Archiv für Dezember 2013

[Berlin] Theaterprojekt „Speak Out!“

Einladung für das selbstorganisierte Theaterprojekt „Speak Out!“ für Frauen*.

“When I dare to be powerful, to use my strength in the service of my vision, then it becomes less and less important whether I am afraid.”
- Audre Lorde

Die Idee
Die Idee des Theaterprojekts „Speak Out!“ ist es sich kollektiv dem Thema sexuellen Mißbrauch und Vergewaltigung aus einer künstlerischen, kreativen und politischen Perspektive zu nähern. Meistens trauen wir uns nicht über unsere Erfahrungen zu sprechen, weil wir gesilenced, stigmatisiert, kriminalisiert und für die erlebte Gewalt selbst verantwortlich gemacht werden. Dagegen wollen wir uns wehren und selbstbewusst die Perspektive und Stärke von uns Überlebenden sichtbar machen. Fight back and Speak Out!
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Amnestie für Pussy Riot

Es sieht so aus, als würden die inhaftierten Pussy-Riot-Aktivistinnen begnadigt:

Das russische Parlament hat eine von Präsident Wladimir Putin veranlasste Massenamnestie beschlossen. Damit dürften nach Ansicht von Anwälten auch die beiden inhaftierten Mitglieder der Punk-Band „Pussy Riot“ freikommen. In dem Dekret sind ausdrücklich Mütter mit minderjährigen Kindern erwähnt – wie die Aktivistinnen.

Prostitutionsgesetz – worum geht es eigentlich im Kern?

Ich glaube, ich habe immer noch nicht alle (interessanten) Beiträge zu dieser Debatte gelesen und sie ist auch noch lange nicht abgeschlossen.
Unter einem der besseren Texte zum Thema kann man eine spannende und vergleichsweise ungemein respektvolle Diskussion lesen (soll nicht heißen, daß da nur Highlights drunter sind, aber wer zum Vergleich mal im SpOn-Forum zum Thema lesen will… naja), wenn man sich die Zeit nimmt.
Ich bin erst mittendrin, aber immerhin bis zu diesem schönen Kommentar von Carmen Amicitiae:

Wir fordern gleiche Rechte, wie alle anderen arbeitenden Menschen auch. Wir wollen unsere Geschäfte durchführen dürfen, wo andere das auch dürfen – nicht “zum Schutze der Jugend und der öffentlichen Ordnung” durch Sperrbezirke beschränkt werden. Wir wollen, dass für uns die Abgabenordnung gilt, wie für alle anderen Menschen auch – nicht Sonderbesteuerungsverfahren à la Düsseldorfer Verfahren. Wir wollen, dass die Polizei uns gegenüber die gleichen Rechte hat, wie anderen Menschen gegenüber auch – und nicht einfach anlaßlos zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Maschinengewehren in unsere Räume stürmen kann. Wir wollen, dass der Betrieb unserer Arbeitsstätten nach der Gewerbeordnung reguliert wird, nicht nach dem Dortmunder Modell. Wir wollen, dass unsere Kunden unsere Dienstleistungen nach den Regeln des Marktes kaufen können und nicht nach dem Schwedischen Modell kriminalisiert werden.

Wäre Prostitution als Beruf anerkannt (ob normal oder unnormal), bräuchte es all diese Sonderverfahren und Modelle nicht. Prostitution wäre dann nicht etwa “dereguliert”, wie Alice Schwarzer behauptet, sondern genauso reguliert wie andere Berufe auch – gleichgestellt. Das ist sie trotz Legalität nicht und DAS ist der Kern der Debatte.

Gerne möchte ich ihr zustimmen – nur, wenn sich alle Beteiligten der Debatte auf ebendiesen Kern geeinigt hätten, wären wir wohl schon weiter.

Verharmlosung sexualisierter Gewalt

Wichtiger und absolut lesenswerter Text von identitätskritik, der die ganzen Verharmlosungsstrategien bei Diskussionen über sexuelle Übergriffe auseinander (Triggerwarnung):

Hm, vielleicht gibt es dann einige die das doch wirklich auch nicht schön fanden. Dann lassen sich vielleicht so Begriffe wie: „ein bisschen übergriffig“, „nicht wirklich abgesprochen“ oder „ging schon so über ne Grenze“ verwendet, die das ganze schön harmlos klingen lassen. Wenn eine_r nämlich von sexualisierter Gewalt oder gar Vergewaltigung spricht, wird eine Regel gebrochen, eine Grenze überschritten, damit lässt sich eine Erfahrung nicht mehr so einfach übergehen.