Zu den SlutWalk-Kontroversen: Warum keine mehr eine Schlampe ist, wenn wir alle welche sind

Die Protestform der SlutWalk-Bewegung wurde inzwischen viel und breit diskutiert, sie hat viel Anklang gefunden, aber auch immer wieder für Bedenken gesorgt.

- „Das Anliegen ist ja richtig, aber die Mittel sind die falschen.“

- „Ich würde eigentlich gerne mitmachen, aber mir macht es Bauchschmerzen, unter einem Banner zu laufen, auf dem das Wort „Schlampe“ steht.“

- „Ich habe das Gefühl, dass diese Protestform dem sexistischen Normalzustand eher in die Hände spielt, als ihn ins Wanken zu bringen.“

Im folgenden werde ich ein paar Gründe dafür aufführen, weshalb ich mich als (Queer-)Feministin trotzdem dazu entschieden habe, an der SlutWalk-Bewegung mitzuwirken.

Von der Fremd- zur Selbstbezeichnung

Die Kategorisierung als „Schlampe“ ist der Versuch, weibliche Sexualität zu kontrollieren und zu sanktionieren. Sie basiert auf der gesellschaftlich immer noch sehr präsenten Dichotomie von der „Hure“ und der „Heiligen“, die Frauen* in verschieden ehrenvolle Kategorien einteilt. Verhält eine weiblich kategorisierte Person sich nicht dem gesellschaftlichen Rollenbild entsprechend, wird sie zur „Hure“/ „Schlampe“ und verliert somit ihr Recht auf allgemeinen Respekt, die Wahrung ihrer persönlichen Grenzen und in letzter Konsequenz sogar die Aufrechterhaltung ihrer (psychischen und physischen) Unversehrtheit. Eine Frau, die als Schlampe bezeichnet wird, erhält den Status eines Objektes, über das jeder frei verfügen kann. Indem diese Kategorie als vermeintliche Legitimation für respektloses, gewalttätiges und grenzüberschreitendes Verhalten gesehen wird, wird sie zum Kontrollmechanismus. Was Michael Sanguinetti, der kanadische Polizeibeamte, der den Stein des Anstoßes für die weltweite SlutWalk-Bewegung gegeben hat, ausgesprochen hat, ist auf den Punkt gebracht nichts anderes als eine Drohung: Vermeidet es, euch wie Schlampen zu kleiden, wenn ihr nicht zu Opfern sexualisierter Gewalt werden wollt. Im Klartext: Wenn du nicht willst, dass dir etwas passiert, dann verhalte dich auch gefälligst den gesellschaftlichen Konventionen entsprechend. Frauen wird aber nicht nur nahegelegt, sich nicht „wie Schlampen“ zu verhalten, sondern sich darüber hinaus auch klar von diesen abzugrenzen, um die eigene Integrität zu schützen.
Wenn wir aber alle plötzlich zu Schlampen werden, verschwimmen die Grenzen und die Fremdbezeichnung als „Schlampe“ verliert ihre Wirkungskraft. Denn die Dichotomie von der „Hure“ und der „Heiligen“ kann nicht weiter aufrecht erhalten werden, wenn es keine mehr gibt, die sich als „Heilige“ bezeichnet. Die Selbstbezeichnung als „Schlampe“ ist also eine Solidaritätsbekundung und zugleich ein Bruch mit sexistischen Konventionen.

Wer sexualisiert hier eigentlich wen?

In der SlutWalk-Debatte ging es viel um kulturelle Codes, die durch Kleidung vermittelt werden. Das eine Frau nur wenig bzw. freizügige Kleidung trägt, kann viele Gründe haben – möglicherweise ist ihr warm, sie fühlt sich in den Klamotten wohl oder sie mag ihren Körper einfach gern und ist stolz auf dieses positive Körperbewusstsein (idealerweise natürlich auch fernab von Schönheitsnormen). Es muss nicht unbedingt ein Ausdruck dafür sein, dass eine Frau Sex will. Aber es kann.
Es ist wahr, dass Frauen in unserer Gesellschaft eigentlich permanent sexualisiert werden – allerdings geschieht dies eigentlich immer nur passiv. Bringt eine Frau ihre Sexualität aktiv zum Ausdruck, sieht sie sich sehr schnell mit den im ersten Teil beschriebenen Sanktionen konfrontiert.
Die SlutWalks kämpfen deshalb für das Recht weiblich kategorisierter Personen, selbstbestimmt mit ihren Körpern und ihrer Sexualität umgehen zu können, ohne in ihren Grundrechten beschnitten zu werden. Frei nach dem Motto: „Unser Körper, unsere Leben, unsere Sexualität gehört uns!“. Denn selbst wenn eine Frau durch ihre Kleidung ausdrücken will: „Ja, ich habe eine (aktive) Sexualität!“ bedeutet das nicht, dass über diese Sexualität von anderen frei verfügt werden kann – und auch nicht, dass sie diese mit Männern ausleben will. Dass Frauenkörper kein Allgemeingut sind und weibliche Sexualität nicht konsumierbar ist, ist eines der Hauptanliegen dieses Protestes.

SlutWalk – ein Luxusdiskurs?

Der SlutWalk-Bewegung wird teilweise vorgeworfen, Personengruppen, die besonders starken Unterdrückungsmechanismen ausgesetzt sind, keinen Raum zu bieten. Ich möchte mir nicht anmaßen, über die Kritik von Menschen zu urteilen, die über einen ganz anderen Erfahrungshorizont verfügen als ich. Schwarze Personen haben beispielsweise nicht die Chance, durch die Wahl ihrer Kleidung zu beeinflussen, wie weiße Personen ihnen begegnen – sie sehen sich grenzüberschreitenden Verhalten allein aufgrund ihrer Hautfarbe in viel stärkerem Maße ausgesetzt, als weiße Personen das tun.
Allerdings bedeutet das in meinen Augen nicht, dass die SlutWalk-Bewegung diesen Anliegen per se keinen Raum bieten kann. Denn indem wir mit Vergewaltigungsmythen aufräumen, können wir es schaffen, die wahren Ursachen sexualisierter Gewalt offener zu legen; und diese liegen eigentlich immer in ungleichen Machtverhältnissen begründet. Denn schwarze oder behinderte Personen, Kinder, Menschen in prekären Anstellungsverhältnissen oder mit unsicherem Aufenthaltstatus, sowie viele weitere Personengruppen in gesellschaftlichen Randpositionen werden besonders oft zu Opfern sexualisierter Gewalt. Diese Tatsache wird allerdings gerne totgeschwiegen und die Dunkelziffer liegt in diesen Fällen besonders hoch. Es liegt an uns, Wort für all diejenigen zu ergreifen, die in unserer Gesellschaft keine Stimme haben (weil sie bspw. aufgrund einer Behinderung nicht über die Fähigkeit verfügen, sich anderen mitzuteilen oder weil sie es sich aufgrund ihrer Illegalisierung nicht erlauben können, Anzeige gegen den Täter** zu erstatten).

