„Den Frauen überlegen sein.“

Ein münchner Malerlehrling überfällt drei Frauen mit einem Messer, um sie zu vergewaltigen. Die gute Nachricht: die Frauen wehren sich erfolgreich und der 22jährige steht nun vor Gericht.
Dieser Fall ist exemplarisch für eine Verwaltigungskultur und macht wieder mal deutlich, daß es bei Vergewaltigung mitnichten um Sex geht. Nein, es geht um Machtausübung.
Auf den Punkt bringt es die Antwort des Angeklagten auf die Frage des Richters, worum es ihm den bei den Übergriffen ging:

„Den Frauen überlegen sein“

Seattle Rape Culture Graffity
(Graffity in Seattle)

Es wird hier deutlich, daß es sich bei Vergewaltigern nicht unbedingt um gestörte, verzweifelte Einzelgänger handelt, die Vergewaltigung als ihre einzige Möglichkeit sehen, an Sex zu kommen. Denn dieser Typ hatte zuvor durchaus ein reges Sexualleben:

Der Vorsitzende Richter Thomas Denz wunderte sich, dass ein beinahe noch Jugendlicher auf solch brutale Weise versucht, sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Doch der Trieb war nicht sein einziges Motiv. Armin H. hatte schon etwa ein Dutzend Freundinnen, und zehn Mal war er auch im Bordell.

So unverständlich und traurig das sein mag, aber Puffbesuche sind, genau wie Promiskuität, absolut im Rahmen durchschnittlichen männlichen Sexualverhaltens.

Dennoch geistert überall das Bild durch die Gesellschaft, daß Vergewaltiger abartige Monster à la Armin Meiwes oder Marc Dutroux seien. Das ist ganz praktisch, denn dann brauch man sich nicht mit ihm als Mitmensch identifizieren, man kann den Täter entmenschlichen und als verrückt-perversen Einzelfall sehen, als Ausnahme, als Sonderfall, als „Biest“. Als etwas, das nichts mit einem selbst und dem eigenen Alltagsleben zu tun hat. Ein Abartiger halt, der ausgeflippt ist. Da muß man sich keine Gedanken machen, Verantwortung für die gesellschaftliche Haltung, die Übergriffe fördert, übernehmen. Wie bequem.

Aber so verhält es sich leider nicht. Vergewaltiger kommen aus der Mitte der Gesellschaft, sind normale Menschen. „Normal“ in dem Sinne, daß sie einer Norm folgen, die in unserer patriarchalen Gesellschaft ganz selbstverständlich ist: die Einbildung, seine Männlichkeit dadurch definieren zu müssen, daß man Frauen abwertet, um sich selbst als Mann aufzuwerten. Frauen nicht als Menschen zu sehen, sondern als Objekte, die zur eigenen Triebbefriedigung da sind. Die Einbildung, daß man das Recht hätte, Frauen nach Belieben zu benutzen.

Für Armin H. war Vergewaltigung kein übermächtiger Zwang – für ihn war es wohl nur eine Art zusätzlicher Kick: er hatte Sex mit Freundinnen, mit Prostituierten und dann wollte er vergewaltigen. Für ihn wahrscheinlich nur eine Art „Erweiterung“ seiner sexuellen Machtausübung, die logische Konsequenz für jemanden, der Frauen in erster Linie als sexuelle Objekte sieht statt als gleichwertige Subjekte.
Die Rape Culture entsteht eben auch unter anderem dadurch, daß die Gesellschaft die Menschen streng in zwei Gruppen teilt – Männer und Frauen. Und das jeweils andere Geschlecht gilt dann als eben das: das „andere“. Darauf wies Simone de Beauvoir schon in den 50ern hin, und an dieser Aufteilung und ihren fiesen Konsequenzen hat sich bis heute nicht viel geändert.

Von klein auf wird uns beigebracht, zu welcher Gruppe wir gehören, mit welcher „männlichen“ oder „weiblichen“ Lebenswelt wir uns zu identifizieren haben. Und es wird hartnäckig auf die vermeintlich „natürlichen“ Unterschiede gepocht. Das Kernproblem dabei ist: wer in „wir“ und „die anderen“ unterteilt, plaziert sich selbst als die Norm – und wer die Norm bestimmt, beansprucht Macht und generelle Deutungshoheit. Über „die anderen“. Und die Norm ist in unserer Gesellschaft oft eben die männliche. Siehe generisches Maskulinum. Frauen als das andere, das „-innen“ als Anhängsel an die Norm. Auch schön zu beobachten bei weiblichen Musikern – besteht eine Band aus Frauen, ist es nicht einfach nur eine Band, nein, es ist dann eine Frauenband. Besteht eine Kapelle nur aus Männern, ist es keinen „Männerband“, sondern einfach nur eine Band. Eine „Band“ ist männlich. Dringen Frauen in die Musiksphäre ein, sind sie nicht einfach Teil davon, nein, sie werden als „anders“ gelabelt, mit dem Zusatz „FRAUEN“-Band.
Würden wir wirklich in einer Gesellschaft leben, in der alle einfach unterschiedslos als Menschen behandelt werden statt als VertreterInnen unseres jeweilig zugeordneten Geschlechts, wären diese Machtspielchen, dieses Verteidigen der eigenen Gruppe gegen „die anderen“, nicht nötig.

