Lass wachsen

Behaarte Frauenachseln – damit hat Nena schon in den 80ern Aufsehen erregt
Nenas Achsel

Und so viel hat sich ja inzwischen nicht geändert. Eher im Gegenteil, inzwischen sieht man so gut wie gar keine Frau mehr mit behaarten Achseln oder Beinen. Auch bei Männern nimmt der Trend zu, sich der Achselbehaarung zu entledigen. Immer öfter wird auch die männliche Brust enthaart. Allerdings – wenn ein Mann sich diese Stellen nicht rasiert, wird das nicht großartig kommentiert oder als eklig empfunden. Anders bei Frauen.
Selbst die Intimzone ist nicht mehr sicher vor dem zunehmenden Enthaarungstrend. Bisher dachte ich zwar immer, daß das zwar viele machen, aber viele auch nicht und es eigentlich wurscht ist, bis letzten Sommer ein 1-Night-Stand beim Auspacken – ich weiß nicht, schockiert oder zumindest stark überrascht auf meinen Busch reagierte. Er hatte schlichtweg nicht damit gerechnet, daß es noch Frauen gibt, die untenrum nicht haarlos sind. Letztendlich war’s eh scheißegal, aber der Kerl brauchte doch tatsächlich einen Augenblick, um das zu verdauen.
Aber die Muschi kriegen in der Regel ja sowieso eigentlich nur ein paar Auserwählte zu sehen.
Bei Beinen oder Achseln ist das was anderes, wenn man die im Sommer nicht mit langen Hosen und Ärmeln verstecken will.
Ich bin 30, und schon zu meiner Teenagerzeit wurde derartige Körperbehaarung bei Frauen eher abschätzig betrachtet.
Und wenn dann heutzutage ein junges Mädchen sich traut, die Haare dort einfach stehenzulassen, dann find ich das echt mutig!
Camille traut sich das (Artikel auf the f-bomb, gefunden bei der Mädchenmannschaft) – und ich könnte mir vorstellen, daß der „Haarlos-Standard“ in Kalifornien, wo sie wohnt, noch krasser ist als hier.

I love my armpit hair. At the moment, it’s my special little not-so-secret that I can smile about without having to explain to others. I am very proud of my hair and that I decided to let it grow out now, as a teenager, instead of saving that experience for when I’m an adult and don’t have quite so much to lose socially. I asked myself, why wait? If I really want to practice what I preach, then I’m not going to submit to this double standard any longer. And besides, what do I have to lose anyway?

That is my choice. It feels like the right thing to do for me, and it does not mean that girls who choose to shave their legs and armpits are any less feminist. I don’t have a problem with that, so long as they’re aware that shaving is something women are unfairly expected to do in order to be attractive by today’s beauty standards. Same with makeup. I care that girls know they can survive and look just fine without it, that they don’t need makeup, shaving, or validation from others saying they’re beautiful to know that they’re whole, complete, and perfect. Personally, I just don’t have time to be constantly applying, reapplying, shaving, and worrying about tiny, prickly hairs pushing through my skin that I wouldn’t have to deal with if I just didn’t shave at all. I’d rather sleep in.


5 Antworten auf “Lass wachsen”


  1. 1 pia 21. Juni 2013 um 20:55 Uhr

    danke für den beitrag und den link auf den artikel! als ich mitte der 90er etwa im alter von camille e anfing, in „zecken-kreisen“ rumzuhängen, gehörte das noch zum guten feministischen ton, nicht zu rasieren, das hat sich ja mittlerweile eher erledigt … aus london gibt es aber seit letztem jahr eine ganz coole initiative zu dem thema achselhaare: „armpits for august“ http://armpits4august.org/, ich arbeite schon fleißig auf eine teilnahme hin!

  2. 2 dodo 25. Juni 2013 um 16:30 Uhr

    Hach, die Nena :)
    Klassiker auch der Damenbart, den Charlotte Roche früher trug!:x

  3. 3 ClaudiaBerlin 25. Juni 2013 um 20:21 Uhr

    Ich habs nie verstanden, warum sich so viele Frauen und Mädchen plötzlich dem Enthaarungs-Wahn unterwerfen. Ist doch offenkundig, dass das vor allem der Kosmetikindustrie nutzt… (und die Menge Lebenszeit, die mit sowas verbracht wird!)

  4. 4 Stephan 26. Juni 2013 um 20:55 Uhr

    In den 80ern ist Nena nicht unbedingt durch fortschrittliche Auftritte aufgefallen. Im Gegenteil stand sie für „Gib Gas, ich will Spass“. In Deutschland ja bekanntlich ein traditinsreiches Motto. Ihre Musik war etwas für U14, „unpolitische“ Leute und die Fans von Helmut Kohl.
    Übrigens: Achselhaare waren zumindest in Europa so normal wie Haare auf dem Kopf. Sie waren daher kein Statement. Kling komisch, war aber so.

  1. 1 Achselhaare, Spanner-Bürgermeister & (keine!) Alternative für Deutschland « Reality Rags Pingback am 21. Juni 2013 um 20:23 Uhr

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