Ein paar abschließende Worte

Die SlutWalk-Bewegung ist noch sehr jung und es ist an uns allen gelegen, sie mit Inhalten zu füllen. Das große mediale Interesse an diesem Protest (bzw. seiner Form) schafft uns die Möglichkeit, wichtige Inhalte in die Mitte der Gesellschaft(en) zu tragen und Menschen zum Nachdenken zu bewegen, die sich bisher noch nie mit diesen Themen befasst haben. Der Kampf ist altbekannt, nur die Dimension ist neu.

Deshalb lasst uns am 13. August gemeinsam auf die Straße gehen – egal ob in Berlin, Bielefeld, Bremen, Dortmund, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München oder Stuttgart (mehr Infos dazu findet ihr hier: SlutWalk United)!

Anbei nochmal das Manifest das SlutWalk Ruhr/ Dortmund:

SlutWalk, weil…

…wir es satt haben, in einer Kultur zu leben, die uns sagt: „Lasst euch nicht vergewaltigen!“, anstatt: „Vergewaltigt nicht!“!

…wir die Einschränkung unserer Persönlichkeitsrechte nicht mehr hinnehmen, um die Gefahr von Grenzüberschreitungen zu reduzieren!

…wir endlich frei und selbstbestimmt mit unseren Körpern und unseren Leben umgehen können wollen, ohne dafür von der Gesellschaft sanktioniert zu werden!

…wir nicht mehr tatenlos zusehen, wie Vergewaltigunsmythen aufrecht erhalten und die wahren Ursachen von sexualisierter Gewalt verschleiert werden!

…wir genug von Medienberichten und Gerichtsurteilen haben, die den Opfern eine Mitschuld an sexualisierten Übergriffen geben!

…wir ein für alle mal klarstellen wollen, dass Nein auch Nein bedeutet – immer und überall!

…wir flirten, feiern und lieben können wollen, ohne Angst haben zu müssen, dass unser*e Gegenüber unsere Grenzen verletzt!

…wir uns nicht weiter fremddefinieren lassen, sondern selbst bestimmen, wer wir sind, wie wir sind und was das für uns bedeutet!

…wir all denen, die sich vom sexistischen Normalzustand haben einschüchtern und beschränken lassen, Mut zusprechen wollen; wir sind viele und wir sind stark und wir holen uns die Straßen, die Nächte und unsere Freiheiten zurück!


* Wenn ich in meinem Text von „Frauen“ spreche, dann meine ich damit Personen, die in unserer Alltagsrealität als Frauen kategorisiert werden; unabhängig davon, wie sie sich selbst sehen. Ich betrachte Geschlecht hier jedoch nicht als biologisch determiniert, sondern als soziale Strukturkategorie.

**Ich habe hier bewusst auf das Gendern verzichtet, um gesellschaftliche Realitäten nicht verschwimmen zu lassen. 99% aller Täter sind männlich sozialisierte Personen.


32 Antworten auf “Zu den SlutWalk-Kontroversen: Warum keine mehr eine Schlampe ist, wenn wir alle welche sind”


  1. 1 Irina 11. August 2011 um 8:20 Uhr

    Toller Text! Sehr gut auf den Punkt gebracht! Bravo!!!

  2. 2 Tim 11. August 2011 um 16:54 Uhr

    “ 99% aller Täter sind männlich sozialisierte Personen“

    Ja laut Wikipedia vielleicht…

    Beachte aber: Vieles was Frauen mit Männern bzw. Jungs machen, wäre im umgekehrten Fall schon zumindest sex. Mißbrauch.

    Gab doch diesen Fall in Östereich, wo eine 40 (?) Jährige nen 13 jährigen Freund hat…

    Umgekehrt wäre der 40 Jährige ein pädophiles Schwein, wenn er mit ner 13 Jährigen schläft, so ist es naja…ned so tolle, aber akzeptabel.

    Unabhängig jetzt von der juristischen Seite gesehen.

    Es gab da mal eine interessante Studie dazu, wie Leute sexuelle Grenzverletzungen geschlechts-verschieden beurteilen obwohl es die gleichhe Ausgangslage ist nur mit vertauschten Geschlechtsrollen.

    Fazit: Männer können sich erheblich weniger erlauben, um nicht gleich als Sexualstraftäter angesehen zu werden als Frauen.

  3. 3 TOHUWABOHU 11. August 2011 um 18:38 Uhr

    „Dass Frauenkörper kein Allgemeingut sind und weibliche Sexualität nicht konsumierbar ist, ist eines der Hauptanliegen dieses Protestes.“ Das ist sehr schön ausgedrückt, finde ich. Und bringt es auf den Punkt!

  4. 4 Joni.T 11. August 2011 um 20:01 Uhr

    Die Analyse finde ich sehr gut. Für mich geht es aber einfacher besser. Mir fällt es auch schwer, mich als Schlampe zu bezeichnen (und ich danke besonders Nadine von der Mädchenmannschaft nochmal ganz herzlich für die geduldigen Ermunterungen!)
    Andererseits: Wenn Männer oder andere Frauen Frauen als Schlampen bezeichnen, meinen sie das durchweg beleidigend. Ich kann sie nicht daran hindern, so zu sprechen und zu denken. Aber ich kann _Schlampe_ eine andere Bedeutung geben. Deshalb finde ich SlutWalk gut und wichtig, auch „ohne intellektuell“.

