Beiträge von dodo

Vergewaltigung – was‘n das?

An den Anfang am besten erstmal ne große, fette Triggerwarnung!

Beim aus Langeweile durchs Netz klicken bin ich auf ein noch nicht ganz eine Woche altes Interview mit Kriminalhauptkommissarin Heike Lütgert, Dozentin für Kriminologie und Kriminalistik an der FH für öffentliche Verwaltung NRW in Bielefeld, gestolpert. Darin vertritt sie die Meinung, daß das Gewaltschutzgesetz durchaus zu einer kleinen Besserung der Lage geführt habe, nämlich insofern, als daß nun mehr Frauen sich trauen, gegen häusliche Gewalt vorzugehen.
Dabei fällt auch die heißdiskutierte Frage, wie viele Falschanzeigen es denn wohl gebe – und was überhaupt dazu führe: (mehr…)

Cellulite-Wahn

Susanne Klingner kotzt sich über die Cellulite-Lüge aus:

Wissenschaftler lachen sich über die von Anti-Cellulite-Tees und -Tabletten versprochene „Entschlackung“ kaputt. Was die Käuferinnen nicht interessiert.

Am besten in die Geschlossene? „Kinderkrankheit“ Transsexualität.

Mittelfinger für Geschlechterrollenzwang:
(Achtung. Dieser Text enthält Sarkasmus. )
Die Reaktion auf einem unverständliches veranlasst immer noch sehr viele Menschen dazu, diese Irritation verwirrt und verunsichert bei Seite zu schieben, in die „Anormalen“-Ecke. Ist nicht normal, versteh ich nicht, also muß es der andere sein, der verrückt ist. Sonst läuft man womöglich Gefahr, sich mit seiner bisherigen Auffassung Männlein/Weiblein kritisch auseinandersetzen zu müssen.
Bei Erwachsenen kommt immerhin eine Scheintoleranz vermehrt zum Einsatz, „Leben und Leben lassen“, „Die können machen, was sie wollen. Tut doch keinem weh“; aber wenn diese fiese Realität nicht immer mal wieder einen daran erinnern müßte, daß es selbstverständlich auch im Kinderalltag Auseinandersetzungen mit Geschlecht und Gender gibt. Und da ist so macheR dann plötzlich gar nicht mehr so tolerant; sollen die Erwachsenen doch diesen Zirkus veranstalten, aber die unschuldigen lieben Kleinen sollen doch lieber behütet ins „passende“ eng-flauschige Sex/Gender-Schublädchen gebettet bleiben, anstatt – um Himmels willen! – mit diesem so unangenehmen Teil des Lebens auch noch vor der Pubertät in Berührung zu kommen. Kinder müssen vor solchen Abnormitäten geschützt werden, damit sie nicht etwa in ihrer fragilen Selbstfindungsphase verwirrt würden, gerade bei so Intimem wie Sexualität und Geschlecht – so ähnlich hat die FSK auch argumentiert, wollte die jüngeren ZuschauerInnen vor dem Trauma retten, in ihrer Unschuld mit der „verzerrten Realität“ der Homosexualität Jugendlicher in Kontakt zu kommen. Etwas flapsiger ausgedrückt könnte man auch einfach ehrlich sagen: „Die Kinder sollen das nicht sehen, sonst machen sie’s noch nach. Und meine Kinder sollen keine Homos werden“. Es brauchte erst massive Proteste, bis der Film dann doch noch heruntergestuft wurde. (mehr…)

Warum sexistische Witze eben nicht „okay“ sind…

Warum sexistische Witze eben nicht „okay“ sind, macht einE KommentatorIn auf linksunten anläßlich der Kritik über Nazis und Sexismus auf dem 28C3 klar. Fand ich so gut ausgedrückt, daß ich’s hier poste. Kann anscheinend sowieso nicht oft genug gesagt werden.
(Achtung, Triggerwarnung: es folgt eine Beschreibung von den kritisierten verharmlosenden Kommentaren).
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Hamburger Schülerinnen

taz über einen neuen Interviewband über die Frauen in der Hamburger Schule.

Die Frau in der Drogenstatistik

So richtig erforscht hat es noch niemand, weshalb es stets gerade die Männer sind, die bei den Drogenstatistiken mit Abstand in Führung liegen.
Aber eine mögliche Erklärung, die meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient, versucht Shelley Masters bei der taz:

Mädchen haben, auch wenn sie ohne liebende Familie aufwachsen, meist eine ältere weibliche Bezugsperson. Egal ob diese eine durch russische Soldaten vergewaltigte Urgroßmutter ist, die Hippie-Oma, die Biologielehrerin oder die Mädchen-Gang-Leaderin: mindestens eine von diesen Frauen macht jeder Heranwachsenden klar, dass Bewusstlosigkeit in der Öffentlichkeit, nachts, das Schlimmste ist, was ihr passieren kann.

