Archiv für Februar 2015

Internationaler Frauen*kampftag 2015

Hier werde ich in den nächsten Tagen Termine zum Internationalen Frauen*kampftag sammeln, die Liste ist also noch unvollständig. Bitte kontaktiert uns via Twitter oder Kontaktformular, wenn ihr auf weitere Events aufmerksam machen wollt! Zahlreiche weitere wunderbare queer/feministische Termine, die in dieser Zeit stattfinden, finden sich wie immer: hier

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Fifty Shades of Grey – eine Begegnung

„Ich schlafe nicht. Ich ficke. Ich ficke hart.“

SPIEGEL ONLINE beklagt sich, der Film biete nur „Blümchensex, etwa acht Minuten“, moniert gleichermaßen allerdings, daß nichts „dezent“ sei, „nicht mal die Schleichwerbung“. Für die taz verbirgt sich eine subkutan verabreichte, politische Botschaft, da der besagte Vertrag „nur am Rande ein sexuelles Spiel [regelt].“ Und die FAZ meint, dieser „Unfug tut weh, fesselt aber kein bißchen.“ Nicht nur die Presse versucht sich zu übertrumpfen im degoutieren des Filmes, auch der Großteil der KinobesucherInnen, scheint ziemlich enttäuscht die eigentliche Thematik betreffend, und das Adjektiv „langweilig“ wird sich in dieser Hinsicht wohl bald der Inflation stellen. Da ich die Romane von Autorin E.L. James, welche die Verfilmung auch (mit-)produzierte, weder las noch zur Kenntnis nahm, kam ich nicht umher, ebenfalls einen Blick ins Lichtspielhaus zu werfen, um zu erfahren, ob all die negativen, geradezu vernichtenden Kritiken sich bewahrheiten, deren Ironie es ist, daß gar die positiven Attribute in den Rezensionen negativer Konnotation gleichen. So hatte ich zwar durch hiesige Berichterstattungen schon indirekt ein Bild geformt, was meine Erwartungen gleichermaßen immens herunterschraubte, ich mir aber dennoch stets gesagt habe, dem Film als eigenständiges Werk eine Chance zu geben, um mir ein eigen Bild zu machen. So war ich heute im lokalen Kino. Und ich habe überlebt. (mehr…)

Leipziger Buchmesse 2015

Heinz-Jürgen Voss wies per E-Mail-Verteiler auf einige queere und feministische Buchvorstellungen im Rahmen der Leipziger Buchmesse hin:

Do., 12.3.2015, 17:00 Uhr, Frauenkultur
Zülfukar Çetin und Savaş Taş (Hg.): Gespräche über Rassismus – Perspektiven und Widerstände
Der Band enthält Interviews mit: Maisha Eggers, Iman Attia, Isidora Randjelović, Yasemin Shooman, Noa Ha, María do Mar Castro Varela, Koray Yılmaz-Günay, Nivedita Prasad, Vassilis S. Tsianos, Anna Esther Younes, Mutlu Ergün-Hamaz, Elsa Fernandez, der Gruppe Women in Exile und Deniz Utlu, ergänzt um Beiträge von Halil Can und Ayşe Güleç.
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Do., 12.3.2015, 19:00 Uhr, Frauenkultur
Ulrike Busch, Daphne Hahn: Abtreibung: Diskurse und Tendenzen
Katja Krolzik-Matthei: § 218 – Feministische Perspektiven auf die Abtreibungsdebatte in Deutschland
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Fr., 13.3.2015, 18:00 Uhr, Frauenkultur
Manuela Tillmanns: Intergeschlechtlichkeit – Impulse für die Beratung
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Sa., 14. 03. 2015, 12:30 bis 13:15 Uhr, Sach- und Fachbuchforum der Leipziger Buchmesse Halle 3, H202
Torsten Linke: Sexualität und Familie. Möglichkeiten sexueller Bildung im Rahmen erzieherischer Hilfen
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Wenn ihr noch andere queere/feministische Lesungen entdeckt, schreibt uns in den Comments!

SPITZ sucht Beiträge!

Was wir planen
„SPITZ“ – ein queeres Magazin. Das Ganze wird eine exemplarisch-selektive Dokumentation mit inhaltlichem Schwerpunkt auf (Selbst)repräsentation. Die Uneindeutigkeit und Vielfalt des Themas soll sich auch in Layout und Gestaltung widerspiegeln. Je nach Budget, das wir aufstellen können, wird das Magazin unterschiedlichste Materialien enthalten (Spiel mit Haptik und Gestaltung), je nach Beiträgen unterschiedlich umfangreich sein.

Wenn wir schon (noch) eine Diplomarbeit machen, dann soll es bitteschön ein geiles, heißes Teil werden, etwas, das man gerne aufhebt, herzeigt und immer wieder anschauen möchte!

Einfließen werden Portraits & Reportagen, freie Arbeiten, Interviews, literarische Texte, Illustrationen etc., teils von uns produziert und teils kuratiert.

Was wir suchen
Wir sind auf der Suche nach spannenden Beiträgen, die wir einbauen können!
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Good Night Macho Pride 2015

Anarchafeministisches Vernetzungstreffen in Ukraine (17.–23. April). Die Organisator_innen bitten um frühzeitige Anmeldung!

