Respect

„Zeit Online“ erzählt die Geschichte von Otis Reddings Lied „Respect“ und wie Artetha Franklin ihn mit neuer Bedeutung auflud:

In der Tat übertraf Franklins Respect Reddings Original um Längen. Die Aufnahme wurzelte zwar im selben Südstaatensound. Arethas Stimme aber, unterstützt von einem Gospel-Backgroundchor, katapultierte den erdverhafteten Rhythm and Blues Reddings in spirituelle Höhen.

Entscheidend dafür, dass der Song zum Protestlied wurde, war indes noch etwas anderes: dass sie die Perspektive umkehrte. Dass hier eine Frau sang. Dass hier eine Frau Respekt verlangte von ihrem Mann. Sosehr Emanzipation und Gleichberechtigung Schlagwörter der Bürgerrechtsbewegung waren: Mit der Gleichstellung der Geschlechter war es oft auch unter den afroamerikanischen Aktivisten nicht weit her. Im Soul und Rhythm and Blues galt Gewalt in der Ehe nicht selten als Kavaliersdelikt; aus weiblicher Perspektive wurde sie viel beklagt und viel besungen.

Redding forderte Respekt aus der Position des Mächtigeren. Aretha Franklin sprach aus der Position der Benachteiligten. Erst durch diese Umkehrung eignete sich das Lied dazu, Verhältnisse jenseits der eigenen vier Wände mit anzuprangern.


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