Erklärbärchen

Erklärbär*
Definition: siehe auch männliches Redeverhalten, engl. „mansplaining“

Ein Erklärbär hält sein Gegenüber von vornherein für uninformierter oder für allgemein weniger intelligent / ungebildeter als sich, und ist daher bemüht ungefragt sehr langsam und ausführlich monologartig die jeweiligen Thematiken und Begrifflichkeiten zu erklären. Beliebte Themen sind Technik, Sportarten oder alle anderen gesellschaftlich männlich konnotierten Thematiken, in linken Kreisen jedoch auch gerne feministische Inhalte. Sollte die_der Gesprächspartner_in einen Versuch unternehmen, zu vermitteln, dass sie_er auch Wissen zum jeweiligen Thema besitzt, wird dies vom Erklärbären ignoriert, belächelt oder angezweifelt. Besonders provoziert, wird das beschriebene Verhalten von der Wahrnehmug des Gegenübers als weiblich, es gibt jedoch auch viele Exemplare, die sich das Erklär-bärentum zum life style gemacht haben, und in jeder Lebenssituation gerne ihr vermeintlich omnipotentes Wissen zur Schau stellen.

* selbstverständlich können auch als Frauen sozialisierte Menschen erklärbärisches Verhalten an den Tag legen, jedoch ist die Sozialisation zum alleswissenden Erklärbären besonders Teil der Ausbildung zum funktionierenden männlichen Gesellschaftsmitglied und wird durch den Anspruch gefördert, „echte Männer“ müssten zu bestimmten Themen (Technik etc.) spezielles Wissen besitzen. Aber es gibt Hoffnung! Erklärbärisches Verhalten kann durch intensive Selbstreflektion und jahrelanges Training überwunden werden! :)

Aus der 3. Ausgabe des Brav_a Zines.

call for submissions

Das PERIOD ZINE wartet auf eure Zeichnungen, Essays, Comics, Rezepte, DIY-Tutorials usw. zum Thema Menstruation. Klick!

Petra Collins‘ Vulvashirt

Petra Collins hat für American Apparel ein T-Shirt designt, mit der Strichzeichnung einer behaarten Vulva, menstruierend.

Ich habe City TV ein kurzes Interview gegeben. Sie haben nur einen zweisekündigen Soundclip genommen—und ich weiß auch schon gar nicht mehr, was ich gesagt habe—, den sie dann mit Reaktionen von Menschen auf der Straße zusammengeschnitten haben. „Oh, das ist widerlich!“ und solche Aussagen. Nur ein Typ fand das Shirt super.

Ich habe gerade eine American-Apparel-Werbung auf der Website von City TV gesehen.
Die Schlagzeile, die sie verwendet haben, war: „Geht diese T-Shirt-Grafik zu weit?“ Mit diesen Nachrichtensprechern zu reden, ist das Allerbeste. Die Frau hat mit mir in ihrer Nachrichtensprecher-Stimme gesprochen und die ganze Zeit versucht, nicht „Vagina“ zu sagen. Und ich habe dann immer solche Sachen gesagt wie „Oh, das Masturbations-, Vagina- und Schamhaar-T-Shirt?“ Es ist ihr richtig schwer gefallen, das zu sagen. Vagina ist so ein skandalöses Wort

Frauen wachsen dort Haare. Und gelegentlich blutet’s raus. Immernoch skandalös.

Internet & Lookism

Mit freundlicher Genehmigung hier ein von mir (frei) auf deutsch übersetzter Artikel von Caitlin Seida, Journalistin seit 2006, deren Texte schon bei Livestrong.com, The Daily Puppy, and Case to Case, u. a. erschienen; thanx a lot!

Als mich Fremde wegen meines Gewichts aufzogen, war das eine Lektion für mich – was Internetgrausamkeit, gemeine Frauen und sich Wehren angeht.
Von Caitlin Seida.
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Eines Tages loggte ich mich auf mein Facebookkonto ein und fand eine Nachricht einer Freundin vor. „Du bist eine Internetberühmtheit!“, hieß es darin. Dazu ein Link zu einer sehr öffentlichen Seite, deren einziger Zweck es ist, Bilder von Leuten zu veröffentlichen, über deren Aussehen man sich lustig machen kann. Und da war ich, in voller Pracht – ein Bild von mir, als meine Heldin Lara Croft verkleidet: Tomb Raider, für Halloween – aber über dem Bild ein Schriftzug mit den Worten „Fridge Raider“ (dt. „Gefrierschrank-Plünderer“).

