Audio-Mitschnitte der Veranstaltungen zu Macht in queerem BDSM und Muss Sex immer Geschlechtsverkehr + Orgasmus heissen? des [femarchiv potsdam].
Beiträge von chica
*dies ist eine anekdote und kein ausgeklügelter diskussionsbeitrag*
neulich auf einer party, kurz vor dem nach hause gehen.
ich stehe vor dem klo und warte auf meinen kumpel, um mit ihm gemeinsam die party zu verlassen. ich bin am sms schreiben, als ein typ ankommt und neben mir stehenbleibt, ich mache ein halben schritt zur seite und tippe weiter. obwohl ich dem typ zu verstehen gebe, dass er mich nervt, fragt er ob er mich küssen darf. ich sage nein, ich bin schon mit jemandem anderen verabredet. er sagt irgendwas und wiederholt seine frage. ich sage ziemlich unfreundlich: nee, darauf habe ich überhaupt keinen bock. er dazu: und wenn ich dich küsse krieg ich in die fresse? ich: vielleicht. der typ küsst mich tatsächlich und trotz der ansage und trotz jahrelangem kampfsporttrainings reicht meine courage gerade dazu ihn mit einer hand wegzuschubsen. schlecht gelaunt gehe ich nach hause.
Auf unisextoiletten.de, einer Initiative an der Humboldt-Uni Berlin, können Diskussionswütige sich über Vor- und Nachteile der Geschlechtergrenzen transzendierenden Örtlichkeit austauschen. los gehts!
Regina Mühlhäuser über Vergewaltigungen im deutschen Opferdiskurs: Konkurrierende Erzählungen zu sexueller Gewalt im Zweiten Weltkrieg, in DDR, Bundesrepublik und nach 1989 (Phase 2). Lesen!
Nimmt in Industriestaaten die soziale Ungleichheit zu, geht das in der Regel mit einem Anstieg von Teenagerschwangerschaften einher. Junge Frauen, die wenig Chancen auf einen interessanten Job/Ausbildung haben, entscheiden sich oft früh dafür, Mutter zu werden, um einen gesellschaftlich und in der Peergroup anerkannten Status zu besitzen und gegebenenfalls für einen Zeitraum (mehr) Sozialleistungen zu erhalten. Gern gesehen wird das nicht, in den USA stigmatisiert man diese Mütter als „Welfare Queens“, die dem Staat auf der Tasche liegen anstatt zu malochen und in der Bundesrepublik sind erziehungsunfähige Unterschichts-Mütter, die ihre Kinder vernachlässigen, ein beliebtes Thema in Zeitung und TV.
Um die Mädchen vom Kinderkriegen abzuhalten, werden Babysimulatoren eingesetzt, computergestützte Puppen, mit denen Mädchen erste Erfahrungen mit Neugeborenen sammeln sollen. Wird das Projekt von den Medien erstmal gutgeheißen, da es die Unterschicht mit den gut sichtbaren String-Tangas (stern) zur Vernunft bringt, kommt eine Studie der Uni Oldenburg (mehr) zu kritischeren Ergebnissen. Erstens wird eine frühe Mutterschaft nicht zwangsweise als Notlösung, sondern auch als eine bewusste Entscheidung und zu unterstützender Lebensentwurf gesehen. Zweitens wurde festgestellt, dass der Babysimulator zur Abschreckung eingesetzt wird, indem er die „Mütter“ konsequent überfordert. Notfalls ermöglicht es die Technik, besonders ambitionierte Mütter mit besonderes problematischen Babys (Schreibabys, drogenabhängige Säuglinge) zu frustrieren. Damit sollen die Mädchen von dem gesellschgaftlichen Ideal „Erst die Ausbildung, dann die Familie“ überzeugt werden. Bei der Zielgruppe des Babysimulators handelt es sich um Mädchen mit geringen Bildungs- und Berufschancen, also Jugendliche, die ohnehin schon vielfältige Ausgrenzungs- und Verunsicherungserfahrungen gemacht haben. Über mögliche Wege zur Lebensgestaltung als junge Mütter (Männer kommen in dem Projekt sowieso nicht vor) wird nicht informiert, gelernt wird lediglich “ ich werde einen schlechte Mutter sein“.
unkultur bloggt zur Pornographiedebatte: „Männer sind halt so“
Feminismus: Wirtschaftsfaktor, Staatsauftrag oder Widerstandsform? Mit diesen Fragen- jenseits der Alices und Alphamädchen-befasst sich eine Veranstaltung im Rahmen von Femmes ‚r Us am 8.August um 17Uhr im Radialsystem (berlin). Themen u.a. : Class, Race etc. im feministischen Diskurs; Diversity Management und Gendermainstreaming als wirtschaftliche Strategien im Kapitalismus; Zweigeschlechtlichkeit und Kritik daran.
