Petra Collins‘ Vulvashirt

Petra Collins hat für American Apparel ein T-Shirt designt, mit der Strichzeichnung einer behaarten Vulva, menstruierend.

Ich habe City TV ein kurzes Interview gegeben. Sie haben nur einen zweisekündigen Soundclip genommen—und ich weiß auch schon gar nicht mehr, was ich gesagt habe—, den sie dann mit Reaktionen von Menschen auf der Straße zusammengeschnitten haben. „Oh, das ist widerlich!“ und solche Aussagen. Nur ein Typ fand das Shirt super.

Ich habe gerade eine American-Apparel-Werbung auf der Website von City TV gesehen.
Die Schlagzeile, die sie verwendet haben, war: „Geht diese T-Shirt-Grafik zu weit?“ Mit diesen Nachrichtensprechern zu reden, ist das Allerbeste. Die Frau hat mit mir in ihrer Nachrichtensprecher-Stimme gesprochen und die ganze Zeit versucht, nicht „Vagina“ zu sagen. Und ich habe dann immer solche Sachen gesagt wie „Oh, das Masturbations-, Vagina- und Schamhaar-T-Shirt?“ Es ist ihr richtig schwer gefallen, das zu sagen. Vagina ist so ein skandalöses Wort

Frauen wachsen dort Haare. Und gelegentlich blutet’s raus. Immernoch skandalös.


8 Antworten auf “Petra Collins‘ Vulvashirt”


  1. 1 sdf 20. Oktober 2013 um 19:02 Uhr

    Pfuibäh

  2. 2 Koschti 21. Oktober 2013 um 9:49 Uhr

    Nur weil etwas natürlich ist, gehört das nicht unbedingt in die Öffentlichkeit. Darm und Blase entleeren ist ja schließlich auch ganz natürlich. Will ich auch nicht sehen müssen, weder real noch als explizite Darstellung auf einem T-Shirt.

    Intimität und Schamgefühle sind wichtig für die seelische Gesundheit und zur Abgrenzung von Öffentlichkeit und Intimsphäre. Sicherlich werden sie auch durch anerzogenen Ekel vor dem eigenen Körper und fragwürdige, teilweise gefährliche gesellschaftlichen Tabus beeinflusst.
    Gerade weil das so ineinander verwoben ist, halte ich es für kontraproduktiv, mit der Holzhammermethode darauf einzuschlagen und Schamgrenzen als nichtexistent oder unwichtig zu erklären. Damit erreicht man in erster Linie Abwehrreaktionen. Wie ich finde, auch zu Recht.

  3. 3 Macoomba 23. Oktober 2013 um 18:55 Uhr

    “ Darm und Blase entleeren ist ja schließlich auch ganz natürlich. “

    Und du siehst da keinen unterschied zwischen fäkalien und monatsblutungen???? geht’s noch?

    blut, voll eklig? so eklig wie scheiße? ansonsten kommt da nämlich nicht viel raus bei der mens. blut und schleimhautablagerungen (und wer schon mal ne frau geleckt hat, hatte letztere wohl auch schon mal im mund).
    ehrlich, wer eine blutende vulva mit darmentleerung assoziiert, hat doch echt ein problem!

  4. 4 Koschti 31. Oktober 2013 um 14:37 Uhr

    Weil zwei Dinge einen vergleichbaren Aspekt haben, sind sie nicht in allen Aspekten gleich. Mir ging es darum zu illustrieren, dass „es ist doch was ganz Natürliches“ kein Argument ist, um anderen Menschen ihre Ekelgefühle abzusprechen.

    Natürlich ist Mensblut oder Blut generell in mehrfacher Hinsicht anders als Darmausscheidungen zu bewerten. Am eigenen Blut kann man sich nicht mehr infizieren als man bereits ist, am eigenen Kot dagegen schon (Blasenentzündung, juhu), deswegen hat es ein anderes Ekelpotential. Ganz anders verhält es dagegen mit dem Blut anderer Menschen, das ein sehr hohes Infektionsrisiko birgt. Daher ist es auch nachvollziehbar und sinnvoll, vor dem Blut (egal wo es rauskommt) fremder Menschen Berührungsängste zu haben.

