Archiv für November 2014

Warum „Ausfrieren“ gefährlich ist

Die heutige taz interviewte den Psychologen Andreas Baranowski bezüglich der Thematik der sogenannten „Pickup-Artists“ und deren Methoden, Männern Anleitungen zu geben, wie man Frauen wohl „abschleppen“ könnte. Dazu möchte ich eine Aussage von besagtem Psychologen aufgreifen, welche eindrucksvoll zeigt, weshalb, und dies ist durchgehend die Argumentation in dem Interview, auch eine nonverbale sowie nicht-physische Herangehensweise eine stark subtile Diskriminierung in dem Sinne offenbart, als daß die Konsequenz daraus eine Hierarchie sublimiert, welche angeblich mit den Regeln des „Flirtens“ d‘accord läuft; die Rede ist von „Freezeout“. Diese Methode wird angewandt, wenn die Frau trotz emotionaler Nähen und Worten nicht bereit ist, den Coitus zu vollziehen. In dieser Situation solle sich der Mann bewußt entfernen und sich anderen Dingen widmen, beispielsweise der Arbeit am Laptop. Diese Distanz solle von einer emotionalen Kälte begleitet werden, die der Frau suggerieren soll, jene sei nun nichts mehr „wert“ und solange sie das Einverständnis für den Sex nicht gibt, sei sie „belanglos“. Der Psychologe in der taz meint, dies laufe mit Regeln des Flirtens konform und sei in dem Maße nicht „gefährlich“, wie die Medien stets die „Pickup-Artists“ beschreiben würde. (mehr…)

Lehrer*innen-Dresscode? Hauptsache konform.

laempel < - Lehrer Lämpel. Auch ihm brachte stilsichere Kleidung leider keinen Respekt ein.

Eine schweizer Schule hat doch eher merkwürdige Vorschriften für das äußere Erscheinungsbild der Lehrkräfte erlassen.
Und wir reden hier nicht von „Bitte keine Hotpants tragen“, auf den Iro verzichten oder ähnlichen Selbstverständlichkeiten. Es geht dabei nicht nur um die Kleidung (bis hin zu den Socken…!), sondern es wird auch gefordert, den Körper doch bitte den momentanen „Schönheits“normen anzupassen:

Spaghettiträger sind ein klares No-Go. Die Träger von Tops oder Kleidern sollen mindestens drei Finger breit sein, wobei auf jeden Fall die Achseln zu rasieren sind. Die Zurschaustellung von Körperhaaren gehört sich auch für Herren nicht – ärmellose Shirts sind kein ausreichendes Outfit.
(…)
Shorts: Ein ganz klares No-Go. Für Frauen mit gepflegten Beinen können Bermudas in Ausnahmefällen gehen, Männer sollten ihre Beine jedoch grundsätzlich zur Gänze bedecken.
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«Je mehr Bart ein Mann trägt, desto gepflegter muss sein Outfit sein.» Als unpassend und unhygienisch wurden lange Bärte bewertet.

Zusammenfassend könnte man sagen, daß individuelles Aussehen nicht erwünscht ist, bzw. doch bitte einzugrenzen sei. Schmuck? Ja, aber nichts Auffälliges, das klappert.
Lippenstift? Dezent bitte.
Bärte? Die sollten dann aber gestutzt sein!
Besonders happig, da Bärte eben nicht nur ein Mode-Accessoire sind:

Die Ansichten darüber, was mit dem Bart zu geschehen habe, unterscheiden sich von Kultur zu Kultur beträchtlich; von der jeweiligen Norm abweichende Barttracht gilt oft als Zeichen von Ungepflegtheit oder Fremdheit.