  5. 5 Volker Racho 11. August 2011 um 20:53 Uhr

    Hinzu sollte man bedenken, dass es selbst wenn die Quote bei 99% liegen würde, immer noch 1% gibt, welches durch eine solche Denkweise wegignoriert wird, das empfinde ich als sehr fragwürdig und unfair den (männlichen) Opfern gegenüber.
    Dieser Rechtfertigung nach, müsste man beim gendern immer erstmal den Frauen/ Männer- Anteil überprüfen.
    Zumal die im Wikipedia Artikel etwas weiter unten angeführte Stuidie schon andere Zahlen aufweist. Darum geht es mir aber gar nicht.

  6. 6 Paulinchen81 11. August 2011 um 22:18 Uhr

    Toller Text, wirklich grandios geschrieben.

    Als Feedback von Männern habe ich leider oft gehört: geil! Slutwalk, da gehe ich hin und schau mir die Weiber an…

    Zudem wurde die Demo auch in einem SM-Forum angekündigt. Ich weiß zwar, dass viele Frauen in dieser Szene vergewaltigt wurden und durch das Ausleben die Vergewaltigung immer und immer wieder erleben und so verarbeiten. Aber trotzdem weiß ich nicht ganz, ob ich das okay finden soll oder nicht. Ich kenne die SM-Szene in Berlin ein wenig und weiß, dass da auch viele Idioten rumlaufen (wie überall). Zumal die Demo unter Termine zu finden ist, die zu Sex-Parties einladen…

    Deshalb habe ich ein wenig „Angst“ dass nur Gaffer da sind und sich lustig machen und rufen: geil!!! Ich vergewaltige euch gleich alle nochmal…das wäre echt furchtbar..und würde mich auch ganz schön Triggern….

    was sagst du dazu?

  7. 7 Konny 11. August 2011 um 23:07 Uhr

    Ich kann mich erinnern, dass „Lesbe“ (resp. „Lesbierin“) früher auch mal ein Schimpfwort war, bevor wir uns dieses Schimpfwort zueigen gemacht haben und positiv besetzt haben :)

  8. 8 Ann 12. August 2011 um 0:28 Uhr

    Ganz ehrlich?
    Ich empfinde nicht, dass „lesbisch“ oder „schwul“ in der breiten Öffentlichkeit inzwischen positiv besetzt sind. Ähnlich wie das Wort „Schlampe“.
    Ich stehe voll hinter dem eigentlichen Anliegen, aber an einem „Slutwalk“ werde ich nicht teilnehmen, weil ich durchaus befürchte, dass das Anliegen unter DIESEM Titel nach hinten losgehen kann (siehe Paulinchens Bedenken).
    Schlicht gesagt: Der Titel stößt mich ab.
    Und alle Frauen Schlampen werden lassen? Wozu?? Wir sind doch schließlich alle Heilige! :d

  9. 9 Luna 12. August 2011 um 15:39 Uhr

    @Tim
    Ob die Dynamik 30jährig-mit-13jährig sowieso gesellschaftlich akezeptiert ist/werden soll, kann man ja noch gesondert drüber streiten.
    Aber. Im Prozess selbst und im Rahmen ner Begutachtung eines Psychiaters wurde festgestellt, dass die treibende Kraft hinter der sexuellen Komponente der Beziehung nun mal der Junge war, der dies auch immer und immer wieder bezeugte (und angeblich hat er diese sexuellen Wünsche mit dieser bestimmten Dame auch schon vor der Beziehung mit ihr kund getan).
    Die Frau selbst hat während im Prozess ihre „Schuld“ (ihr Halbwissen gegenüber den gesetzlichen Bedingungen) eingeräumt.
    Und noch was: sexueller Missbrauch, von den Rahmenbedingungen her war es wohl schon. Aber nicht, wenn man sich die Beziehung eben genauer angeschaut hat- denn etwas entscheidendes fehlte hier: Der psychische Druckk der bei sexuellen Missbrauch ausgeübt wird. Die Vertuschung vom Opfer.

    Wie geschrieben, Halbwissen ist gefährlich…

    @Ann: ich empfinde „lesbisch“ garnicht besetzt. Weder gut noch schlecht.
    „Schwul“ hingegen ist immer ein wenig negativ besetzt („Schwul nich rum!“) oder undefiniert besetzt („Boah, das ist ja schwul!“ – was zum Henker soll denn das bedeuten?)

    Ich persönlich finde die Slutwalks sinnvoll. Und danke nochmals für die Zusammenfassung. :)

  10. 10 Ellen Howdy 12. August 2011 um 17:51 Uhr

    Guter Text, hast ja die wichtigste Fragen bearbeitet! Ist auch interessant die kommis zu lesen. Ist ja eine ganz schwere und kompliziert Frage :/

  11. 11 tee 12. August 2011 um 19:07 Uhr

    Ich empfinde nicht, dass „lesbisch“ oder „schwul“ in der breiten Öffentlichkeit inzwischen positiv besetzt sind. Ähnlich wie das Wort „Schlampe“.

    jo. allerdings ist die chance, dass sich alle als homosexuell bezeichnen, noch weitaus geringer als die, dass alle sich als schlampe bezeichnen. gibt aber noch andere gründe, nicht an diese these zu glauben:

    Eine Frau, die als Schlampe bezeichnet wird, erhält den Status eines Objektes, über das jeder frei verfügen kann. […]
    Wenn wir aber alle plötzlich zu Schlampen werden, verschwimmen die Grenzen und die Fremdbezeichnung als „Schlampe“ verliert ihre Wirkungskraft.

    warum denn? vergleich: „nigger“. funktioniert als fremdbezeichnung nachwievor.

    @konny:

    Ich kann mich erinnern, dass „Lesbe“ (resp. „Lesbierin“) früher auch mal ein Schimpfwort war, bevor wir uns dieses Schimpfwort zueigen gemacht haben und positiv besetzt haben

    auch das funktioniert innerhalb der heterosexistischen gesellschaft nachwievor bestens als schimpfwort. grad gestern wieder erlebt.

