Beiträge von classless

Zu AJZ Bielefeld & Feine Sahne Fischfilet:

Nun denn, den AJZ-Hatern, die sich da gerade im Internet aufblasen, und so tun, als sei das AJZ eine “Feminazi”-regierte “No-Go-Area”, sind solche Details egal. Es geht gegen das AJZ, gegen Linke, gegen Anti-Sexist_innen – klar, da muss man dabei sein und mitpöbeln, was das Zeug hält. Vom “Terror der Traumatisierten” ist die Rede, von “total albernen” Hausverboten, die irgendwer mal im AJZ bekommen hat, wegen “angeblich” sexistischen Verhaltens. Klar, “angeblich” und “sexistisch”, das ist ein Wortpaar, gehört zusammen wie Jacke und Hose.

Schlotte Kamuffel: Feine Sahne Bielefeld – und alle bashen mit…

Men’s Studies

(via Guerilla Feminism)

Rausch, Angst und Herrschaft

In dem Buch, das bei mir gerade entsteht, soll es um Rausch gehen, also nicht nur um dessen Auslöser (Substanzen, Handlungen), sondern um diesen Zustand, diesen Prozeß selbst, um dessen Funktion, Rolle und Veränderungspotential sowie um seine Unterdrückung und Verwaltung als wesentliche Bestandteile von Klassen- und Geschlechterherrschaft bis in die Gegenwart.

Die mit dem Rausch einhergehende Änderung von Wahrnehmung, Fühlen, Erleben wird vom beherrschten und sich selbst beherrschenden Menschen als Kontrollverlust erlebt. Wie sehr, scheint eng mit dem Ausmaß an Angst in der jeweiligen Person zusammenzuhängen, die denn auch als Angst vor Kontrollverlust in den meisten Schilderungen von Rauscherlebnissen oder Vorstellungen von unerprobten Räuschen vorkommt.

Diese Angst ist – abhängig von der realen Bedrohung – völlig berechtigt und in dieser grundsätzlich gewaltförmigen und übergriffigen Gesellschaftsordnung, in der die veränderten, berauschten Sinne als Kontrollverlust gelten, Kontrollverlust als Schwäche und Schwäche wiederum als Anlaß für Stärkedemonstration, Ausnutzung und Angriff, in fast jedem Menschen anzutreffen. Nicht nur werden solche „Anlässe“ ständig übergriffig ausgenutzt, auch der Rausch selbst ist ein anderer und gefährlicherer, wenn die Angst überwiegt. Rausch kann Angst weiter verstärken und zum psychisch bedrohlichen „bad trip“ werden.

Besonders ausgeprägt müßte die Angst vor Kontrollverlust bei besonders stark bedrohten Menschen in besonders gewalttätigen oder konkurrenzintensiven Lebensumständen sein; nochmal spezifisch stärker je nach dem Grad der Ohnmacht und Entwaffnung in diesen Umständen; und nochmals spezifisch stärker bei denen, für die aufgrund ihrer sozialen Rolle gerade Situationen von Vergnügen, Lust, Verbindung und Entspannung Situationen des größten Angriffs- und Übergriffsrisikos darstellen.

Dirndlverfütterung

Aus der Erfahrung mit berauschten (unzurechnungsfähigen, entgrenzten) Über- und Angreifenden und mit der vorgesehenen Rolle als berauschtem (wehrlosem, mitspielendem oder stillhaltendem) Opfer resultiert oft eine Abwendung und Ablehnung von Rausch, mit der sich jedoch das Subjekt in Angst auch die lustvollen und persönlichkeitsverändernden Möglichkeiten des Rauschs vorenthält und somit Ausschluß, den Herrschaft und Rollenzuweisung betreiben, selbst reproduziert und erweitert.

Da ich Rausch auch positiv in seinem Potential für individuelle und kollektive Veränderung fassen möchte, stehen diese Verdopplung des Ausschlusses vom Erkenntnis- und Lustpotential des Rauschs sowie Strategien zu ihrer Vermeidung/Überwindung mit im Zentrum meiner Überlegungen. Ich bin an Kommentaren, Anregungen und Kritik dazu (wie überhaupt zum Thema Rausch) sehr interessiert, auch an Literaturhinweisen innerhalb und außerhalb des Netzes.

