Beiträge von Julinoir

Ärzte Mit Grenzen

Pakistan steht unter Wasser, 6 Millionen Menschen brauchen dringend Lebensmittel und Trinkwasser, 14 Millionen Menschen sind von der Flut betroffen. Im Moment befürchten die Hilfsorganisationen vor allem den Ausbruch von Epidemien, Cholera-Fälle gibt es bereits.
Pakistan wird mit dieser Situation nicht alleine fertig werden, und allein die Anzahl der betroffenen Menschen ist – für mich- fast unvorstellbar.
Ärzte ohne Grenzen ist eine der Organisationen, die die so dringend benötigte Hilfe bereitstellen. Ich zweifle allerdings gerade sehr an den ethischen Grundsätzen, mit denen die grenzenlosen Ärzte an ihre Arbeit herangehen. Der Präsident der deutschen Sektion gab am 12.08.2010, kurz vor seinem Abflug nach Pakistan, ein Interview, in dem er ziemlich haarsträubende Dinge von sich gab:

Es sei selbstverständlich, dass seine Kolleginnen dort Kopftücher trügen, um auch von der Bevölkerung akzeptiert zu werden, sagte Tankred Stöbe (41), Präsident des deutschen Zweigs der Nothilfe-Organisation, in einem epd-Gespräch am Donnerstag, kurz bevor er nach Pakistan flog.

Frauen im Katastrophengebiet würden auch nur von Ärztinnen oder Krankenschwestern behandelt, nicht von männlichen Medizinern. Der Respekt vor der Kultur gehe soweit, dass Frauen nicht behandelt würden, wenn der Ehemann das ablehne.

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Girls with Guns: Antisexistischer Ego-Shooter

In den USA ist ein Ego-Shooter auf den Markt gekommen, bei dem mensch durch eine Stadt laufend von zahlreichen Typen angequatscht wird – und entscheiden kann, ob es für ein „Nice Bounce, Baby!“ Herzchen gibt oder nicht doch eher eine Salve aus der „3′ long .80 caliber machine gun“. Das für und wieder des Spiels wägt Helga Hansen in der Jungle World ab, von mir nur so viel: Wenn dieses Spiel den Effekt hat, dass ich einem Typen weniger zwei Stunden lang meinen Alltag schildern und erklären muss, dass es nicht geil ist, wenn Einer auf dem Weg zum Bäcker drei Typen mehr als auffällig auf die Titten gucken und einem einer davon noch hinterherpfeift, und dass das keine Ausnahme, sondern Alltag ist, hat dieses Spiel seinen Zweck erfüllt. Und nach einem Tag, an dem mir besonders viele dreiste Sexisten über den Weg gelaufen sind, ein paar davon virtuell abzuknallen, war gar nicht so schlecht.

Hier noch der Jungle Artikel: (mehr…)

Christen_Fundis und die Schrecken des CSD

„Krankheiten gehören behandelt, nicht gefeiert“ – so der eher menschenverachtende als nächstenliebende Spruch betender Piusbrüder beim Stuttgarter CSD. Ein Video dazu gibts bei Spiegel TV.

Dr. Tillers Mörder and friends

Nachdem im letzten Jahr der Abtreibungsarzt Gerorge Tiller erschossen wurde, war recht schnell der Täter Scott Roeder gefunden, der im April diesen Jahres zu einer lebenslangen Haft veruterilt wurde. Ebenso schnell galt Roeder als „Einzeltäter“. Ms. meint dazu „But for loners, these guys have a lot of friends. A lot of the same ones, in fact.“ und veröffentlicht einen Bericht über die Connetions der fundamentalistischen und gewalttätigen Abtreibungsgergner_innen.
via no218nofundis

Montags-Mädchenblog-Treffen Berlin

Einige Berliner Mädchenblogger_innen trafen sich letzten Freitag erstmals im Silver Future in Berlin – erstmal zum kennenlernen und austauschen. Wir kamen ziemlich schnell zu dem Schluss, dass uns ein Austausch im Real Life wichtig ist- weil viele Dinge dann schneller zu klären sind, weil so neue, gemeinsame Ideen entstehen können und wir herausfinden können, was uns gemeinsam wichtig ist, nervt oder wozu wir Unterstützung brauchen.
Außerdem sind wir neugierig: wer liest unseren Blog eigentlich? Gibt es Leute, die eigentlich gerne schreiben würden, aber sich in einer eher anonymen Struktur nicht wohl fühlen?
Darum haben wir kurzerhand beschlossen, ab jetzt einmal im Monat ein Mädchenblog-Treffen in Berlin abzuhalten: An jedem ersten Montag im Monat im Silver Future in der Weserstr. 206 in Berlin-Neukölln. Willkommen sind ausdrücklich nicht nur Autor_innen des Blogs, sondern auch Leser_innen.
Das erste Treffen findet am 02. August ab 19.00 Uhr statt. See you on the edge of a silver future …

Porn for Women

Porn for Women

… this made my day! Mehr davon bei xkcd.com – A webcomic of romance,
sarcasm, math, and language.