  12. 12 Männlich 13. August 2011 um 0:15 Uhr

    Nur kurz ne kleinigkeit:

    „Eine Frau, die als Schlampe bezeichnet wird, erhält den Status eines Objektes, über das jeder frei verfügen kann.“

    nee, das stimmt mMn nicht – zumindest nicht für alle sexisten. unter vielen sexisten kriegt eine frau NICHT diesen status, sondern sie wird einfach als eine frau angesehen, die mit jedem rumfickt.
    (hoffe ihr versteht was ich meine)

  13. 13 Tim 13. August 2011 um 12:55 Uhr

    @Luna

    Ja ich kenne den Fall und habe ihn mit Interesse verfolgt.

    Ich aus meiner Sicht sehe da auch jetzt nichts soo schlimmes daran.

    Die Aussage des Jungen sehe ich trotzdem als Schutzbehauptung an
    damt seine Geliebte nicht in den Knast muss. Verständlich, er hat es auf sich genommen weil er sie nicht verlieren wollte.

    ABER: Wäre es umgekehrt, und ein 40 Jähriger würde eine 13 vögeln (für die meisten Feministinnen ein Alptraum, ich würde mich als Vater auch nicht so ganz wohlfühlen) wäre das auf einmal was
    ganz anderes. Zumindest würde es die Gesellschaft so sehen, egal ob die 13 Jährige ihn verführt hätte.

    Da würde man ganz klar die Veantwortung auf den Mann schieben nach dem Motto das es nicht sein kein der Anmache eines Kindes nachzugeben. Eigentlich auch zu Recht.

    Ein Mann wäre wohl kaum mit Bewährung davon gekommen. Auch her sieht man den Unterschied.

    So ist es „Romantik“…anders herum Vergewaltigung. Nicht aus meiner Sicht, sondern aus Sicht der Gesellschaft.

    Wie gesagt es gab da mal eine interessante Studie die ganz klar zeigt, dass sich Frauen in der Hnsicht mehr erlauben könnnen ohne das jemand Mißbrauch wettert.

    Deswegen sind die 99% mit Vorsicht zu geniessen.

  14. 14 D 14. August 2011 um 12:47 Uhr

    Als recht linksprogressiver, durchaus feminismussympathisierender junger Mann wirkt die ganze Schlampenmarsch-Idee einfach nur absurd auf mich. Man tut so, als seien Vergewaltigungen eine gezielte politische Attacke auf Frauen, gegen die es zu protestieren gilt.

    Die Typen, vergewaltigt haben, vergewaltigen oder vergewaltigen werden, interessiert das einen Scheiss.

    Oder liegt der Sinn eher im Eintreten für sexueller/physischer Selbstbestimmung durch exzessive Demonstration ebendieser? Der Anteil derjenigen im Publikum, die dies verstehen, ist verschwindend gering. Die meisten gehen eher von einer weiteren Auswuchs einer zu sicheren Gesellschaft aus, in der sich jeder irgendwie seinen Kick holen muss bzw. amüsieren sich über einen Haufen „schrullige Lesben“ (und GENAU SO wird anschließend über die Teilnehmerinnen gedacht) und tun es ganz schnell ab.

    Kurz abgehandelt, ist das für mich so typischer Furz, den man für gewöhnlich nur von Berlinersozipädagogenveganerkünstlerlinken kennt.

  15. 15 Entartet 14. August 2011 um 15:57 Uhr

    Ich wundere mich hier doch ob manchen respektiv absurden Kommentaren, die alle die Argumentationsweise des SlutWalks nicht verstehen oder verstehen wollen.
    Natürlich sind Männer in dieser patriarchalischen Gesellschaft die Täter schlechthin. [Fakt] Es geht auch nicht darum, irgendwelche Statistiken zu interpolieren, sondern den Trend der Vergewaltigungen aufzuzeigen und die Hintergründe (sexistischer Normalzustand) zu erklären. Somit kann ein SlutWalk sehr gut zum Nachdenken anregen, wenn er nicht gerade durch irgendwelche Massenmedien komplett unreflektiert an die Leute kommt.

    @D:
    Du bist ja das beste Beispiel für einen ignoranten Kommentator.
    Das Prinzip der sozialen Kampagne hat so gut wie nie einen massiven Einfluss, allerdings einen kleinen auf die Leute, die sich sowieso schon in der Richtung bewegt haben. Das Sprichwort, „Etwas ist besser als garnichts“ trifft hier zu. Mit der Idee des SlutWalks bin ich an sich aufgrund der Doppeldeutigkeit auch nicht ganz einverstanden, allerdings ist es unterstützenswert.

    Dieser „typische Furz“ ist einer von vielen, die wir für das Verändern des Normalzustandes brauchen. Revolution ist kein Kinderspiel.

    Auch als ‚biologisch‘ männliche Person stimme ich dem Text zu und sehe das Problem des Vergewaltigungsmythos täglich.

  16. 16 Tim 14. August 2011 um 18:59 Uhr

    @ Luna

    Bei uns in Deutschland gibts jetzt übrigens den Fall, dass ein Politiker etwas mit einer 16 Jährigen hatte und jetzt zurücktreten muss. Wieso auch immer, denn 16 Jahre ist nicht durch ein Gesetz verboten, höchstens unmoralisch.

    Aber krass wie hier mit 2erlei Maß gemessen wird. Denn ein bekannter schwuler Politiker aus Deutschland (Beck) hat auch einen Freund, der gerade mal jetzt 18 oder 19 ist, aber der Politiker ist schon länger mit ihm zusammen. War also auch 16 oder 17.

    Seltsam oder? Als Hetero musste zurücktreten (obwaohl alles legal ist), als Schwuler (bin selbst schwul) wird es akzeptiert.

    Schon irgendwie verrückt. Männern kann man anscheinend mehr zumuten.

    Oder hat es in diesem Fall eher damit zu tun, dass der Politiker der die 16 jährige gepoppt hat von der CDU war, Beck aber von den Grünen (bei denen nimmt man es da nicht so genau was Kinder oder Jugendliche angeht)

    @ D

    “ Berlinersozipädagogenveganerkünstlerlinken“

    LOL

  17. 17 Tim 14. August 2011 um 19:00 Uhr

    Oh es war nicht Beck, sondern ein anderer. Von Beust oder so heisst der.