    Aber Ekel ist auch nicht immer nur rein objektiv erklärbar. Frischer Urin ist beispielsweise steril. Man könnte den Urin fremder, gesunder Menschen trinken. Ich finde die Vorstellung trotzdem extrem abstoßend. Und finde es auch eklig, wenn Leute in der Öffentlichkeit oder ins Schwimmbecken urinieren, auch wenn objektiv davon keine Gesundheitsgefahr ausgeht. :-w
    Klar, Urin stinkt. Aber der Geruch von Mensblut ist besonders an den letzten Tagen auch nicht immer angenehm.

    Fazit: Ekel ist individuell und kompliziert. ;)

    Mich persönlich stört daran vor allem, dass das Motiv eine Grenzüberschreitung ist, wenn es in der Öffentlichkeit getragen wird. Jeder hat seine eigenen Ekel- und Schamvorstellungen, und das ist auch in Ordnung. Aber man sollte im Umgang mit fremden Menschen seine individuellen Grenzen anderen nicht aufzwingen.

    Es muss einen gesellschaftlichen Konsens über Mindestgrenzen geben. Für mich war bisher klar und ich möchte auch weiterhin sicher sein, dass pornografische Masturbationsszenen und explizite Darstellungen der Geschlechtsorgane und des Darmausgangs nicht in die öffentlichkeit gehören.

    Wenn jemand in einem T-Shit mit einem erigierten oder ejakulierenden Penis darauf herumlaufen würde, fände ich das jedenfalls genauso antisozial. Vielleicht liege ich falsch, aber ich behaupte mal, die öffentlichen Reaktionen darauf wären gar nicht so unähnlich. ;)

    (Es stimmt natürlich, dass die Aufregung über dieses Thema asymmetrisch zur Trivialisierung expliziter Gewaltdarstellung ist, aber das ist ein Thema für sich.)

  5. 5 @Koschti 01. November 2013 um 13:17 Uhr

    Ich verstehe das schon, aber man kann nicht auf zig Ekelgefühle Rücksicht nehmen. Ich werd auch regelmäßig von Ekel überwältigt, sobald ich wieder die Zschäpe-Fresse wo seh, aber nun gut…

    Es ist ein T-Shirt. Da riecht man nix (und bei mir stinkt da nix, auch nicht gegen Ende er Tage, ich weiß nicht, wo du das her hast) und Infektionsgefahr besteht auch keine. Und was gibt es nicht alles allein schon an Shirts, wo ein pinkelnder Typ (sogar im Calvin & Hobbes Motiv oder so) drauf ist oder ein kackender Hund und Penisshirts gibt’s auch zur Genüge! Da fühlt sich aber niemand (durch das Shirt) angeekelt, hier aber schon – für mich ein Beweis, dass es eben doch mehr Tabuthema ist als andere „Ekel“motive. Wieso ist eine blutende Möse auf nem Shirt ein „Skandal“, aber sowas hier nicht? http://content.yancor.de/product_images/de_puta_madre_t_shirt_porn_academy_rot_15970__1400_1.jpg

    Klar, „Natürlichkeit“ ist kein Argument. Aber damit argumentiert ja auch keiner, oder?

    Schamgrenzen sind nunmal individuell. Das ist zu akzeptieren. Wenn Du blutende Mösen (auf Shirts oder sonstwo) eklig findest, brauchst Du nicht damit rumzulaufen. Aber schon den Anblick eines solchen Shirts anstössig zu finden???

    Abgesehen davon habe ich zum Beispiel ganz andere Schamvorstellungen als du. für meine blutende möse schäme ich mich nicht, so ein Shirt würd ich auch tragen (nicht zu dem Preis tho).
    Dass mir aber Scham WEGEN meiner mens aufgedrückt werden soll, kann ich nicht akzeptieren. Frauen menstruieren. Auch in der Öffentlichkeit. Bummer.

    Und pornographisch ist die Darstellung ganz sicher nicht; „pornographie“ dient der Erregung und Masturbation hin oder her, ich glaube das Shirt erregt die wenigsten sexuell.

    Und doch – die öffentlichen Reaktionen SIND unterschiedlich. Ich hab schon seit den 90ern 345567678789 penisshirts gesehen (vermeintlich „humorvolle“), man fand sie vielleicht geschmacklos, aber keinen hat’s gejuckt.

    Jetzt designt ne junge Österreicherin aber so was und hui, was für ein „Skandal“. Doppelmoral hoch 10.

    Außerdem gilt ein erigierter/abspritzender Penis vllt. bei manchen als „eklig“, aber nicht als „schmutzig“ oder „stinkend“ und an Infektionen denkt man auch nicht gleich. Oder kannst du dir vorstellen, irgendwer würde gegen ein wichsshirt argumentieren mit „ist doch klar, dass das ekelig ist, weil man von Sperma Infektionen kriegen kann“? Halte ich für unwahrscheinlich.

