beitrag seine Einstellungen beschreibt. Jede einzelne der Einstellungen ist vollkommen mit dem Feminismus im Einklang. (Darauf wurde ja auch schon hingewiesen.)

    Ich habe mich mit dem Begriff Feminismus lange Zeit schwer getan, da damit immer Männerhass assoziiert wird und damit will ich natürlich nichts zutun haben. Das Vorurteil vom Männerhass ist selbstverständlich grober Unfug, aber auch ich bin auf diese Darstellung des Feminismus in der Öffentlichkeit hereingefallen.

    Gegen den Feminismus wird meiner Meinung nach auch eine absichtliche Rufmordkampagne betrieben, um die „Nice guys“ von den an Gleichberechtigung interessierten Frauen abzuspalten.

    „Teile und herrsche“ – das wusste schon Machiavelli.

  26. 26 Timo 17. Juli 2013 um 14:49 Uhr

    Wollte hier auch mal kurz meinen Senf dazugeben:

    Was mich persönlich meine Jugendzeit immer traurig gemacht hat (und ja, ich meine hier tatsächlich emotional-traurig) war die Tatsache, dass ich zwar in einem emanzipiert-feministischen Umkreis aufgewachsen bin (autonome Zentren, Punk/Antifa ‚Szene‘ etc.), jedoch auch hier der Begriff „nice guy“ immer einen sehr bitteren Nachgeschmack hatte.

    Ich hatte mich damals ziemlich hoffnungslos in ein Mädchen verliebt, welche politisch sehr aktiv in diversen, feministischen Gruppen aktiv war.

    Natürlich, wie das Leben nunmal so spielt, sind meine Annäherungsversuche gescheitert… oder haben sich viel eher auf eine bestimmte Weise entwickelt, welche ich so nicht vorgesehen hatte… ich wurde abgespeist mit den Worten, die sicherlich jeder Mann, der versucht respektvoll zu flirten, bereits irgendwann einmal gehört hat:
    „Du bist wirklich ein netter Typ, aber…“

    Für mich ging damals die Welt unter, aber natürlich wollte ich weiterhin mit ihr befreundet sein, da ich sie wie gesagt sehr mochte, aber im Endeffekt war dies vielleicht gar keine gute Idee, denn nunmehr durfte ich mit ansehen, wie sie mit ständig pöbelnden, ‚besoffen-Frauen-anmackernden‘ Typen davonzog.

    Mich hat das damals extrem verwirrt, denn ich wusste nicht mehr, was ich denken sollte.

    Ich weiß, ihr denkt jetzt, dass das so ein typischer „der nette Kerl, der keine Frau abkriegt“ Kommentar ist, aber darauf will ich eigentlich gar nicht hinaus.

    Ich hatte für mein ‚nett sein‘ nichts erwartet, es war okay für mich, dass sie nichts von mir will, auch wenn es mich traurig gestimmt hat.

    Was mich jedoch innerlich zerrüttet und auch meine vorher sehr positive Einstellung zum Feminismus über Jahre erschüttert hatte, war die Tatsache, dass sie als selbsternannte, politisch aktive Feministin ständig mit genau der Art von Mann anbandelte, die sie einen Tag später in irgendwelchen Diskussionsrunden verurteilte:

    pöbelnde, laute, mackerhafte Prolls, die alles andere als „respektvoll geflirtet“ haben.

    Ich glaube vielen Feministinnen fehlt es hier an Empathie für Männer, die wirklich versuchen auf ihrer Seite zu stehen, aber in Hinsicht auf romantische oder sexuelle Beziehungen überhaupt nicht ernst genommen werden, gerade weil sie den „als männlich deklarierten“ Stereotypen nicht entsprechen (groß, muskulös, erfolgreich, wie auch immer).

    Verallgemeinern will ich wirklich nicht, versteht mich bitte nicht falsch, aber aus meiner persönlichen Erfahrung musste ich feststellen, dass viele Feministinnen aus meinem Umkreis eine seltsame Doppelmoral mit sich herumtragen, wegen der ich als Junge damals nicht umgehen konnte.

    „Man(n) will sich richtig verhalten, aber selbst richtig ist falsch.“

    Daraus entsteht dann eine Trotz-Reaktion, natürlich gerade in der Pubertät, wo man auf Enttäuschungen sehr schnell überreagiert.