  18. 18 John Dean 14. August 2011 um 20:48 Uhr

    @ Tim

    Finde dein Posting ausgesprochen ulkig bis eigentlich indiskutabel – weil: Erstens: Thema verfehlt. Zweitens: Du verdrehst die Problemlagen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich je Zeuge wurde, weil ein hübscher, attraktiver Mann wegen seiner Kleidung Opfer sexistischer Sprüche oder – in Fall von Frauen auch nicht selten – grober, aggressiver Anmache wurde. Drittens: Die „Gefahr“, daß ein volljähriger Mann Opfer sexistischer körperlicher Gewalt seitens einer Frau wird, ist ohnehin schon (Faktor 50? Faktor 100?) so gering, dass jegliche (!) Diskussion darüber eigentlich absurd ist. Drittens: Völlig ausgeschlossen ist es aber, dass ein volljähriger Mann, der Opfer sexististischer körperlicher Gewalt einer Frau wurde, von einem Polizisten auch noch „freundlich“ gesagt bekommt, er solle sich darüber nicht wundern, weil er „aufreizend“ gekleidet gewesen sei.

    Nimm mir es nicht übel, Tim, aber ich fürchte, bei dir sind alle Argumentationen verfehlt – und fruchten bei dir nichts. Denn du bist verbohrt. Haben dir Frauen etwas Schlimmes angetan und dich z.B. um 25% deines Lohns geprellt? Was ist es bei dir? Hmmm??!

    @ Ausgangsposting

    Einerseits ist der „Slut Walk“ eine (immerhin viel beachtete!) Möglichkeit, auf wichtige Anliegen hinzuweisen.

    Andererseits bekomme ich geradezu Beklemmungen, wenn ich sehe, wie die Slut-Walk-Aktivisten/innen von geilenden Männern umlagert werden und von Fotografen, welche bevorzugt auf der Suche nach dem beeindruckensten Décolletée sind. Nochmal merkwürdig sind mitlaufende Männer, die wohl größtenteils Solidarität zum Ausdruck bringen wollen, teils aber deutlich eher aussehen wie auf einem Ausflug zum „Vatertag“, und dann ganz ohne Transpis & Message.

    :-?

  19. 19 John Dean 14. August 2011 um 20:51 Uhr

    Das letzte „Drittens“ ist in Wahrheit en „Viertens“!
    :d

  20. 20 viruletta 14. August 2011 um 22:06 Uhr

    So, der SlutWalk Ruhr ist erfolgreich über die Bühne gegangen und ich habe nun endlich wieder Zeit dazu, auf eure Kommentare einzugehen. :)

    Erstmal zu der „99% der Täter sind männlich sozialisiert“-Diskussion: Männlich sozialisierter Täter bedeutet nicht zwangsläufig weiblich sozialisiertes Opfer. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Dunkelziffer gerade bei männlich sozialisierten Betroffenen nochmal deutlich höher liegt. Das liegt zum einen daran, dass Übergriffe auf männlich kategorisierte Personen ein gesellschaftliches Tabuthema sind und sich nur schwer mit herrschenden Männlichkeitsbildern vereinbaren lassen. Zum anderen liegt es daran, dass mit dem Öffentlichmachen sexualisierter Gewalt oftmals andere Bereiche des Privatlebens öffentlich gemacht werden müssten (zB gelebte Homosexualität), was nicht zwangsläufig im Interesse der Betroffenen liegt. Männlich sozialisierte Betroffene sollten in der Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt stärker in den Fokus rücken und vermehrt in den antisexistischen Diskurs mit einbezogen werden.
    Nichtsdestotrotz sind männlich sozialisierte Personen aufgrund struktureller Machtverhältnisse und anders ausgerichteter Sozialisation besonders häufig Täter. Sexualisierte Gewalt hat nämlich viel weniger mit Sex als mit Macht(demonstration) zu tun und weiblich sozialisierte Personen nehmen in unserer patriarchal strukturierten Gesellschaft in erster Linie marginalisierte Positionen ein. Die männliche Sozialisation ist im Verhältnis zur weiblichen Sozialisation viel weniger auf die Ausbildung von Empathievermögen ausgelegt, grenzüberschreitendes Verhalten hingegen wird stärker toleriert und teilweise sogar gefördert. Genau deswegen ist es kein Zufall, dass männlich sozialisierte Personen unverhältnismäßig oft zu Tätern werden. Und das ist der Grund, weshalb ich in diesem Fall auf das gendern verzichtet habe; Ich will diesen Zusammenhang nicht verschleiern.

    Was die unterschiedliche Wertung sexueller Verhältnisse mit einer großen Altersspanne angeht, liegt das denke ich zu einem nicht unbedeutenden Teil daran, wie männlich bzw. weibliche kategorisierte Personen in unserer Gesellschaft generell wahrgenommen werden. Männlich kategorisierten Personen wird die Fähigkeit zu Selbstbestimmung, eigener Entscheidungsfindung, Rationalität und einer aktiven Teilhabe bzw. Mitbestimmung an der eigenen Sexualität in viel stärkerem Maße zugesprochen als das bei weiblich kategorisierten Personen der Fall ist.

    Männlich, genau hier hast du es:

    „unter vielen sexisten kriegt eine frau NICHT diesen status, sondern sie wird einfach als eine frau angesehen, die mit jedem rumfickt.“

    Es wird gleich suggeriert, eine promisk lebende weiblich kategorisierte Person würde mit JEDEM ins Bett gehen. „Die kann ja jeder haben“ oder „Wenn du mal wen (häufig auch „was“…) zum ficken suchst, geh zu XY“ sind Sätze, die wahrscheinlich jede* von uns schonmal gehört hat und die genau das ausdrücken, was ich beschreiben wollte: die Person wird als verfügbar wahrgenommen, ihre Sexualität als konsumierbar.