  6. 6 ani 02. November 2013 um 7:03 Uhr

    ich kapier die aufregung nicht. ist doch nurn t-shirt.
    vor menstruierenden/masturbierten weiblichen geschlechtsteilen mag sich wer ekeln (oder auch nur dann ekeln, wenn es in keinem privaten moment ist oder was weisz ich denn), aber vor einem bemalten stück stoff? da ist ja nichts schlimmes drauf (also nix diskriminierendes wie bei dem link oben zu dem schnewittchenshirt z. b.). ist ja nicht so, das da eine ihre echte vulva mit blut irgendwelchen fremden leuten auf der strasze vors gesicht hält, okay, DAS wäre wirklich antisozial und dann könnte ich „koschtis“ bemerkungen ja noch gelten lassen. aber so? unverständlich. unter „antisozial“ versteh ich was anderes!

    und: ich denke, wäre die vulva nicht voll blut und nicht behaart, sondern eine glattrasierte muschi, die gefingert wird, ich glaub, der aufschrei wär verpufft.
    pornoästhetik geht ja irgendwie scheints immer, aber behaart UND blutend ist wohl der knackpunkt.

    und warum die leute immer gleich den pipikacka-vergleich bringen… das kommt auch immer von leuten, die gegen stillen in der öffentlichkeit sind, die sagen dann auch immer „sowas sollte privat sein, ich will auch niemand beim klogang sehen“.
    und hier wieder. fazit: weibliche geschlechtsteile sind für die gesellschaft (semi-)okay, so lange sie männlicher befriedigung dienen – also muschi zum penetrieren und brüste zum befummeln (so wie lesben für die meisten okay sind, so lange sie dem mainstream-lesbenporno entsprechen, aber wehe, es ist ne butch dabei :-w ) – aber ach gottchen, der kram „verhält“ sich auch mal nicht sexy und die vulva blutet einfach (für viele dann nicht nur unsexy, sondern unf*ckbar) oder an dem busen hängt ein baby und saugt milch, dann ist das auf einmal allen ganz arg wichtig, dasz da niemand mit „belästigt“ wird!!!

  7. 7 Koschti 15. November 2013 um 14:27 Uhr

    „und: ich denke, wäre die vulva nicht voll blut und nicht behaart, sondern eine glattrasierte muschi, die gefingert wird, ich glaub, der aufschrei wär verpufft.“

    Daran habe ich so nicht gedacht. Verpufft wäre der Aufschrei wohl nicht, aber er wäre schon anders ausgefallen.

    „Ich verstehe das schon, aber man kann nicht auf zig Ekelgefühle Rücksicht nehmen.“

    Das ist prinzipiell unmöglich. Aber darf man daraus ableiten, dass man auf keine Ekelgefühle mehr Rücksicht nimmt. Und warum will man in voller Absicht Ekelgefühle provozieren? Das war doch hier wirklich abzusehen. Um eine positive Botschaft über weibliche Körperlichkeit rüberzubringen, halte ich diesen Weg für kontraproduktiv.

    Ich möchte noch Mal betonen, dass ich persönlich das Shirt nicht eklig finde. Aber ich kann eben verstehen, dass andere damit Probleme haben und sich reflexhaft komplett gegen das Thema verschließen (oder sich sogar in Feindbildern verstärkt sehen).

    „und bei mir stinkt da nix, auch nicht gegen Ende er Tage, ich weiß nicht, wo du das her hast“

    Ich habe eine sehr sensible Nase. Mir wurde schon oft gesagt, dass ich übertreibe, aber ich kann da nix gegen machen. ;)
    Körpergerüche finde ich aber wesentlich erträglicher als Kunstgerüche.

    „ich kapier die aufregung nicht. ist doch nurn t-shirt.“

    Ich fühle mich eigentlich nicht sehr aufgeregt, aber man kann ja trotzdem drüber reden. ;)
    Ich finde, man darf auch T-Shirts kritisieren. Oder Witze, Filme, Bücher. Auch ein Computerspiel ist auch nicht einfach „nur ein paar Pixel.“

  8. 8 schmockie 29. November 2013 um 15:41 Uhr

    Einen Smegma-überzogenen erigierten Schwanz, an dem eine Hand rumspielt, will ich auch nicht auf einem Shirt sehen. Wäre aber auch was ganz natürliches.

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