    Ich kenne sehr viele Männer, die durch ähnliche Erfahrungen eine Abneigung zum Feminismus entwickelt haben, auch wenn das dem Feminismus an sich gegenüber nicht fair ist, das weiß ich, doch auch wir sind nur menschlich, auch wir haben Komplexe, sind unsicher, wollen Zuneigung erfahren.

    Und wenn man(n) selbst in einem feministischen Umkreis nur Ablehnung erfährt, weil man nicht ‚männlich‘ genug ist, dann weiß man(n) wirklich nicht mehr, wo man(n) steht in dieser Welt.

    Puh, langer Text geworden, ich hoffe es ist einigermaßen verständlich geworden >_

  27. 27 Loki 21. Juli 2013 um 4:36 Uhr

    Hallo Timo!
    Ich hab Deinen Beitrag gelesen und ich kann das alles gut nachvollziehen.Ja, ist ein langer Text, dafür kriegst jetzt auch eine ellenlange Antwort (ich kann grad eh nicht schlafen)! :)
    Ich versteh Dich vor allem deswegen, weil es Frauen/Mädels nicht anders geht!
    Du schreibst:

    „Was mich jedoch innerlich zerrüttet und auch meine vorher sehr positive Einstellung zum Feminismus über Jahre erschüttert hatte, war die Tatsache, dass sie als selbsternannte, politisch aktive Feministin ständig mit genau der Art von Mann anbandelte, die sie einen Tag später in irgendwelchen Diskussionsrunden verurteilte“

    Tja, klar ist das irgendwie scheiße.
    Aber mal ehrlich: wenn man sich in jemanden verguckt/verliebt, dann ist die Logik/die Ideale/… nicht im Spiel, sondern eher verrückte Hormone oder wasweißich. Gerade als Teenager! Wenn ich so an meine Zeit als Teenie denke… oh wei, da gab’s Typen, die hätt ich mir echt sparen können – die würd ich heut nicht mehr mit der Kneifzange anfassen! Als Jugendlicher ist man in der Beziehung oft einfach… naja, doof!
    Und wenn ich mir mein Umfeld anschaue (das ziemlich divers ist), dann stelle ich fest, daß die Frauen, je älter sie werden (k.A., so ab Mitte/Ende 20?), die Nice Guys immer mehr zu schätzen lernen. Vllt., weil sie sich dann schon „hormonell ausgetobt“ haben und jetzt eher auf ganz andere Werte setzen.

    Aber mal ganz ehrlich, was Du beschreibst, ist definitiv kein exklusives „Männerproblem“ (und schon gar keins, daß Frauen oder Feminist_innen für Dich lösen müssen!).
    Mädels hören nämlich auch immer von Jungs, wie wichtig „innere Werte“ sind und daß sie auf Frauen „mit Köpfchen“ und Humor stehen etc. … – und dann sieht man den (eigentlich voll linken, emanzipierten etc.) Traumtypen eben doch mit nem Paris Hilton-Verschnitt abziehen!
    Das ist also dasselbe in grün. Deshalb werfe ich diesen Typen (nennen wir die Gruppe einfach mal die „emanzipierten“ Männer) aber nicht einfach mal „mangelnde Empathie für Frauen“ vor, so wie Du das tust:

    „Ich glaube vielen Feministinnen fehlt es hier an Empathie für Männer, die wirklich versuchen auf ihrer Seite zu stehen“

    .
    Ich werfe einem emanzipierten Typen, der sich halt mal in eine „Barbie“ verknallt, auch nicht „Verrat an der Sache“ vor. Passiert halt. Der „steht trotzdem auf der ‚richtigen‘ Seite“.

