Beiträge von leonie

Bund katholischer Ärzte – Therapie von Homosexualität

Der „Bund katholischer Ärzte“ beweist wieder einmal die Weltfremdheit der katholischen Kirche. Auf ihrer Webseite informieren die papsttreuen Mediziner_innen über „Therapiemöglichkeiten von Homosexualität“.

Lieber Arztkollege und Besucher*,

es gibt religiöse, psychotherapeutische und medizinisch-homöopathische Möglichkeiten der Behandlung bei Homosexualität und homosexuellen Neigungen.

Wichtig ist festzustellen:
Homosexualität ist keine Erkrankung!

Genau Homosexualität ist keine Krankheit und braucht keine Therapie, sondern eine Gesellschaft die endlich akzeptiert dass es ein Leben jenseits der Heteronormativität gibt. Menschen aufgrund ihrer sexuellen Neigungen zu pathologisieren ist wirklich das Letzte und sollte längst der Geschichte angehören. Aber Papst sei Dank müssen wir uns diesen Schwachsinn immernoch anhören. Lieber „Bund katholischer Ärzte“ ihr könnt mich mal!

Polen wegen verweigerter Abtreibung verurteilt

Warschau – Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg hat Polen zu einer Schadenersatz-Zahlung von 45.000 Euro an eine Mutter verurteilt, der über Wochen die pränatale Untersuchung ihres Kindes verweigert wurde. Außerdem muss Polen die Gerichtskosten von rund 15.000 Euro tragen. Polen habe gegen den Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention verstoßen, der Folter und unmenschliche Behandlung verbietet, so der Gerichtshof.

Die Urteile des europäischen Gerichtshof für Menschenrecht sind aber eher als Symbolakt zu verstehen, da dessen Beschlüssen nicht zwingend in die nationale Gesetzgebung integriert werden müssen. Polen ist zwar nun verurteilt, die Gesetzgebung muss es aber nicht ändern. Auch der Betrag von 60.000 Euro dürfte für einen Staat wie Polen keine schmerzende Summe sein.
Es ist im Übrigen nicht das erste Mal, dass Polen wegen seiner Abtreibungspolitik vom Gerichtshof für Menschenrechte angeklagt wurde. Schon 2007 wurde der Staat zu Schadensersatzzahlungen verklagt, da er einer Frau einen Abbruch untersagte, obwohl die Ärzt_innen der Frau attestierten, dass ein Austragen der Schwangerschaft mit gesundheitlichen Schäden verbunden ist. Die Frau erblindete.

Bikini Figur

There Is No Such Thing As A Bikini Body. Jezebel kommentiert das Phänomen „Bikini Figur“.

Schlimmer als Schröder

Wer denkt, dass die deutsche Frauenministerin Kristina Schröder schon das Übelste ist was uns die Politiker_innen zur Schaffung von Gleichberechtigung vorsetzen, soll nun eines Besseren belehrt werden.
Monika Ebeling Gleichstellungsbeauftragte im niedersächsischen Goslar, kommt der Personifizierung des Backlash nämlich entscheidend näher. Sorry Kristina!
In Ihrer Amtszeit wehrte sie sich erfolgreich gegen „einäugige“ feministische Politik und wollte Männerthemen vermehrt in den Vordergrund rücken. Als sie eine Ausstellung eines Netzwerks gegen häusliche Gewalt boykottierte und einer weiteren Anti-Gewalt-Aktion Männerfeindlichkeit attestierte, wurde es einigen Politiker_innen zu bunt und Ebeling musste gehen.

Das stieß der Stadt, die Ebeling als Gleichstellungs- und nicht als Männerbeauftragte eingesetzt und bezahlt hat, schließlich sauer auf. Die Linken wollten ihren Abgang, Unterstützung kam von den Grünen und der Homebase der Renegatin, der SPD: Ebeling wurde letzte Woche mit 25 zu 10 Stimmen des Amtes verwiesen, die Stelle soll künftig nur mehr ehrenamtlich besetzt werden.

Traurig ist darüber außer den zahlreichen Männerrechtlern, nicht wirklich jemand in Goslar. Und die vielen „Bitterfotzen Amazonen“, so nennt Ebeling liebevoll Feministinnen können wieder aufatmen. Kurz zumindest, Ebeling will ihren Kampf gegen den „staatlich verordneten Feminismus“ nämlich auch außerhalb des Gleichstellungsbüros weiterführen. Monika Ebeling – ein Name also, den wir uns unter Umständen merken sollten!

War against women

Das von den Republikanern dominierte US-amerikanische Parlament ergreift auch weiterhin jede Möglichkeit um das Selbstbestimmungsrecht von Frauen zu beschneiden.
So blockierten die konservativen Politiker_innen rund um den Abgeordneten John Boehner ein Gesetz, welches Soldatinnen im Falle einer Vergewaltigung einen Schwangerschaftsabbruch auf Kosten der staatlichen Krankenkasse finanziert.

