Beiträge von elaria

Utopie, Protest und Hoffnung

Protest- Men don‘t skirt the issue

india skirts bigger
Am letzten Samstag protestierten im Cubbon Park in Bangalore ungefähr 600 Menschen auf dem Marsch „Don‘t skirt the issue“, anlässlich der Massenvergewaltigungen von Frauen in Indien. Die Awarenesskampagne hatte Erfolg und ein Bild von indischen Männern in bunten Röcken ging anschließend um die Welt. Die Männer fordern darauf “ Don‘t skirt the issue“ (kehrt die Probleme nicht unter den Tisch) und „change mentalities not wearing“ (Ändert nicht die Kleidung, sondern die Mentalitität). Mehr auf huffington post


Hoffnung- Solidarität auf dem Klo

An der Toilettentür einer Universität haben Mädchen/ Frauen über ihre schlimmsten Erlebnisse berichtet, Magersucht, Vergewaltigung, Tod des Vaters und Alkoholsucht. Das Ungewöhnliche, etwas später kam eine Antwort, ein mitfühlender und Hoffnung machender Brief. huffington post

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Prost Neujahr- Blogschau

Was gibt es Neues in der feministischen Blogsphäre? Aufreger, Mutmacher und Diskussionsstoff für dunkle Wintertage.

Starke Frau
Die Kosmetikmarke MAC wirbt mit der Bodybuilderin Jelena Abbou, die nicht als Freak besetzt ist, sondern die Vielfalt und Schönheit von Frauen unterstreicht. Die Reaktionen im Bekanntenkreis gingen von ‚Sie entspricht trotzdem den gängigen Schönheitsnormen‘ bis zum Kommentar ‚Ich sehe da schon einen Fortschritt, da Muskeln und die Pose normalerweise als raumgreifende/tatkräftige Symbolik (ungerechtfertigterweise) in männlichem Kontext dargestellt und dann männlich assoziiert. Frauen werden in Werbungen oft verletzlich, schmal, infantilisiert, passiv und hypersexualisiert dargestellt. Das sehe ich hier weniger in dieser Kampagne. Vom Schönheitsideal her hast du wie ich finde recht, (die Frau ist total konform was das angeht, von den breiteren Schultern abgesehen), aber die Assoziation als selbstbestimmt/selbstbewußt/stark, die rüberkommt, empfinde ich schon als tendenziell progressiv.“ MAC Kampagne auf Jezebel Wie seht ihr das?

Spiel mit mir
Männer werden in Videospielen genauso zu Objekten degradiert wie Frauen? Ähm… nein. Warum es etwas komplizierter ist, erklärt Bob Chipman in dem Video the Big Picture.

Befindlichkeiten
Rassismus und Sexismus in der Werbung oder in den Medien wird entweder ignoriert oder durch die Formel “ Wir wollten keine Gefühle verletzen“ hinterher verharmlost. Warum es es nicht um die Gefühle von besonders empfindlichen Menschen geht und diese Floskel wichtige Denkprozesse verhindert, erklärt Antje Schrupp. Es geht nicht um verletzte Gefühle

Tragisch
Indische Frauen sind täglich Belästigungen und Gewalt ausgesetzt und müssen um ihr Leben fürchten. Es gibt so gut wie keine weiblichen Polizisten, R*pe gilt als Kavaliersdelikt und wird in den meisten Fällen nicht mit dem nötigen Ernst von den Behörden verfolgt, häusliche Gewalt ist gang und gäbe und wenn die Mitgift nicht reicht, werden nicht wenige Frauen angezündet (10.000 pro Monat!). Nach dem furchtbarem Verbrechen an der 23-jährigen Studentin die an ihren Verletzungen starb, ist das Fass übergelaufen. Der Ruf nach Todesstrafe für die Vergewaltiger und Mörder resultiert aus der Wut und Ohnmacht der Menschen. Wichtiger wäre nun ein Dialog und das Hinterfragen der Rolle von Mann und Frau in Indien. Am Wochenende gab es wieder eine Massenvergewaltigung mit Todesfolge und im Parlament sitzen sieben Abgeordnete gegen die ein Verfahren wegen Vergewaltigung läuft. Von der Politik ist daher nicht mit viel Unterstützung zu rechnen. Wie tief das Problem sitzt, erklärt EMMA in Weniger wert als ein Wurm

All about Woman
Sarah Silvermann fordert die Bro’s auf sich doch auch mal für ‚Pro choice‘ einzusetzen. Ernste Themen kommen lustig daher. Wann sieht frau eine deutsche Prominente die öffentlich das ‚heiße Eisen‘ Frauenthemen anfässt?
the-way-to-a-womans-heart-is-never-through-a-mandatory-vaginal-ultrasound?