    Deswegen finde ich Deine Vorwürfe ziemlich unfair.
    Und mal ganz allgemein: man kann einfach nicht logisch steuern, in wen man sich verknallt. Ich wette, es passiert verdammt vielen Feminist_innen, daß sie mal verzweifelt denken: „Oh Fuck, wieso muß ich mich grad in so ein Arschloch verknallen!!!“.
    Ich wünschte mir manchmal auch, ich würd mich in gute Kumpels von mir verlieben, weil man einfach super mit denen klarkommt. Passiert aber nicht. Find ich manchmal total schade – aber andererseits denk ich mir, daß mir die (platonische) enge Freundschaft im Zweifelsfall wichtiger/lieber/stabiler ist; einen guten alten Freund zu haben, als eine sexuelle/romantische Beziehung, die wahrscheinlich schneller zu Ende geht wie eine gute Freundschaft.
    Geht Dir vielleicht auch so.
    Leuten, die sich in die aus Deiner Sicht „Falschen“ verknallen, eine Doppelmoral vorzuwerfen, find ich deswegen arg scheiße. Du kannst ja auch nicht bewußt kontrollieren, in wen Du Dich verknallst!! Meine Güte, selbst ich als Hardcorefeministin hab mir mal eine Zeit lang auch ne eher zweifelhafte Behandlung gefallen lassen, einfach, weil der Sex superfantastisch war. Sowas kommt vor. Feministinnen sind (wie Du) eben auch nur Menschen.
    Und Klartext: als Feminist_in hat man nicht die Verpflichtung, sich gefälligst in die „richtigen“ Typen zu verlieben. Das ist kein Recht, das Du einfordern kannst.
    Eben genauso wenig, wie eine Feministin das Recht hätte, daß der emanzipierte Kerl sich doch bitte in eine süße Emanze zu verknallen hätte statt in die Heidi Klum-Kopie.
    So funktioniert das einfach nicht. Leider, könnte man fast sagen. Wenn der ganze Romantik/Sex/Hormon-Komplex logisch und vernünftig stattfinden würde, wär das echt toll und praktisch!
    Funktioniert aber leider nicht so. Das kannst Du so nicht einfordern.

    „auch wir haben Komplexe, sind unsicher, wollen Zuneigung erfahren.“

    Eben! Das sind menschliche Komplexe und Unsicherheiten, die eben jeder UND jede hat! Aber die Mädels sind nicht verantwortlich für Deine Komplexe/Unsicherheiten.

    Denn auch Emanzen, so aufgeklärt und engagiert sie auch sein mögen, sind halt auch nur Menschen und haben Unsicherheiten und Komplexe. Für die Du genausowenig Verantwortung trägst, wie die Mädels für Deine Unsicherheiten. Ganz fies formuliert: die sind nicht dazu verpflichtet, Deine Egoprobleme zu lösen. Du bist ja auch nicht dafür zuständig/verantwortlich, die Egoprobleme der jeweiligen Feministin zu lösen!
    Du forderst mehr Empathie? Okay. Ich dann aber auch. Von Dir. Und zwar auch oder gerade für emanzipierte Mädels, die auf den „Falschen“ reinfallen.
    Versuch’s doch mal mit der Empathie. Stell Dir vor/fühl Dich rein:
    Wenn eine Emanze vllt immense Unsicherheiten bezüglich ihres Körpers hat und irgendein Macho es schafft, ihr das Gefühl zu geben, sie sei wunderhübsch und ihr Körper total begehrenswert, dann fällt sie vllt gerade deswegen auf ihn rein, weil sie diese „Hey, ich bin ja womöglich doch mords doch sexy!“ – Bestätigung gerade so dringend braucht, daß sie dafür dumme Sprüche/Mackerverhalten grad ignoriert. Wahrscheinlich stinkt ihr das selber, aber wenn ihr diese Bestätigung eben grad wichtig ist und ihr halt auch irgendwie gut tut – so what? In das Beispiel könnte man genauso einen Mann einsetzen. Sowas passiert einfach. Zu ner anderen Zeit ist derselben Emanze vllt dann halt was anderes wichtig, nicht mehr so die „Sexy-Bestätigung“, sondern vielleicht braucht sie zu ner andren Zeit dann halt eher jemand Verlässliches zum Kuscheln. Oder sie hat das Bedürfnis nach jemandem, der sie intellektuell unterstützt. Oder sonstwas.
    Menschen sind halt irgendwie einfach so unmöglich kompliziert. Passiert. Shit happens, könnte man sagen.

    Und deswegen find ich Deinen Ansatz falsch (und er „riecht“ auch nach Maskulismus. Das will ich Dir jetzt nicht vorwerfen, daß Du Maskulist seist, also echt nicht! Ich seh nur Argumentationsparallelen… da könntest Du ja mal drüber nachdenken).

