Archiv für Juli 2014

Stereotype von innen aufbrechen

Es gibt viele Schauspieler_innen, die sich über Stereotype beschweren. Offensichtlich bin ich ein „ethnischer Typ“. Ein Teil meiner Verantwortung als Schauspieler ist es, diejenigen zu vermenschlichen, die für eine stereotype „Asiatenrolle“ gecastet wurden. Ich denke, es gibt viele asiatische Schauspieler_innen, die sagen „Ich spiele keine Kellner_innen“ oder „Ich spiele keine Dienstbot_innen“; das ist erstmal dumm. Zweitens ist es respektlos gegenüber unseren Vorfahren, von denen so manche als Hausbedienstete und Kellner_innen arbeiteten.

Mein Großvater war Bauer. Als mein Vater im 2. Weltkrieg aus dem Internierungslager kam, arbeitete er als Tellerwäscher in einem Restaurant in Cinatown. Zu sagen, ich schäme mich dafür, ist zu sagen, ich schäme mich für das, was ich bin. Mein Vater und meine Großeltern brachten große Opfer, um mir diese Welt zu ermöglichen, in der ich heute lebe. Sicher gibt es stereotype Darstellungen, aber ich habe die Einstellung, diese Rollen zu spielen und zu vermenschlichen, die Drehbuchautor_innen dazu zu bringen, diese Figuren auszubauen, damit sie nicht die lächerlichen Einfaltspinsel sind, als die sie so oft dargestellt werden. Diese sogenannten stereotypen Rollen sind die Rollen, die großes Potential für Dramatik haben.

- George Takei in einem Starlog Interview im August 1986

Via Trekkie Feminist

(Übersetzung von mir)

Kommissarinnen

Bei einer SpOn-Fotostrecke drübergestolpert:

Zahl der Kommissarinnen, die bisher in deutschen Krimis tätig wurden: 121

- Zahl der leitenden Kommissarinnen deutscher Mordkommissionen im wirklichen Leben im Jahr 2005: 0

Esst was ihr wollt!

Bei Antispe Dresden erschienen.

Unterstützung statt Zwang und Ausgrenzung bei Essproblemen

Über die Zusammenhänge von „Essstörungen“, sexistischen Verhältnissen, Pathologisierung, Veganismus und die Möglichkeiten des Umgangs mit Betroffenen in und außerhalb der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung
Von M., 12.6.14

Essen ist wichtig für alle von uns. Besorgung, Auswahl, Zubereitung, Verzehren und Verdauung von Nahrungsmitteln sind ein Dauerthema in unserem Leben. Essen beschäftigt uns tagtäglich und lebenslang. Es ist nicht nur überlebenswichtig, sondern erfüllt verschiedenste Funktionen in unserem Alltag. Essen kann Sättigung und das Stillen von körperlichen und seelischen Bedürfnissen bedeuten. Es hat in allen Kulturen eine soziale Bedeutung und bietet vielfältigste Gelegenheiten für Zusammenkünfte. Es kann befriedigend, tröstend, erfüllend sein.

Essen kann aber auch Belastung, Stress, Angst, Ekel und Druck mit sich bringen und mit unersättlichem Hunger, nicht zu stillendem Verlangen oder zwanghafter Beschäftigung einhergehen.Es gibt unzählige Probleme im Bereich Essen und Ernährung. Politische, moralische und ökologische sowie gelegentlich gesundheitliche Fragestellungen dazu werden hin und wieder in der Tierrechts-, Tierbefreiungsbewegung thematisiert. Andere hingegen, wie schwierige Beziehungen zum Essen, bisher nicht.

Die Probleme und Schwierigkeiten in der Beziehung zum Essen und damit zusammenhängend zum Körper, die einigen Menschen gemacht werden, werden folgend als politisch thematisiert.

Die Position, aus der die Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgt, geschieht aus einer feministischen, wissenschafts- und psychiatriekritischen Betroffenenperspektivei heraus. Die in der Literatur zum Thema übliche Expert*innenperspektive wird abgelehnt und spielt im Text nur eine Rolle, wenn damit einhergehende grundlegende Annahmen und Methoden kritisiert werden. Ausgangspunkt ist die Kritik an Pathologisierung und Psychiatrisierung von Menschen, deren Wahrnehmung und Verhaltensweisen, die auch sogenannte Essstörungen und psychiatrische Diagnosen generell einbezieht. Damit soll der bevormundende Blick auf und der Umgang mit Menschen, die besondere Körperbeziehungen und Beziehungen zum Essen bis hin zu großen Essproblemen haben, vermieden werden. Es soll eine Gegenposition zu den üblichen verbreiteten Ansichten und Abhandlungen über „Essstörungen“ entstehen, die betreffende Menschen als passive Leidende darstellen, die durch ihre „Krankheit“ nicht in der Lage seien, ihre Situation „richtig“ einzuschätzen und daher unfähig seien, selbst Ursachen und Auswege dafür zu finden. Im Mittelpunkt steht die Erfahrungswelt, die Lebensrealität und die Unterstützung Betroffener. Sie stellen hier die kompetenteste Instanz zu den Einordnungen und Bewertungen sowie der Konsequenzen ihres Zustandes, ihrer Wahrnehmung und Verhaltensweisen dar.

Gesellschaftliche Hintergründe und die theoretische Grundlage der Herangehensweise ans Thema werden zuerst erläutert. Anschließend wird dargestellt, weshalb die Thematisierung von Problemen mit Essen im Allgemeinen und mit Veganismus im Besonderen in der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung wichtig ist, bevor radikale Konzepte des Umgangs mit Betroffenen thematisiert werden. Da die Länge des Textes begrenzt, das behandelte Thema jedoch hochkomplex ist, sind viele Aspekte nur angerissen und fallen entsprechend kurz aus. Einige Themen im Zusammenhang mit Essproblemen, wie Therapien und andere Möglichkeiten, mit den Essproblemen umgehen oder sie bewältigen zu können, sind nicht Bestandteil des Textes. Er ist an Freund*innen, Angehörige und Unterstützer*innen gerichtet und enthält keine Anleitungen oder Ratschläge zur Bewältigung der Essprobleme für Betroffene, sondern soll die Verschärfung der Probleme durch die Verhältnisse und Mitmenschen verhindern helfen. Literatur, die nützliche Hilfestellungen für einen erträglicheren Umgang mit Essen und sich selbst enthält, ist unten aufgeführt.

Hier geht es weiter