    Paulinchen81, ich kann deine Bedenken verstehen und habe sie zum Teil auch geteilt. Auf unserem SlutWalk in Dortmund wurden sie allerdings nicht bestätigt, was mich sehr erleichtert hat. Wir hatten weder mit blöden Sprüchen noch mit übereifrigen Fotograf*innen zu kämpfen, allerdings war unsere Demo auch ziemlich groß (300+) und die Zahl derer, die freizügig bekleidet waren, weitaus geringer als die Medien teilweise vermuten lassen. Für das nächste Jahr (ja, auch 2012 soll es wieder einen SlutWalk Ruhr geben :) ) haben wir uns aber vorgenommen, uns stärker mit diesen Ängsten zu befassen und Strategien für den Notfall zu erarbeiten. Dieses Jahr fehlte dazu leider noch die Zeit, was ich sehr bedaure, doch glücklicherweise ist ja auch so alles gut gegangen.

    D, ich verstehe ehrlich gesagt nicht, worauf du mit deinen Beitrag hinaus willst. Vergewaltigungen passieren doch nicht einfach so, zufällig und aus dem nichts heraus. Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, ist sexualisierte Gewalt ein Bestandteil patriarchaler Strukturen. Wenn wir gegen Vergewaltigungen vorgehen wollen, müssen wir genau gegen diese Strukturen vorgehen.

    Ich freue mich übrigens sehr darüber, dass mein Beitrag so viel Feedback erhalten hat und bedanke mich sowohl für Lob als auch für Kritik :)

  21. 21 D 15. August 2011 um 2:31 Uhr

    @Entartet:
    Eigentlich wollte ich dir ernsthaft begegnen. Bis ich dies hier las:
    „Revolution ist kein Kinderspiel.“
    Da fiel mir dann eigentlich spontan nur noch dieses Bild hier ein:
    http://www.abload.de/img/sowiesosj63.jpg

    Gleichzeitig zeigst du aber auch genau das, was ich dir, rather_ripped, ebenso nennen möchte – nämlich dass hier der Missstand als Politikum betrachtet wird. Es wirkt auf mich fast so, als ginge man hier von Vergewaltigungen als gezielt, organisiert und breit eingesetztes Mittel zur Durchsetzung der Unterdrückung von Frauen aus, gegen das protestiert werden müsse.
    Das halte ich für ziemlich absurd.

    Denkt ihr denn, Täter betrachten ihre Taten als Politikum? Oder interessieren sich in dem kurzlebigen Entschluss, einer Frau (oder auch einem Mann) sexuelle Gewalt anzutun, für den patriarchalischen Geist ihrer Tat?

    Wenn man sich z.B. das Jahrbuch 2009 der polizeilichen Kriminalstatistik anschaut (das 2010er ist noch nicht erschienen), sieht man, dass von 6273 Tatverdächtigen bei den Delikten Vergewaltigung und sexueller Nötigung 29,3% Alkohol intus hatten. Wohlgemerkt Tatverdächtige. Es kommen ja ekelhafterweise ziemlich viele davon.
    Andere Drogen sind hier ja gar nicht berücksichtigt. Wikipedia geht nach einer Studie von zwei Dritteln der Taten von einem Drogeneinfluss beim Täter aus (hier wäre ich jedoch recht skeptisch, US-Studie, lässt sich wahrscheinlich nur ungefähr auf unsere Gefilde hernehmen).
    So ein mit Speedzugeknallter lässt sich nicht von den (diffusen) patriarchalischen Strukturen und Verhaltensweisen leiten, die ihm die Gesellschaft angeblich vorgegeben hat, sondern von seiner übersteigerten Geilheit und Aggressivität.
    Der besoffene Unterschichtenangehörige, der nachts aus seiner Stammkneipe heimkommt, seine Ehefrau verprügelt und zum Sex zwingt, lässt sich genausowenig von MeineVaginaMeineEntscheidung-Plakaten beeindrucken. Es interessiert ihn schlicht und ergreifend einen Scheissdreck.
    Der zugesoffene Vollidiot, der euch in der Disse an den Arsch langt und euch zulabert, ist wahrscheinlich nicht einmal annähernd im Wissen um den Begriff „Patriarchat“. Und hält halbnackt demonstrierende Frauen mit „Schlampe“-Aufschrift für durchgeknallt. Falls er davon überhaupt jemals erreicht wird.
    Bei demjenigen, der solche Taten in Nüchternheit begeht, ist wahrscheinlich (traurigerweise) eh Hopfen und Malz verloren.

    Ich weiß durchaus zu verstehen, was als Hauptproblem aufgefasst wird – für viele Männer als Freiwild dazustehen. Aber diese interessieren sich nicht die Bohne für euer Anliegen, wenn es so herübergebracht wird. Es zerstört Glaubwürdigkeit, zieht ins Absurde, lässt als schon erwähnte „schrullige Lesben“ dastehen. Es wirkt einfach bescheuert und verhindert gar nichts. Außer dass das eigene Anliegen ernstgenommen wird.

    Besser gar nichts getan, als sich lächerlich gemacht.

  22. 22 John Dean 15. August 2011 um 11:17 Uhr

    Besser gar nichts getan, als sich lächerlich gemacht.

    Besser nichts gesagt, als nur Schrott geschrieben.

    Weder die Berichterstattung, noch die Reaktionen der Passanten deuten darauf hin, dass sich die Teilnehmer „lächerlich“ gemacht hätten. Der parternalistische Besserwisserton, mit dem hier keine andere Wahrnehmung als die von „schrulligen Lesben“ für realistisch erklärt wird, ist unangemessen und kontrafaktisch. Trotzdem machst du einen (nur einen, sorry) guten Punkt:

    Der zugesoffene Vollidiot, der euch in der Disse an den Arsch langt und euch zulabert, ist wahrscheinlich nicht einmal annähernd im Wissen um den Begriff „Patriarchat“. Und hält halbnackt demonstrierende Frauen mit „Schlampe“-Aufschrift für durchgeknallt. Falls er davon überhaupt jemals erreicht wird.