    Wie gesagt, ich versteh Dich ja. Was Du so erzählst: echt frustrierende Situation. Du schreibst:

    „Und wenn man(n) selbst in einem feministischen Umkreis nur Ablehnung erfährt, weil man nicht ‚männlich‘ genug ist (…)“

    – ey wenn das wirklich so ist, dann empfehl ich Dir dringend, rauszugehen und andere Leute kennenzulernen, statt bei denen rumzuhocken, bei denen, wie Du sagst, Du nur Ablehnung erfährst.
    Vom Prinzip tust Du sonst eigentlich genau das, was Du den Frauen vorwirfst: Du hängst mit den „falschen Leuten“ rum, die Dir nicht guttun und Dich nicht respektvoll behandeln – so, wie die Feministinnen in Deinem Umfeld sich anscheinend (wie Du ihnen vorwirfst!) eben auch mit den „Falschen“ einlassen, die ihnen nicht guttun und trotz linksfemnistischem Getue rummackern.
    Und wenn Du die emanzipierten Frauen schon auffordern willst, sich auf die Nice Guys statt die Machos zu konzentrieren (ist ja per se ein super Rat!), dann fordere ich Dich eben auch mal dazu auf, Dich eher auf die „(feminist) Nice Girls“ zu konzentrieren statt auf Feminist_innen, die aus Unsicherheit oder Arschigkeit oder wasweißich es nicht schaffen, Dich fair zu behandeln.
    Du sagst, die Frauen sollten von den Mackern ablassen und stattdessen die Nice Guys abschleppen – na, dann solltest Du Dich eben auch auf die Suche nach einem „Nice Girl“ machen statt Dich auf Leute zu konzentrieren, von denen Du trotz deren feministischer Einstellung Ablehnung erfährst.
    Frauen müssen auch erstmal nen passenden „Nice Guy“ finden, ist für die auch nicht so einfach, so wie es halt für Dich auch schwer zu sein scheint, Dein „Nice Girl“ zu finden. That’s life.

    Statt die „Schuld“ für Deine scheiß Situation einer bestimmten Gruppe Menschen zu geben (in dem Fall Feministinnen), die ironischerweise wohl oft dasselbe Problem wie Du haben und von denen zu erwarten, daß sie sich gefühlsmäßig gefälligst so zu ändern haben, daß Du dann bequem warten kannst, bis die für Dich Dein Egoproblem lösen.
    Ich als Frau und Feminstin sag ja auch nicht: ey, ihr Jungs tut so emanzipiert und steht doch nur auf Barbies – ändert das gefälligst, damit ich dann auch mal wahrgenommen werde.
    Jetzt mal ehrlich, das ist doch Bullshit, und ich schätz Dich als intelligent genug ein, daß Du das auch eigentlich weißt.

    Statt die Verantwortung für Deine Situation den Frauen zu geben und zu erwarten, daß die sich doch bitte ändern, um Deine Situation zu verbessern, ist ja gelinde gesagt, doch ne recht bequeme Einstellung…
    Du bist doch erwachsen (nehm ich an), also verflixt nochmal, übernehm doch einfach bitte selbst die Verantwortung für Dein Leben, Deine Situation! Klar, das ist anstrengend, unbequem, oft frustrierend, aber hey, da muß jeder durch, egal ob Männelin, Weiblein oder sonstwer.