Aber das ist Utopie. Denn Armin H. wurde offensichtlich dahingehend sozialisiert, daß allein „seine Gruppe“, „die Männer“, als vollwertige Menschen mit Rechten und Würde gilt. Während „Frauen“ irgendwie nur „die anderen“ sind. Die Gruppe, die gefälligst unterlegen zu sein und zu bleiben hat. Die sich tunlichst nach der männlichen Norm zu richten hat. Sein Vorbild für die Taten war eine Krimiserie. Rape Culture wird eben auch übers Fernsehen verbreitet. Was keine große Überraschung ist.
Und da ist Vergewaltigung (und eben auch ganz allgemein: Sexismus) ein Mittel, die Überlegenheit der eigenen Gruppe, der eigenen „Männlichkeit“, zu manifestieren. Die Macht zu demonstrieren, mit der man sich selbst in seiner Männlichkeit vermeintlich aufwertet und sich beweist, wie sehr man doch zur „dominierenden Gruppe“ gehört – denen, die das Sagen haben. Und die anderen, die unterlegene Gruppe, die Frauen, auf ihren Platz zu verweisen. Ein klares Signal, den Weibern zu zeigen, wo sie hingehören.

Nun ist der Junge halt dummerweise an Frauen geraten, die das ganz und gar nicht so sahen, die nicht die hilflos-unterwürfigen Sexpüppchen waren, die er vielleicht erwartet hatte. Schock! Das Patriarchat lügt! Seine chauvinistische Weltsicht trifft auf die Realität: die Frauen haben keine Lust, sein Opfer zu werden. Und verhalten sich nicht so, wie die schwachen Weibchen, als die die Geisteshaltung von vermeintlicher männlicher Vorherrschaft sie markiert hat. Aus der Traum, daß man Frauen ohne unangenehme Konsequenzen nach Belieben benutzen kann, einfach nur, weil man zur Gruppe „Mann“ gehört. Wie wenn man durch die Zugehörigkeit der Gruppe „Mann“ das Recht, fast schon die Pflicht hätte, die „männliche Herrschaft“ über Frauen mit Gewalt zu zementieren.

Es wäre schon ein großer Fortschritt, würde man das Gegenüber in erster Linie einfach nur als Mensch sehen, statt gedanklich gleich in „gehört zu meiner Geschlechtergruppe“, bzw. „gehört zu den anderen“ aufzuteilen. Frauen einfach auch schlichtweg als Individuum zu sehen statt als ein potenzielles Etwas – potentiell fickbar, potentiell dazu zu gebrauchen, um das eigene Ego zu pushen.
Die Unterteilung in „die eigene Gruppe“ (innerhalb der man dann „gleich“ ist) und „die anderen“ (die eben dann automatisch nicht gleich sind) ist immer noch Usus.

Mit der Frauenbewegung und deren Errungenschaften wird diese Unterteilung so langsam aber aufgeweicht: Frauen drängen immer mehr in „Männerberufe“, verhalten sich immer „unweiblicher“ – die Grenze zwischen „wir“ und „die anderen“ ist nicht mehr ganz so starr und deutlich, wie das mal der Fall war. Und dann müssen diejenigen Männer, die sich so sehr mit dem patriarchalen Mythos vom starken, überlegenen Geschlecht identifizieren, diese patriarchale Ordnung massiv verteidigen, damit ihr Weltbild nicht zusammenbricht. Wenn nötig auch mit Gewalt. Wie Armin F.

Mir ist klar, daß ich diesen Fall hier wahrscheinlich überanalysiere und zig Aspekte hier wirr durcheinanderwürfle. Aber Rape Culture ist wie ein riesen Puzzle mit unendlich vielen Puzzlestücken, von denen jedes Teil unseres Alltags und Selbstverständnisses ist. Es sind so viele, daß der Versuch, sie zu ordnen, fast unmöglich ist, will man nicht mehrbändige Bücher darüber schreiben.

Dennoch: Armin H.s Satz trifft nunmal so schön den Nagel auf den Kopf. Denn ein zentrales Ziel, die Rape Culture zu bekämpfen, muß sein, genau dieses Bedürfnis, „den Frauen überlegen sein“, auszulöschen.

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Via Reality Rags, Bild via Femamom.


26 Antworten auf “„Den Frauen überlegen sein.“”


  1. 1 Marielle 07. Mai 2013 um 8:04 Uhr

    „So unverständlich und traurig das sein mag, aber Promiskuität und Puffbesuche sind absolut im Rahmen durchschnittlichen männlichen Sexualverhaltens.“

    Ich fass es nicht…

  2. 2 patrick enis 07. Mai 2013 um 9:43 Uhr

    Mal ne Frage, Wie erklärt ihr euch eigentlich, dass Jungs, die ohne Vater aufwachsen, sich eher zu Vergewaltigern entwickeln, als solche unter väterlichem Einfluss? Wäre vielleicht ein Ansatz zur Prävention.

  3. 3 Lady Lukara 07. Mai 2013 um 14:46 Uhr

    @marielle: weißt du, wieviele bordelle, wieviele prostituierte es in deutschland gibt?ja, was meinst du, woher die kunden kommen??!!!
    klar ist es irgend wie unfassbar, aber der deutsche durschnittsmann rennt nunmal in die bordelle. sonst würde sich allein schon der ganze menschenhandel, den es im prostitutionsgewerbe gibt, nicht lohnen!