BMI Bullshit
Warum der BMI ( Body Mass Index ) nicht unbedingt etwas darüber aussagt, ob du zu dick oder zu dünn bist, illustriert Kate Harding in dem flikr Fotoalbum Illustrated BMI Categories

Kreativ
Was tun wenn dein 5-jähriger Sohn gern Mädchenkleidung trägt und zum Teil wie ein Mädchen behandelt werden möchte? Einen Blog darüber schreiben und ihm seine geliebten Glitzerschuhe für den Vorschulanfang kaufen. Die Geschichte von C.J.’s Mom und ihrem nach eigener Aussage ‚gender kreativen‘ Sohn auf raising my rainbow

crosspost auf lippy answer

Antifeministen im Netz – Gewaltbereitschaft

Feministen-Blogs und Gender-Themen werden im Netz systematisch von einer handvoll Maskulinisten zugetrollt. Der Sozialwissenschaftler Hinrich Rosenbrock hat dazu mit „Die antifeministische Männerrechtsbewegung“ eine Expertise für die Heinrich-Böll-Stiftung geschrieben, in der er unter anderem auch auf die Gewaltbereitschaft und die Nähe zum rechtem Rand der Antifeministen hinweist.
Interview
Download Expertise

Frauenversteher

Sehnen wir uns ewa nach den alten Männerklischees? Kommen wir mit den weicher gewordenen Männern nicht mehr klar? Ein amüsanter Text in der Faz zum Thema Frauenversteher. Auszug: „Dabei würden sich Frauen auch heute noch freuen, wenn ihnen einer mal den Hof macht / die Tür aufmacht / den BH aufmacht, obwohl sie das selbstverständlich allein können.“ Mir persönlich sind die Männer noch nicht „weich“ genug, aber ich bin auch für ein neues Klischee in Richtung lauter „Macho“ mit Respekt. Können doch nicht alle ruhig/ schüchtern/ passiv sein.

Faz Artikel

Heldin = Opfer?

In Romanen und Filmen kommt es mir oft so vor, als wenn eine Frau nur dann zur Heldin werden kann, wenn sie vorher ein großes Opfer gebracht hat. Eine Vergewaltigung muss schon drin sein, oder zumindest Erniedrigung und körperliche Gewalt. Bestenfalls stirbt sie auch am Ende, so wird sie zur perfekten aufopfernden Heldin, zur Märtyrerin. Und erfüllt somit das weibliche (Helden-) Prinzip .

Passive Heldinnen werden durch Ihr Leidensprinzip zu Heiligen stigmatisiert, das bereitet mir genauso Bauchschmerzen: „Sie ist bei der Geburt gestorben. Sie war so wie tapfer.“ Die starken, aktiven Heldinnen, die nicht all zu viel leiden müssen, sind oft sexuell aggressiv, eine Art weiblicher James Bond und machen sich dadurch auch wieder verfügbar. Ficken oder sterben?

Lars von Trier schießt meiner Meinung nach den Vogel ab. Er quält die Frauen und lässt es auch noch ästhetisch ansprechend aussehen. Interessanterweise werden seine Hauptdarstellerinnen dafür mit der Goldenen Palme von Cannes geehrt ( Björk- Dancer in the dark, Charlotte Gainsbourg- Antichrist, Kirsten Dunst -Melancholia). Ein Bekannter meinte dazu: „Freue dich über sein Frauenbild, das sind starke Frauen!“ Dabei sind sie immer passiv, reden nicht, leiden still, ertragen Unmenschliches und wählen noch nicht mal den Freitod als Erlösung. Ist das kämpferisch? Still sein Leiden ertragen und nicht aufbegehren? Dann will ich keine Heldin sein. Als Alternative bleibt in den meisten Fällen nur die romantische Komödie oder als hübsches Anhängsel eines Action-Heldens mit dem Hintern zu wackeln, na prima.

Löbliche Ausnahmen sind für mich Sigourney Weaver in „Alien“, der Film „Die Piratenbraut“ oder die Frauen in “ Grüne Tomaten“. Auch Helen Mirren als die „Queen“ ist toll. Tilda Swinton verkörpert in Ihren Filmen auch die starke, unabhängige Frau.

Wer verkörpert für Euch ein cineastisches Vorbild?

Die Frau, das verschwindende Objekt!

1979 drehte Jean Kilbourne, amerikanische Feministin, Buchautorin und Ex-Model, ihren ersten analytischen Film zum Thema Frauen in der Werbung. Die auf den ersten Blick lustig erscheinenden Werbefilmchen strotzten vor Rollenklischees und instutionalisierten die Frau als Sexobjekt (Teil 2 erschien 1987, Teil 3 im Jahr 2000.) Das war damals, und heute? (mehr…)