    Tu doch einfach selbst, was Du Dir von den Feministinnen (nicht zu unrecht!) wünscht: erweiter Dein Umfeld, geb Dich mit Leuten ab, die Dich respektieren (ja, die muß man manchmal ne Weile suchen, geht allen so).
    Wenn es Dir stinkt, daß Du wegen beschissenen patriarchalischen Männlichkeitsnormen Ablehnung erfährst, dann kannst Du jammern und erwarten, daß andere (Feminist_innen) die Situation für Dich ändern, klar… aber Du kannst Dich auch wie ein Erwachsener verhalten und stattdessen selbst was tun, daß sich die Situation ändert und Dich eben gegen diese scheiß Männlichkeits- und Weiblichkeitsnormen engagieren!
    Abgelehnt werden, weil man nicht muskulös/groß/whatev ist? Klar, ist total scheiße. Also: machen wir uns alle auf, das zu ändern. Engagier Dich!
    Keine Ahnung, bei anti-lookistischen Projekten, vllt. auch im Netz, da kannst Du auch gegen so einen Scheiß, der Dich fertig macht, „wehren“ (hat auch was von Selbstermächtigung, wenn man das aktiv anpackt!):
    http://www.lookism.info/
    http://mackermassaker.az-muelheim.de/selbstdarstellung/
    http://defma.blogsport.de/
    http://asabm.blogsport.de/
    http://gewichtsdiskriminierung.de/was_sie_tun_koennen.html
    undundund… da gibt’s so viel! Und da kommst Du auch mit (neuen) Leuten in Kontakt, die Dir wahrscheinlich mit weniger Ablehnung oder Respektlosigkeit begegnen, weil die sich womöglich aus den gleichen Gründen wie Du aufregn/engagieren!
    Oder starte ein eigenes Projekt, nen Blog, mach ein Zine, mal Plakate gegen normiernden Geschlechterrollenzwang, whaetever! Da gibt’s so viel!
    Statt (ich formulier’s mal wieder ein bißchen gemein) rumzusitzen, zu jammern und von anderen zu erwarten, daß sie die Situation für Dich ändern – tu was! Das tut einem auch echt gut (kann ich aus Erfahrung bestätigen!), das ist Selbstermächtigung, man erobert sich eine gewisse Autonomie.

    Also, Fazit von diesem Roman: ich versteh Dich total! Aber übernimm doch bitte selbst Verantwortung für Deine Situation und ÄNDER was an dem Scheiß, der Dich ankotzt! Und denk dran, daß diese trennende Einstellung (ich/wir Männer auf der einen Seite, und „die Frauen/Feministinnen“ auf der anderen – klassisch, wie in Simone de Beauvoirs „Das andere Geschlecht“ – 1a Buch, kann ich nur empfehlen!!) echt kontraproduktiv ist.
    Denn verdammt nochmal fucking unabhängig vom Geschlecht sind wir einfach alle Menschen, die vllt die besten und höchsten Ideale anstreben, aber wegen Komplexen/Angst/Unsicherheiten/scheißegal/… einfach auch oft an unseren eigenen Ansprüchen (und denen der andren sowieso) scheitern.
    Und GERADE deswegen sollten wir (geschlechtsunabhängig!!! denn ey… wir sind zu Geier nunmal einfach alle nur Menschen!! und jeder von uns schlägt sich auf die eine oder andere Art mit dem Scheiß rum, den Du beschrieben hast!) uns gegensetig unterstützen!
    Solidarität statt Schuldzuweisungen!!!!

    Also: Arsch hochkriegen und ne Revolution gegen die ganze Kacke starten!!! (das tut gut, glaub mir! Gibt auf jeden Fall ein besseres Gefühl als Selbstmitleid bzw. dieses Hilflosigkeitsgefühl, das Du beschreibst und das wir alle kennen und uns oft verzweifeln läßt).

    *********

    So, das war jetzt der empathische Service des Mädchenblogs, exklusiv für Dich!;)

    Sorry für die teilweise harschen Formulierungen, das geht definitiv nicht gegen Dich (sonst hätt ich mir echt nicht so viel Mühe gegeben mit meinem Mammut-Antwortkommentar hier! Kannst Dir was drauf einbilden!), aber als langjährige Feministin wird man einfach automatisch recht zynisch, wenn wer diese beknackte „Wir Männer auf der einen Seite, Frauen (das „andere“ Geschlecht) auf der andern Seite“-Kluft aufmacht.

    So. Liebe Grüße und auch Danke für die „Inspiration“ zu meinem Text hier – Du siehst ja, Dein Kommentar hat mich zum Nachdenken gebracht und mich mögliche Lösungen für ein dringendes Problem von uns allen (!) überlegen lassen – und das ist immer gut!

    ABER: irgendwie bin ich auch auf Dich „reingefallen“. Du hast Dich über ne Situation beschwert und gefordert, daß die Feministinnen das gefälligst lösen sollen – und ich hab dann auch genau das getan – Du konntest Dich jetzt hier bequem zurücklehnen und lesen und kriegst hier Lösungsansätze für Dich auf dem Silbertablett präsentiert.