    Okay, zwar gibt es sicherlich auch zugesoffene Deppen, die nicht nur Kommentare schreiben, sondern auch den Begriff „Patriarchat“ annähernd verstehen, aber alles in allem hast du Recht. Ich hatte zwar nicht den Eindruck, dass sich die Demonstration bevorzugt an „zugesoffene Vollidioten“ gewendet hat, außerdem vertraue ich darauf, dass auch der größte Depp gelegentlich mal nüchtern ist, aber hey:

    Mach doch einfach einen praktikablen Vorschlag, wie man/frau sich auf geeignete Weise an diese (deine!) Zielgruppe der „zugesoffenen Vollidioten“ wendet!

    (nein, von dir werden keine praktikablen Vorschläge kommen)

    Im denke, dass Alkohol in erster Linie enthemmend und verstärkend wirkt – insofern ist Chauvinismus grundsätzlich in der Gesellschaft ein Problem, und nicht nur, wenn dieser durch Alkohol verstärkt wird. Ich selbst sehe die Slutwalk-Demos zwar teils als problematisch an, andererseits ist das ganz ohne Zweifel eine Aktionsform, wo die Teilnehmer/innen vergleichsweise viel (!) Aufmerksamkeit für ihre Anliegen erzielen können.

    Insofern: In der Summe ist die Sache imho gelungen.

    Warum hier im Blog irgendwelche halbkranken, obsessiven Männerrechtler aufschlagen, um alles mies zu machen, womit Frauen für ihre Rechte kämpfen, das finde ich ziemlich unlogisch, zumal es diesen Leuten nicht um eine konstruktive inhaltlich Diskussion geht, sondern darum, erstens, andere herunterzumachen (ggf. als Antwort auf die selbst empfundene Kränkung durch die Aktivitäten emanzipierter/ierender Frauen), zweitens sich hier auf chauvinistisch-paternalistische Weise an Frauen abzuarbeiten.

    Denk mal darüber nach: Was stimmt mit dir nicht?

  23. 23 me 15. August 2011 um 12:27 Uhr

    Bei den Slutwalks geht es doch gegen dieses ekelhafte „wenn ihr nicht angefasst oder vergewaltigt werden wollt, dann zieht euch nicht wie Schlampen an“ Gelaber, dieses Taliban-Denk, dass den Opfern sexueller Gewalt auch noch eine Mitschuld andichtet. Aber ich denke nicht das jemand ernsthaft glaubt, mit einer Demo Vergewaltigungen verhindern zu können. Es geht vielmehr um Solidarität mit Frauen, die es sich nicht verbieten lassen wollen, abends leichtbekleidet durch die Straßen zu gehen.
    Aber auch hier scheinen manche Leute zu denken, dass „Schlampe“ sein, dass das Zeigen nackter Haut bzw. das anschauen dieser an sich irgendwas böses sexistisches wäre. Sexualität und Begehren ist aber ersteinmal normal und gut, sonst garnichts.
    Zu der Anwendung von Double Standards je nach Geschlecht:
    wenn eine Frau einem Mann auf den Arsch glotzt stört das (zu recht) meistens niemanden, umgekehrt ist es für manche schon ne „Grenzverletzung“ und halbe Vergewaltigung, weil in ihrem Kopf das ständige postmoderne „dekonstuieren“ dazu führt, dass Vergewaltigung alles (aber damit halt auch nichts mehr) bedeuten kann.

  24. 24 Stacy 15. August 2011 um 22:03 Uhr

    @Merlin, eine Schlampe ist für mich, eine unordentliche Frau die in schmuddeligen Klamotten, mit ungewaschenen Haaren und Dreck unter den Fingernägeln – also ein unordentliches Mädchen dass sich immer Dreckig macht und nie aufräumt.
    Was Eure Männerhirne, aus dem Wort gemacht haben, entlockt mir nur Kopfschütteln. Das zeigt mir dass, mein und euer Gehirn, Anatomische unterschiedlich sind, und ihr irgendwie anders tickt – um nicht zu sagen , „nicht richtig Tickt“.

    o=> Nachdem Kerle hier schon so viel Schrott gepostet habe, habe ich kaum noch Lust zu Kommentieren. Was soll das alles, 99% aller Opfer von sexueller Gewalt sind leider Mädchen

    „unter vielen Sexisten kriegt eine Frau NICHT diesen Status, sondern sie wird einfach als eine Frau angesehen, die mit jedem rumfickt.“

    Sexisten sind Sexisten, die gehören alle in den gleichen Topf.

    Was soll dass überhaupt heißen?

    Eine Frau „Fickt“ nicht mit „Jedem“ rum, sondern nur mit dem, mit dem SIE es will, und dass ist NICHT jeder!

    Du als Kerl, der mit jeder „rumfickt“, Puffs besucht, du meinst was besseres zu sein, als ein Mädchen dass, so viel „rumfickt“ wie SIE will, und mit wem SIE möchte?

    Für diese entartete Doppelmoral, solltest du dich schämen, ich kann nur den Kopf schütteln.

    Zum Hauptpost:
    Das ist wunderbar gesagt:
    „Das eine Frau nur wenig bzw. freizügige Kleidung trägt, kann viele Gründe haben – möglicherweise ist ihr warm, sie fühlt sich in den Klamotten wohl oder sie mag ihren Körper einfach gern und ist stolz auf dieses positive Körperbewusstsein (idealerweise natürlich auch fernab von Schönheitsnormen). Es muss nicht unbedingt ein Ausdruck dafür sein, dass eine Frau Sex will.“

    Ich will das Recht haben, mich so anzuziehen, wie ICH will, selbst wenn mein Minirock, von der Firma Kik wäre, geht dass keinen Kerl der Welt was an, das ist mein Mini, mein Körper und mein Körperbewusstsein, ich fühle mich in den Klamotten wohl, ich mag meinen Körper einfach gern und bin stolz auf dieses positive Körperbewusstsein, dass geht keinen Kerl der Welt was an – Basta.

    Die SlutWalk-Bewegung finde ich sehr gut, grade auch die Mittel und die Art des Protestes, finde ich genau richtig!