Keine neuen Inhalte aber vielleicht gute Unterhaltung bietet die Veranstaltung am 9.8. 18Uhr in Berlin (Alte Feuerwache) HIPHOP-GIRLZ MEET ALICE SCHWARZER in der die Oldskool-Feministin mit Rapperinnen über Geschlechterstereotype im Hiphop, Pornographie und Gewalt, Töchter und Müttergeneration im Feminismus etc. diskutiert.
„The Living End“ (1992/2008) ist ein Roadmovie über zwei HIV-positive Lover, Jon und Luke, die durchs amerikanische Ödland fahren, über AIDS, Sex und Tod sprechen und hin und wieder anhalten um Sex zu haben oder Essen an der Tanke zu kaufen. Jon, der sympathische Filmkritiker von nebenan, hat gerade sein Testergebnis erfahren, als er zufällig auf Luke trifft, einen Rumtreiber mit Punk-Attitüde und einer Knarre, die er einem lesbischen Pärchen geklaut hat. Luke’s nervöser Umgang mit Schusswaffen produziert einen toten Cop, und so sind beide auf der Flucht. Zwischen Luke und Jon entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung und Jon ist hinundhergerissen zwischen Luke und dessen nihilistischem Motto „wir sterben sowieso, scheißegal was wir tun, wir haben nichts zu verlieren“ und dem Wunsch wieder in sein normales Leben zurückzukehren. The Living End ist kein sentimentaler AIDS-Film, sondern von einer verzweifelten Wut geprägt, gepaart mit Leidenschaft und viel Komik. Araki legt einen düsteren Humor an den Tag, so prangert bereits in der Eingangssequenz auf der Rückseite von Jon’s Auto ein Aufkleber mit „Choose Death“, später malt Luke ein Herz an eine Telefonzelle „Jon + Luke till death do us apart. (mehr…)
Der Artikel „ I have a dream too“ ist im Mädchenblog auf große Resonanz gestoßen. Allerdings fand ich ihn und die Diskussion in einigen Punkten kritisch. Auf diese und feministische Strategien zum Thema „Angst im Dunkeln“ möchte ich im folgenden eingehen.
Problematisch an dem Text fand ich nicht, dass das Thema aufgegriffen wurde und auch nicht die persönliche Darstellung der Angst vor sexuellen Übergriffen in öffentlichen Raum, sondern dass der Artikel dabei stehen blieb und eine Einbettung in soziale Kontexte nicht stattfand. Ebenfalls kritisiere ich, dass in der Diskussion Versuche einer Rationalisierung der Diskussion teilweise abgelehnt wurden, was mich an politische Debatten erinnert, in denen „Ängste der Bürger“ als Totschlagargument fungieren. Ich halte es auch nicht per se für fortschrittlich, seine Gefühle und Gedanken mal so ins Netz zu stellen, denn das ist gängige Praxis des Unterhaltungsfernsehens (und Web 2.0).
Ich bezweifle nicht, dass der öffentliche Raum für Frauen ein Ort ist, an dem Belästigungen stattfinden und an dem Gewalt gegen Frauen verübt wird, möchte aber dennoch die Frage betonen, warum Frauen sich auf der Straße mehr fürchten, als z.B. in der Schule oder zu Hause, obwohl sie dort (Strasse) ungleich weniger gefährdet sind.
Vergewaltigungsmythen sind ein bunter Mix aus sexistischen und oftmals auch rassistischen
Behauptungen. Den Opfern wird Leichtsinnigkeit unterstellt, der Täter ist immer der Fremde, Unbekannte. Der typische Täter auf der Straße gehört der allgemeinen Vorstellung nach (oft auch im politischen und medialen Diskurs) einer niedrigen sozialen Schicht an, hat ein geringes Bildungsniveau und einen Migrationshintergrund1. Damit unterscheidet sich die Vorstellung vom typischen „Straßenvergewaltiger“ deutlich von den Nahbereichstätern, die i.d.R. aus der selben sozialen Schicht stammen wie das Opfer. (mehr…)
Maskulinist, MANNdat, Genderama, femdisk, Feminismuskritik, Initiative Backlash und „Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land“ (WGVL) sind einige der virtuellen Schauplätze, auf denen die neue Männerbewegung blogt und diskutiert.