We are the collective of GNMP-2015 festival organizing anarcha-feminist meeting in central Ukraine taking place from 17 to 23 April.
The main focus of this year will be solidarity and mutual support between anarcha-feminist groups, sharing experiences and ideas.
We aim to support cooperation between people by overcoming linguistic and national boundaries.
There are going to be lectures, workshops, discussions, collective presentations and exchange of regional contexts in the program. The program will be formed together by organizers and participants of the festival. We are open to suggestions.
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How to kill a creeper!?

Folgende Anfrage nach Beiträgen erreichte mich per E-Mail:

ZINE- PROJECT: „how to kill a creeper!?“
contribute and join with your story!

hey sisters! i am putting together a little booklet about the crazy stories female-solo travelers encounter in their daily life when being confronted with “creepers” (men who act sexually harassing towards women). please write me and share your story with other women. the zine will be for free download and distribution.

o) tell a story which illustrates the stupidity of the creepers or a certain creeper you encountered.
o) tell us your tricks about how to deal with creepers
o) or share your wildest fantasy of what you wanted to do to a certain creeper
o ) or tell a story about how you really kicked some creepers ass (verbally or physically)
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Probleme und Hürden des heutigen Feminismus

Designer und Moderator Guido Maria Kretschmer hat dem SPIEGEL in der aktuellen Ausgabe ein kurzes Interview bezüglich seiner neusten TV-Show „Deutschlands schönste Frau“ gegeben, welche jedoch keine essentielle Rolle spielt, da Kretschmer auf die Frage, ob er Feminist sei, eine bejahende Antwort gegeben, mit der Begründung, er habe lange die EMMA gelesen und fände es „traurig, daß Frauen noch immer nicht die gleichen Karrierechancen haben wie Männer“, was einer Zustimmung der Frauenquote gleicht. Nun werde ich mich nicht anmaßen, zu urteilen, wer sich nun FeministIn „schimpfen“ darf, und wer nicht, allerdings bedarf es einer kleinen Analyse, weshalb gerade die Bekundung zum reaktionären EMMA-Feminismus und die Bejahung der Frauenquote einen Teil des Feminismus ausmacht, ihm aber gleichermaßen auch im Wege steht.

Madame Alice Schwarzer war in ihrer frühen Zeit eventuell feministisch orientiert und hat ihre pedantische Interpretation als Wegweiserin des Feminismus‘ per se entwickelt, welches von allerlei Medien wohlwollend aufgenommen und verbreitet wird. Allerdings ist es gar nicht so leicht, den schwarzer’schen Feminismus zu formulieren, da formal seiner eigenen Selbstzuschreibung widerspricht. Man könnte den Schwarzerismus als eine Antwort auf die postliberale 68er-Bewegung verstehen, welcher ein Ventil für die aufkommende Sexualität beschreiben möchte. Einerseits bejaht Alice die offene Sexualität und instrumentalisiert sie gleichermaßen als Fundament für ihren Ismus. Andererseits wird jene positive Besetzung auch gleichermaßen als Schwert verwendet, um eine, in ihren Augen, „obszöne Auslegung“ jener gewonnenen Freiheiten zu bekämpfen. Sie scheint in dieser Aufarbeitung einen konservativen Weg einschlagen, welcher primär nicht zu beklagen wäre, da ein pluralistischer Feminismus funktionieren kann, gleichwohl Schwarzer diesen Weg in den letzten Jahren als Personifizierung der Weiblichkeit und des Kampfes der Frau entwickelte. Dabei erklärte sie nicht nur dem Sex an sich den Kampf, sondern auch jedwede Vermarktung und Selbstbestimmung bis hin zur (konsumorientierten) Kunst, welcher sich dahingehend sublimierte, den Feminismus im entristischen Sinne auszuhöhlen und nach eigenem Duktus zu definieren. Es mag (nur für mich?) paradox erscheinen, erstens für eine Selbstbestimmung zu kämpfen, gleichzeitig, also zweitens, jenes Recht wieder einzuschränken resp. eine Pseudo-Bekämpfung der Öffentlichkeit zu forcieren. Eine Kritik an die Pornographie ist in jedem Kontext gerechtfertigt, allerdings nicht in dem Maße wie Schwarzer sie formulierte. Nach ihrem Willen wäre jene Kunstform schon längst verbannt und in alle Ewigkeit verboten, wohlwissend, daß es auch eine feministische Interpretation der Pornographie gibt, sie diese aber für eine Verschleierung einer patriarchalen Sex-Industrie zu verstehen vermag. Diese Kritik ist verständlich, schießt aber am eigentlichen Ziel vorbei. Das Verbot der Pornographie käme einer radikalen Zensur der Meinungs- und Kunstfreiheit statt. Es ist richtig, gewisse Formen der Pornographie zu bekämpfen resp. ihr entgegenzuwirken, beispielsweise in der Unterstützung feministischer Pornos oder in der Entradikalisierung der kontrollierenden Männlichkeit. (mehr…)