Mario Barth untertrifft sich selbst

Mario Barth Media Markt Werbung Sexismus

(via idhl)

Pervocracy zu Diskussionen über Vergewaltigung und Gay Rights

Die hier schon mehrfach zitierte Holly von The Pervocracy stellt eine Typologie von Positionen in Vergewaltigungsdiskussionen auf: The People You Meet When You Write About Rape.

Mr. I‘m Not Blaming Her But It’s Her Fault
„Rape is never the victim’s fault, of course. But I just want people to admit that she has some responsibility. That she maybe played a part in it. That in an alternate universe where she‘d done things differently and she lived in a steel Battlemech wearing a chastity belt, she wouldn‘t have gotten raped, and she did make the choice to not use a Battlemech. I just need people to acknowledge that.“

Ebenfalls empfehlenswert ist ihre Sammlung von „Argumenten“ zum Thema Gay Rights: How to discuss gay rights like a reasonable adult.

Argument from Children Starving In India, New Millenium Edition
„Why are we even arguing about this when our economy is in the state it’s in?“

Argument from Gays Starving In India
„Why are you worrying about some poorly chosen words when gay people still get beaten in other places?“

Argument from Blind Faith
„The number one, most important tenet of Christianity is to hate gay people. It’s the entire foundation of my faith. Look at the first page of the Bible: „In the beginning God created the heaven and the earth, and don‘t be a faggot.“

Probleme mit der Nicht-Monogamie

In der aktuellen „konkret“ schreibt Iris Dankemeyer kritisch über die neueren Darreichungsformen der Nicht-Monogamie. Unter der recht reißerischen und schiefen Überschrift „Fuck Polyamory“ weist Dankemeyer zunächst auf die Entstehung der Bewegung Ende der 90er im queerfeministischen Umfeld in den USA:

Sie verstand sich als Angriff auf den Doppelstandard, der hinsichtlich des Monogamiegebots zwischen Männern und Frauen bestand, denn während erstere die eheliche Treue leicht durch Konkubinen, Mätressen und Prostituierte umgehen konnten, hatten Frauen kaum Gelegenheit zum Seitensprung, wenn nicht gerade ein Klempner ihren Herd reparierte.

Vom Ansatz der „Ethical Slut“ sei jedoch wenig übriggeblieben:

Im seit Beginn des Jahres lieferbaren Band Polyamory von Thomas Schroedter und Christina Vetter wird Polyamory aus pädagogischer Sicht gerechtfertigt und als liberaleres Leben im falschem verkauft, in Oliver Schotts demnächst erscheinendem Lob der offenen Beziehung wird die Polyversion als Optimierung menschlichen Sozialverhaltens gefeiert. (…) Zudem weisen die Autoren auf die Nichtbetonung von Sexualität im Ausdruck Polyamory hin. Ging es bei den Schlampen noch darum, im Falle von Zuneigung auch Sex zu haben, soll zum Sex nun unbedingt das Gefühl hinzukommen.

Wenn auch im weiteren Verlauf des Textes streckenweise das bloße Ansinnen, intime Beziehungen irgendwie vernünftig zu gestalten, unter Beschuß genommen wird, macht Dankemeyer auch hierzu viele richtige Beobachtungen:

Im Zuge der Debatte um die szenezentrale Frage, wie mit dem Phänomen der Eifersucht umzugehen sei, zeigt sich, wie die Verunsicherung darüber, plötzlich nicht mehr exklusives Objekt der gesteigerten Aufmerksamkeit der oder des Liebsten zu sein, mit einer Kuschelideologie kompensiert wird. Wenn alle Polys nur fest zusammenhalten, können sie gemeinsam die Gefahr der Kränkung minimieren. Zurückweisungen werden sozial abgepolstert, immerhin sind alle Polys quasi ständig auf dem Antiheiratsmarkt verfügbar. Auffällig in beiden Publikationen ist die Tendenz, die zu erleidenden Kränkungen, die ein Treuebruch nun mal bedeutet, vollständig wegzurationalisieren.