  4. 4 Pupsi 07. Mai 2013 um 15:51 Uhr

    „Es wäre schon ein großer Fortschritt, würde man das Gegenüber in erster Linie einfach nur als Mensch zu sehen, statt … “ immer nur als Täter. Wenn man Menschen immer eine Rolle zuschreibt, nehmen sie irgentwann dies Rolle an und verhalten sich so. Behandels Du jemandne wie einen Versager, wird er sich bald so fühlen und so handeln. Lässt Du (wie in der USA zum Beispiel) Kinder wegen Lärmen in der Schule verhaften, fühlen sie sich als Krimineller und werden mit hoher wahrscheinlichkeit kriminell werden. Erzeugt man eine Rape Culture, in dem man nicht einzelnen Tätern sondern allen Männer und auch kleinen Jungen vorwirft Vergewaltiger zu sein, werden sie sich als Vergewaltiger fühlen und entsprechend handeln. So tragen auch die Feministen Ihren Teil zur Rape Culture bei.

  5. 5 Franka 08. Mai 2013 um 8:32 Uhr

    Oj wej! :((

    „Promiskuität und Puffbesuche sind absolut im Rahmen durchschnittlichen männlichen Sexualverhaltens.“

    Nun schalten wir zu den Fakten:

    37,1 Prozent der Männer und sogar 38,9 Prozent der Frauen gaben zu, ihren Partner schon mindestens einmal betrogen zu haben.
    Frauen neigen zwar etwas häufiger zum Seitensprung, sind aber nachtragender, wenn ihr eigener Mann fremdgehen würde: Nur 15,7 Prozent würden ihm verzeihen. Unter den Männern würden 24,3 Prozent einen Ausrutscher ihrer Partnerin vergeben.
    Frauen sind immer noch etwas „braver“ als Männer: Sie bringen es nur auf durchschnittlich 6,7 Partner, Männer auf 10,2 Sexkontakte.

    Quelle: Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS)Studie von 2008

    Mir scheint, Sie wollen Promiskuität in ein negatives Frame setzen?

  6. 6 ddi 08. Mai 2013 um 10:31 Uhr

    [Würden wir wirklich in einer Gesellschaft leben, in der alle einfach unterschiedslos als Menschen behandelt werden statt als VertreterInnen unseres jeweilig zugeordneten Geschlechts] wären dann Äußerungen wie [So unverständlich und traurig das sein mag, aber Promiskuität und Puffbesuche sind absolut im Rahmen durchschnittlichen männlichen Sexualverhaltens.] nicht ebenfalls obsolet?

    Bin ich als Y-Chromosomträger mit durchschnittlichem Einkommen, Freundin und ainer Affinität zum Feminismus jetzt abnorm? Gehöre ich in die Kategorie „die Anderen“, weil ich dem heteronorminativen Modell folge, treu lebe und noch nie im Bordell war?

    Wenn ich der Autorin die Intelligenz unterstelle, welche sie mit dem ihr eigenen, pseudointellektuellem Schreibstil einfordert, empfinde ich, abgesehen vom indiskutabel abartigen Inhalt, ihre Meinung als weitaus sexistischer als die gelebte und mangels Horizont nie in Frage gestellte Rollenverteilung in der Gesellschaft.

  7. 7 ron 08. Mai 2013 um 12:17 Uhr

    @pupsi
    also echt pupsi das find ich schon krass was du da sagst.
    jetzt sind diejenigen, die eine Problematik benennen, die Verursacher*innen davon? Was soll mensch dann tun? Lieber still bleiben damit es nicht schlimmer wird? Keine schlafende Hunde wecken?

    Klar, Menschen, die die patriarchalen Zustände bekämpfen werden oft mit allen möglichen Formen des Widerstands dagegen überschüttet, immerhin greifen sie Privilegien an, an denen andere festhalten wollen. Aber deswegen sind sie nicht die Ursache, sondern sie riskieren die verstärkten Angriffe gegen sich um einen Herrschaftszustand zu beenden, damit die dauerhafte Unterdrückung endet. Deswegen sind sie aber nicht die Verursacher*innen der Problematik, gegen die sie kämpfen.

    In diese Angriffswelle, die offen vertretenen feministischen Positionen fast überall entgegenschwappt, reiht sich leider auch dein Kommentar.
    Denn er ist die vollkommene Verdrehung der Tatsachen. Anstatt dass nun die Leute, die die Gewalt ausüben, sich hinterfragen und ändern sollen, sind jetzt die Leute schuld, die das Ziel dieser Gewalt sind, weil sie die gewalttätigen dazu getrieben hätten, und zwar genau dadurch, dass sie sich gegen diese Gewalt ausgesprochen haben??? Die vergewaltigungsfördernde Kultur wurde von denen erzeugt, die sie benennen?

    Dass es diese Kultur wirklich gibt, ist für mich zweifellos, auch wenn nicht alle Männer vergewaltigen.

    Ein Aspekt, bei dem du diese Tatsache deutlich siehst, ist das, was in der vorherrschenden Kultur als „Sex“ vermittelt wird. In beinahe jedem Film und Buch wo sexuelle Handlungen dargestellt werden, sind diese mit männlicher Dominanz aufgeladen.
    Die Frau wird dort immer als passiv und der mann als aktiv dargestellt, in den romantischen Varianten die frau als eine, die von der unbändigen Leidenschaft des Mannes schon ganz paralysiert ist und ihm bewundernd und ergeben in die Augen schaut, in den unromantischen varianten die frau als eine willige sklavin, die vom mann „so richtig gefickt wird“. Dabei musst du nicht nur aufs Detail achten, manchmal tritt es auch ganz deutlich hervor. Die krasse Form des ganzen findest du in der Pornographie, wo besonders bei sogenannter Hardcore-Pornographie krasse Formen der Gewalt von und Unterwerfung gegen Frauen dargestellt werden und sich hunderte millionen von männern dran aufgeilen.