The House Committee on Rules blocked an amendment from going to vote on Wednesday that would have allowed military rape victims to access abortion care through their government-provided health plans.

Dass die Finanzierung von Schwangerschaftsabbrüchen aus staatlichen Mitteln in den USA vermehrt bekämpft wird ist nichts neues, bisher wurde aber im Fall einer Vergewaltigung oder Inzest fast immer eine Ausnahme gemacht. So bekommen z.B Frauen in staatlichen Gefängnissen einen Abbruch bezahlt wenn die Schwangerschaft aus einer Vergewaltigung resultiert.

NARAL Pro-Choice America said it was outraged by the House leadership’s ongoing campaign to limit women’s access to abortion care.

„Apparently Speaker John Boehner and his allies believe that women who put their lives on the line for their country should face more obstacles than women stateside when it comes to making personal, private decisions,“ said Nancy Keenan, president of NARAL. „It is unconscionable.“

„Geschäftsurlaub“

Frauen wollen nicht in Führungspositionen. Falsch. Sie haben in der Welt der „good old boys“ einfach keinen Platz. Bestes Beispiel, die Boni-Politik der Hamburg-Mannheimer Versicherung. Diese schenkte ihren Mitarbeitern zur Belohnung eine „Lustreise“ nach Budapest. Ausgesehen hat diese Reise dann in etwa so:

Zu diesem Zweck habe die Versicherung die Gellert-Therme angemietet und in ein Bordell verwandelt. Nach einem Bericht im „Handelsblatt“ seien die Frauen mit Bändchen markiert worden, die den geladenen Gästen anzeigten, für welche Hierarchiestufe innerhalb des Konzerns und zu welchen Diensten sie zur Verfügung standen. Um zu vermerken, wie oft eine Frau in Anspruch genommen wurde, sei sie von den Freiern auf den Unterarm gestempelt worden. Eine Sprecherin des Ergo-Konzerns bestätigte, dass „bei einer Abendveranstaltung im Rahmen dieser Reise circa 20 Prostituierte anwesend waren“. Berichten von „Spiegel Online“ zufolge sei danach im Vertretermagazin über die Reise als einem „Mordsspaß“ geschwärmt worden.

Bei „Mordsspaß“ bleibt nur die Frage für wen.

Sexistische Kackscheiße

Es ist Sommer, naja zumindest fast. Meteorologisch gesehen befinden wir uns zwar noch im Frühling nichtsdestotrotz beginnt aber nun die Zeit in der Eis- und Sonnencremekonsum stetig steigt. Also eigentlich ein Grund zur Freude, wäre da nicht – die Werbung. Denn wer heute durch die Straßen der Städte läuft oder fährt kommt fast nicht an sich räkelnden, gephotoshopten Damen in Bikinimode vorbei. In der unnatürlichsten und unbequemsten Pose blicken uns die Models lasziv ins Gesicht und sagen uns „kauf dieses heiße Teil und Baby du wirst genauso toll aussehen wie ich.“
Vom Konsum-und Werbewahn unserer Gesellschaft mal abgesehen sind solche Darstellungen von „Weiblichkeit“ einfach nur zum Kotzen. Die Frau ist nicht Mensch, sondern Objekt, Kleiderbügel, der einzig und allein zu dem Zwecke in der Stadt rumhängt um Männeraugen zu beglückten und Frauen zum Konsum und Abnehmen zu bewegen.
Und weil Werbung von Männern für Männer Scheiße ist, hier eine kleine Anregung- verschönern wir die Städte!

Und sagen unsere Meinung!

rum-schieben

Reisen ist nicht nur wunderbar um viele neue Orte und Städte zu erkunden, sondern die Zeit die man mit Warten auf verschiedene Verkehrmittel aufwendet, kann auch gleich dazu genutzt werden, seine Mitmenschen zu beobachten.

So saß ich also am Flughafen müde auf meinem Gepäck und wartete bis mein Check-In-Schalter öffnet, als mir eine zwischenmenschliche Geste besonders auffällig und negativ ins Auge stach – Männer die ihre Frauen in die richtige Richtung schieben. Die Sache sieht ungefähr so aus: Mann und Frau gehen nebeneinander, soblad sich aber ein Richtungswechsel abzeichnet legt der Mann „sachte“, aber doch mit Druck, die Hand auf den Rücken der Frau und verleiht der eingeschlagenen Richtung mit einem leichten Schieben Ausdruck. Die Geste ist zwar nicht wirklich aggressiv und ist dem Handelnden in dem Moment sicher nicht immer bewusst aber trotzdem passiert sie.Und trotzdem zeigt sie wie die Rollen so verteilt sind.
Diese Geste findet sich nämlich außerhalb der Heterobeziehung noch bei Eltern die mit ihren kleinen Kindern unterwegs sind. Im Gegensatz zum diesen bräuchte die Frau diese „Hilfe“ aber gar nicht. Weder am Flughafen, noch auf der Straße, wo besorgte Liebende ihre Angebetete gerne von Autos wegschieben, die diejenige auch ohne ihr zutun nicht im geringsten gestreift hätten.
Der Mann ist also als Beschützer überall vor Ort (ob bewusst oder unbewusst) und weiß dank ausführlichem Studium des Heldentum wie er im Beisein seiner Liebsten zu handeln hat. Immerhin könnte die wehrlose Frau ja im Dschungel des internationalen Luftverkehrs verloren gehen. Von den vielen gefährlichen „unbeaufsichtigten Gepäckstücken“ will ich gar nicht erst anfangen. Wie gut, dass der Mann genau auf diese Situation vor tausenden von Jahren durch andauerndes Jagen von Mammuts evolutionär bestens ausgestattet ist. (Haha ,Achtung Ironie)