Bei Schroedter/Vetter ist Eifersucht schlicht eine „gesellschaftliche Programmierung“, und diese „erlernte Reaktion“ kann man/frau eben auch wieder „verlernen“. Polyaktivistinnen und -aktivisten nehmen sie nicht hin, sondern arbeiten an ihr und empfinden sie als Training für ihre Selbstkonditionierung. Auch bei Schott ist Eifersucht nichts als „monogames Ressentiment“: Ein bißchen „Selbstdisziplin“ sei schon nötig, die „neue Einsicht“ müsse schließlich erst „mühsam verinnerlicht“ werden. Aber die Konditionierung zahlt sich aus, am Ende erfolgt die „neue Verhaltensweise“ ebenso „spontan und mühelos“ wie die vorangegangene (also im Grunde ebenso unreflektiert und automatisch). Wer nicht mehr „mononormativ“ denken will, muß eben die „Partei der Freiheit“ ergreifen – so als könne man sich seine Psychologie selbst erfinden.

Die Debatte über nicht-monogame Formen intimer Beziehungen, die vielen nur zur Anpassung ans Herumgeschubstwerden durch Markt und Staat zu dienen scheinen und die selbst wieder zu Norm und Zwang werden können, sollte wohl tatsächlich geführt werden. Dabei sollten auch die nach wie vor je nach (zugeschriebenem) Geschlecht völlig unterschiedlichen Ausgangspositionen unbedingt zur Sprache kommen.

Offene Beziehungen, Polyamory und ethisches Schlampentum können, wenn alle Beteiligten ihnen freiwillig zustimmen und mit ihnen emotional zurechtkommen, sehr befreiend wirken, aber eben nur dann. Und so richtig die Überlegung ist, daß erlernte Verhaltensmuster prinzipiell abgelegt werden können, so verheerend scheint es mir, deshalb davon auszugehen, daß dies jedem in der gewünschten Weise durch bloße Selbstkonditionierung gelingen muß. Die offenbar zugrundeliegende Behandlung der somit unerwünschten Gefühle und Verhaltensmuster als bloße Hindernisse finde ich erschreckend. Auch der Versuch, die Gesellschaft durch eine Art Liebes-Solidarität verändern zu wollen bzw. das eigene Liebesleben einer solchen Gesellschaftsvorstellung anzupassen, erscheint mir gefährlich, da ich eine gesellschaftliche Vermittlung unabhängig von der jeweiligen wechselseitigen Zuneigung der konkreten Personen für eine zivilisatorische Errungenschaft halte.

Über Feminismus

Feminists do not want to see men degraded.
Feminists do not have a fixed idea of men’s „proper role“ in the family or in life.
Feminists do not want to see a Senate that’s 83% women, or a corporate leadership that’s 85% female.
Feminists do not want men to be paid less than women, or receive fewer career opportunities.
Feminists do not fetishize men’s bodies while ignoring their minds.
Feminists do not condone or excuse violence against men.
Feminists do not want men to lose their access to family planning and healthcare.
Feminists do not want to erode men’s control over their own bodies and lives.
Feminists do not want to teach young boys to be submissive and passive.
Feminists do not demand men be constantly sexually appealing and available, then shame them when they are.
Feminists do not describe men as less intelligent, or more emotional, or as somehow different from humans in their thought processes.

Feminists want to give to women, not to take from men.

(Please note that the counterpoint to all these things is „sexists,“ not „men.“)

The Pervocracy: Feminism is not sexism on Opposite Day.

The Creep-dar

We learn to reject men, not because we don‘t want them, but because we aren‘t sure that their advances are the friendly kind. Even when I‘m horny as hell, I can‘t turn off the creep-dar, and when a guy is physically attractive to me but sets off the creep-dar in any way, I can‘t sleep with him. I know this is unfair to guys who aren‘t creeps, but don‘t blame women--blame creepy men. (…) When I decide whether to go home with a new guy, we‘re both thinking about whether we want to fuck each other, but only I‘m thinking about whether or not he‘ll stop when I say „no.“

Holly Pervocracy: The Fear Factor

Kapitalismus und freiwillige Unterwerfung

“So it’s a little disconcerting that at 12, 13 years old, I was stamping myself with this complete and total interest in submission, when I didn’t have any experience with sex at all,” she says. “It’s an interesting seed to plant in a teenager’s mind that that’s how sex operates.”

Internal Affairs: How Ayn Rand Followers Rationalize “Welcomed” Rape

PorYes @ Reclaim Feminism, Berlin

Mein Blogbericht vom gestrigen Abend zu queerfeministischen Pornos:

PorYes im Sonntags-Club (ca. erste Hälfte)
(classless Blog)




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