#Emmaistfuermich

Auf Twitter sorgt gerade ein Hashtag für Aufregung, welcher von dem Magazin EMMA initiiert wurde. Die originäre Intention war es wohl, eine positive Resonanz einzufahren, was auch gelang, doch auch die KritikerInnen meldeten sich – auch FeministInnen.

Persönlich möchte ich die Kolumne von Margarete Stokowski hervorheben, welche in der heutigen tageszeitung erschien. In jener wird der Lookism innerhalb des EMMA-Feminismus erwähnt, da jene Redaktion nach wie vor ein inklusives Idealbild der Frau propagiert, bei dem die Bestimmung des eigenen Körpers eine sekundäre Rolle spielt. Denn, so EMMA-Logik, wer sich in der Öffentlichkeit freizügig gibt, schüre damit nur Sexismus und gäbe dem männlichen Geschlecht nahezu eine Einladung, die Frau zu unterdrücken. Allerdings erfüllt sie durch diese Meinung lediglich das Bild jener Menschen, welche den Feminismus als etwas rein exklusives des weiblichen interpretieren. Darüberhinaus ist solch eine Aussage ebenfalls eine Pauschalisierung der Männer, was sich auch in älteren Ausgaben widerspiegelt. Beispielsweise sei nur diese Person ein Mann, welche Prostitution ablehne und den „Kauf von Sex“ verbiete. Das dies kontroverse Debatten entfacht, ist kein Geheimnis, doch jene offenbaren auch die subtile Sexfeindlichkeit des EMMA-Feminismus.

Und da stellt sich dann natürlich die Frage, ob die von Medien monopolisierte Stellung der EMMA nun nicht kontraproduktiv erscheint, da Alice Schwarzer als eine Vertreterin einer weitreichenden Strömung erhoben wird, derweil ihre Ansichten eine regressive Wirkung erzielen. Denn wenn eine Frau die Farbe Rosa vergöttert, sich einen Kleidungsstil angewöhnt hat, welcher angeblich das Klischee bediene sowie die „Funktion“ der Hausfrau erfüllen möchte, ist das keine Einladung für die Interpretation einer mißlungenen Emanzipation, denn auch diese Frau ist Feministin, kann Feministin, darf Feminist, wird Feminist sein. Die Ambivalenz des Magazins obliegt einem Verständnis, das sich zusehr auf die Bekämpfung von Vorurteilen fixiert hat, dabei aber auch jenen das Vorurteil nehmen will, welche darunter nicht leiden, und dies ist der falsche Schachzug, der allerdings häufig und gerne von EMMA fabriziert wird.

In diesem Sinne: EMMA als „antifeministisch“ und „rassistisch“ zu bezeichnen, wie auf Twitter zu lesen ist, ist wohl der Emotion geschuldet, doch trifft es nicht das Faktum. Das Problem des Magazins ist die einheitliche Linie, die feministische Kritik nur in Zügen zuläßt, daraus aber nur selten eine Konsequenz zieht. Dabei ist es nicht das Ziel, EMMA jeglichen feministische Ansatz abzusprechen, das wäre nur ein Schuß ins eigene Bein; nein, das langfristige Ziel muß es sein, die Monopolisierung des Magazins und der Feministin Alice Schwarzer zu zerschlagen, um einen gesellschaftlichen Diskurs zu etablieren, um so Vorurteile abzubauen, welche vom Feminismus über die Jahre selbst erschaffen wurden. #Emmaistfürmich daher nicht die Repräsentantin meiner Ansichten, allerdings Bestandteil der Realität in der jeder aufgefordert werden sollte, seinen Unmut niederzuschreiben. Doch wertende als auch diffamierende Adjektive sollten so gut es geht vermieden werden. Was ist #EMMA für Dich?


3 Antworten auf “#Emmaistfuermich”


  1. 1 nummer.drei 06. November 2014 um 21:48 Uhr

    Mich würde wirklich interessieren, woher dein Bedürfnis kommt, in Kontexte, die eine Menge Kackscheiße produzieren, das Gute zu suchen? Ehrlich gesagt fehlen mir da radikale Positionen und wenn das schon nicht geht zumindest die Solidarität mit prekären Feminismen.

    Die langjährige Diskurshoheit der Emma wankt endlich und dann kommst du und willst sie wieder aufrichten? Es tut mir ehrlich leid, aber als langjährig hier schreibende und kommentierende Person tue ich mich gerade wirklich, wirklich schwer mit deinen Beiträgen.

  2. 2 femelle 06. November 2014 um 22:55 Uhr

    Ich dachte, in meinem Beitrag wird deutlich, daß ich EMMA kritisiere und ihre Monopolstellung eben nicht „aufrichten“ möchte.

  1. 1 [mädchenblog] #Emmaistfuermich | netzlesen.de Pingback am 06. November 2014 um 19:10 Uhr

Antwort hinterlassen

:) :( :d :"> :(( \:d/ :x 8-| /:) :o :-? :-" :-w ;) [-( :)>- more »

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


drei − = eins