Archiv für Dezember 2014

Pickup-“Artists“, wo ist Eure Würde?

Eigentlich wollte ich nur femelles Beitrag zu Pick-Up Artists kommentieren, aber ich wollte diesen Trend dann doch mal grundsätzlicher angehen…

Ich denke, es gibt immer verschiedene Ebenen der Manipulation im Umgang miteinander. Wenn ich etwas von jemandem will, versuch ich ihn natürlich in gute Stimmung versetzen statt ihn anzukacken. Auch Flirten ist schon in gewisser Weise Manipulation in eine eindeutige, unplatonische Richtung.
Auch unbewußt macht man das ständig (sich beleidigt zurückziehen, wenn man abgewiesen wird).
Und auf einer gewissen Ebene ist das ja auch okay. Und Menschen zu manipulieren/beeinflussen, das trainieren viele bewußt, von PR-Leuten bis hin zu Psychologen.
Die Frage ist, wie man damit umgeht. Und zwar, ob man sich dabei stets bewußt ist, daß man nicht nur ein „zu manipulierendes Gegenüber“ vor sich hat, sondern einen Menschen, ein Individuum.
Das bedeutet zum einen, daß man Rücksicht auf dessen Befinden nimmt und dabei respektvoll miteinander umgeht. Und eben, daß es sich dabei um ein kompliziertes Individuum hadelt, das nie wirklich so „funktioniert“ wie im „Lehrbuch“.
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Gynäkologenodyssee dank Fundichristen & AfD

In Stuttgart sucht ein Gynäkologe neue Klinikräume für ambulante Schwangerschaftsabbrüche, bis Februar muß er umziehen.
Das Problem dabei ist, daß irgendwelche übereifrigen Hardcorechristen den etwaigen Vermietern mit ihren berüchtigten Gehsteig“beratungen“ oder Prostesten drohen und sich die Suche so wesentlich schwieriger gestaltet.
Und dabei handelt es sich nicht um irgendeinen Arzt:

Der Umzug der Klinik schlägt hohe Wellen, weil ohne Stapf eine Versorgungslücke entstehen würde. Stapfs Klinik nimmt 2.200 Schwangerschaftsabbrüche pro Jahr vor. In ganz Baden-Württemberg werden nach Informationen der Beratungsstelle Pro Familia etwa 11.400 Schwangerschaften pro Jahr abgebrochen. Stapfs Anteil entspricht knapp 20 Prozent. Die Krankenkasse bezahlt die Abbrüche zu 85 Prozent.

Besonders pikant ist, daß die Abtreibungsgegner nun auch politische Rückendeckung bekommen – von (Überraschung…) der AfD.

[Prostestinitiator] Annen sagt auf taz-Anfrage, die Berichterstattung in der Presse in Sachen „Lebensschutz“ sei einseitig, er wolle sich deshalb nicht äußern. Für eine Demo in Stuttgart hatte er stadtbekannte Unterstützer gefunden: die Gemeinderäte der AfD.

„Ich war fassungslos“, sagt Marion Janke, leitende Ärztin der Pro-Familia-Beratungsstelle Stuttgart. „Es ist schon bemerkenswert, dass sich eine Partei in dieser Sache engagiert.“ Janke kritisiert, dass die Frauen durch solche Proteste kriminalisiert würden, obwohl sie nichts Illegales tun. „Diese kleine Gruppe, die Angst und Schrecken verbreitet, schüchtert die Frauen ein.“

X (Dritte Option)

Fühlst Du Dich weiblich? Fühlst Du Dich männlich?

Zwei Fragen, welche primär wohl nichts außergewöhnliches sein mögen, doch breche man das tradierte Verständnis derer auf, vermag sich dahinter eine Kategorisierung zu verbergen, die Identitäten gleichsetzt. Diese zwanghafte Einordnung wird schon bei der Geburt vollzogen, in der ein blaues oder ein rosa Bändchen veranschaulichen soll, daß dieses Kind nun männlich oder weiblich ist. Die Frage ist allerdings: läßt sich das anhand von primären Geschlechtsmerkmalen festmachen? KritikerInnen kommen gerne mit dem Argument, daß die Geschlechtszuweisung rein biologischer Konnotation geschuldet ist, und sie nicht mit der sexuellen Identität gleichzusetzen wäre. Doch das ist ein Trugschluß, was den KritikerInnen selbst nicht klar zu sein scheint. Dafür müßte man erst einmal in Erfahrung bringen, was die Kriterien für eine Weiblichkeit und eine Männlichkeit wären, was allerdings äußert schwierig ist. Dabei ist es nicht damit gesagt, daß jeder Mensch, wer eine Gebärmutter hat, sei weiblich, und jeder Mensch, wer einen Phallus besitzt, wäre der Männlichkeit zuzuordnen. Die eigentliche Weiblich- und Männlichkeit unterliegt einem soziologischen Prozeß, welche Regeln etabliert, die es nur schwer zu brechen gilt, welche allerdings gerade die Einordnung zementiert und einen Individualismus schwer zuläßt, was sich in Diskriminierungen widerspiegelt. Dabei möchte ich noch gar nicht transsexuelle oder auch intersexuelle Menschen ansprechen; die Bindung, der „fließende Übergang“ zu den zwei Geschlechtern ist kaum mehr zu definieren, da einerseits die Grenzen in selbst definierter Regel sich anpassen, andererseits sie sich der Starrheit unterworfen, um so eine Abgrenzung zu schaffen. Dabei kann man einen schnellen, leichten Selbsttest machen, in dem man sich fragt, was man unter Weiblich- resp. Männlichkeit versteht; die meisten Antworten würden sich um Erscheinungsbilder drehen, und in diesem Kontext auch schon eigene Kategorien erschaffen, was das ganze Konzept der Zweigeschlechtigkeit ad absurdum führt. So werden lesbische Frauen, geben sie sich fern der von Gesellschaft zementierten Weiblichkeit, gerne als „maskulin“ angesehen, ihnen wird in dem „Vorwurf“ nun eine geformte Weiblichkeit genommen. Denselben Effekt haben wir bei schwulen Mitmenschen, die sich „feminin“ verhalten, ihnen somit eine Männlichkeit abgesprochen wird. (mehr…)

Gegenwind

Artikel über Sexismus (und andere -ismen) in der Surferszene:

Nur wenige erfolgreiche Surferinnen haben die Zustände in der Szene offen thematisiert. Anastasia Ashley, Big-Wave-Surferin und Model, kritisierte in einem Fernsehinterview den Fokus der meisten Magazine auf ihren Körper anstatt auf ihre Erfolge auf dem Brett. Ashley ist jedoch nur die Nummer 59 im offiziellen Ranking der Association of Surfing Professionals (ASP) und hat somit weit weniger zu befürchten als die Frauen in den oberen Rängen. In dem Interview sagte sie auch: Objektivierende und degradierende Äußerungen von Surfmedien gehörten zum Job und würden von ihr nicht allzu ernst genommen. Gleichzeitig gab sie zu, dass es schwer sei, so als ernsthafte Sportlerin wahrgenommen zu werden. Carissa Moore, Nummer drei der Surfwelt, berichtete vor einigen Jahren von ihrer Essstörung, die sie unter anderem auf das ständige Fotografiertwerden in knappen Bikinis zurückführte.