    Es wird aber Zet, daß Du das selbst erledigst, aktiv wirst, einen Protest suchst, der individuell zu Dir paßt (ey, und was Dir Empowerment gibt, mußt Du halt selbst rausfinden, das kann Dir keiner abnehmen, weil eben nur Du weißt, was Dich mitreißt) selbst was änderst, statt (metaphorisch gesprochen) zu erwarten, daß „Mama Deine Dreckwäsche sauber macht“.

    Werd aktiv und such Dir Unterstützer_innen – die wirst Du bei den Feminist_innen bei so einem Anliegen auch garantiert finden (kuck, hat schon funktioniert – ich hab Dich mit diesem killerlangen Beitrag ja auch in Deiner „Mission“ unterstützt!)!! Vllt nicht grad diese „komischen“ Feministinnen in Deinem Umfeld, aber wer sagt denn bitte, daß deren Verhalten Dir gegenüber repräsentativ für sämtliche andere Feminstinnen ist!! Und hey, wer weiß, wenn Du anfängst, zumindest ne Minirevolution zu starten – vielleicht ziehst Du diese bisher ablehnenden Feministinnen aus Deinem Umfeld mit Deiner Aktion ja mit?

    Alles ist möglich.
    :)>-

  28. 28 Medusa 21. Juli 2013 um 13:41 Uhr

    vielen dank, timo. dein beitrag gibt uns ein wunderbares exemplar für die geisteshaltung eines „nice guy“, was gut ist, da die definition ja in den vorigen kommentaren nicht so ganz klar wurde.
    ein sogenannter „nice guy“, das sehen wir an deinem beitrag gut, ist nicht etwa einfach ein netter/sympathischer typ, sondern ein männliches wesen, dessen „nettigkeit“ darauf abzielt, für eben diese „nettigkeit“ sexuell belohnt zu werden. in wahrheit kreist der gute junge also um seine (vor allem: sexuellen) bedürfnisse. damit nicht genug – auch hier illustrierst du das prächtig – trägt er sie als anspruch an die begehrte frau. und wenn die ihn schon nicht erhört, dann sollen’s die feministinnen richten – er ist schließlich nett!!1! und er ist doch für die frauen (jedenfalls wenn sie für sex mit ihm bereit sind), also können die auch mal was für ihn tun. wenn nicht, findet er den feminismus eben auch doof. denn welchen grund gäbe es, für feminismus, mithin gegen sexismus und z.b. die reduktion von frauen auf ein sexobjekt, zu sein, wenn die heißen feministischen bräute einen nicht erhören???

    also, nochmals danke timo, für die einsichten, die du hier möglich machst. einsicht number one: ein nice guy ist kein ally von feministinnen. er kreist nur um sich, sieht frauen in erster linie als sexobjekte, und zieht, wie hier leider bereits geschehen, wertvolle energie vom feministischen kampf ab ins duzi-duzi eines typen mit letztlich antifeministischer perpektive. einsicht number two: lieber von solchen typen fernhalten.

    hier eine weitere definitionshilfe: http://www.shakesville.com/2007/12/explainer-what-is-nice-guy.html
    etwaige würg- und kotzreflexe beim lesen können mithilfe von tiefem durchatmen und entspannungsübungen bewältigt werden.

  29. 29 dodo 25. Juli 2013 um 4:18 Uhr

    Medusa schrieb:

    ein nice guy ist kein ally von feministinnen. er kreist nur um sich, sieht frauen in erster linie als sexobjekte, und zieht, wie hier leider bereits geschehen, wertvolle energie vom feministischen kampf ab ins duzi-duzi eines typen mit letztlich antifeministischer perpektive.

    Hey! Ich wollte nur nochmal kurz darauf hinweisen, daß der Begriff „Nice Guy“ oben im Text nicht nach dieser Definition gemeint ist, sondern wirklich nur in der Bedeutung „ein netter Typ“, ganz unironisch.
    Wie gesagt, von der Üblichkeit des von Dir angesprochenen Gebrauchs des Begriffs „Nice Guy“ wußt ich da nichts – obwohl ich leidgeprüft sagen muß, daß ich dieser Typologisierung inhaltlich schon zustimmen kann!
    Deshalb finde ich die Diskussion gerade rcht interessant.
    Zu dem Teil:

    wie hier leider bereits geschehen, wertvolle energie vom feministischen kampf ab ins duzi-duzi eines typen mit letztlich antifeministischer perpektive.

