Beiträge von Bäumchen

Nichts Neues unter der Sonne: Maskulinisten

frauen
(Quelle: flickr)
(Diese Vorstellung ist nicht ganz so neu …)

Es scheint: Jedes Mal, wenn Frauen erstarken, glauben manche Männer sich in ihren Menschenrechten beschnitten. So auch in der Zwischenkriegszeit, wie die Historikerin Anna Maria Sigmund in ihrem Buch: ,,Das Geschlechtsleben bestimmen wir“. Sexualität im Dritten Reich herausgearbeitet hat. Ein parteiübergreifender ,,Bund für Männerrechte“ wurde in Wien gegründet, um die männlichen Interessen zu wahren. Dazu schrieb eine Zeitung im März 1926 in einem Stil, der uns heute nur allzu vertraut ist:

,,Genug der Schmach der Weiberherrschaft, der Frauendiktatur, es lebe der Bund für Männerrecht! Da die Despotie des weiblichen Geschlechts einfach nicht mehr auszuhalten war, da die Männer seit Tag und Jahr geächzt haben unter dem Joch der weiblichen Cäsaren, da das starke Geschlecht nur noch der Sklave des schwachen war, der reine Niemand, … ist nun endlich eine befreiende Tat gesetzt …“

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Die zum Bund gehörige Zeitschrift hieß ,,Notwehr“ und wetterte gegen die ,,Versklavung der Männer durch feministische Gesetze“. Bereits im selben Monat der Gründung durfte der Verein eine Rede im Parlament halten über die ,,auf die Spitze getriebene Frauenemanzipation“. 2
Wirkungsvoll die Reaktion der Frauen: Aus allen Parteien wehrten sich Parlamentarierinnen gegen die frauenfeindlichen Vorwürfe und entkräfteten sie anhand von Daten und Fakten. Die Männerrechtler, die stur an ihren Behauptungen festhielten und auf die Erläuterungen der Frauen nicht eingingen, wurden mit der Zeit nicht mehr wahrgenommen und in der Berichterstattung nicht mehr thematisiert. 3

Vieles abgeguckt haben sich die Wiener übrigens von dem ,,Deutschen Bund zur Bekämpfung der Frauenemanzipation“, der bereits 1912 gegründet wurde mit dem Slogan: ,,„Echte Männlichkeit für den Mann, echte Weiblichkeit für die Frau“. Als trotz den im Gegensatz zu den Österreichern sehr viel erfolgreicher geführten Kampagnen Frauen im November 1918 wählen durften, hieß es: ,,Das männlichste Volk dieser Erde, das deutsche, [muss] die Schmach erleb[en], von seinen Weibern dem Verfall entgegengeführt zu werden.“4 Ein Viertel der Vereinsmitglieder waren Frauen, die zum größten Teil interessanterweise genauso häufig einem Beruf nachgingen wie die von ihnen verachteten Feministinnen.

  1. Anna Maria Sigmund: ,,Das Geschlechtsleben bestimmen wir“. Sexualität im Dritten Reich, Wilhelm Heyne Verlag München 2008, S.37 [zurück]
  2. Martina Nußbäumer über Gabriela Hauchs: Frauen bewegen Politik. Österreich 1848-1938 (Quelle) [zurück]
  3. ,,Wollen Sie ein Mann sein oder ein Weiberknecht?“. Zur Männerrechtsbewegung in Wien der Zwischenkriegszeit. Diplomarbeit von Kerstin Christin Wrussnig an der Universität Wien (Quelle) [zurück]
  4. (ebd.) S.86-88 [zurück]

Sexismus und Tiere essen, die Zweite.

Fleisch und Sex

Neulich an der Bushaltestelle: Ein Lieferwagen fuhr vorbei; ich stutzte. Auf dem Dach des Lieferwagens ragte das Modell eines gebratenen Hähnchens hervor, den Hintern weit in die Luft gestreckt. Auf dem Lieferwagen selber stand drauf: ,,Nimm mich!“
Und kleiner: Der Lieferservice/Metzger/Tiermörder Ihres Vertrauens bla bla …

huhn
… sexy? …

Ich wusste nicht, was mich mehr anekelte: Der Text, der aus dem Mund eines getöteten Tieres stammen soll, das eine_n auffordert, es doch zu konsumieren – oder die kaum verhohlene Sexualisierung, die in dem Satz ,,Nimm mich!“ mitschwingt. Das Tier, hier nicht allein zur Ware gemacht, sondern zur Sexualware, die nicht nur passiv auf das Verbrauchtwerden wartet, sondern sich dabei noch anbietet. ,,Nimm mich!“ als Statement, dass es dem Tier letztendlich gefällt … – (mehr…)

Debatte Antifeminismus

Über Antifeministen, Statistiken und ,,das Feindbild der rachsüchtigen Lügnerin, die Männer aus Eigennutz nach Herzenslust anzeigt und der eine heimliche Macht über die Justiz zugesprochen wird.“ (Quelle: taz)

Ohne Worte (edit: und leider ein Fake)

prinzessin
(Quelle: iblamethepatriarchy)

Let’s talk personal politics: Antifee und polyamoröse Begegnungen

Polyamorie, das ist

die Praxis, Liebesbeziehungen zu mehr als einem Menschen zur gleichen Zeit zu haben. Dies geschieht mit vollem Wissen und Einverständnis aller beteiligten Partner.

(Quelle: wikipedia)

poly
(edit: Polyamory Pride, San Francisco, 2004)
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Der Entwurf für ein Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda wurde im Parlament abgewiesen. Die Kampagne von Avaaz.org, in der 1.6 Mio. Menschen weltweit eine Petition gegen das Todesurteil für viele Homosexuelle unterschrieben, war erfolgreich.

,,Let’s rape!“ oder: Warum Medien es eineM so leicht machen

Das Thema Vergewaltigung und sexuelle Nötigung: Schön, dass wir mal wieder darüber reden. Schlimm, dass es medial immer nur als Verteidigungsplädoyer mächtiger Männer aufgerissen wird. Dabei fiel mir eine Aussage der Online-Taz auf, die in einem der ersten Artikel über diesen Fall fiel:

Strauss-Kahns Image als Schürzenjäger und Schwerenöter war hinreichend bekannt. Er hätte wissen müssen, dass er solche Anschuldigungen nicht aus der Welt schaffen kann – seien diese berechtigt oder nicht. Die Folgen hat er sich in erster Linie selber zuzuschreiben.

Was hat das ,,Image als Schürzenjäger und Schwerenöter“ damit zu tun, dass man mit Frauen gegen ihren Willen sexuellen Verkehr hat oder sie nötigt? Was Strauss-Kahn mit anderen Frauen im gegenseitigen Einverständnis macht, ist seine private Angelegenheit. Was mich anwidert: dass ein Saubermann-Image geholfen hätte, diese schweren Vorwürfe schneller aus der Welt zu schaffen, weil medial immer nur interessiert, wie ,,moralisch“ sich jemand zeigt, d.h. wie verhaftet an eingestaubten vertrockneten Moralvorstellungen, die noch aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen.

Es muss mehr als Hollywood geben

boys girls
(Bild:New-Video)

Die Heteronormativität in den meisten Hollywoodfilmen geht mir auf die Nerven. Nicht nur, dass jeder Mensch in so einem Film klar als ,,männlich“ oder ,,weiblich“ definiert wird und dies in Bekleidung, Makeup und Charakter stereotyp ausstrahlt, nein. Keine Begegnung zwischen zwei Menschen verschiedenen Geschlechts vergeht, ohne dass diese sexuell aufgeladen sein muss. (mehr…)