    Ein längst überfälliger Protest, gegen Gesellschaftliche Codes, die Frauen daran hindern wollen, Frau zu sein, also an der freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit, sich so zu kleiden wie, SIE sich wohlfühlen und gut finden. Die female Art sich zu kleiden, die Mode, ist immer schon, der Ausdruck Weiblicher – Kultur gewesen und deren Unterdrückung muss enden, wie auch Medienberichte und Gerichtsurteile, die den Opfern eine Mitschuld an sexualisierten Übergriffen geben!

  25. 25 viruletta 18. August 2011 um 14:42 Uhr

    me, was ist denn bitte ein „Taliban-Denk“?

    Aber ich denke nicht das jemand ernsthaft glaubt, mit einer Demo Vergewaltigungen verhindern zu können.

    Damit hast du Recht. Es geht vielmehr darum, mit Vergewaltigungsmythen aufzuräumen, die den Opfern eine Mitschuld zuweisen und den Täter*innen Rechtfertigungen liefern. Das gesellschaftliche Klima zum Thema Vergewaltigung muss verändert werden, damit in Folge dessen auch weniger Vergewaltigungen geschehen. Es geht also schon darum, Vergewaltigungen zu verhindern – nur auf eine eher indirekte Art und Weise.

    Merlin, wenn deine Aufzählung nicht an sich schon zahllose Abwertungen beinhaltet, dann weiß ich nicht, was du darunter verstehst.

    Stacy, diesen Absatz deines Kommentares:

    Was Eure Männerhirne, aus dem Wort gemacht haben, entlockt mir nur Kopfschütteln. Das zeigt mir dass, mein und euer Gehirn, Anatomische unterschiedlich sind, und ihr irgendwie anders tickt – um nicht zu sagen , „nicht richtig Tickt“.

    halte ich für unangebracht und sexistisch, genau wie diesen hier:

    Ein längst überfälliger Protest, gegen Gesellschaftliche Codes, die Frauen daran hindern wollen, Frau zu sein, also an der freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit, sich so zu kleiden wie, SIE sich wohlfühlen und gut finden. Die female Art sich zu kleiden, die Mode, ist immer schon, der Ausdruck Weiblicher – Kultur gewesen und deren Unterdrückung muss enden, wie auch Medienberichte und Gerichtsurteile, die den Opfern eine Mitschuld an sexualisierten Übergriffen geben!

    Es gibt keine weibliche Art sich zu kleiden, es gibt nur eine weiblich konnotierte. Es gibt auch nicht „DIE Frau“, genauso wenig wie es „DEN Mann“ gibt. Es geht mir nicht darum, dass ich daran gehindert werde, „Frau“ sein zu können, sondern darum, dass ich daran gehindert werde, ICH sein zu können – egal, was das im Einzelfall für mich bedeutet. Es ist nicht im Sinne der SlutWalks, neue Konventionen darüber zu errichten, wie bestimmte Menschen (nach Geschlechtern kategorisiert) zu sein haben – es geht darum, Konventionen generell anzugreifen. Was würde es uns bringen, einen alten Dresscode durch einen neuen zu ersetzen? Es würde die Angriffsfläche verschieben, aber nicht reduzieren oder gar abschaffen.

  26. 26 Oro 23. August 2011 um 8:16 Uhr

    Ich habe ebenfalls Bedenken ob das nicht nach hinten los gehn kann. Die Mehrheit der Bevölkerung und wahrnehmenden sind nunmal nicht so intelligent und/oder gebildet, da seh ich auch hohes Potential die Botschaft nicht zu verstehn und irgend son Mist darunter abzuleiten.

    Einfaches Beispiel hier im Forum.

    Würde es ein Walk mit lauter Männern in Latex shorts oder viel zu engen jeans geben wo sich das Gemächt eindeutig abzeichnet was würden die meisten denken? Nicht vielleicht dass sie entweder schwul wären oder perverse Lüstlinge?
    Je nachdem wieviele von euch Bloglesern das mit ja oder nein beantworten können, genauso viele würden auch die Botschaft des slutswalks verstehn oder auch nicht meine ich.

  27. 27 viruletta 26. August 2011 um 22:15 Uhr

    Einen wirklich guten Artikel zu dem Thema (der sich auch auf diesen Blogpost bezieht) gab es übrigens kürzlich in der Jungle World: Slut Pride!

    Die Schlampe verkörpert alles, was eine Frau nicht sein soll. Die Slutwalks stellen ein befreiendes Moment dar, denn sie richten sich gegen den Wunsch, weibliche Sexualität unter Kontrolle zu halten.

  28. 28 Tadaaaa 09. August 2012 um 21:57 Uhr

    „…wir ein für alle mal klarstellen wollen, dass Nein auch Nein bedeutet – immer und überall!“

    Das hier wird aber erst funktionieren, wenn es tatsächlich so ist, also alle Frauen wirklich nein meinen, wenn sie nein sagen.
    Ich kenne einige Frauen die offen in privaten Gesprächen zugeben, dass ein nein bei ihnen eben nicht immer nein heißt. Was ist mit denen?
    Werden die einfach geleugnet oder als männliche Propaganda bezeichnet?

    Es klingt desweiteren so als würden dadurch das dann alle als Schlampen rumlaufen weniger Vergewaltigungen geben. Mal ganz davon abgesehen, dass es dann ein Kleiderdiktat gäbe, da wenn alle frauen sich schlampig kleiden sollen, sie ja gerade nicht mehr frei über sich verfügen können, es doch so wäre, dass dann alle als Schlampen ins Visier der Vergewaltiger kämen.

    Wobei letzteres eh Quatsch ist, da statistisch bewiesen ist, dass eben vor allem die Schüchternen etc vergewaltigt werden.
    Es sei dahingestellt, ob es dann wirklich weniger Vergewaltigungen gäbe, wenn alle schlampig angezogen wären, die schüchternen erkennt man ja immernoch, vor allem hätten wir dann eben das Gegenteil von freiheit, da alle Frauen ja sich so kleiden müssten.

    Hm eigentlich hätte der POlizist das Gegenteil empfehlen müssen, kleidet euch ja schlampig.

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  2. 2 Mädchenmannschaft » Blog Archive » Bevor es gleich auf die Straße geht: Die Blogschau Pingback am 13. August 2011 um 9:19 Uhr
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