„Gehsteigberatung“: Ein guter Tag für „Lebensschützer“

Am 29.06.10 hat das Bundesverfassungsgericht einem christlich-fundamentalistischen „Lebensschützer“ recht gegeben: Er und andere Abtrebungsgegener_innen dürfen wieder vor Arztpraxen und Kliniken demonstrieren und Frauen, die diese Praxen aufsuchen, mit der sogenannten „Gehsteigberatung“ terrorisieren. Gisela Notz schreibt dazu im Freitag:

Ein strafrechtlich relevantes Verhalten konnte das Bundesverfassungsgericht dem selbsternannten „Lebensschützer“ nicht nachweisen. Das Landgericht München wurde gar belehrt, dass es zu Gunsten der selbst ernannten „Lebensschützer“ künftig in der Rechtssprechung berücksichtigen müsse, dass „der Schwangerschaftsabbruch ein Gegenstand von wesentlichem öffentlichem Interesse“ sei. Das Nachsehen werden die Frauen haben, die weiterhin dem „Spießrutenlaufen“ und den unerträglichen Belästigungen ausgesetzt sind. Und nicht nur das – die immer aggressiver werdenden anti-choice Organisationen gewinnen an Macht und Durchsetzungsvermögen.

Der ganzen Artikel gibt es hier.

Spanien: Liberales Abtreibungsgesetz in Kraft

no218nofundis kommentiert das gerade in Kraft getretene spanische Abtreibungsgesetz aus feministischer Sicht.

Suizide junger Türkinnen

Die taz berichtet über den Start der Kampagne „Beende dein Schweigen, nicht dein Leben“. Mit dem Forschungsprojekt der Berliner Charité sollen vor allem türkischstämmige junge Frauen erreicht werden, deren Suizidrate doppelt so hoch ist wie die nichtmigrantischer Frauen.

Steinigung wegen Ehebruchs im Iran

Die Jerusalem Post berichtet über eine iranische Frau, der die Steinigung droht:
„Eine iransiche Frau, wegen Ehebruchs angeklagt, ist zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. Falls die Steinigung durchgeführt wird, wäre sie die erste (bekanntgewordene) Steinigung in der Islamischen Republik seit Jahren.

Sakineh Mohamamadi e Ashtiani, eine 43-jährige Mutter von 2 Kindern aus der im Nordwesten des Irans gelegenen Stadt Tabriz wurde beschuldigt, außereheliche Beziehungen mit zwei Männern gehabt zu haben, die ihren Ehemann umbrachten. Untreue ist im Iran illegal und wird üblicherweise mit Auspeitschung und Gefängnis besrtaft. Obwohl das iranische Strafgesetz die Todesstrafe in Fällen von Untreue erlaubt, ist Steinigung selten.
Der Fall, der zuerst durch „Radio Farda“, das von der Frauenrechtlerin Soheila Vahdati betrieben wird, bekannt wurde, nahm seinen Ausgang mit der Verhaftung von Ashtiani im Jahr 2005 wegen „unrechtmäßiger Beziehungen“. Ein Jahr später wurde sie von einem örtlichen Gericht zu 99 Peitschenhieben und einer unbestimmten Zeit im Gefägnis verurteilt, wo sie sich seitdem aufhält. Sie bestreitet, etwas Unrechtmäßiges getan zu haben, bat die lokalen Autoritäten aber wiederholt um Vergebung. Sie sagte: „Wenn ich etwas falsches getan habe, bitte ich um Vergebung.“ Die Bitte um Gnade wurde wiederholt abgelehnt.

Mina Ahadi, eine Anwältin des International Committee Against Stoning, sagte, dass die Familie der Verurteilten keine weiteren Neuigkeiten bezüglich des Status des Falles habe. „Ich stehe in Kontakt mit ihren Kindern und ihr Sohn ist nach Teheran gefahren, um mit den Autoritäten über den Fall zu sprechen. Aber eigentlich warten wir nur. „[…]
„Es wurde nicht öffentlich verkündet, darum weiß niemand viel über den Prozess, durch den das Urteil weitergegeben wird.“ sagte Niusha Boghrati, eine Iranische Journalistin, die sich mit Menschnrechten befasst. „Frauenrechstaktivistinnen vor Ort haben herausgefunden, dass es das Urteil gibt, und es gibt Gerüchte in der Blogosphäre, dass diese Frau gesteinigt werden soll. Ein berühmter Menschenrechtsanwalt, Mohammad Mostafaie, fuhr dann nach Tabriz und bestätigte, dass die Frau zum Tod durch Steinigung veruteilt wurde.“
[…]
„Bei Steinigungen, oder anderen schweren Menschenrechtsverletzungen, die im Iran geschehen, geht es nicht nur darum, dass die Islamische Republik darauf besteht, das Urteil zu vollstrecken, es ist auch eine Art, auf die das Regime Bürgerrechtsaktivist_innen und die Zivilgesellschaft herauszufordert. Dadurch steigert Medienaufmerksamkeit in diesem Fall die Wahrscheinlichkeit, dass die Frau hingerichtet wird, weil die Regierung den Aktivist_innen zeigen will, dass es egal ist, wie sehr sie kämpfen, oder wieviel Unterstützung sie von der UN und internationalen Menschenrechtsgruppen bekommen – sie können sie immer noch im Zaum halten.“
Den ganzen Artikel auf englisch gibt es hier.

Update: Die Standard berichtet mit Berufung auf The Guardian, dass die Steinigung abgesagt wurde. Unklar ist allerdings, ob die Hinrichtung in anderer Form stattfinden soll.