Lustigerweise war ich anfangs gar nicht ärgerlich. Tatsächlich fand ich es sogar irgendwie amüsant. Wer lacht nicht über unglückliche Schnappschüsse irgendwie daneben gekleideter Fremder? Ich hab sowas sicherlich schon zuvor getan; diese Art anonymer Spott ist ein Motor für das Internet. Es gibt ganze Websites nur für die Abbildung seltsamer Modemißgriffe von zufälligen Leuten. Und wie ich sind die meisten dieser Leute fett.

Prinzipiell sehe ich meine Körpergröße nicht als positiv oder negativ – es ist, wie es ist. Ich esse richtig (meistens) und ich treibe Sport (nicht gerade wenig) und das macht keinen großen Unterschied wegen eines polyzystischen Ovarsyndroms und einer beeinträchtigten Schilddrüse. Ich bin kräftig, flexibel und mein Doktor versichert mir eine gute Gesundheit, aber es bleibt die Tatsache: ich bin fülliger als jemand von meiner Größe es sonst sein sollte.

Nichts davon hatte mit meiner Entscheidung, mich als Lara Croft zu verkleiden, zu tun; sie ist eine der tollsten kick-ass Videospielcharaktere ever. Croft ist weiblich, aber gefährlich, gut gebildet und athletisch – und sie ist einfach wiederzuerkennen, was ein Halloweenkostüm recht einfach macht. Das Bild war spätabends aufgenommen, ich hatte schon ein rotes Gesicht von der Hitze, mein Make-Up war runtergeschwitzt und mir fehlte ein anständiger Büstenhalter (ein Problem, mit dem sich die Pixelversion von Croft nie auseinandersetzen mußte). Aber ich hatte Spaß, und wenn ich mir das Bild auf der Website so ansah, dachte ich, das wäre ersichtlich.

Also lachte ich zunächst darüber – aber dann las ich die Kommentare.
Fatshaming Triggerwarnung
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Feministisches Blog backstage & Forenkommentare

Reality Rags über Referers und Links, über Maskulisten, Feminist_innen und Kommentarforen. Und Networking.

Die Maskulisten versuchen übrigens auch gern, ihr Revier mit Pingbacks zu markieren. Deshalb verlink ich da aber auch nicht hin, noch schalte ich deren Pingbacks frei. Auch bei freigeschalteten Kommentaren mit Links dorthin wird der Link entfernt. Wer hier „Zensur!“ schreit, traut den Besuchern meiner Seite offensichtlich nicht den Gebrauch von Suchmaschinen zu. Trotz anders lautender Gerüchte ist man in deutschsprachigen Landen vergleichsweise wenig von „Zensur im Netz“™ betroffen und kann sich bei Interesse jederzeit sonstwo im Internet informieren, das muß man nicht auf meiner Seite tun, die ich verantworten muß. Der Aufwand, sich eine angemessenere Umgebung als mein Blog zu suchen, um Maskulismus und anderen -ismen zu frönen, ist meiner Meinung nach zumutbar. Und ich halte mich auch für vergleichsweise tolerant.
Kann man übrigens sein Blog auch danach ausrichten.

Autofahren schadet Eierstöcken??

Saudi-Arabien hält an seinem Fahrverbot für Frauen weiterhin fest. Eine besonders kreative Begründung liefert Scheich Saleh:

Die saudischen Frauen unternehmen im Oktober einen neuen Versuch, das Fahrverbot für Frauen in Saudi Arabien zu durchbrechen. Für 26. Oktober haben die Frauen wieder einen gemeinsamen Aktionstag ausgerufen, an dem Frauen aufgerufen sind, sich gegen das Fahrverbot hinwegzusetzen.

Im Vorfeld hat sich nun ein Geistlicher zu Wort gemeldet. Scheich Saleh bin Saad al-Lohaidan warnte Frauen in einem Interview mit der Webseite sabq.org davor, bei der Aktion mitzumachen, weil Autofahren seiner Meinung nach eine schädliche Wirkung auf die Eierstöcke habe und bei ihren Kindern klinische Probleme hervorrufen könnten.

Genau so sieht’s nämlich aus!
Und außerdem:

Allensbachzahlen hüben und drüben

Zwei(scrollen) verschiedene Allensbachumfragen zum Gender/Geschlechterstand der Nation.