Laut Selbstdarstellung geht es den Betreibern um die Durchsetzung von
Männerrechten, „ wirklicher Gleichberechtigung“ und Bekämpfung der Diskriminierung und Verächtlichmachung von Männern. Schuld daran ist, so die Analyse, der Feminismus. Verschwörungstheoretisch anmutend wird ein „totalitärer Staatsfeminismus“ diagnostiziert „der krakenartig alles versucht, in seinen Griff zu bekommen“ (anti-pc.eu), Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen übervorteilt und Männer diskriminiert. Ziel der Blogs und Foren ist die „Abrechnung mit Begriffen, Thesen und Methoden radikalfeministischer Manipulation in Medien, Kultur und Gesellschaft“ (Maskulist.de). Es geht also darum, die Errungenschaften der feministischen Bewegungen anzugreifen und feministische Gesellschaftskritik zu diskreditieren. Wie alle reaktionären Bewegung, erklärt auch die Männerbewegung der Political Correctness den Krieg und ermutigt ihre User, mal richtig die Sau rauszulassen: „Die totalitären Sprachregelungen der Political Correctness gelten hier nicht – und „sozialverträglicher“ Stil ist keineswegs Pflicht.“(Feminismuskritik). Dementsprechend gestalten sich die Diskussionen in den Foren: „Das „Vergewaltigung“ ein Kampfbegriff der Feministen ist, wissen wir aber auch. Auch mir haben schon Mädels in der Disko in den Hintern gekniffen.“ (WGVL) (mehr…)
Wer als gesitteter Amerikaner im Jahr 1848, zu Beginn des Goldrauschs, nach Kalifornien reiste, war schockiert von den Zuständen, die dort herrschten: Männer unterschiedlichster Nationalitäten hatten Frau und Kinder zurückgelassen und waren gen Westen gezogen, um dort ihr Glück zu versuchen. Die heterogene Zusammensetzung, unsichere ökonomische Aussichten, der Konkurrenzkampf untereinander und die nahezu völlige Abwesenheit von Frauen (vielerorts betrug der Frauenanteil gerade mal 2%) machte den wilden Westen zu einem Ort, an dem Saufgelage, Glücksspiel, Prostitution und gewalttätige Auseinandersetzung an der Tagesordnung waren.
Der enorme Männerüberschuss wirkte sich auch auf die Geschlechterrollen aus: Aufgrund des geringen Frauenanteils mussten die Männer nun selbst die traditionell weiblichen Hausarbeiten übernehmen oder dafür bezahlen. Die wenige Frauen vor Ort arbeiteten entweder als Prostituierte oder verdienten als selbständige Unternehmerinnen gutes Geld, indem sie kochten oder Wäsche wuschen, während sie in ihren Herkunftsregionen keine Erwerbsmöglichkeiten gehabt hatten. Andere Frauen versuchten sich als professionelle Spielerinnen, die betrunkene Goldgräber in den Salons gnadenlos abzogen. Manche Frauen kleideten sich als Männer, um diejenigen Jobs und Freiheiten ausüben zu können, die ansonsten nur dem männlichen Geschlecht vorbehalten waren. Die Ankunft zahlreicher weißer Mittelschichtsfrauen in den 1850er Jahren läutete das Ende dieser Gesellschaft ein. Die Frauen betrachteten es als ihre Aufgabe, wieder Zucht und Ordnung herzustellen und mit dem Zurückdrängen von Glücksspiel, Alkoholexzessen und Prostitution verschwand auch die Offenheit der Geschlechterrollen.
Ganz anders im Osten Deutschlands
Dort sind es die jungen und gut ausgebildeten Frauen, die nach Westen ziehen, ein in Europa einzigartiges Phänomen. Die Zahlen sind weitaus weniger dramatisch als im Wilden Westen, selbst in der Uckermark kommen auf 100 junge Kerle noch 80 Frauen. Zurück bleiben gerade in den ländlichen Regionen überproportional junge Männer mit schlechten Chancen auf dem Ausbildungs-, Arbeits- und Partnermarkt die gerne NPD wählen. (mehr…)
Seit Donnerstag finden in Berlin_Neukölln die 5. Internationalen Deutschen Meisterschaften im Frauenboxen statt – und keiner kriegts mit. Während das Profiboxen dank der Reginas und Susis inzwischen ziemlich populär ist, führen die Amateurboxerinnen weiterhin ein Schattendasein und das obwohl diesmal die DM in der Hauptstadt stattfinden und nicht wie letztes Jahr in einem badischen Dorf. Frauenboxen unterliegt immer noch einer Legitimationspflicht. Sowohl im Reallife als auch in virtuellen Communities meinen Männer, ihre Meinung über boxende Frauen verkünden zu müssen. (mehr…)
BBC plant eine Reality Show „The Verdict“ über einen Vergewaltigungsprozess, bei der eine Jury aus 12 Prominenten, darunter Blur-Bassist Alex James, über das Urteil eines fiktiven Vergewaltigungsfalls entscheidet. In der Jury sind laut Guardian u.a. der Ex-Fussballer Stan Collymore vertreten, der bereits wegen häuslicher Gewalt aufgefallen ist. In der Show geht um einen fiktiven Vorfall : Die Jury soll entscheiden ob zwei Fussballer ein 19jähriges Mädchen in einem Hotelzimmer vergewaltigt haben oder ob diese freiwillig mit diesen Sex hatte. (mehr…)
Seit den 1990er Jahren nimmt das Interesse an sogenanntem „Reality-Porn“ zu. Darunter sind von bzw. mit Amateur-Darstellern produzierte Bilder zu verstehen. Im Gegensatz zur kommerziellen Pornographie sind die Darsteller normale Menschen ohne perfekte Körper und es wird ohne Drehbuch produziert. Ruth Barcan untersucht die zunehmende Popularität von Amateur-Pornographie im Kontext der allgemeinen Verbreitung von Reality Genres. (mehr…)