    Für einen nichtpornographischen Film fällt mir grade spontan ein Beispiel ein, das schon etwas älter ist, es gibt mit sicherheit aktuellere. Kennst du den Film Blade Runner? Ein echter Klassiker. Schau dir mal die Szene zwischen minute 67 und 70 an.

    (TRIGGERWARNUNG: ich deute in den nächsten sätzen an was da passiert) Da sind der balde runner und eine frau in seiner wohnung. Er hat übrigens den auftrag sie zu töten und ihr relativ kurz vorher gnädig erklärt das nicht zu machen.
    Er küsst sie. Sie erwidert es nicht sondern steht auf und will die Wohnung verlassen. Er hindert sie daran, packt sie, schleudert sie zu rück richtung wand, packt sie wieder und küsst sie nochmal. Er befiehlt ihr, ihm zu sagen „küss mich“. und dann „ich will dich“, und dann haben sie „sex“. am ende entsteht der eindruck, dass die frau das wirklich ganz toll findet.
    es wird hier vermittelt, dass frauen es ganz toll finden, wenn sie zu sexuellen handlungen gezwungen werden. ich weiß nicht mehr genau wo aber eine noch heftigere Szene mit dem gleichen schauspieler (harrison ford) hab ich schon mal irgendwo gesehen.

    Der Film wurde für zwei Oskars nominiert. Auf der internet movie database wurde der film von knapp 300.000 Menschen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 8.3 von 10 möglichen bewertet. Damit ist er auf Platz 123 (von über 1 millionen filmen, die dort bewertet sind).

    Bei einer Kultur in der ein solcher Film so angesehen ist und als ein echter Klassiker gilt, kannst du meiner Meinung nach ohne zu zögern von einer Rape Culture sprechen.

    wenn ich dir zu dem thema koitus als herrschaft und machtmittel ein buch empfehlen dürfte, wäre es „Sexus und Herrschaft“ von Kate Millet. Das ist echt heftig, aber sehr gut verständlich und hat mir einiges klargemacht.

  8. 8 Dirk 08. Mai 2013 um 13:19 Uhr

    „So unverständlich und traurig das sein mag, aber Promiskuität und Puffbesuche sind absolut im Rahmen durchschnittlichen männlichen Sexualverhaltens.“

    Ich habe Promiskuität gerade nochmal bei Wiki nachgeschlagen und kann da nichts trauriges dran finden. Ebenso ist der Begriff an sich nicht negativ. Promiskuität hat auch erst mal nichts mit Puffbesuchen zu tun. Promiskuität gehört ebenso zum völlig normalen weiblichen Sexualverhalten

  9. 9 @ pupsi 08. Mai 2013 um 15:53 Uhr

    Ja, das ergibt wahrhaftig Sinn: Die, die gegen RapeCulture sind, sind eigentlich für sie… :-w

  10. 10 Joachim 08. Mai 2013 um 16:13 Uhr

    „So unverständlich und traurig das sein mag, aber Promiskuität und Puffbesuche sind absolut im Rahmen durchschnittlichen männlichen Sexualverhaltens.“

    …Und was ist daran im fall der Promiskuität so „traurig“??

  11. 11 ron 08. Mai 2013 um 18:03 Uhr

    upsi, ich hab mich bei meim kommentar vertippt.
    bei dem satz „Die krasse Form des ganzen findest du in der Pornographie, wo besonders bei sogenannter Hardcore-Pornographie krasse Formen der Gewalt von und Unterwerfung gegen Frauen dargestellt werden und sich hunderte millionen von männern dran aufgeilen.“ soll das natürlich heißen „gewalt gegen und unterwerfung von frauen“ und nich andersrum. upsi…

  12. 12 dodo 08. Mai 2013 um 18:29 Uhr

    Okay, ich sehe, der Satz war mißverständlich – das „traurig“ bezog sich absolut nicht auf die Promiskuität (die hab ich da nur mit erwähnt, da es sich beim Beispiel des Täters hier ja nicht NUR um Bordellbesuche, sondern auch um die vielen anderen Partnerinnen ging) – werd das jetzt umformulieren.
    Nochmal deutlich: Promiskuität an sich sollte NICHT kritisiert werden. Genaugenommen find ich Promiskuität prima.
    Aber eigentlich ist das echt wurscht, denn abgesehen davon geht es überhaupt nicht darum, ob Promiskuität oder Bordellbesuche jetzt toll sind oder nicht – es ging mir darum, darzustellen, daß es sich bei Vergewaltigern wie dem Malerlehrling um Leute handelt, deren Sexualverhalten aus der Mitte der Gesellschaft stammt und nicht aus irgendwelchen als „abartig“ gelabelten Randbereichen.

    @ddi:“Bin ich als Y-Chromosomträger mit durchschnittlichem Einkommen, Freundin und ainer Affinität zum Feminismus jetzt abnorm?“
    Allein als Y-Chromosomenträger mit Affinität zum Feminismus dürftest Du in Deutschland nicht unbedingt zum Durchschnitt gehören.