    …treffend formuliert. Genau das hat Loki ja schon in ihrem Beitrag geschrieben, daß sie diesbezüglich auf ihn „reingefallen“ ist.
    Andererseits fin dich Lokis Post richtig gut. Vielleicht hat der ja beim einen oder anderen Leser das Potential, zu feminist action zu motivieren, dann hat sich die Energie, das zu schreiben, doch irgendwie gelohnt.
    Zumindest ich finde den Post richtig schön entwappnend, evtl. zitatwürdig.
    Ich hab’s gern gelesen, also merci Loki.=:)

  30. 30 Spatzentisch 26. Juli 2013 um 3:04 Uhr

    Loki, dein Text ist zwar wesentlich zu lang, aber GROSSARTIG, weil richtig und berührend herzlich (um nicht authentisch zu sagen).

    Ich schreib das auch, weil ich weiß was Timo meint. Also, ich kenn das Gefühl gut. Als sexuell frustrierter Mann, der sich ja soviel Mühe gibt jemanden sexuell zu interessieren, fühlt man sich in unserer Gesellschaft schnell ungerecht behandelt.

    Gerechtigkeit kann aber nicht durch Sexualität hergestellt werden. Sexualität kann gerecht oder ungerecht sein, aber Kein-Sex kann nicht ungerecht sein. Und Sex kann nicht ungerecht gegen Leute sein die nicht daran beteiligt sind (wenn zb jemand in einer Beziehung fremdgeht, ist die Tatsache des Seitensprungs je nach Vereinbarung vielleicht ungerecht, nie aber der Akt selber). Es gibt kein Recht attraktiv gefunden zu werden. Das ist bitter. Aber irgendwie auch befreiend.
    Du musst dich nicht mehr abmühen, stressen, nett sein, hübsch sein, außer es macht dir Spaß. Du kannst so sein wie du bist. Und ich glaube Menschen wirken viel attraktiver wenn sie sich nicht verstellen.

    (ich hab dich, timo, damit jetzt nicht persönlich angesprochen, war mir in der Nachlese nicht mehr so sicher ob das rüberkommt)

    Dazu kommt, dass die Art und Weise wie Sexualität in unserer Gesellschaft kommuniziert wird einzigartige Sache, so überladen ist mit Mehrwert, dass ich gar nicht weiß ob Sexualität überhaupt noch mehr Freude als Leid auslöst…

  31. 31 Shelly 27. Juli 2013 um 13:25 Uhr

    Ich find Lokis Kommentar auch gut.
    Feeding the „troll“, klar – aber in ihrem Text werden eigentlich alle maskulistischen Argumente entwaffnet.
    Die geben die Schuld ja auch immer den Feministinnen, statt an ihrer Situation was zu ändern!!

  32. 32 Medusa 27. Juli 2013 um 16:23 Uhr

    iihhh, schon wieder einer! kusch, weg.

    -------------

    hi dodo, ja ich weiss, dass du dich auf nette typen u. nicht „nice guys“ bezogen hast. und ich finde lokis kommentar auch gut, hoffte das mit ‚wertvoller energie‘ auch rübergebracht zu haben. dass sie, wie sie schreibt, auf ihn reingefallen ist, liegt eben an der perfidie des nice guys. würde er offen als macho auftreten, wären gleich die fronten klar. stattdessen stellt er sich als hilfsbedürftiges kleines häschen dar, darauf abzielend, dass frau sich seiner annimmt. letztlich sind für ihn frauen nämlich genauso lediglich als bedürfniserfüllerinnen interessant, wie für den ekelhaftesten rechtskonservativen knacker. das schrieb loki ja auch: er fordert empathie – aber wo bleibt seine.
    denn was passiert nach dem posten seiner selbstzentrierten jammersuada? das ursprünglich auf einem feministischen blog gesetzte thema, doch als netter typ mal solidarität mit belästigten frauen zu üben, kehrt sich im fokus auf die forderung seinerseits, doch bitte empathie mit einem von einer feministin abgewiesenen typen zu haben. verbunden mit einem beleidigten „so hab ich auf feminismus keinen bock“, subtext „überzeugt mich mal“. besser kann man feministische themen nicht unterbinden und feministinnen noch in die rechtfertigungsposition drängen! und weder er noch sein neu aufgetauchter follower blicken offenbar, wie fehl am platz, dem eigentlichen thema hinderlich und somit oberdreist ihre selbstbespiegelungen hier sind.
    von solidarität mit belästigten frauen ist dann ja schon lange nicht mehr die rede. nicht, dass es diese typen überhaupt jemals interessiert hätte…