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Designermösen

Christa Stolle von Terre des Femmes in der taz über die zunehmende Anzahl von Designermösen.
Edit: inzwischen auch ein ergänzender Kommentar von Anna Katharina Messmer.

Feministisch schenken

Zum Beispiel, indem man auf etsy die DIY-Kultur unterstützt (wenn man schon nicht selber kreativ werden will) und dafür so geniale Geschenke findet wie Virginia-Woolf-Ohrringe:

Und was schenkt/bastelt Ihr so feministisches für Weihnachten?

Belästigung am Arbeitsplatz

Belästigung am Arbeitsplatz hat Konsequenzen – auch für den Täter, bis hin zur Kündigung:

Im konkreten Fall ging es um einen Einkäufer und Produktmanager eines Möbelhauses, der seit 30 Jahren bei dem Unternehmen im Raum Paderborn angestellt war. Der 58-Jährige hatte zunächst im Oktober 2007 einer Kollegin einen Schlag auf ihren Hintern gegeben und wurde dafür vom Arbeitgeber wegen sexueller Belästigung abgemahnt.

Der Mann lernte daraus allerdings nichts: Ein halbes Jahr später bedrängte er eine 26-jährige Einkaufsassistentin zwei Tage lang mit zahlreichen Bemerkungen. So forderte er die junge Kollegin auf, für ihn ihre körperlichen Reize zur Schau zu stellen; ein anderes Mal griff der Einkäufer zu einem anzüglichen Vergleich in Bezug auf einen Zollstock. Beim Mittagessen wollte er alles über das Sexualleben der Frau wissen und machte ihr schließlich ein eindeutiges Angebot.
(…)
Die Verbalattacken im Möbelhaus werteten die Richter – anders als zuvor das Landesarbeitsgericht Hamm – als erhebliche Grenzüberschreitung und als Erniedrigung der Kolleginnen.

Grenzüberschreitungen

So ein Autorinnenpaar macht auf Spiegel-Online sone Serie zu ihrem Buch, eine Art nett-amüsantes Alphabet für Peinlichkeiten der Neunziger, für jeden Buchstaben ein Artikel.
Okay, gegen Ende des ABCs wird’s zugegebenermaßen schwierig, dennoch schrieben sie unter „Q“ den Artikel übers Quälen („Kleine Folter unter Freunden“).
Im SpOn-Forum daraufhin eine kurze und interessante Debatte über körperliche Grenzüberschreitungen (für SpOn-Forum sogar echt lesbar).

Nur mal wieder als Hinweis…

In letzter Zeit häufen sich mal wieder die zu löschenden Kommentare, wie immer mal wieder, hmpf.
a) Unter anderem auch zahlreiche Doppelposts oder auch Beiträge, die 2 Minuten nach dem ersten Beitrag geschickt wurden und die dann oft mit ach so passenden Worten wie „Da mein erster Beitrag ja von Euch zensiert wurde…“ eingeleitet werden.
Deshalb nochmal zur Erinnerung: Hier im Mädchenblog landen
alle geschriebenen Beiträge erstmal in der Moderationsschleife.
Dort warten sie dann auf jemanden, der sie freischaltet .
Zugegeben, das kann manchmal eine Weile dauern, schließlich sind wir kein professionelles Blog mit angestellten MitarbeiterInnen (MBlog-Leute haben lediglich den Vorteil, daß sie sich gleich nach dem Verfassen eines Kommentars selbst freischalten können).
Wer wissen will, wieso das so ist und wie das genau abläuft: nach dem „Mehr“-Klick steht was dazu.

b) Wie vielleicht doch dem/der Einen oder Anderen bekannt sein dürfte: das Mädchenblog hat eine Netiquette, die eigentlich gut verständlich und auch nicht sooo viel zu lesen ist. Generell empfiehlt es sich, eine Netiquette durchzulesen und sich an sie zu halten, bevor man auf einem Blog postet. Und es hat auch nur Vorteile: Ihr werdet dann freigeschaltet und wir haben weniger Arbeit.
Und wer unsere prima Netiquette nicht mehr so 100%ig im Kopf hat, kann die Gelegenheit nutzen und einfach nochmal reinschauen. Gerade die Punkte 6, 7 und 9 ließen in letzter Zeit zu wünschen übrig. Ähem.