  13. 13 Franka 08. Mai 2013 um 21:09 Uhr

    Vergewaltigungen von Männern und Frauen sind zumeist (wie Mord) Beziehungstaten. Nicht irgendwelche Überfälle in dunklen Strassen. Das gibt es auch, ist aber statistisch gesehen nicht sehr viel.

    Übrigens ist Vergewaltigung ja nur ein Teilaspekt antisozialer Verhaltensweisen. Genau wie andere Übergriffe auf individuelle Autonomie. Ob Tätlichkeiten, Mobbing, Rassimus, Nationalismus etc.

  14. 14 Lady Lukara 08. Mai 2013 um 22:52 Uhr

    @RON:
    Also echt mal – DANKE für Deinen dutchdachten kommentar! was Du da sagst, ist wichtig. fast möcht ich sagen, das wäre es wert, dass du dich beim mädchenblog anmeldest und die sache in einem blogpost darstellst (*träum*:)>-
    (vllt. hast du ja auch nen eigenen blog?)

    ‚””””””‘

    was ich noch sagen wollte: ich frag mich echt, warum hier so viele (männliche) Kommentatoren sich so persönlich angegriffen scheinen. ich dacht immer, in der feministischen blogsphäre sei es bereits konsens, daß patriarchat kritisieren nicht bedeutet, einzelne männer als individuum zu kritisieren!
    dodo macht doch auch in dem artikel hier klar, dass nicht jeder einzelne mann als Individuum kritisiert wird – nein, sie spricht ja über
    diejenigen Männer, die sich so sehr mit dem patriarchalen Mythos vom starken, überlegenen Geschlecht identifizieren […] .

    Es geht nicht immer um Euch persönlich!!;)
    ne, es geht um das beschissene männlich-gewalttätige rollenmuster „mann“, das man euch jungs aufprägen will. da braucht ihr euch doch echt nicht persönlich angegriffen fühlen. schließlich nehm ich mal an, daß ihr euch nicht zu denjenigen „Männern, die sich so sehr mit dem patriarchalen Mythos vom starken, überlegenen Geschlecht identifizieren“ zählt.

  15. 15 ron 10. Mai 2013 um 12:07 Uhr

    @lady lukara
    danke, das ist sehr nett. ich werd drüber nachdenken, allerdings wohl demnächst eher nicht weil ich grad viel stress hab.
    aber ist ein sehr toller blog hier… liebs grüßle

  16. 16 Pupsi 13. Mai 2013 um 12:26 Uhr

    @ron
    Natürlich kann man die Tat einer Person verallgemeinern, in einer abstrakten Form einer ganzen Gruppe zu ortnen. Die Anderen werden dann auf diesen Vorwurf reagieren, einige werden noch weniger vergewaltigen als vorher (weniger als gar nicht), andere werden sich empört gegen diese Vorwürfe wehren, viele werden sich aber (grundlos) schuldig fühlen, sich irgentwann selbst als Vergewaltiger sehen, etc. dass ist ein psychologisches Phänomen. Ob man das will? Die amerikanische Polizei will auch das Verbrechen bekämpfen, ob sie das schaft, wenn sie Kinder verhaftet ist aber fraglich. Wenn z.B. die Presse intensive über Selbstmörder oder Amokläufer berichtet, erzeugt sie viele Nachahmer.
    Die Verallgemeinerungen sind meist schlecht Belegt: wilde Konstrukte, wichtig klingende Begriffe die ja nicht falsch sein können um die Tat einer Person anderen in die Schuhe zu schieben: Triggerwarnung: Es gibt einige Frauen, die stecken ihre Kinder in die Tiefkühltruhe. Soll man daraus eine Kindermörderinnenkultur machen? Bloggerinnen, die solche Taten rechtfertigen gibt es genügent. Mit ein bischen basteln hat man schnell die gleichen Argumente zusammen wie für die Rapeculture. Trotzdem werden sich die meisten Frauen den Schuh nicht anziehnen wollen. Wieso auch, die meisten Frauen würden nie Ihre Kinder in die Tiefkühltruhe stecken (wenn sie welche haben).
    Dein Beispiel mit dem Bladerunner ist genauso schief: Ein Mann soll 5 Leute erschiessen nur weil sie Repliekanten sind. Die Moral ist in dem Film eine ganz andere und wird auch kritisch hinterfragt.
    Gibt es eine Kollektivschuld? Und was bewirkt die Vermarktung der Kollektivschuld?

  17. 17 xilraf 13. Mai 2013 um 16:07 Uhr

    Welche Bloggerin genau rechtfertigt Kindstötungen?

  18. 18 Pupsi 13. Mai 2013 um 21:33 Uhr

    @xilraf
    Hier z. B. mal diesen Link: http://alltagssexismus.de/posts/view/8727 (ok ist nur ein Beitrag).
    Alice Schwarzer hatte, wenn ich mich recht erinnere, auch mal eine Aktion, wo sie Frauem im Gefängnis unterstützt hat, die Ihren Mann oder Ihre Kinder umgebracht haben (wurden vom Mann dazu getrieben oder so). Hab leider auf die schnelle nichts googeln können, ist auch schon ein paar Jahre her.

