Während meiner Recherchen für eine Stadtführung in Frankfurt bin ich auf das Werbevideo für das neue Skyline Plaza gestoßen. Dabei handelt sich um ein, sich in der Entstehung befindendes, Urban Entertainment Center. Das ist nichts anderes als ein „besseres“ Einkaufzentrum und da die Menschheit ja seit langem weiß, dass es Frauen sind, die dem Shopping besonders verfallen sind (denn ist Schuhe- nicht wie Beerensammeln? Und tun wir das nicht schon seit der Zeit in der wir noch in Höhlen lebten) ist dieses Werbevideo natürlich auf die besonderen Bedürfnisse von Frau zugeschnitten. Da heißt es:
„Jahr für Jahr ziehen Frauen um die 30 zu hunderttausenden in die Großstädte. Sie stolzieren auf der Suche nach Traummann und Traumschuh Arm in Arm die angesagtesten Einkaufsstraßen entlang…“
Oder auch:
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Ich möchte euch gerne den Film „Edie and Thea a very long engagement“ empfehlen. Für mich einer der schönsten Lesbenfilme überhaupt. Es handelt sich um eine Doku. Begleitet werden zwei ältere US-amerikanische Lesben, die schon seit vielen Jahren gemeinsam in einer Beziehung leben. Da in den USA die Heirat lesbischer Pärchen kriminalisiert ist, sind die beiden Frauen seit über 40 Jahren verlobt. Was diesen Film so besonders macht, ist nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Edie und Thea, sondern das uns ihr Leben außergewöhnliche Einblicke in die Geschichte der Lesbenbewegung eröffnet. Da beide Frauen schon über siebzig sind, haben sie viel dieser Bewegung miterlebt, ob als Aktivistinnen oder am Rande.
Sie haben noch so schreckliche Erfahrungen wie psychiatrische Behandlungen über sich ergehen lassen müssen. Diese Dinge einmal aus dem alltäglichen Blickwinkel zweier Menschen zu sehen, hat mir persönlich die Bewegung noch einmal näher gebracht. Eine Gänsehaut hatte ich, als eine der beiden sagte sie habe irgendwann genug gehabt, sie ginge für alle auf die Straße, aber niemand für sie. Im Zentrum steht jedoch die persönliche Liebesgeschichte Edie und Theas und ihr langer Weg, bis sie endlich heiraten können. Also dieser Film ist auf jeden Fall weiterzuempfehlen. Einfach reinschauen.
Der obige Titel findet sich seit einiger Zeit als Überschrift zu einem Foto der Werbekampagne eines Friseur_innensalons in Canada. Auf dem Bild ist eine „perfekt“ frisierte und gekleidete Frau zu sehen (wobei perfekt, als den heteronormativen Vorstellungen folgend gemeint ist). Doch eins stört: unsere schöne weiße ZisFrau hat ein blaues Auge. Hinter ihr steht ihr Mann in patriarchaler Pose. Wir befinden uns offensichtlich in einer Szenerie häuslicher Gewalt. Doch wen stört dass solange Frau „schön“ ist? Wen interessieren die Schläge und Erniedrigungen, solange die Frisur sitzt? Der Glamour hält Einzug in den Kontext gewalttätiger Beziehungen. Statt sich gegen Gewalt zu wehren, sollte Frau von heute lieber den schönen Schein wahren. Würde erhält Frau durch Styling, nicht durch Selbstbestimmung. Die Fotografin Sarah Cameron sieht ihr Bild als einen Akt der Kunst, der Grenzen verschiebt. Die Frage ist in welche Richtung? Aus einem kapitalistischen Blickwinkel betrachtet hat sie ein Ziel erreicht: Der Friseur_innensalon ist in aller Munde.
Einige Stimmen in Kanada verstehen die Aufregung von feministischer Seite nicht. Es könnte genauso gut das Bild einer Aufklärungskampagne sein, sagen sie. Nur dann wäre die Message eine andere. Vielleicht, dass auch eine vermeintlich „perfekte“ Frau mit einem genauso „perfekten“ Leben das Opfer häuslicher Gewalt werden kann und es wichtig ist Augen und Ohren diesbezüglich offen zu halten.