Jetzt zu den Details: (mehr…)

XXS

„XXS“ von Kim Caspary. Und das heißt: Ja, schon wieder eine Buchbesprechung. Diesmal aber etwas ganz anderes: am Titel kann man schon recht treffsicher erraten, um was es sich handelt: um Magersucht. Das Cover (seht ihr weiter unten im Text. Uuuuh, Spannung!!) weist dann auch auf die Richtung hin – hübsches Mädchen, schwarzweiße Fotographie, traurig guckend. Also: kein Selbsthilfebuch, sondern ein Roman, was auch deutlich unter dem Titel steht.

Eigentlich hatte ich ja nicht vor, das Ding zu lesen, aber mir sind bei einem Besuch bei meinen Eltern die Bücher ausgegangen und das hier lag halt irgendwo rum. Denn so wild bin ich auf das Thema eigentlich nicht, aus Mangel an Selbstidentifikation – Eßstörungen und der ganze Rattenschwanz, der da mit dranhängt, ist für mich sowieso immer ein bißchen verwirrende terra incognita. (mehr…)

Der Mann, ein Mägelexemplar???

In der taz kritisiert Aram Lintzel den aktuellen „Männerkrisen“-Wahn:

Obwohl es sich bei den Herausgebern keineswegs um fundamentalistische Männerrechtler handelt, beschweren sie sich im Vorwort über „vielfältige Diskriminierungen“ und „diffamatorische Zuteilungen“.

Zugleich legen sie den heterosexistischen Kern aktueller Männerbilder offen: Den Jungs und Männern würden ihre „aggressiven Impulse“ durch ein „Erziehungsmatriarchat“ gewissermaßen abtrainiert, was nicht zuletzt sexuelle Unsicherheit zur Folge habe.

Gegen diese Erziehung zum Weicheiertum hilft offenbar nur die Renaturalisierung von Geschlechterrollen – jeder Identitätswandel stößt nach dieser Logik auf natürliche Grenzen.

„Ist das unrecht?“

Abtreibung, Vergewaltigung – und die männliche als auch die weibliche Hilflosigkeit bei beiden, wenn darüber gesprochen wird: ein Dialog aus Minette Walters‘ Roman „Die Schandmaske“ zwischen dem Künstler Jack, der mit der Ärztin Sarah verheiratet ist, und der 17 Jahre jungen Ruth, die ungewollt schwanger geworden ist:

„Sarah ist die vernünftigste Ärztin, die ich kenne. Sie wird Ihnen helfen, sich zu entscheiden, was Sie tun wollen, und dann alles für Sie tun. Sie wird Sie nicht zwingen, das Kind zu bekommen, und sie wird Sie auch nicht zwingen, es nicht zu bekommen.“
Die Tränen begannen wieder zu fließen. „Ich will es nicht.“ Sie ballte ihre Hände. „Ist das unrecht?“ (mehr…)

Vom „anderen Ufer“ – aber nicht mit dem Flugzeug, bitte!


Beispiel eines pöhsen, familienfeindlichen Läspenkusses – pfui!

Die Schauspielerin Leisha Hailey und ihre Lebensgefährtin Camila Grey wurden wegen eines Kusses – also eines Verhaltens, das anscheinend den FlugbegleiterInnen einer „familienorientierten Fluggesellschaft“ keine andere Wahl ließ, als einzugreifen – von Bord eines Flugzeugs der US-amerikanischen Southwest Airline geworfen.
Und zwar nicht etwa, weil die zwei grabbelnd, sabbernd und stöhnend wie ein Paar Pornodarstellerinnen bei der Probe übereinander hergefallen wären. Denn laut E-Mail-Newsletter der Seite change.org (wo man auch eine Petition unterzeichnen kann, die von der Fluggesellschaft eine Entschuldigung an das Pärchen fordert), handelte es sich dabei lediglich um ein flüchtiges Bussi:

(…) just a typical „I love you“ peck like any couple might share.

Aber das geht ja nunmal überhaupt nicht – wenn das Kinder sehen!! Die denken nachher noch, sowas sei normal! Und nicht, daß sie durch ein derartiges Kindheitstrauma dann womöglich auch noch „andersrum“ werden und der Southwest Airline die KundInnen ausgehen – auch auf lange Sicht. Denn Homosexuelle können schließlich sowieso keine Familie gründen und somit auch keine zukünftigen Fluggäste in die Welt setzen. Als Familienexpertin weiß das die Fluggesellschaft natürlich – und wälzt sich gemütlich und ohne Zeitdruck mehr als einmal in diesem Fettnäpfchen ihrer Wahl:

In multiple statements, Southwest has refused to accept responsibility for the actions of its employee, and has instead blamed Leisha and Camila for bringing this discrimination on themselves.

Nun, es scheint mir, als wäre es an der Zeit für Leisha Hailey, eine Familienserie zu drehen. Und zwar eine lesbische. ;)