  19. 19 dodo 13. Mai 2013 um 23:31 Uhr

    In dem Link zu Alltagssexismus wird mitnichten Kindstötung gerechtfertigt, sondern die scheinbar unbeteiligten Väter eben auch untersucht wissen will. Nicht zu Unrecht.
    Das sind zwei Paar Stiefel.
    Und Alice Schwarzer rechtfertigt auch keine Kindstötungen, sie ist nur wür die Wiedereinführung des abgeschafften § 217, nach dem bei unehe­lichen Kindern (was Schwarzer natürlich auf alle ausgeweitet sehen will) der so genannte „Kindsmord“, also die Tötung direkt nach der Geburt, als „erweiterte Abtreibung“ mit „nicht unter drei Jahren“ bestraft wurde. Weil sie ein Strafmaß wie nach Tötung von Erwachsenen für nicht zielführend hält.
    Das mag man auch nicht toll finden, hat aber mit Rechtfertigung nichts zu tun. Würde sie das abfeiern, würde sie kein Strafmaß fordern.

    Davon abgesehen: selbst wenn die meisten Männer keine Vergewaltiger sind, so sollte man doch nicht auch noch den Vergewaltiger mit der Akzeptanz und dem Beklatschen von Frauenobjektifizierung etc. in ein kuschliges Klima betten, in dem er sich mal so richtig wohlfühlt? Seine Opfer aber eher weniger? Denn das ist nämlich gemeint mit rape culture.

  20. 20 Pupsi 14. Mai 2013 um 8:16 Uhr

    gekürzt. Bitte beim ursprünglichen Thema bleiben, Danke.

    Mir ging es darum:
    Viele Menschen oder Gruppen erreichen mit dem was sie tun genau das Gegenteil von dem was sie wollen:
    Die Harte Hand der amerikanischen Polizei erzeugt nur mehr Straftäter,
    die gezielte tötung von Teroristen in Afganistan oder Irak erzeugt noch mehr Teroristen (durch die ganzen zivielen Opfer),
    die detailierte Berichterstattung über das Massaker van der columbiana high school war die Blaupause für alle weiteren Schulmassaker,
    die detailierten Berichte über den Selbstmort von Robert Enke erzeugt jede Menge Nachahmer,
    und so weiter.
    Keiner von denen wollte diese Effekte, sie sind aber da.
    Wenn man eine Kollektiveschuld für alle Männer propagiert, sollte man sich doch mal Gedanken machen, welche Auswirkungen das haben kann.

  21. 21 dodo 14. Mai 2013 um 16:37 Uhr

    Pupsi, was wäre denn die Alternative? Wegschauen? NICHT darüber reden, NICHT erklären, die Opfer mit ihrem Schmerz allein lassen, uns mit dem Problem nicht beschäftigen – weil’s dann von alleine weggeht?
    Wohl eher nicht.

    Einerseits bescheinigst Du Medien wie der (eh schon nicht gerade überbordenden) rape culture kritischen „Presse“ (im weitesten Sinn) eine so große Beeinflussungskraft, daß sie laut Dir Nachahmungstäter erzeugen – und andererseits spielst Du gleichzeitig die Beeinflussungskraft von allgegenwärtigen Medienbeispielen, die rape culture befördern runter.
    Das geht sich so aber nicht zusammen!
    Und ZUDEM (es kann anscheinend nicht oft genug wiederholt werden)wird hier nirgendwo eine „Kollektivschuld der Männer propagiert“ (wenn schon, dann Kollektivschuld der Gesellschaft).

  22. 22 @ pupsi 14. Mai 2013 um 22:38 Uhr

    1. Leute werden zu straftätern, weil sie per Gesetz von den Produktionsmitteln und den Dingen des Bedarf getrennt sind. Daraus kann man noch einiges ableiten, ist mir aber gerade ehrlich zu stressig. Die quantitave Steigerung der Gewalt lässt doch niemanden denken: hier wird so hart bestraft, da lohnt sich so‘ n diebstahl doch erst so richtig!?
    2. Mit der Tötung einzelner läßt sich keine ganze Religion bzw auch deren radikale Fanatiker (auch Terroristen, whatever) ausradieren. Die Gründe warum Leute so drauf kommen sind aber wenigstens der Art, das die Leute Sympathien für Taliban haben, einige von denen getötet werden und sie dann kämpferisch tätig werden. Hätten sie nicht erst Sympathien würde sie so n toter Taliban auch weniger stören. Denke ich, k.a., bin müde.
    3. Stimmt, es kommt in einer Gesellschaft regelmäßig zu Amokläufen. Berichterstattung geht nicht, weil dann bekommen die Amokläufer (+ potentielle) ein Maß an Aufmerksamkeit, was man ihnen doch eigentlich verwehren sollte. Also, so dein anti-amoklauf-programm, wenn man ihnen die verwehrt wäre das problem schon irgendwie gelöst!? Hast du eigentlich eine Ahnung warum Menschen Amoklaufen und wäre das dann nicht vlt ein kräftiges Argument gegen diese „Verhältnisse“?
    4. Auch hier ist nicht dein Problem, das Menschen so weit getrieben werden, dass sie sterben wollen um dem Elend zu entgehen, sondern nur das weiter Folgen könnten? Das ist ernsthaft pervers: Selbstmördern irgendwie die Schuld und das auslösende Moment für die exekutierte Flucht aus dem Elend anderer zu geben.

    So schwer es dir zu gefallen scheint: Manchmal ist das Opfer nicht schuld und Grund eines geworden zu sein.

