Mackern aufs Maul geschaut

Paula (@herzbrille) hat einen Film über linke Cis-Macker gemacht:

Sie nennen sich Feministen, sind links, reflektiert und vor allem: Sie wissen es besser! […] Sie haben die Weisheit mit Löffeln gefressen, sind rational und objektiv, hören sich selbst so gern reden…. Warum sollten sie dich dann auch ausreden lassen? Sie erwarten Huldigung und Kekse von der Welt, weil sie doch soo progressiv sind. Sie regen sich über „Femi-Nazis“ auf, kurz bevor sie auf der Frauenkampftags-Demo am lautesten grölen. Am Ende des Tages sitzt du vielleicht mit ihnen in der Kneipe und sie erklären dir, was Victim Blaming ist. Drei Minuten später verharmlosen sie sexuelle Belästigung. Wirfst du ihnen Sexismus vor, erklären sie dir, dass du zu empfindlich bist. Einige von ihnen sind Pick-up-Feministen: Die neue Flirtstrategie! (Sie sind poly und so, sie dürfen das…) Sie lachen über die doofen Machos, die Schwanzvergleiche nötig haben und machen aus absurdesten Dingen einen Schwanzvergleich. […] Wie viele der Cis-Macker, die du schon mal ertragen musstest, erkennst du hier wieder?


Ich habe Teile meiner eigenen Polit-Geschichte in dem Film wiedererkannt und habe Paula angeschrieben, um ein wenig mehr über die Hintergründe zu erfahren. Die Idee für den Film kam ihr während der Planungen ihrer Polit-Gruppe für den Frauen*kampftag:

In der Zeit ist ein linker Bilderbuchmacker aufgetaucht, der die Hauptinspirationsquelle für viele Sprüche war. […] Er ist krass raumeinnehmend und sehr egozentrisch. Ich habe mit den restlichen Leuten (hauptsächlich Typen) darüber geredet, dass seit er da ist, ich immer wütend vom Plenum nach Hause komme, doch sie sahen nicht ein irgendetwas zu machen, mit ihm zu reden, ihm zu zeigen, dass das so nicht geht oder anything. Später hieß es: „Wir sind keine Empowermentgruppe, wir sind eine linke Basisgruppe und deshalb müssen wir Differenzen aushalten. Wenn du ein Problem mit ihm hast, besprich das mit ihm.“ Das hat mich krass enttäuscht, weil wir ja gerade zu der Zeit Aktionen gegen Sexismus planten und sie in ihrer eigenen Gruppe aber Sexismus individualisierten und das Problem bei den Betroffenen ließen. Eine andere Frau ist auch wegen ihm (zumindest vorübergehend) aus der Gruppe gegangen… Ich wollte meine Wut und Enttäuschung sinnvoll kanalisieren.

Gemeinsam mit Freund_innen machte sie sich auf der Stelle ans Werk und drehte das Rohmaterial. Die Dialoge waren nicht schwer zusammenzustellen, genügend derartige Erfahrungen fanden sich sowohl bei Paula als auch bei Twitter-Nutzer_innen, die fleißig Beispiele gaben. Im Herbst folgten einige ergänzende Szenen und die Schnittarbeiten – der größte Teil der Arbeit, von dem die wenigsten, die noch nie einen Film gemacht haben, etwas ahnen. Via Twitter fanden sich auch Übersetzer_innen für Untertitel, @nightlibrarian und @highoncliches.

Die Reaktionen waren hauptsächlich positiv. Allerdings haben ein paar Maskus den Film entdeckt und verbreiteten ihn mit dem Hinweis „Null-Bock-Empfehlung“ unter den Hashtags #Hatespeech und #Misandrie. Auch hieß es via Twitter abwehrend, solche Typen gebe es nicht wirklich, Feminist_innen würden diese sich bloß ausdenken… Andere Cis-Männer fühlten sich angesprochen bzw. hatten das Gefühl, die Sätze könnten auch von ihnen stammen. Nicht zuletzt gab es Feedback über missverständliche Szenen, woraufhin Paula reagierte und diese entfernte.

Eine Fortsetzung wird es aller Voraussicht nach nicht geben, auch wenn sich die Beispiele endlos weiter führen ließen… Aber seht selbst:

Also ich habe herzlich gelacht :D


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