  33. 33 Medusa 27. Juli 2013 um 17:28 Uhr

    das „kusch weg“ bezog sich natürlich auf den „sexuell frustrierten“ (eigenaussage) spatzentisch, und nicht shelley

  34. 34 Spatzentisch 27. Juli 2013 um 18:29 Uhr

    „iihhh, schon wieder einer! kusch, weg.“

    „und weder er noch sein neu aufgetauchter follower blicken offenbar, wie fehl am platz, dem eigentlichen thema hinderlich und somit oberdreist ihre selbstbespiegelungen hier sind.“

    Bin jetzt aber nicht ich mutgemeint. Bin ich?

  35. 35 Spatzentisch 28. Juli 2013 um 6:22 Uhr

    Ok, und warum meinst du mich wegkuschen zu müssen?

    Ich räume ein, dass ich mit meinem Post nicht auf das Ursprungsthema eingegangen bin. Das liegt einfach daran, dass ich über einen Link aus den Kommentaren der Mädchenmannschaft hier her gelangt bin welcher bei timos post beginnt (und auch dorthin wieder neu lädt). Sehe ich ein, dass das nicht umsichtig war, hab ich aber erst später gemerkt.

    Ob ich sexuell frustriert bin spielt hier keine Rolle und wenn du, Medusa, meinst das instrumentalisieren zu müssen, dann spricht das dafür was ich in meinem letzten Absatz über den Mehrwert schrieb, den manche der Sexualität andichten. Was hab ich getan? Ich habe geschrieben, dass ich das Gefühl kenne, das Timo beschreibt. Dann habe ich geschrieben, dass dieses Gefühl wahrscheinlich viele Männer kennen. Und dann habe ich ausgeführt (und das war der Sinn meines Kommentars) warum Gerechtigkeitsgefühle wie diese schwachsinnig sind.

    Wenn ich gewusst hätte, dass wir hier im Aufschrei-Topic sind hätte ich es vielleicht nicht so geschrieben, ohne dieses Wissen fand ich es interessant das Thema von Loki weiterzudenken.
    Ich finde es kränkend für etwas, das ich nicht gesagt habe in eine solche Ecke gestellt zu werden. Habe ich etwas übersehen, so erkläre es mir bitte oder zitiere mich wenigstens kurz an der Stelle.

    Schönen Sonntag

  36. 36 B.F.Skinner 24. Dezember 2013 um 19:00 Uhr

    Lustig wie hier Leuten vorgeworfen wird, nur nett zu sein, aus sexuellen Interesse heraus.
    Als wären ein gepflegter Umgang, und etwas zivilisiertheit verachtenswert, denn dann könnte sich ja jeder wie der letzte Arsch benehmen da ihm die Konsequenzen seiner Umgebung vollkommen egal sind.

    Um was es hier eigentlich gehen sollte, ist das Leute ein Problem haben, wenn andere Leute sexuelles Interesse an ihnen anmelden die sie aber leider nicht ab können.
    Natürlich hat man kein Recht auf Sex, aber es ist durchaus nichts verwerfliches wenn sich mit dem Ziel verhält, von anderen geliebt oder wenigstens gemocht zu werden.
    Was würde das für die soziale Ordnung bedeuten, wenns nicht so wäre.
    Einfach mal Nachdenken.

    Frohe Weihnachten.

  1. 1 Mädchenmannschaft » Blog Archive » #aufschrei-Talkshows und Femen-Fails – die Blogschau Pingback am 03. Februar 2013 um 14:38 Uhr

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