  23. 23 Biru 15. Mai 2013 um 19:34 Uhr

    Die Autorin beschwert sich (zurecht) über die Zweiteilung nach Geschlecht, dass jedem das „Du bist DIESES Geschlecht“ eingebläut wird und dass das andere Geschlecht als Gegengruppe wahrgenommen werden soll.
    Und während sie genau dies schreibt, gendert sie knallhart durch.
    Ich zitiere: „Würden wir wirklich in einer Gesellschaft leben, in der alle einfach unterschiedslos als Menschen behandelt werden statt als VertreterInnen unseres jeweilig zugeordneten Geschlechts, wären diese Machtspielchen, dieses Verteidigen der eigenen Gruppe gegen „die anderen“, nicht nötig.“
    Können das bitte alle lassen? Es stört mich wirklich massiv, mich in jedem Text entscheiden zu müssen, welche Form mich anspricht, und es stört mich noch mehr, dass Menschen dadurch in zwei Gruppen eingeteilt werden, wo das völlig hanebüchen ist.

  24. 24 //// 16. Mai 2013 um 10:13 Uhr
  25. 25 Peter Pan 30. Mai 2013 um 16:30 Uhr

    Ich bewege mich erst seit kurzem in der feministischen Szene und weiß auch, dass dieser Post schon älter ist, würde aber trotzdem gerne noch meinen Kommentar loswerden. Ich hoffe, dass er nicht einfach gelöscht wird, sondern würde mich freuen, wenn jemand sich auf eine Diskussion einlassen würde. Meine Meinung ist nicht in Stein gemeißelt und wenn mir jemand Denkfehler aufzeigen kann oder Gegenbeispiele bringt über die ich vielleicht überhaupt nicht nachgedacht habe, dann wäre ich sehr dankbar.

    Als Erstes möchte ich festhalten, dass ich Vergewaltigung für untragbar für die Gesellschaft als Ganzes und als verabscheuungswürdig für jeden Einzelnen halte. Es gehört zu den schlimmsten Dingen die man einer Person antun kann. (Ob es schlimmer als Mord ist kann ich als Mann nicht beurteilen.)

    „Vergewaltiger kommen aus der Mitte der Gesellschaft, sind normale Menschen. „Normal“ in dem Sinne, daß sie einer Norm folgen, die in unserer patriarchalen Gesellschaft ganz selbstverständlich ist: die Einbildung, seine Männlichkeit dadurch definieren zu müssen, daß man Frauen abwertet, um sich selbst als Mann aufzuwerten. Frauen nicht als Menschen zu sehen, sondern als Objekte, die zur eigenen Triebbefriedigung da sind. Die Einbildung, daß man das Recht hätte, Frauen nach Belieben zu benutzen.“

    Diese Aussage hingegen halte ich für falsch. Ich weiß nicht in welchem Umfeld ihr aufgewachsen seid oder lebt, aber in meinem Umfeld befand sich bisher niemand, der so gehandelt hat. Mit meinen mittlerweile 5 Umzügen, 3 Schulwechseln und einem FSJ in einem Jugendhaus und in der Freizeitpädagogik einer Haupt- und Realschule, würde ich auch sagen, dass ich einige Leute aus verschiedensten Bildungsschichten kenne und dennoch wäre dabei niemand gewesen, der eine solche Norm in dieser Form vertreten hätte. Ich kenne niemanden der nur Frauen abwertet um sich selbst aufzuwerten. Ich kenne aber auch tatsächlich niemanden, der zugegeben hätte, einen Puff zu besuchen…Vielleicht kommt das erst mit höherem Alter. ( Nur weil sie es nicht zugeben, heißt das natürlich nicht, dass sie es nicht getan haben. Aber wenn sie es getan haben und es so normal wäre, dann könnte man das doch auch problemlos erzählen?)

    Was mir hingegen durchaus bekannt ist, sind Leute die andere Menschen, völlig egal ob weiblich oder männlich, unterdrücken um sich besser zu fühlen. Der selbe Fehler wie der Autorin dieses Textes ist auch mir passiert, ich dachte es genüge bei den Mädchen zu checken ob sie sicher nah Hause gekommen sind. Hierbei muss erwähnt werden, dass es natürlich unglaublich traurig ist, dass ich den Bedarf sehe, zu überprüfen ob sie gut angekommen sind. Viele Eltern lassen ihre Mädchen auch deshalb nicht so lange weg wie ihre Jungs. Viele Freundinnen haben sich geärgert, dass sie nur mit Begleitung überhaupt Abends weggehen konnten. Man sieht hieran, dass es leider nötig ist die Mädchen zu schützen. Was aber vergessen wird, ist dass man die Jungs ebenfalls beschützen sollte. Um auf das eigentliche Ereignis zurückzukommen, ihr glaubt nicht wie irritiert ich war, als am Morgen nach einem Clubbesuch die Polizei anrief und mich als Zeugen wollte. Denn einer von meinen Freunden ist auf den letzten Metern seines Heimwegs brutal zusammengeschlagen und ausgeraubt wurden. (Natürlich ist eine Vergewaltigung mit so etwas nicht unbedingt zu vergleichen.)
    Worauf ich damit hinaus will, es interessiert diese Art von Person nicht ob ihr Frau oder Mann seid. Sie glaubt nicht etwas besseres als Frauen zu sein. Sie glaubt etwas besseres als alle zu sein. Aus genau diesem Grund halte ich Feminismus nicht für die Lösung dieses Problems.
    Denn meiner Meinung nach wird sich in dieser Situation nichts ändern, sobald Frauen als gleichwertig wie Männer angesehen werden (Was meiner Meinung nach schon in weiten Schichten der Gesellschaft der Fall ist). Denn wenn ich Abends alleine am Busbahnhof vorbeilaufe, dann habe ich auch ein sehr, sehr ungutes Gefühl. Sobald ich eine Bande betrunkener Jugendlicher sehe, die schon irgendwelche Mülltonnen umschmeißen etc. dann wechsel ich auch schon gerne Mal die Richtung oder Rufe wen auch immer an, damit es wenigstens Jemand mitbekommt, wenn etwas passiert.
    Eine gute Lösung hingegen, wäre ein Bildungssystem in dem Werte vermittelt und auch erklärt werden. Nicht was wir denken sollen, sondern wie wir denken sollen. Selbstkritisch und reflektiert. Empathievermögen und Respekt anderen Gegenüber. Diese Person, deren Leben ich gerade ruiniere, könnte genau die selben Gedanken, Wünsche und Träume haben wie ich. Eine soziale Evolution ist hier vonnöten, die der Feminismus meiner Meinung nach nicht erreichen kann.

