Frauenbild in Indien

Der Standard interviewt die Ärztin P. Chandra über die wandelnden Lebensumstände, denen Frauen in Indien begegnen und knüpft dabei absolut interessante Verbindungen, zwischen Wirtschaft, Gesetz und Geschichte – viele Dinge, die Durchschnittseurpoäer_innen wohl gar nicht so klar sind.

Chandra: Es gibt keine Gefahr mehr zu verhungern. Die Frauen müssen nicht mehr auf dem Feld arbeiten. Das Einkommen ist gestiegen, und mit dem wirtschaftlichen Vorteil der Männer sind auch ihre Forderungen gestiegen. In einer Beziehung hat in Indien immer der Mann die letzte Entscheidung. Auch bei einer Abtreibung.

Es gibt aber nun eine neue Regelung, dass sich eine Frau nach zwei Kindern ohne die Unterschrift des Mannes sterilisieren lassen kann. Das ist bereits ein Fortschritt, denn normalerweise müssen Frauen sogar bei der Verwaltung ihres eigenen Einkommens den Mann fragen. Das hat insofern Auswirkungen auf das Familienbudget, als in armen Gebieten viele Männer ein Alkoholproblem haben. Vor allem seit dem Ende der Prohibition in Tamil Nadu im Jahr 1977 greifen viele Männer zur Flasche. Da bleibt oft nur sehr wenig Geld für Nahrungsmittel.

derStandard.at: Woher kommt dann der Eindruck, dass Frauen weniger wert sind?

Chandra: Eine alte indische Volksgruppe, die Draviden, hatten bereits gleiche Rechte für Frauen. Vielleicht spielt der Einfluss der Muslime aus dem Norden des Landes eine Rolle. Denn selbst wenn es im Hinduismus heißt, dass die Frau ihrem Mann zu folgen hat, steht nirgendwo etwas von Versklavung.

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3 Antworten auf “Frauenbild in Indien”


  1. 1 Hotzenplotz 19. April 2014 um 4:29 Uhr

    Mich wundert, dass ihr dieses Interview verlinkt, das offensichtlich islamophobe Elemente beinhaltet (wie in der zweiten von euch wiedergegeben Antwort der Ärztin deutlich wird). Die musliminische Minderheit im Norden des Landes hat ganz bestimmt keinen signifikanten Einfluss auf den Frauenhass in den vom Hinduismus dominierten Teilen Indiens!
    Eine solche Argumentation ist gerade im indischen Kontext gefährlich und hetzerlisch!
    Ich finde, ihr solltet den Link entfernen.

  2. 2 dodo 19. April 2014 um 12:05 Uhr

    Stimmt, da gibts recht grenzwertige Aussagen. Allerdings traue ich den Mädchenbloglesern so viel Differenzierung zu, daß sie das blicken. Die anderen Teile des Interviews finde ich aber wichtig und interessant, deshalb hab ich’s trotzdem empfohlen.

    Gerade bei Interviews läßt sich nicht immer eins finden, das hundertprozent „Mädchenblog-korrekt“ ist, sag ich mal.Deshalb werd ich aber sicher nicht gleich den Link entfernen (der geht ja auch zur Standard und nichz zu ner obskuren Seite).
    Das Interview ist imho größtenteils gut und lesenwert. Ein Interview präsentiert eben einen Einblick in den Blickwinkel einer anderen Person, die sich nicht in allen Dingen unbedingt so äußert, wie man das möchte – ihr deshalb nicht zuzuhören halte ich für verkehrt.
    In den Interview steht nichts, mit dem Mädchenblogleser_innen nicht differenziert umgehen könnten.

  3. 3 Peter 15. Juni 2014 um 15:40 Uhr

    Meiner Meinung nach ist dies ein höchstgesellschaftliches Problem und genau das macht mir wirklich Angst. Es ist auf keine Region oder Zugehörigkeit einzuschränken, sondern passiert quer durch in ganz Indien. Ich bin mir nicht sicher wie man dieses Problem ernsthaft und schnell lösen kann…

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