Hier zeigt sich also, dass dieses Beschützertum nur ein weiteres antrainiertes Klischee ist, dessen wir uns gut und gerne entledigen können, wenn wir wirklich gleichberechtig auf das falsche Gate zusteuern wollen.

Mitmachen beim LaDIYfest in Berlin

Cross-Post in Kooperation mit der Mädchenmannschaft.

LaDIYs, Grrrls, Trans* & Queers!
[English version: see below]

Auch in diesem Jahr freuen wir uns über eure Vorschläge für das Berliner LaDIYfest 2011, welches vom 07. bis 14. August 2011 stattfinden wird. Ladyfeste sind Mitmachfestivals und leben von den Ideen aller Beteiligten. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Workshops, (politische) Vorträge, Kunstausstellungen, Musik (Chor, Band, Tanz, Percussion…), Diskussionsrunden, Performances, Basteln, Technikkram und, und, und! Worauf wir keine Lust haben: Auf sexistischen, rassistischen, heteronormativen, transphoben und sonstwie diskriminierenden und ausschließenden Bockmist.

Wenn du Lust auf ein DIY feministisches Event hast und etwas anbieten, vorführen oder kreieren möchtest, schreib uns bis zum 15. Juni 2011. Das LaDIYfest sucht Menschen, die im Rahmen des selbst organisierten feministischen DIY-Events ihre Fertigkeiten und Talente mit anderen teilen.

Schreib‘ einfach eine Mail an:

workshop[at]ladyfest[dot]net
music[at]ladyfest[dot]net
film[at]ladyfest[dot]net
art[at]ladyfest[dot]net

oder komm’ zu unseren wöchentlichen Treffen jeden Mittwoch um 20 Uhr im f.a.q. Laden (Jonasstr. 40, Berlin – Neukölln; zwischen Hausnummer 40 und Tierfutterkrippe). Wir suchen auch noch Leute, die uns beim Organisieren helfen möchten. Mehr Infos gibt es unter Ladyfest.net. Bei generellen Fragen schreib‘ einfach an: info[at]ladyfest[dot]net.

English Version >>

LaDIYs, Grrrls, Trans* & Queers!

Our next LaDIYfest will take place August 7 – 14, 2011. Since LaDIYfest is a Do it Yourself festival, we would love for you to get involved: Whether you want to play, sing, and/or dance, or exhibit your paintings, show your self-made movie or give a lecture, workshop, performance, (and, and, and …!) we’re happy to receive your submissions. What we are definitely not happy with: sexist, racist, heteronomative, transphobic and other discriminatory bullshit.

If you’d like to be part of a DIY kick-ass feminist event, send an e-mail to:

workshop[at]ladyfest[dot]net
music[at]ladyfest[dot]net
film[at]ladyfest[dot]net
art[at]ladyfest[dot]net

The deadline is June 15, 2011!

You can also still join our weekly meetings! They take place every Wednesday evening at 8pm @ f.a.q. Laden (Jonasstr. 40, Berlin – Neukölln; between house number 40 and Tierfutterkrippe), U8 Leinestr. + S / U8 Hermannstr. We are always looking for activists who would like to help us organize LaD.I.Y.fest! More information: Ladyfest.net.

Geschlecht zweiter Klasse

An einer Angabe des Geschlechts bei behördlichen Fragebögen kommt scheinbar niemand vorbei. Eine der beiden Kategorien männlich oder weiblich muss auf das jeweilige Individuum zutreffen. Denke der/die/das-jenige was er/sie/es wolle. Die Gesellschaft kennt nur Mann oder Frau und diesem Willen müssen wir uns zwangsläufig, spätestens beim Gang auf die verscheidenen Ämter, fügen.
Sehr nett ist dann was bei einer solchen Einteilung letztendlich herauskommt.
Siehe hier:

Zur Erklärung: Geschlecht 2 soll heißen, weiblich.
Aha! das Phänomen des „zweiten Geschlechts“ wurde schon 1949 von Simone de Beauvoir in „Le Deuxième Sexe“ beschrieben. Heute, über 60 Jahre danach hat sich im Bereich Zweitklassigkeit der Frauen* scheinbar noch nicht viel geändert. Schade!