    „Sein Vorbild für die Taten war eine Krimiserie. Rape Culture wird eben auch übers Fernsehen verbreitet.“

    Mit dieser Aussage widersprichst du dir doch schon selbst. Denn in der Krimiserie war der Stalker/Vergewaltiger der Böse. Damit ist doch schon eindeutig, dass er nicht nach der Norm gehandelt haben kann. Es sei denn böses Handeln ist seit neustem die Norm.

    „Von klein auf wird uns beigebracht, zu welcher Gruppe wir gehören, mit welcher „männlichen“ oder „weiblichen“ Lebenswelt wir uns zu identifizieren haben.“

    Ich möchte hier niemanden angreifen und vor allem nicht den Erziehungsstil deiner Eltern, aber wirklich? Das ist bei dir Geschehen? Und das hat sich dann auch noch über die zweite Klasse hinaus gehalten? Das einzige was mir zum Thema Mädchen sind die anderen einfällt, wäre Knutschfange. Da haben die Mädchen die Jungs gejagt und sobald sie einen hatten ihn geküsst(Kindergarten). Wir Jungs haben dann so getan als ob das voll schlimm ist. Aber wenn dem wirklich so gewesen wäre, hätten wir ja nicht alle darum gebettelt mitmachen zu dürfen.
    Außerdem hatte ich eine innige Beziehung zu meinem Stofftier, für welches ich zwei Puppenwägen hatte. Und es gab kein einziges Mal, dass mich jemand deswegen blöd angemacht hätte. Dabei bin ich sogar in einem äußerst provinziellen Dorf aufgewachsen, dort sind die Werte bekanntlich ein wenig konservativer. Meine beste Freundin hingegen hat ab der zweiten Klasse zusammen mit ihrem Dad angefangen N64 Spiele zu spielen.

    „Und es wird hartnäckig auf die vermeintlich „natürlichen“ Unterschiede gepocht.“

    So schön es auch klingt, wenn man behauptet, sobald ein Junge und ein Mädchen exakt gleich erzogen werden, dann werden sie auch exakt gleich, so unrealistisch scheint diese Aussage auch.
    So hat Simon Baron-Cohen Professor in Cambridge eine Untersuchung bei Babys die einen Tag alt waren durchgeführt. Diesen Babys wurde dann ein Gesicht auf einem Bild und ein mechanisches Objekt auf einem anderen Bild hingehalten. Während Mädchen längere Zeit auf das Gesicht schauten, betrachteten Jungs länger das mechanische Objekt.
    Ebenso denkt Anne Campbell Professorin für evolutionary psychology an der Durham Univerity. Auch sie hält es für unmöglich, dass die ganzen organischen Unterschiede, die Frauen und Männer aufweisen, keinen Einfluss auf das Gehirn gehabt hätten.(Das ist sehr vereinfacht, bei weiterem Interesse wird Google sicher helfen).

    „besteht eine Band aus Frauen, ist es nicht einfach nur eine Band, nein, es ist dann eine Frauenband. Besteht eine Kapelle nur aus Männern, ist es keinen „Männerband“, sondern einfach nur eine Band. Eine „Band“ ist männlich. “

    Mehr als den Begriff Boyband brauche ich hier wohl nicht zu nennen. Abgesehen davon gibt es sowohl den Frauen- als auch den Männerchor. Und wenn heute jemand sagt er hat eine tolle neue Band gefunden, dann komme ich nicht mal auf die Idee von dem Begriff auf das Geschlecht der Mitglieder zu schließen, was auch daran liegt, dass es völlig egal ist. Wenn die Band gut ist, ist sie gut (lassen wir Geschmack mal außen vor) egal ob weibliche oder männliche Künstler.

    Meine Kritik ist natürlich nicht sehr konstruktiv, da ich nur die Dinge aufgezeigt habe, die mir nicht gefallen haben. Das ist mir durchaus bewusst,weswegen ich noch schreiben wollte, dass ich alles andere in dem Blogbeitrag gut fand. Vergewaltigung ist ein ernsthaftes Thema, das angegangen werden muss und auch nicht verharmlost werden darf. Es ist gut, wenn es Stimmen gibt, die immer wieder darauf aufmerksam machen, dass so etwas auch mitten in Deutschland passieren kann und passiert.

  1. 1 Zweigeschlechtlichkeit & Rape Culture, Antifa & Feminismus und eine Lobrede auf die digitale Jugend « Reality Rags Pingback am 08. Mai 2013 um 21:28 Uhr

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