(Hervorhebung von mir.)
Und genau dieses Wort „Ungepflegtheit“ wird eben – nicht nur kulturell und schon gar nicht nur bei Bärten – recht willkürlich, je nach momentanem Mehrheitstrend, „definiert“.
Daß der Begriff hier auch recht blödsinnig ist, scheint aber niemandem aufzufall – ein echter Vollbart will nämlich erst recht gepflegt werden und die wenigsten Lehrkörper werden sich dabei an ZZ Top orientieren. Ein Bart ist nicht dann unhygienisch, wenn er lang ist, sondern, wenn er nicht gewaschen wird. Wenn allerdings Essensreste drinhängen, dann ist das bei einem „gepflegt getrimmten“ Schnäuzer nicht automatisch reinlich. Stichwort „Rotzstopper“…
Und Bein- oder Achselbehaarung ist bei der Körperpflege (waschen, eincremen, wasweißich) auch nicht im Weg. Aber egal, wie gepflegt man wirklich ist – man hat die Körperbehaarung gefälligst nicht zur Schau zu stellen. Die ist pfui. Warum auch immer.

Es geht hier ja eigentlich nicht um einen Dress Code, denn der eigene Körper ist kein „Dress“, sondern Teil der eigenen Person, von der jetzt gefordert wird, eben diesen Körper so zu verändern, wie es dem Mehrheitsgeschmack der Lehrerkonferenz entspricht.
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Queerfeministischer Kalender 2015

Novemberzeit ist Kalenderzeit. Und weil es neuerdings einen so umfangreichen Onlinekalender vom Mädchenblog gibt, darf als Ergänzung der Queerfeministische Taschenkalender nicht fehlen.
Queerfem Kalender Collage (mehr…)

#Emmaistfuermich

Auf Twitter sorgt gerade ein Hashtag für Aufregung, welcher von dem Magazin EMMA initiiert wurde. Die originäre Intention war es wohl, eine positive Resonanz einzufahren, was auch gelang, doch auch die KritikerInnen meldeten sich – auch FeministInnen.

Persönlich möchte ich die Kolumne von Margarete Stokowski hervorheben, welche in der heutigen tageszeitung erschien. In jener wird der Lookism innerhalb des EMMA-Feminismus erwähnt, da jene Redaktion nach wie vor ein inklusives Idealbild der Frau propagiert, bei dem die Bestimmung des eigenen Körpers eine sekundäre Rolle spielt. Denn, so EMMA-Logik, wer sich in der Öffentlichkeit freizügig gibt, schüre damit nur Sexismus und gäbe dem männlichen Geschlecht nahezu eine Einladung, die Frau zu unterdrücken. Allerdings erfüllt sie durch diese Meinung lediglich das Bild jener Menschen, welche den Feminismus als etwas rein exklusives des weiblichen interpretieren. Darüberhinaus ist solch eine Aussage ebenfalls eine Pauschalisierung der Männer, was sich auch in älteren Ausgaben widerspiegelt. Beispielsweise sei nur diese Person ein Mann, welche Prostitution ablehne und den „Kauf von Sex“ verbiete. Das dies kontroverse Debatten entfacht, ist kein Geheimnis, doch jene offenbaren auch die subtile Sexfeindlichkeit des EMMA-Feminismus. (mehr…)

Herzliche Einladung an Schreibende

Das kam heute über einen feministischen Emailverteiler rein:

TEXTE gesucht zum Thema Frauen/Männer/ Körper auf der Bühne

FIFTITU% sucht Poetry/Prosa Texte (max. 1 A4 Seiten) zum Thema:

* Frauen/Männer/Körper auf Bühne

* Rap/Reimen/Texten ist für alle da! Für alle Kulturen und vor allem für alle Geschlechter. In den Texten sollen Wertungen nicht nur hinterfragt werden, sondern auch künstlerisch verändert werden.

* Die Texte sollen*im GLOSS Magazin abgedruckt werden. (Die Auswahl der Texte wird durch die GLOSS-Redaktion bestimmt.)

Einsendeschluss: Dienstag, 4.11.2014 / 24 Uhr
An: fiftitu /ät/ servus /./ at

Wir freuen uns auf eure Gedanken zum Thema.

Mit feministischen Grüßen
FIFTITU%
Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur in OÖ