Archiv für Januar 2015

Beiträge für Frauen*forscherin

Gerne veröffentliche ich folgenden Call, der mich per E-Mail erreichte:

Liebe Leute¹

Wir, das Kollektiv Frauen*Referat der ÖH Uni Wien, suchen nach interessanten, spannenden, kreativen, kritischen, ver_rückten, politischen, radikalen Beiträgen für die neue Ausgabe der Frauen*Forscherin (erscheint Mitte/Ende Februar 2015).

Die Frauen*Forscherin ist ein von unserem Kollektiv erstelltes Druckwerk, in dem sich ein kommentiertes Vorlesungsverzeichnis möglichst aller queer_feministischen², frauen*spezifischen, genderbezogenen Lehrveranstaltungen aller Unis in Wien befindet. Genauso werden queer_feministische Orte, Räume, Initiativen, Gruppen, Kollektive und Projekte in Wien vorgestellt. Die Frauen*Forscherin erscheint jedes Semester.

Inhaltlicher Schwerpunkt diesmal ist BURN-OUT.

Wir hoffen auf vielfältige Beiträge! Alle Medien sind willkommen, die einzige Voraussetzung ist, dass der Beitrag druckbar sein sollte und einen (queer-) feministischen Anspruch hat. Schick uns Texte, Bilder, Gedichte, Zeichnungen, Comics, schick uns alles was dir zum Themenschwerpunkt einfällt oder was du in der Frauen*Forscherin loswerden willst. Das Geschriebene kann auf allen existierenden (oder auch neu erfundenen :-) Sprachen verfasst sein.

Für alle Beiträge gibt es ein Honorar von maximal 100 Euro, je nach Arbeitsaufwand und nach Selbsteinschätzung. Schickt uns bitte eure Beiträge bis spätestens 3.2.2015 ! mit dem Betreff: Beitrag Frauen*Forscherin an frauenreferat@oeh.univie.ac.at

Wir freuen uns drauf und hoffen auf eine schöne und vielfältige Ausgabe!

Liebe Grüße vom Kollektiv Frauen*Referat

1 Im Rahmen unserer Politik sprechen wir hiermit Inter- und Trans*personen, Lesben und Frauen* an.
2 Der Unterstrich verdeutlicht die Vielfalt der Konzepte „Queer“ und „Feminismus“ und die vielfältigen Bezüge, die diese zueinander haben können. Wie sich die jeweilige Person in oder zwischen diesen Konzepten verortet bleibt ihr selbst überlassen.

Diskriminierung in Ba-Wü

Auch in Baden-Württemberg steht Diskriminierung von Nicht-Heteros auf der Tagesordnung:

Viele Menschen in Baden-Württemberg erfahren aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität immer noch Benachteiligungen, Diskriminierungen oder Gewalt. Dies zeigen die Ergebnisse einer von Sozialministerin Katrin Altpeter vorgestellten Onlinebefragung zur Lebenssituation von LSBTTIQ-Menschen in Baden-Württemberg.

Mehr als zehn Prozent der über 2.000 schwulen, lesbischen, bisexuellen, transsexuellen, trangendern, intersexuellen und queeren Teilnehmenden hatte bei der Befragung angegeben, in den vergangenen fünf Jahren mindestens einmal Opfer von körperlicher oder seelischer Gewalt geworden zu sein. Mehr als die Hälfte hatte zudem erklärt, in dieser Zeit mindestens einmal Opfer von Diskriminierung geworden zu sein. Ministerin Altpeter zieht aus diesen Zahlen den klaren Auftrag, den Abbau bestehender Diskriminierungen im Südwesten konsequent weiterzuverfolgen.

Ist dir manchmal langweilig?

Du lebst in Basel, Berlin, Bielefeld, Bochum, Düsseldorf, FFM, Göttingen, Graz, Halle, Hamburg, Hannover, Kassel, Linz, München, Münster, Oldenburg, Osnabrück, Rosenheim, Salzburg, Stuttgart, Wien und dir ist manchmal langweilig? Du hast vor eine dieser Städte zu besuchen und dir fehlt es an Programm? Schau mal in unseren Kalender!

Du wohnst in einer dieser Städte oder in einer ganz anderen Stadt und bei euch gibt es tolle queerfeministische Termine? Dann meld dich sehr gerne bei uns!

Mackern aufs Maul geschaut

Paula (@herzbrille) hat einen Film über linke Cis-Macker gemacht:

Sie nennen sich Feministen, sind links, reflektiert und vor allem: Sie wissen es besser! […] Sie haben die Weisheit mit Löffeln gefressen, sind rational und objektiv, hören sich selbst so gern reden…. Warum sollten sie dich dann auch ausreden lassen? Sie erwarten Huldigung und Kekse von der Welt, weil sie doch soo progressiv sind. Sie regen sich über „Femi-Nazis“ auf, kurz bevor sie auf der Frauenkampftags-Demo am lautesten grölen. Am Ende des Tages sitzt du vielleicht mit ihnen in der Kneipe und sie erklären dir, was Victim Blaming ist. Drei Minuten später verharmlosen sie sexuelle Belästigung. Wirfst du ihnen Sexismus vor, erklären sie dir, dass du zu empfindlich bist. Einige von ihnen sind Pick-up-Feministen: Die neue Flirtstrategie! (Sie sind poly und so, sie dürfen das…) Sie lachen über die doofen Machos, die Schwanzvergleiche nötig haben und machen aus absurdesten Dingen einen Schwanzvergleich. […] Wie viele der Cis-Macker, die du schon mal ertragen musstest, erkennst du hier wieder?

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Pick-Up-Artists als maskulinistische Erscheinungsform

Das linke Magazin „konkret“ hat in seiner ersten Ausgabe des neuen Kalenderjahres die Pick-Up-Artists, die schon bereits hier zweimal besprochen wurde, auseinandergenommen und einen radikalen Schritt begangen. Die zuständige Autorin Iris Dankemeyer, welche das sexistische Phänomen unter dem Titel „Pannendienst“ beschrieb, interpretiert die Methodik nicht als Aufruf zur Vergewaltigung, sondern als Gebrauchsanleitung eines Amok. Den Männern wird in den Kursen beigebracht, daß die primären Emotionen kontraproduktiv und mittels bestimmter Taktiken, wie das Freeze-Out, der Wille der Frau manipuliert werden kann und soll, um an die Früchte zu gelangen, welche gepflückt werden möchten. Dabei, und das hat Iris Dankemeyer richtig erkannt, ist das „Projekt“ von Julien Blanc lediglich eine Personifizierung der eigentlichen Ungleichheit der Gesellschaft, in der die Schnellebigkeit und der ständige Leistungsdruck sich auch auf das Sexualleben auswirkt. Der gegenwärtige Sexismus, welcher in seiner modernen Auslebung meist einseitig agiert, die Frau betreffend, provoziert ein Bild, in der die Frau als etwas gepriesen wird, das als Ziel unerreichbar scheint und durch modische Attribute sexualisiert wird, derweil konservative Medien und Privatpersonen häufig skandieren, eine Frau habe mit der Wahl der Kleidung auch eine Mitverantwortung, falls es zu einem Übergriff kommt. Daß es nun gerade auch Kurse gibt, welche dieses Denken schulen und als ein regulären Bestandteil der Gesellschaft manifestieren soll, offenbart die eigentliche Reichweite, welche diese Problematik umspannt. Der Reiz des Sex‘ wird immer häufiger bagatellisiert und der Mann wird als ein „Jäger“ degradiert welcher nur dann Respekt von Gleichgesinnten erhalten wird, wenn sich seine Liste individuell füllt. (mehr…)